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13.06.2008, 10:24

"Die größten Irrtümer" oder "Moderne Märchen"

In letzter Zeit fällt mir immer wieder auf, dass es einige Irrtümer gibt, die sich hartnäckig halten. Obwohl mittlerweile selbst von höchster Stelle Gegenbehauptungen aufgestellt werden, um diese Irrtümer auszuräumen, werden sie hier leider immer noch weiter verbreitet, getreu dem Motte: "Ich habe da mal gehört, also ist das so..."

Dieser Thread soll helfen, das alte, überholte Wissen endlich aus den Köpfen zu verdrängen und mal ein bißchen Klarheit schaffen, was an bestimmten Sachen wirklich dran ist. Wenn ihr weitere Punkte wisst, könnt ihr sie gerne noch anfügen. Ich möchte jedoch KEINE Diskussion hier über einzelne Punkte.


  • "Gras- bzw. Rasensamen sind gedüngt, man muss deswegen spezielle Futtergrassamen kaufen!"
Falsch. Laut Auskunft mehrerer Saatenfachhändler gibt es keinen gedüngten Rasensamen, dieser wird schlichtweg gar nicht hergestellt. Eine Einschränkung gibt es: Es gibt Rasensamen, der gegen Vogelfraß behandelt wird. Um das sichtbar zu machen, färben die Hersteller den so behandelten Rasensamen jedoch lila oder pink ein. Diese Färbung ist selbst für den Voll-Laien gut zu erkennen. Einzig lila oder rosa Grassamen eignet sich also nicht für die Fütterung. Ob der Rasen behandelt ist oder nicht, steht auch auf der Packung. Steht nur Rasen drauf, ist auch nur Rasen drin.
  • "Zweige von Obstbäumen darf man nicht verfüttern, denn sie enthalten Blausäure und sind somit giftig!"
Falsch. Anerkannte Giftfachleute versuchen immer wieder, das Gerücht um die angebliche Blausäure in Obstzweigästen auszumerzen- leider wird es trotzdem hartnäckig weiter verbreitet. Einzig Obstkerne enthalten Blausäure und sollten daher nicht gegeben werden. Zur weiteren Erläuterung kann die von Misfit hier schon oft zitierte Quelle dienen:

Zitat

Auf Anfrage des ZZF teilte Frau Dr. Jacqueline Kupper von der Universität Zürich folgendes mit: "Die Cyanide sind nur in den Samen der Obstkerne enthalten. D.h. die Äste der Steinobstarten dürfen den Chinchillas, Meerschweinchen und Zwergkaninchen angeboten werden, sofern sie nicht gespritzt wurden. Die Kerne sollte man jedoch nicht anbieten, da diese Nager durchaus fähig sind, die Kerne zu knacken.
Eine gute Alternative wären Äste von Hasel, AHORN, Rottanne und Weide (Weide nicht im Übermass). Bezüglich der Giftpflanzen darf ich
freundlichst auf unsere Internetseite verweisen: http://www.vetpharm.unizh.ch/clinitox. Hier finden Sie eine Liste mit allen Giftpflanzen. Sie gelten auch für Vögel. Unter den einzelnen Giftpflanzen finden sie dann die entsprechenden Symptome.

ZZA 4/2003, 57
  • "Milben sterben ab, wenn man sie einfriert."
Teilweise falsch. Zwar kann Kälte den Hausstaubmilben zu Leibe rücken. Diese stellen im Renneraqua jedoch kein Problem dar. Die 50.000 Milbenarten wären schon längst ausgestorben, wenn ihnen Kälte schaden würde, denn im Winter finden diese Tiere kaum Schutz vor Minusgraden. Einige stellen sogar ein körpereigenes Frostschutzmittel her und überleben damit auch starke Kälteperioden. http://www.wdr.de/themen/panorama/1/insekten_winter/index.jhtml
Ein paar Tage bei -15 Grad Gefrierschrank veranlassen einige Milbenarten also nur zu einem müden Lächeln. Zuverlässig tödlich wirkt nur Hitze. Wobei es schwierig sein dürfte, Heu und Stroh im Backofen auf 80-90 Grad zu erhitzen...

Für alle, die jetzt Panik schieben, darf ich wieder Biologin Misfit zitieren:

Zitat

Dennoch wird die Gefahr ,sich Parasiten über Heu einzuschleppen, maßlos überschätzt. Zumeist erfolgt die Übertragung von Tier zu Tier, kann aber sehr lange (über Monate) unentdeckt bleiben. Irgendwann gibt es eine Massenvermehrung der Parasiten... und mangels einer anderen Erklärung ist dann das Heu schuld. Allerdings sind viele der Parasiten, die man an Haustieren feststellen kann, hier gar nicht nicht heimisch und sind oft (nicht immer) sogar auf genau dieses Wirtstier spezialisiert... Also z.B. Meerschweinchen-Milben. Die können nicht aus heimischen Heu stammen, da es hier keine freilaufenden Meerschweinchen gibt.

  • "Wenn man Obst verfüttert, begünstigt das Diabetes!"
Ganz davon abgesehen, dass es "Obst" streng genommen (nach bilogischer Einteilung) gar nicht gibt, ist diese Behauptung relativ haltlos. Begründet wird die Behauptung damit, dass Obst viel Zucker enthält. Richtig daran ist, dass viele Obstsorten einen hohen Fruchtzuckergehalt aufweisen und dass dieser einerseits sehr energiereich ist und andererseits bei den Tieren zu Durchfall führen kann. Allerdings gibt es auch viele Gemüsesorten, die sehr fruchtzuckerhaltig sind, wie zum Beispiel Paprika.
Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass Fruchtzucker bei den Tieren zu Diabetes führt. Auch beim Menschen werden nicht diejenigen irgendwann Diabetiker, die ihr Leben lang immer viel Obst gegessen haben, und auch ein Diabetiker darf nicht völlig auf Zucker verzichten, sondern soll ihn sogar weiter zu sich nehmen. Die im Volksmund für Diabetes gebräuchliche Bezeichnung "Zuckerkrankheit" ist verwirrend. Es handelt sich hierbei nicht um eine durch Zucker hervorgerufene Krankheit, sondern die Unfähigkeit, Blutzucker aufzunehmen sowie den Prozeß der Zuckerneubildung zu hemmen.
Mittlerweile ohne Renner und deswegen selten da- wenn was ist, bitte PN!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Javea« (13.06.2008, 10:45)


2

13.06.2008, 10:54

Das war eine spitzen Idee von Dir. Kann das mal jemand anpinnen?

20/100

3

13.06.2008, 10:57

Echt super von dir das zu erstellen :) ich war mir ja auch nicht richtig sicher wegen den Zweigen von Kirsche weil einer sagt es so und einer so und hier können es ja dann mehr nachlesen :thumbsup:


4

13.06.2008, 11:01

Hallo Javea,

danke! Da wir es nun "schwarz auf weiß" haben, werden wir bezüglich der Obstzweige die Angabe in der Futterliste ensprechend ändern!

LG - Caramella


5

13.06.2008, 11:01

Leider kann ich nicht mehr editieren, deswegen noch ein Zusatz zur Diabetes-Frage:

Es gibt zwei Arten von Diabetes.

Der sogenannte Typ I ist auf eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse, z.B. durch eine Viruserkrankung, zurückzuführen und steht in keinerlei Zusammenhang mit der Ernährung.

Typ II tritt verstärkt bei Individuen mit Übergewicht und Bewegungsmangel auf. Allerdings ist dieser Typ auch genetisch bedingt.
Es gibt hier eindeutig eine erbliche Veranlagung, so haben beim Menschen ca. 60% der an Typ II erkrankten mindestens einen ebenfalls erkrankten Elternteil. Bei Typ II besteht aber durchaus ein Zusammenhang zur Ernährung, jedoch nicht direkt zu einem bestimmten Futterbestandteil, sondern eher zu einer allgemeinen Überfütterung und einer nicht ganz artgerechten Haltung mit zu wenigen
Bewegungsmöglichkeiten.



  • "Wenn irgendwann zu viele Mäuse im Becken oder Käfig sitzen, stellen die von selbst den Nachwuchs ein und decken sich nicht mehr."
Falsch! Eine automatische Geburtensperre gibt es bei unseren "Haus-" Rennern nicht. Genauso, wie die Tiere nicht zwischen Mutter und Vater, Bruder und Schwester unterscheiden. Sobald ein Weibchen in der Hitze ist, wird es auch gedeckt, egal, ob vom Vater, vom Bruder oder einer anderen Maus. Eine hohe Besatzdichte erhöht den Stress der Tiere, was dazu führen kann, dass die Mütter ihre eigenen Jungen gleich nach der Geburt töten oder die Kleinen von anderen Mäusen getötet und gefressen werden.
Unkontrollierte Rennervermehrung ist verantwortungslos und bedeutet unglaublichen Stress für die Tiere.



  • "Katzen- und Hundefutter enthält schädliches Taurin und darf nicht verfüttert werden!"
Falsch. Zwar enthält Katzen- und Hundefutter -wie übrigens fast jedes Nahrungsmittel!- Taurin. Auch kann Taurin extrem hochdosiert für Renner
tödlich sein. Dazu müsste das Tier jedoch selbst bei Katzenfutter, welches einen extrem hohen zugesetzten Taurinanteil hat, rein rechnerisch mehrere Kilogramm (!!) vom Futter fressen. Jeder Meeresfisch hat mehr Taurin als Katzenfutter in Premiumqualität... Im Gegensatz zum "Todesgerücht" hat Taurin jedoch im Gegenteil unter anderem eher eine herzschützende Funktion. Taurinhaltiges Futter ist somit völlig ungefährlich und kann sich sogar positiv auf die Gesundheit der Tiere auswirken.
Mittlerweile ohne Renner und deswegen selten da- wenn was ist, bitte PN!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Javea« (13.06.2008, 11:13)


6

13.06.2008, 11:12

Ich hab noch eins, das ich schon von verschiedenen Seiten gehört und auch in einem Ratgeber gelesen habe:

Wenn die Jungen sterben, dann liegt das daran, dass die Mutter ein Zwitter ist und somit keine Milch hat.

Ich habe jetzt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, halte es aber für totalen Blödsinn.

LG Izumi


7

13.06.2008, 11:37

Ich hab noch eins, das ich schon von verschiedenen Seiten gehört und auch in einem Ratgeber gelesen habe:

Wenn die Jungen sterben, dann liegt das daran, dass die Mutter ein Zwitter ist und somit keine Milch hat.

Ich habe jetzt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, halte es aber für totalen Blödsinn.

LG Izumi


weißt du noch, welcher Ratgeber das war ?
-> keine low IQ PN erwünscht

viele Grüße aus Braunschweig

20/100

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13.06.2008, 11:49

http://www.wuesten-rennmaus.de/html/zucht.html

Hier wird das auch behauptet. Aber im selben Atemzug wird behauptet, dass das Tier deswegen äußerlich ein Männchen und somit ein Zwitter war, weil es eine Duftdrüse hatte und es die nur bei Männchen gibt, darum sind dann die Würfe gestorben. Hust.
Dann hab ich hier wohl doch drei Männchen sitzen, schließlich haben meine Weibchen komischerweise auch alle eine Duftdrüse... aber keine Hoden... sind dann wohl auch Zwitter, na sowas. Ich habe noch von keinem einzigen Fall gehört, in dem bei rennern ein Zwitter aufgetreten wäre.
Und die Vergesellschaftungsmethode mit Anisöl sowie das Zusammensetzen von 3- bis 4wöchigen Jungtieren als Optimum ein paar Absätze drüber sagen glaube ich alles über die Seriösität dieser Seite aus...
Mittlerweile ohne Renner und deswegen selten da- wenn was ist, bitte PN!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Javea« (13.06.2008, 11:52)


9

13.06.2008, 13:08

Mal nebenbei: Ich kenne ein paar Fälle von Zwittern bei Rennmäusen von einem alten Kumpel von mir, der mal viele Notrennmäuse aufgenommen hatte. Da waren einige dabei. Ob man jetzt sagen kann, dass es sogar vererbt wird, weil die Notrennies alle miteinander verwandt waren, weiß ich nicht. Damit kenne ich mich nicht aus.

Edit: Achja, was auch häufig in dieser "Familie" vorkam, war, dass die Hoden bei einigen Männchen nach innen gewachsen waren und daher auch fälschlicherweise als Weibchen angesehen wurden.

Echte Zwitter waren aber definitiv auch dabei, unter anderem Tiere mit Hoden und Gebärmutter, aber ohne Gesäuge. Die meisten Tiere aus dem Notfall hatten auch sonst schwere Missbildungen. Da wurde mit kranken Tiere vermehrt bis zum Geht-nciht-mehr...

I'M NOT THE ONE WHO'S SO FAR AWAY
WHEN I FEEL THE SNAKE BITE ENTER MY VEINS

Godsmack

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mudvaynian« (13.06.2008, 14:12)


10

13.06.2008, 13:24

Interessant, also ist die Behauptung im Grunde gar nicht sooo falsch... denn vorkommen kann es dann ja schon.

Auch, wenn ich denke, dass es Dutzende von anderen, naheliegenden Gründen gibt, warum Tiere in einem Wurf sterben, ebenso wie es wohl auch eine ganze Reihe von Gründen gibt, warum eine Muttermaus keine Milch produzieren kann.

Von daher würde ich die Behauptung umformulieren in eine "Kann in seltenen Fällen"-Behauptung, dann wäre es korrekt, oder?

Mittlerweile ohne Renner und deswegen selten da- wenn was ist, bitte PN!

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13.06.2008, 13:26

http://www.wuesten-rennmaus.de/html/zucht.html

Ich habe noch von keinem einzigen Fall gehört, in dem bei rennern ein Zwitter aufgetreten wäre.

Nicht? Dann lies mal weiter...

Ich hatte letztes Jahr nämlich einen! Einen netten kleinen Bock, der schon im Alter von circa sechs Wochen einen Gewächs im Bauch entwickelt hat. Besagter Bock wurde mit neun Wochen geröntgt, weil ich wissen wollte, was das ist. Leider kam nix Brauchbares dabei raus.

Ich hab mich also entschlossen, wenn dieses Tier irgendwann stirbt, wird er aufgeschnitten und mal schauen, was da in seinem Bauch ist. Er wurde dann wider Erwarten etwas älter als zwei Jahre. Irgendwann wurde er immer dicker und eines Morgens lag er tot im Becken. Ich habe ihn dann zum Tierarzt gebracht, er zückt sein Messer, schneidet den Bauch auf und als erstes kam ein Riesenschwall Wasser.

"Mal schauen, was wir hier haben. Ah, da sind die Eierstöcke!" Wie, Eierstöcke, es war ein Bock, die Hoden waren unübersehbar! Aber nein, die Eierstöcke waren ebenfalls defintiv da, also hatte ich einen Zwitter. Benji hatte im Übrigen keinen Tumor, aber lauter Zysten an den Harnwegen und er ist vermutlich an totalem Nierenversagen gestorben.
Liebe Grüße
Missy

12

13.06.2008, 13:41

Ich glaubs ja schon, auch schon nach Muds Beitrag, keine Angst ;)

Wie gesagt, ich würde das von Izumi somit in "Kann in seltenen Fällen" umformulieren. Wenn Jungen sterben, pauschal jedes Mal auf einen Zwitter als Muttertier zu schließen, ist meiner Meinung nach nämlich nach wie vor falsch.

Mittlerweile ohne Renner und deswegen selten da- wenn was ist, bitte PN!

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13.06.2008, 13:47

*lach*, ich hatte mir alle ungelesenen Beiträge aufgerufen und die Antwort von Mud deshalb nicht gesehen.

Bei mir wars weder Notfall noch Inzuchtrenner, sondern ein Wildfangnachzuchtmix. War auch der Einzige, kam von Anfang an unübersehbar als Männchen daher. Seine Schwestern haben problemlos Junge bekommen und aufgezogen, da war nichts.

Liebe Grüße
Missy

14

13.06.2008, 14:09

Klar, DER Grund, warum sich Mütter nicht darum kümmern, ist es auf keinen Fall, das sehe ich auch so. Wollte das ja auch nur einwerfen, damit du weißt, dass es schon ab und zu vorkommt.

@Missy: Ja, klar, kann ja auch bei "normalen Tieren" vorkommen, muss nicht nur bei Tieren mit offensichtlich schlechtem Genmaterial sein, es war da nur auffällig, dass es gleich mehrere in der Familie waren, daher habe ich mich immer gefragt, ob das vielleicht auch ein Stück weit vererbt werden kann. Davon habe ich keine Ahnung, wäre nur mal interessant zu wissen. :)

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WHEN I FEEL THE SNAKE BITE ENTER MY VEINS

Godsmack

15

13.06.2008, 14:10

hallo

Ich finde es echt SUPER das dieses thera eröffnet wurde! :thumbsup:

Denn es gibt ja wircklich soooooo viele Schauermärchen , auserdem gehen Meinungen so auseinander, das man sich schon gar nicht mehr auskennt. :(

Drum finde ich diese Seiten hier ganz supi für die Aufklärungen vieler Urtümmer

LG:ramona sahra und meiner rennerbande :love:


16

15.06.2008, 16:12

@ Speckerna: Ich weiss nicht mehr, wie das Buch hieß, es war so ein Ratgeber mit vielen Bildern, der in einer Zoohandlung stand.

Ja natürlich, es kann dann wohl vorkommen, dass dadurch Junge sterben (?), aber wohl kaum als Hauptgrund. Genau wir Ihr sagt.

Das Thema interessiert mich jetzt so sehr, ich glaube ich mache da demnächst mal einen eigenen Thread auf. Ich will ja diesen tollen "Ammenmärchen" - Thread nicht mit dem Zwitter-Thema verstopfen...
LG Izumi


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17.06.2008, 12:25

Ich versuche es hier noch einmal:

Es wird oft behauptet, dass alle Insekten und Milben sterben, wenn man Heu o.ä. für ein paar Tage einfriert. Das ist völlig falsch. Viele einheimische Insekten haben einen natürlichen Frostschutz, d.h. ihre Körperflüssigkeiten frieren nicht ein, wenn die Temperatur unter Null geht. Sie fallen lediglich in eine Kältestarre, aus der sie bei höheren Temperaturen aber unbeschadet wieder erwachen. Dies ist auch notwendig, weil wir ja sonst nach einem kalten Winter keine Insekten mehr hätten. Besonders widerstandsfähig sind auch die Eier von Milben und Insekten.

Eigentlich ist dies ein allgemein anerkannter wissenschaftlicher Fakt. Da hier aber schon oft Zweifel geäußert wurden, führe ich eine Quelle an. Es handelt sich um den Text eines Biologen vom Lehrstuhl für Tierökologie. der Technischen Universität München.

http://www.faunistik.net/DETINVERT/PHYSI…rierschutz.html


Abschließend möchte ich noch anführen, dass trotz dieser Widerstandskraft der Kleintiere, die Gefahr durch Heu meist sehr überschätzt wird. Die meisten Parasiten werden direkt von Tier zu Tier übertragen. Die Infektion kann aber über Wochen und Monate unentdeckt werden, weil sich die Parasiten nicht unbedingt sofort massenhaft vermehren und daher keine oder kaum Beschwerden verursachen. Treten dann Beschwerden auf, liegt die Infektion oft schon so lange zurück, dass der Infektionsweg verkannt wird.


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18.06.2008, 16:26

@misfit

Die verlinkte Seite geht nicht.

Frage: Wenn Milben nicht sterben in der Friere wieso bekommen dann einige die Milben los indem sie das Inventar und so einfrieren?

Und wenn alle Milben in der Natur den Winter überleben würden, dann müssten die sich doch schon längst so vermehrt haben das man draussen keinen Schritt machen könnte ohne auf z.B. eine Vogelmilbe zu treten (im übertragenen Sinn verstehen bitte) Viele Milben überleben ein Jahr ohne Nahrung, die müssen doch irgendwie draussen sterben.

Gibts da noch mehr Studien/Forschungen?

Muss allerdings zugeben das ich das Gefühl habe das die rote Samtmilbe im Winter auch nicht stirbt, wir haben da jedes Jahr eine Invasion im Hof und Garten, vermutlich von den Weinbergen :cursing:


Der Beitrag von »Ambärle« (18.06.2008, 16:28) wurde vom Benutzer »sabof« gelöscht (18.06.2008, 17:49).

Der Beitrag von »Ambärle« (18.06.2008, 16:28) wurde vom Benutzer »sabof« gelöscht (18.06.2008, 17:50).

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