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1

11.08.2010, 12:57

Hypothetische Überlegungen und Fragen zu Fellfettregulierung, Sandbad, Sandarten und Holzeinstreu

Heute las ich, manche Sandarten würden das überschüssige Fett im Fell der Renner besser oder schlechter binden. Dabei fiel mir ein Zusammenhang auf, den ich bisher übersehen hatte. Das ist jetzt alles theoretisch. Spart euch darum bitte Selbstdarstellungen, Produktwerbung, Spekulationen und konkrete Ratschläge. "Es geht sich ums Prinzip", ums Verstehen. Sicher gibt es unter euch einige, die den naturwissenschaftlichen Hintergrund haben, das aufzulösen.

Wie entfettet sich die wilde Rennmaus? Wo soll sie ihr Fell pflegen, wenn nicht in natürlichem, verschieden gekörntem Sand? Ist der dann nicht aus Quarz? Und wenn sie's nicht tut, wieso sollte dann der Heimtier-Renner ein fettärmeres Fell haben? Optik?

Unter der Annahme, dass es beim Sandbaden tatsächlich um die Bindung von Fett geht:
- "Quarzsand bindet Fett nicht gut" - ist wegen der glatten Oberflächenstruktur nachvollziehbar und sicher wäre dann Chinchilla-Sand o.ä. geeigneter.
- Die Oberfläche und Struktur von Holzspänen ist dafür aber um so poröser und das Material zudem sehr saugfähig. Na?!

Ist es unter dem Zeichen der Fellfettregulierung dann nicht widersinnig, dass wir unsere Renner überhaupt Sandbäder nutzen lassen, während sie in Holzspänen und ähnlichen Materialien leben, die das Fell bei jedem Gang durch einen Tunnel quasi nebenbei entfetten?


2

11.08.2010, 13:15

Den Sand, den man so im Laden kaufen kann, ist meistens recht reiner Quarzsand, meistens auch gut sortiert, also in der Korngröße sehr einheitlich (Siebung). Zu seinen Eigenschaften (Schlagmarken, glatte Oberfläche, sehr widerstandsfähig etc.) hattest du ja schon etwas geschrieben.
In der Natur besteht der Sand aber bei weitem nicht nur aus Quarz. Sand bezeichnet letztlich nur eine Größe der Körner, aber nicht das Material der Körner. Je nach Gebiet kann man im "natürlichen Sand" auch andere Minerale mit anderen Eigenschaften finden. Welche Minerale das sind, hängt vom Gebiet bzw. dem Ausgangsgestein ab. Man kann also auch porösere Bestandteile finden, denen ja eine bessere Fettbindung zugesprochen wird.

Und ich denke, daran liegt es auch, dass sich die Maus in freier Wildbahn selbst besser entfetten kann als in der Heimtierhaltung mit gekauftem Sand. Die Zusammensetzung ist schlicht anders, die Körnung ebenso. Die Maus wird in der Natur auch keine gut gerundeten Körner finden, deren Größe immer gleich ist (sonst wären Bauten darin auch eher schwierig).

Mich würde es ja mal interessieren, wie sich das Fell verändert, wenn man den Mäusen einfahc mal "natürlich gewachsenen" Sand gibt. Eine kleine Vergleichsstudie ;)

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3

11.08.2010, 13:36

Wenn man jetzt die Bodenstruktur der Mongolei betrachtet, dann erkennt man recht erdigen, bräunlichen Sandboden. Dieser Erdboden ist auf Grund seines hohen Sandanteils sehr karg, wesswegen nur Gräser und einige widerstandsfähige Sträucher dort wachsen.
Da der ganze Boden aus diesem Erdgemisch besteht, bauen sie auch ihre Gänge darin. So können sie beim ständigen hin- und herlaufen ihr Fell automatisch durchkämmen und reinigen.

Ich denke die Holzspäne ist desswegen nicht gut dafür geeignet, da sie nicht so feinkörnig ist wie Sand. Die Holzspäne kann allemal nur die Oberschicht auf dem Fell reinigen, dringt aber nicht zwischen und durch die Fellhaare bis zur Haut hindurch.

Das allerschönste hier auf Erden: Lieben und geliebt zu werden! (Wilhelm Busch)


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4

11.08.2010, 13:42

Der Sand in der Natur ist nicht zwangsleufig immer Sand.
Das kann auch trocke staubige Erde sein; Asche; Flugsand ... echter Sand ...
Je nach Region und Gebiet unterschiedlich.

Zudem haben die Tiere eine idr bessere Auswahl (ok, wenn's geregnet hat müssen sie halt ein paar Tage drauf warten)

grundsaetich nemen Voegel und Nager in der Natur bevorzugt saubere Staub baeder.
Und idr sehr viel seltener Quarzsand maessiges. ( zumindest wenn die Wahl besteht)

gruss estra

..... es gibt kein Schwarz und Weiß ... es gibt nur Grautöne
Biete VG's nach der Sich-Riechen-Können-Methode

5

11.08.2010, 14:13

Meine Rennmäuse wälzen sich auch gerne in der Streu und besonders in frisch gegebenem Heu. Wenn es (alle paar Tage) frisches Heu gab, merke ich, dass das Sandbad nicht mehr so häufig genutzt wird (das wird besonders bei meinen Persern deutlich).

Trotzdem haben alle Gruppen große Sandbäder (Chinchillabadesand aus Sepiolith) und nutzen diese auch, besonders als Toilette natürlich und allein dafür lohnt es sich (finde ich zumindest), ihnen Sand zu bieten.

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smurf79

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6

11.08.2010, 17:55

Der Badesand kommt aber aufgrund der kleinen Körner besser zwischen das Fell / bis an die Haut als Streu oder Heu ... könnt das ein hypothetischer Grund sein?

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7

11.08.2010, 18:01

Ist es denn wirklich erstrebenswert, das Fett bis auf die Haut zu entfernen? Besitzt es nicht irgendeine Funktion? Vielleicht hat es einen Sinn und Zweck, dass das Fett nicht direkt von der haut, sondern erst an den Haaren/Haarspitzen entfernt wird, wenn sie in der Natur irgendwo buddeln, sich sonst wo wälzen oder einfach irgendwo langschrammen?

Also ist es wirklich notwendig oder entspringt es eher der Vorstellung des Menschens von einem reinlichen, sauber, ansehnlichen Tier?

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smurf79

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8

11.08.2010, 18:04

"bis auf die Haut" war nur eine Veranschaulichung der deutlich kleineren Körnung gegenüber dem Einstreu... natürlich hat Hautfett immer eine gewisse Schutzfunktion.

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9

11.08.2010, 18:25

Hallo!

Auch wenn die Einstreu einen gewissen Teil oder einen guten Teil dieser Fellpflege übernimmt, so wird dieses immerhin durch den Sand sauber gehalten, da der eben gerne als Toilette genutzt wird.
Sonst verbringen sie mehr Zeit in ihren eigenen Exkrementen, was bei Kleintieren durch die Käfighaltung leider immer so ist und immerhin kann man dies mit einem Sandbad verringern.


LG

Über die Regenbogenbrücke gegangen, aber niemals vergessen ~ Lulu & Tifa, Yoshi & Asterix ~

10

13.08.2010, 19:21

Vielen Dank !

Einige der Auskünfte waren recht aufschlussreich.


11

22.08.2010, 18:55

Kann das Sandbad nicht auch bei freilebenden Rennmäusen zum Entfernen von Fellparasiten beitragen? Oder bleiben freilebende Rennmäuse durch die Fellpflege von Parasiten verschont? *grübel*

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12

10.02.2011, 12:23

Ich reanimier mal weil ich das gerade interessant finde.

Bei uns gibt es einige (unter Naturschutz stehende aber wanderwegfreigegene) Heideflächen, wo auch Sanddünen sind sowie etliche Sandkuhlen.
Da wie o.g. ner natürliche Sand verschiedene Korngrößen enthält kann man doch theoretisch diesen verwenden?
Wär ja eine sehr kostengünstige alternative zum Chinchillasand.

Sollte man den dann vorher Kochen oder im Backofen Brutzeln?

Die Maus ist ein Tier, dessen Pfad mit in Ohnmacht fallenden Frauen übersät ist.

Ambrose Bierce (1842-1914)


:gerbil :gerbil Es grüßt Forest, der bis dato noch nicht in Ohnmacht fallenden Frauen ausweichen musste :gerbil :gerbil


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Wolke24

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13

10.02.2011, 12:44

25 kg Sand im Futterhaus für 13.99 den Sand so einfach nehmen würde ich nicht, wer weiss was das für Ungeziefer enthalten ist :pinch: zudem wenn es ein Naturschutzgebiet ist, gibt es saftige Strafen, das ist nämlich Diebstahl ;)

14

10.02.2011, 12:50

Ich würde den Sand auch da lassen, wo er ist. Auch wenn das Gebiet zum Wandern frei gegeben ist, heißt das nciht, dass man sich bedienen darf. Wenn jetzt jeder das macht, sit bald kein naturschutzgebiet da ;)
Abgesehen von dem von wolke angesprochenen Faktoren wie Ungeziefer oder sonstige Verunreinigungen (wilde Tiere machen auch ihre Geschäfte ;))...

Da würde chi eher schauen, ob ich verschiedene Körnungen von Quarzsand bekomme und die mische.

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15

10.02.2011, 13:07

na ich wollte das auch nicht aus dem naturschutzgebiet holen. eher aus den stillgelegten sandgruben oder beim kuhlenbetreiber nachfragen ob man sich bei den intakten einen eimer wegholen darf.

ich würde den sand auch reinigen (ist wohl selbstverständlich!!)

Ungeziefer...es gibt kein ungeziefer.
genauso wie unkraut gibts auch nicht. =/

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Sasy

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16

10.02.2011, 13:57


Ungeziefer...es gibt kein ungeziefer.

Es gibt aber trotzdem eine menge Viehzeugs, was zumindest ich nicht in meiner Wohnung haben will, und was zum Teil auch den Mäusen oder mir schaden kann, egal wie man es jetzt nennt, und was in dem Sand drin sein könnte.

Wolke24

unregistriert

17

10.02.2011, 14:03

In den Samdgruben gibt es mit Sicherheit einiges an Getier, das überträgt sich dann evtl. auf deine Renner, zudem haben Sandgruber auch Besitzer

Ich glaube 25 kg Sand für 13.99 kann man sich kaufen, lieber was auf dei Seite legen für den Sand, aber da ist die Gefahr nicht, dass ich mir Getier einfange, was für die Rennmäuse schädlich sein kann

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Wolke24« (10.02.2011, 14:12)


smurf79

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18

10.02.2011, 14:09

ich würde den sand auch reinigen (ist wohl selbstverständlich!!)
Ich würde da auch eher im Baumarkt entsprechenden Quarzsand holen - mir wäre es zu unsicher ob man den Sand wirklich von allen chemischen oder natürlichen Rückständen reinigen kann.
Ungeziefer...es gibt kein ungeziefer.
Ich habe mir mit Haselnuss auch schon Blattläuse ins Aqua eingeschleppt - das war toll denn die fanden das Streu klasse und das Holzlaufrad und unseren Teppich auch. War eine schöne Putzaktion und seit dem wird alles von draußen ausgebacken. Klar kann man sich fremde Tierchen auch mit anderen Sachen einschleppen aber wenn es nicht unbedingt sein muss würde ich es von vorn herein immer versuchen auszuschließen.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »smurf79« (10.02.2011, 14:09)


19

10.02.2011, 14:20

ich würde den sand auch reinigen (ist wohl selbstverständlich!!)
Ich würde da auch eher im Baumarkt entsprechenden Quarzsand holen - mir wäre es zu unsicher ob man den Sand wirklich von allen chemischen oder natürlichen Rückständen reinigen kann.


ich dachte eigentlich auch an aussieben, auskochen, ausbacken... also schon ganz ganz gründlich.
wir haben nen alten holzherd in der küche der eh die ganze zeit an ist und da geht das dann auch mit der energiebilanz für die entsprechende menge =D
ich glaube dann müsste der sand doch auch sauber sein?
(also irgendwie kann ich die bisherigen einwände nicht wirklich nachvollziehen)


Ungeziefer...es gibt kein ungeziefer.
Ich habe mir mit Haselnuss auch schon Blattläuse ins Aqua eingeschleppt - das war toll denn die fanden das Streu klasse und das Holzlaufrad und unseren Teppich auch. War eine schöne Putzaktion und seit dem wird alles von draußen ausgebacken. Klar kann man sich fremde Tierchen auch mit anderen Sachen einschleppen aber wenn es nicht unbedingt sein muss würde ich es von vorn herein immer versuchen auszuschließen.


naja ich meinte das wort "ungeziefer" als solches. als gäb es "schlechte" tierarten. Sind doch alles nur tiere und wenn sie zufällig von einer dahergelafuenen rennmausmami in ein terrain gebracht werden wo ideale verhältnisse sind (warm, nette luftfeuchtigkeit, massig futter) ist es doch kar, dass sie sich vermehren wie gift :rolleyes:
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smurf79

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20

10.02.2011, 14:22

:whistling: sicher kann man alles auskochen / backen / sieben - aber ist dann der Aufwand nicht höher als einen Sack Quarzsand für ein paar Euro aus dem Baumarkt zu holen? Das wäre halt auch mein Haupt-Argument.
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