Bildtitel

Libysche Rennmaus (Meriones libycus)

Libysche Rennmaus

Libysche Rennmäuse gehören zu den größten Rennmausarten und sind in der Heimtierhaltung wenig verbreitet. Aufgrund ihrer Verträglichkeit gegenüber Artgenossen ist sie in bestimmten Konstellationen gut für die Gruppenhaltung geeignet. Sie sind ausgesprochen buddelfreudig und leicht zähmbar.

  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Meriones libycus
  • Deutsche Bezeichnung: Libysche Rennmaus
  • Englische Bezeichnung: Libyan Jird

Einordnung

  • Ordnung: Rodentia (Nagetiere)
  • Familie: Muridae (Mäuseartige)
  • Unterfamilie: Gerbillinae (Rennmäuse)

Eigenschaften

  • Stammherkunft: Jordanien, Pakistan
  • Lebenserwartung: Schätzungsweise vier bis sechs Jahre
  • Fellfarbe: Agouti (Wildfarbe)
  • Körperlänge: 14 bis 17 cm
  • Schwanzlänge: 16 bis 18 cm inklusive Schwanzquaste
  • Gewicht der Männchen: 180 bis 220 g
  • Gewicht der Weibchen: 160 bis 190 g


Libysche Rennmäuse haben einen stämmigen Körperbau (insbesondere die Männchen) und sind sehr lauf-, buddel- und kletterfreudig. Sie haben viel größere Ohren als Mongolische Rennmäuse und außerdem eine schwarze, buschige Schwanzquaste, die mehrere Zentimeter lang ist. Die Länge und Dicke der Quaste variiert von Tier zu Tier. Normalerweise nimmt sie ungefähr ein Drittel der Gesamtlänge des Schwanzes ein.

Die enorme Sprungkraft der Libyer lässt sie leicht hohe Hindernisse überwinden und sie macht sich deutlich beim Trommeln bemerkbar.

Haltung

Der Käfig sollte mindestens eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter haben (zum Beispiel 100 x 50 cm). Die Höhe sollte idealerweise einen Meter oder mehr betragen, da Libysche Rennmäuse auch gerne klettern.

Die Einstreuhöhe sollte 40 bis 50 cm betragen, da sie sich sehr gerne Gänge anlegen und Verstecke aufsuchen. Das Verlangen zu Buddeln ist bei Libyschen Rennmäusen sehr hoch.

Als Einrichtungsgegenstände empfehlen sich Tonröhren, größere Häuser, große Papprollen und dicke Äste zum Klettern.

Außerdem ist ein Laufrad nahezu unverzichtbar, wenn man ihnen nicht täglich Auslauf bieten kann oder möchte, da die Tiere sehr bewegungsfreudig sind.
Das Laufrad muss einen großen Durchmesser (am besten ein Degu-Laufrad mit beispielsweise 28 cm Durchmesser) und eine breite Lauffläche haben.

Das Sandbad muss täglich gewechselt werden, da es als Toilette genutzt wird und das Fell der Libyer nach einem Tag ohne Sandbad bereits anfängt, leicht einzufetten.

Die Libyschen Rennmäuse haben keinerlei für den Menschen wahrnehmbaren Eigengeruch und sind daher wie Mongolische Rennmäuse absolut geruchsfrei in der Haltung.

Verhalten

Die Libyer sind äußerst neugierig und lassen kein Leckerli aus, das ihnen angeboten wird. Sobald sich die Tiere im neuen Zuhause eingewöhnt haben, kann langsam mit der Gewöhnung an die Hand begonnen werden. Am besten nutzt man dazu Leckerlis oder auch normales Futter. Eine Zähmung kann mit den gleichen Methoden wie bei der Mongolischen Rennmaus durchgeführt werden.

Beim Auslauf muss immer darauf geachtet werden, dass sie nicht auf hohe Gegenstände zu springen versuchen und von dort eventuell abstürzen und sich verletzen. Deshalb sollten nur bereits handzahme und mit der Umgebung vertraute Tieren Auslauf bekommen. Noch scheuen Rennmäusen darf aufgrund von eventueller Verletzungsgefahr durch Sprünge oder Stürze kein Auslauf angeboten werden.

Libysche Rennmäuse legen in der Gruppenhaltung mitunter Futtervorratskammern an, die allerdings regelmäßig geplündert und dann wieder neu befüllt werden. Dieses Verhalten hat offensichtlich ihren Grund darin, dass in größeren Gruppen Futterneid auftaucht. Bei Zweiergruppen kann das nicht beobachtet werden.

Nachwuchs

Die Tragzeit bei den Libyschen Rennmäusen beträgt zirka 25 Tage.

Die Mutter nutzt gebotene Versteckmöglichkeiten aus und verbirgt ihren Nachwuchs stets sicher. Dieses Verhalten ist besonders in den ersten zwei Lebenswochen der Jungtiere zu beobachten.

Die Ohren der Babys öffnen sich im Alter von rund sechs Tagen; die Augen um den 19. Tag herum.

In der dritten Lebenswoche fangen die Kleinen bereits an, weiche Nahrung zu sich zu nehmen.

Das Fell färbt sich im Alter von zirka zwölf Wochen endgültig um. Sie bekommen dann das für Agouti typische Tipping, das sie als Jungtiere vorher nur sehr spärlich haben. Die Fellfarbe ist vorher sehr hell und eher gräulich.

Ernährung

Die Ernährungsempfehlungen für die Mongolische Rennmaus gelten ebenfalls für die Libysche Rennmaus. Allerdings kann gerne auch gröberes Futter mit hinzugegeben werden, beispielsweise Meerschweinchenfutter, da Libyer aufgrund ihrer Körpergröße in der Lage sind, größere Futterbrocken zu fressen.

Libysche Rennmäuse dürfen gegenüber Mongolischen Rennmäusen mehr tierisches Eiweiß angeboten bekommen. Die Eiweißgabe sollte zirka doppelt so hoch sein wie für die Mongolen.

Beim Frischfutter kann sich ebenfalls an die Empfehlungen für Mongolische Rennmäuse gehalten werden. Falls Libysche Rennmäuse keine separate Wasserquelle in Form einer Trinkflasche oder einem Wassernapf zur Verfügung gestellt werden, muss dringend auf eine ausreichende Zufuhr von frischem Obst sowie Gemüse geachtet werden.

Bookmark and Share Seite speichern | Seite drucken | zum Seitenanfang
© 1998-dato. Rennmaus.de ist ein Projekt von Dominik Schwarz, Andreas Diendorfer und Tanja Fluegge. mehr...
Rennmaus.de mögen auch die Rennmäuse selbst!