"Wahhh… streck…. gääähn… Carlos, rutsch mal ein Stück beiseite, ich will mich noch mal umdrehen." – Carlos macht sich noch dicker und sein Po landet in meinem Gesicht. "Carlos, nimm den dicken Hintern weg!"… *ffffft*…" Oh nein, jetzt hast du einen ziehen lassen." "Hab ich nicht!" – "Doch das hast du!" – "Neeee!" – *schnarch*
Guten Morgen!
Ich krabble aus dem Nest und strecke mich. Huch, noch gar nicht richtig hell. Futter ist auch keines mehr da, jedenfalls nichts Essbares. Doch da geht auch schon die Tür auf und Frauchen kommt herein. Die anderen Mitmäuse bekommen einen Schreck und trommeln: da datt, da datt, da datt… Mich stört das im Moment nicht, denn Frauchen hat Futter dabei. Sie geht vorbei und murmelt: "Morgen, Charly." Sie geht vorbei - an MIR vorbei - ohne mich zu füttern. Meine Knochen klappern so laut, das muss sie doch hören. "Frau-chen!" Dann nimmt sie das komische Band in die Hand und will daran hochklettern - das schafft sie doch nie. Ich schaue mir das eine Weile an… oh, da wird der Tag hochgezogen, jetzt ist es wieder hell; und anders riecht es auf einmal auch! Schnell verkrieche ich mich in der warmen Höhle bei Carlos.
Ieh, frischer Sand
Carlos hat sich aber gerade überlegt, auch aufzustehen und baden zu gehen. Frauchen nähert sich unserem Haus, streckt ihre Pfote nach dem Sandbad aus… und schwupps – weg ist es. Och nö, das roch so schön und nass war der Sand auch, da konnte man herrlich schöne Türmchen drin bauen.
Stunden, wenn nicht Tage später, bekamen wir frischen Sand. Oder waren es doch nur fünf Minuten? Ich komme mit der Zeit nicht so richtig klar, schließlich kann ich ja keine Uhr lesen… Oh jetzt aber schnell rein, sich auf den Rücken werfen und darin wälzen. Och man, Carlos! Scharr den Sand doch nicht wieder raus!
Endlich Essen?!
So, jetzt gibt’s bestimmt Futter. Frauchen greift nach unserm Fressnapf. "Och, ihr Süßen… da ist aber noch genug drin, fresst das erst mal auf. Dann bekommt ihr neues", sagt sie. Waaas? Das kann doch keiner mehr fressen. Da ist nicht ein einziger Sonnenblumenkern drin. Frauchen, ich bin enttäuscht. Wasser bekommen wir noch und Klorollen zum Zernagen. Fleißig, wie ich bin, fange ich auch gleich mit der Arbeit an.
Komische Zweibeiner
Fast eine Stunde später kommt Frauchen wieder und hat ihr ganzes Kopffell nass. Und stinken tut sie auch. Sie nennt das Parfüm. Hat sie denn keine eigene Duftdrüse? Ich verstehe das nicht, jeden Tag macht sie ihr Kopffell nass, stinkt rum und dann pustet sie sich mit so einem Warmluftsturm das Fell wieder trocken. Wir gucken ihr immer ganz neugierig dabei zu. Einen Höllenlärm macht das Ding. Manchmal richtet sie es auch auf uns - ohhh, das ist schön warm - und wir lassen uns dann die Flöhe aus dem Fell pusten. Danach sieht Frauchen wieder normal aus. Frauchen hat auch jeden Tag eine andere Farbe. Sie hat ja auch nicht überall Fell, sondern auch Pulli zum Zernagen. Den schwarzen Pulli mit den Glitzersteinen mochte ich am liebsten: Wenn sie mich auf den Arm genommen hat, knabberte ich Steinchen für Steinchen ab. Dann brauchte sie das nicht zu tun. Sie fand das aber blöd und hat den Pulli weggeworfen.
Zeitvertreib - und Essen (ganz wichtig)
Gerade habe ich meinen Carlos geputzt. Wie der wieder aussah, ganz grau war der ja schon. Jetzt setze ich mich erst einmal auf die Weidenbrücke und nage am Gitterdeckel. Und nage und nage… Frauchen muss doch hören, dass ich raus will!
Irgendwann werde ich jedoch müde und lasse mich von Carlos ausgiebig am Bauch putzen, und kraulen…. Ich .... werde ... müde....
Als ich wieder wach werde, kam Frauchen gerade mit einem ganzen Topf voll Mehlis zu uns. Wir durften uns welche aussuchen. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, die sahen alle sooo lecker aus.
Ich stieg direkt in das Töpfchen und scharrte mir welche raus. Das passte Frauchen aber auch wieder nicht. Sie schimpfte und suchte die Mehlis aus unserer Streu wieder heraus und packte sie wieder in die Dose. Menno, ich will auch mal Haustiere haben. Frauchen hat uns auch gerade frisches Stroh gegeben, das macht besonderen Spaß zu zernagen. Und einen meiner heißgeliebten Pappteller. Ich stürze mich auch gleich darauf, fange an zu nagen und renne dabei immer um den Pappteller herum. Frauchen macht es offenbar Spaß, mir dabei zuzusehen, denn sie lacht. Sie lacht immer, wenn sie bei uns ist.
Was ist das? Was kommt den da aus dem Stroh gekrabbelt? Caaaarlos! Caaarlos!!!! Wir haben mal eine Spinne zu Besuch!!! Ich stürze mich gleich darauf. Eigentlich wollten wir die fressen, doch Frauchen meinte, das es besser wäre, wenn sie die bei uns rausholt. Ob sie die Spinne selber gefressen hat, weiß ich aber nicht.
Arbeit
Frauchen meint, sie müsse jetzt arbeiten. Ich frag mich, was sie arbeitet, denn ich hab sie noch nie eine Höhle bauen sehen. Stroh und Klorollen kann sie auch nicht zernagen, die hat ganz komische weiße und große Zähne. Kaum ist sie weg, geht auch der Krach schon los. Soll das ein Warntrommeln sein? Was macht sie da? Haut sie auf irgendwelchen Futternäpfen herum? Jetzt kommen auch noch hohe Quietschtöne dazu.
Ich gehe auch arbeiten… Höhle bauen und Carlos verbuddeln. Schmatz…oh hab ja doch noch einen Mehlwurm gefunden. Ätsch, Frauchen!
Jetzt wird’s Zeit, mich zu putzen… doch es ist kein Sand mehr da. Carlos scharrt den Sand immer heraus. Irgendwann hört das Geklapper und die Musik unter mir auf: Frauchen nennt es Schlagzeug- und Klavierspielen. Ich spiele lieber mit Carlos.
Wenn es dunkel wird...
Der Tag beginnt dunkler zu werden. Ob Frauchen gleich kommt und auf den Tagschalter drückt? Dann wird’s nämlich wieder hell. Und schon ist sie da und spielt mit uns, dann mit den Mädchen von gegenüber - oh, diese scharfe Mädelsbande - und dann wieder mit uns. Ihre ganzen Pfötchen riechen nun nach Mädels. Ich könnt verrückt werden. Ich muss dringend mal da rüber. Ich klettere auch gleich an ihrem Ärmel hoch und – schwupps - sitze ich auf ihrer Schulter. Aber nein, sie knutscht mich ab und gibt mir auch einen Kürbiskern.
Ok, die Mädels sind schon vergessen. Gekrault werde ich auch noch… jaaaa, da hinten. Etwas weiter rechts… ach menno, Carlos kann das besser. Ich werde unruhig und will abhauen. Frauchen setzt mich wieder in mein Terrarium, gibt uns neues Futter und will schon wieder an dem weißem Band herumklettern… ach nein, sie beendet den Tag… dann fällt die Nacht herein…
Die Wand ist schon dunkel… Sie sagt uns noch gute Nacht und drückt auf die Wand… jetzt ist es ganz dunkel… die Mädels sind aktiv… ich plane einen Ausbruch… und plane… und plane… und träume von der scharfen Mädelsbande… gäääähn… morgen ist auch noch ein Tag…

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