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Äußere Verletzungen

Rennmäuse können sich beim Herumtollen und Klettern im Aquarium/Terrarium kleinere Verletzungen zuziehen, die zwar nicht gleich behandelt werden müssen, da sie innerhalb weniger Tage ohne weitere Hilfe abheilen, aber aufmerksam beobachtet werden sollten.

Kleine Wunden können mit Betaisodona oder Bepanthensalbe behandelt werden. Es ist darauf zu achten, dass zweiteres nie auf Verletzungen an der Nase aufgetragen wird, da die Konsistenz der Salbe das Atmen erschwert.

Damit die aufgetragene Salbe antrocknen kann und nicht sofort wieder abgeleckt wird, ist es ratsam, die verletzte Rennmaus länger zu fixieren und durch Leckerlis abzulenken.

Bisswunden

Bei einer Vergesellschaftung verletzte Maus
Maus mit Bissverletzungen

Durch Streitereien verursachte Bisswunden erfordern erhöhte Aufmerksamkeit und intensive Behandlung.

Die verletzte Rennmaus sollte eine Zeit lang auf Küchentüchern gehalten werden, damit sich offene Wunden durch Einstreu, Staub oder Dreck nicht entzünden. Größere, tiefere und heftig blutende Wunden sollten vom Tierarzt behandelt werden, da sie eventuell genäht oder geklammert werden müssen.

Schwanzverletzungen

Durch falsches Anfassen oder durch Kämpfe können Verletzungen oder Frakturen des Schwanzes auftreten. Werden Rennmäuse an der Schwanzmitte oder am Schwanzende angefasst oder hochgehoben, kommt es zum Abriss der Schwanzhaut. In der Wildnis ist das Abwerfen des Schwanzes ein natürlicher Schutzmechanismus gegen Fressfeinde. An der Schwanzbasis können die Tiere dagegen relativ gefahrlos gehalten werden.

Wurde die Schwanzhaut abgeworfen, so trocknet der verbliebene Teil des Schwanzes ein und stirbt ab. Ein operativer Eingriff (Amputation) oder ärztliche Wundversorgung können jedoch erforderlich sein.

Blutige Nase

Blutige Nasen entstehen meist bei Rangeleien, aber auch Erkältungskrankheiten oder Allergien können die Schleimhäute reizen und blutigen Nasenausfluss verursachen.
Heilt die wunde Nase nicht nach wenigen Tagen ab, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Eine blutende Nase ist nicht mit der "Roten Nase" zu verwechseln, die durch rotes Drüsensekret der Rennmaus hervorgerufen wird.

Knochenbrüche

Rennmäuse sind Steppen- und Bodenbewohner. Aufgrund nur geringer geographischer Unterschiede in ihrem natürlichen Lebensraum sind sie nicht in der Lage, Höhen einschätzen zu können. Stürze oder Sprünge aus großer Höhe sind daher nicht selten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Rennmäuse aus ihrem Aquarium/Terrarium herausgenommen werden.

Nach einem Sprung/Sturz sollte das betroffene Tier besonders gut beobachtet werden, um auch nicht sichtbare Verletzungen frühzeitig erkennen zu können.

Symptome für Knochenbrüche

  • Schonung des Beines
  • Schrägstellung eines Beines
  • Eingeschränkte Beweglichkeit

Behandlung eines Knochenbruchs

Rötgenbild eines gebrochenen Rennmausbeins
Röntgenbild eines gebrochenen Rennmausbeins

Durch Röntgen kann der Tierarzt das Ausmaß eines Bruches zwar erkennen, eine weitere Behandlung ist jedoch nicht möglich. Die Ruhigstellung eines gebrochenen Beines ist nicht sinnvoll, da es die verletzte Rennmaus behindert und eher stresst als es ihr hilft.

Die vom Tierarzt verordneten Schmerzmittel und eine behindertengerechte Einrichtung (keine Klettermöglichkeiten: Etagen sowie Treppen entfernen, Futter und Wasser in Reichweite) unterstützen den Heilungsprozess.

Schmerzstillend und abschwellend wirkt ein kalter Stein, den man der kranken Rennmaus anbieten kann (einen in ein Handtuch eingewickelten Stein einige Zeit ins Gefrierfach legen). Vorsicht: Verkühlungsgefahr!

Prävention

Neben einer sicheren Unterkunft kann auch eine optimale Ernährung Knochenbrüchen vorbeugen. Eine besondere Gefahr stellt die übermäßige Versorgung mit Sonnenblumenkernen dar. Sie werden von Rennmäusen bevorzugt verzehrt, führen aber durch ihren niedrigen Kalzium und hohen Fettgehalt unter anderem zu Stoffwechselstörungen der Knochen, beispielsweise Osteodystrophie beziehungsweise Osteoporose und können Frakturen begünstigen.

Der Anteil von Sonnenblumenkernen sollte 10% an der Gesamtdiät nicht überschreiten.  Auch ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis unter 1:1 erhöht die Gefahr einer Knochen-Stoffwechsel-Störung und begünstigt damit Knochenbrüche. 

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