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Mäuse im Urlaub

Auch wenn die meisten Rennmausbesitzer am liebsten Tag und Nacht mit ihren Tieren verbrächten, kommt irgendwann der Tag, an dem der Körnergeber verreisen möchte. Eine geeignete Urlaubsbetreuung muss her.

Was muss beachtet werden, wenn sich der Rennmaushalter länger als zwei Tage nicht selbst um seine Tiere kümmern kann?

Sollte keine geeignete Urlaubsbetreuung durch Personen aus dem direkten Umfeld des Haushaltes möglich sein, beispielsweise  Mitbewohner, Partner oder Geschwister, muss eine anderweitige Kontrolle der Tiere sowie der Unterkunft gewährleistet sein. Diese Aufgabe kann ein Nachbar, Freund oder Familienmitglied mindestens alle zwei bis drei Tage übernehmen.

Folgende Vorbereitungen müssen getroffen werden, wenn Rennmäuse für einige Zeit allein bleiben müssen:

  • Bereitstellung von Futter in ausreichender Menge

    Im Idealfall sollte das Futter in der Einstreu verteilt werden, damit die Tiere durch die Futtersuche beschäftigt sind. Zusätzlich aufgehängte Kolbenhirse oder getrocknete Maiskolben bieten noch mehr Zeitvertreib.
  • Einrichtung einer zusätzlichen Wasserquelle

    Damit die Wasserversorgung gewährleistet ist, sollten im Gehege mehrere Wassernäpfe oder -tränken bereitgestellt werden. Besonders in den Sommermonaten ist es aufgrund einer möglichen Keimbelastung wichtig, das Wasser regelmäßig wechseln (zu lassen) und Wasserflaschen und -näpfe gut zu säubern. Auch zu beachten ist das gut gesicherte Anbringen der Wasserquelle, um deren Funktionstüchtigkeit  zu gewährleisten sowie ein Zerstören durch die Tiere möglichst zu vermeiden.
  • Vorsicht bei der Versorgung mit Frischfutter

    Vor der Abreise sollte kein verderbliches Frischfutter angeboten werden, insbesondere  wenn die Rennmäuse zur Vorratshaltung neigen. Wenn Gemüse zur Verfügung stehen soll, empfiehlt sich die Versorgung mit Karotten an einem Frischfutterspieß oder das Ausweichen auf getrocknetes Gemüse.
  • Ausreichendes Nagematerial

    In der Rennmausunterkunft  sollte genug Nist- und Nagematerial zur Verfügung stehen, beispielsweise Heu, Stroh, Toilettenpapierrollen, Küchentücher oder Toilettenpapier. Für weitere Beschäftigung während der Abwesenheit des Halters bieten sich beispielsweise „Futterbonbons“ aus leeren Toilettenpapierrollen an. Während einer Abwesenheit von nur zwei bis drei Tagen kann die gesamte Futterration auf diese Weise angeboten werden.
  • Einweisung der Urlaubsbetreuung

    Der Rennmaussitter sollte vor der Abreise mindestens einmal bei der Fütterung dabei gewesen sein. Eine Checkliste für den Betreuer ist oft hilfreich.

Was tun, wenn die Rennmäuse nicht durch Urlaubsbetreuer im eigenen Heim versorgt werden können?


Professionelle  Urlaubsbetreuung

Je nach Wohnort lässt sich eventuell eine professionelle Betreuung für die Tiere finden. So übernehmen beispielsweise manche Tierheime oder Zoogeschäfte die Versorgung gegen Entgelt. Auch bei Rennmauszüchtern in der Umgebung lohnt sich eine Anfrage. Ob die dort gebotene Urlaubsbetreuung den eigenen Vorstellungen entspricht, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Wichtig ist die genaue Prüfung des Urlaubsquartiers auf Sicherheit und Sauberkeit. Eine schriftliche Vereinbarung über die Bedingungen der Versorgung ist empfehlenswert,  insbesondere die Ernährung der Rennmäuse.

Versorgung außer Haus durch private Bekannte

Kann der ausgewählte Rennmaussitter die Tiere nicht in ihrer gewohnten Umgebung versorgen, muss ein vorübergehender Umzug organisiert werden.

Es versteht sich von selbst, daß dem Betreuer eine ausgiebige Checkliste und das gewohnte Futter mitgegeben werden, damit eine optimale Betreuung gewährleistet ist.

Umzug mit der eigenen Behausung

Dies ist die für die Tiere bessere Lösung, insbesondere bei einem Umzug für einen kurzen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Sollte die Behausung nicht zu sperrig und schwer sein, sollte diese zu der Urlaubsbetreuung transportiert werden. In diesem Fall wird der Ortswechsel die Tiere kaum stören.

Umzug in eine beim Betreuer zur Verfügung gestellte Behausung

Dies stellt nur eine Notlösung dar, da Rennmäuse idealerweise in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Ist eine nur kurze Abwesenheit von zirka ein bis zwei Wochen geplant, sollte die Betreuung in möglichst unveränderter Unterkunft gewährleistet sein. Ein kurzfristiger Umzug in ein  neu oder anders eingerichtetes Becken stellt für die Tiere eine Stressbelastung dar und kann im ungünstigsten Fall sogar zu Streitereien innerhalb der Gruppe führen.

Die zur Verfügung gestellte "Ferienunterkunft" sollte nicht zu klein sein, auch wenn es für einen absehbaren Zeitraum durchaus akzeptabel ist, die gängigen Mindestmaße ein wenig zu unterschreiten, Platz für gewohnte  Einrichtungsgegenstände bieten, mit ausreichend Einstreu zum Buddeln befüllt sowie aus- und einbruchssicher sein.

Das Schlafhäuschen, falls vorhanden, sollte mitgegeben werden, ebenso einige Handvoll der alten Einstreu.

Für beide Varianten gilt:

Der Standort der Rennmausunterkunft muss genauso gewählt werden wie in gewohnter Umgebung: Keine pralle Sonne, keine Zugluft, keine starken Gerüche. Kleine Kinder oder Haustiere des Rennersitters dürfen nicht unbeaufsichtigt an die Behausung gelangen.

Auch wenn das eigene Becken mitgenommen werden kann, verreisen Rennmäuse grundsätzlich nur in ihrer Transportbox. Im Terrarium/Aquarium ist die Verletzungsgefahr durch bei einem ungesicherten Transport herumrutschende oder –fliegende Einrichtungsgegenstände groß; auch können die Tiere bei plötzlichen Bremsmanövern durch das Becken geschleudert werden und sich womöglich tödlich verletzen. Daher werden die Tiere vor Reiseantritt in ihre gut mit Heu, Streu und Küchentüchern oder Toilettenpapier gepolsterte Transportbox gesetzt, in die etwas Futter und für die Flüssigkeitsaufnahme ein Stück Gurke gegeben wird. Hier sind sie sicher aufgehoben, ganz gleich, ob die Reise mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn erfolgt. Um zusätzlichen Stress und Zugluft zu vermeiden, kann die Transportbox mit einen Kissenbezug, einem ausreichend großen Handtuch abgedeckt oder in einen gut belüfteten Karton gestellt werden.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Rennmäusen einen schönen Urlaub!

© 1998-dato. Rennmaus.de ist ein Projekt von Dominik Schwarz, Andreas Diendorfer und Tanja Fluegge. mehr...
Ein wenig wird schon geknabbert..