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Ungeeignete Einrichtungsgegenstände

Im Zoofachhandel wird eine Vielzahl an Einrichtungsgegenständen für Kleinnager angeboten. Neben einer breiten Auswahl an geeigneter Ausstattung ist häufig auch besonders bunte oder für Halter witzige und optisch ansprechende Einrichtung zu finden. Meist sind diese auffälligen und ausgefallenen Gegenstände nicht geeignet oder sogar gefährlich.

Einrichtungsgegenstände aus Plastik

Plastikröhren und -häuser sind nicht geeignet, da Rennmäuse ausgiebig an allem nagen, was sich anknabbern lässt. Einrichtungsgegenstände aus Plastik könnten durch Annagen splittern, was möglicherweise zu Verletzungen führt.

Zudem ist die Luftzirkulation meist sehr schlecht, was bei hohen Außentemperaturen zu Hitzestau führen kann. Viele Plastikhäuser sind zur besseren Beobachtung meist durchsichtig und bieten den Rennmäusen daher keine Rückzugsmöglichkeit.

Gitteretagen

Gitteretagen sollten in keiner Rennmausunterkunft vorhanden sein, da diese für die Tiere eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Die Rennmäuse können leicht mit ihren kleinen Pfoten abrutschen und sich diese zwischen den Gittern einklemmen. Verstauchungen oder schlimmstenfalls ein Bruch des betroffenen Fußes sind möglich. Vorhandene Gitteretagen können mit Pappe, passenden Holzplatten oder Fliesen abgedeckt werden.

Joggingbälle

In vielen Zoofachgeschäften werden so genannte Joggingbälle angeboten: bunte Plastikbälle, in denen ein Kleintier frei im Raum läuft, ohne entwischen zu können.  Solche Bälle dürfen nicht verwendet werden, da sie den Tieren auf unterschiedliche Weise Schaden zufügen können:

Sie schränken das Sehvermögen der Rennmäuse ein, da durch die Konstruktion und das meist ungeeignete Material, aus dem die Bälle bestehen, keine ausreichende Sicht gewährleistet ist.

Viele Halter interpretieren den Bewegungsdrang ihrer Tiere in den Bällen falsch. Das Tier läuft nicht, weil es dies gerne macht, sondern weil es möglichst schnell in ungewohnter Umgebung Schutz suchen will und dem Ball zu entfliehen versucht.

Des weiteren sind die Tiere gezwungen, so lange in dem Ball zu verbleiben, bis der Halter sie wieder „befreit“. Sie können daher nicht selbst bestimmen, wann sie den Ball wieder verlassen möchten. Dies stellt die Tiere unter unnötigen Stress.

Beim Laufen im Joggingball stoßen sie immer wieder an Möbel. Auch sind sie der Gefahr ausgesetzt, dass andere Tiere, beispielsweise Hunde oder Katzen, durch den Ball zum Jagen aufgefordert werden. Die Tiere leiden unter enormem Stress und großer Angst. Dies kann im schlimmsten Fall einen Herztod hervorrufen.

Auch der zu kleine Durchmesser der Bälle kann Rennmäuse gesundheitlich schädigen, da die Wirbelsäule dadurch stark verkrümmt wird.

Ebenso können sie sich nicht auf ihr Gehör verlassen, da Geräusche von außen nur eingeschränkt und verändert zu den Rennmäusen durchdringen.
Desweiteren haben die Bälle nur wenig Belüftungsschlitze, wodurch ihnen die Möglichkeit genommen wird ihre Umgebung durch den für sie sehr wichtigen Geruchssinn zu erfassen.

Joggingbälle sind keine Alternative zum richtigen Auslauf. Sollte ein gesicherter Auslauf nicht möglich sein, ist es für die Tiere sicher gesünder und auch angenehmer, auf Auslauf zu verzichten. Stattdessen kann beispielsweise ein rennmausgeeignetes Laufrad angeboten werden.

Aus den oben genannten Gründen sind Joggingbälle von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft worden.

Futterkugeln und -raufen

Bei Futterkugeln und –raufen nimmt der Gitterabstand von oben nach unten ab. Dies bewirkt, dass die Rennmaus weiter oben noch mit dem Kopf durch das Gitter passt, dann nach unten abrutscht und feststeckt. Das Tier kann sich aus der Lage meist nicht befreien, da es dazu den Kopf heben müsste. Eine gute Alternative für die Frischfuttergabe sind Futterspieße aus Metall.

Stoff/Hamsterwatte

Im Zoofachhandel werden oft Hängematten aus Stoff als Einrichtungsgegenstand für Nagerheime oder Hamsterwatte als Nistmaterial angeboten. Diese sind jedoch für Rennmäuse und andere Kleinnager ungeeignet, da sich Fäden lösen können und die Gefahr der Abschnürung einzelner Gliedmaßen besteht. Im schlimmsten Fall kann sich das Tier strangulieren.  Heu, Stroh, Toiletten- und Küchenpapier eignen sich besser als Nistmaterial.

Laufräder

Laufräder sind unter bestimmten Voraussetzungen für Rennmäuse geeignet: Der Durchmesser muss groß genug sein, sie dürfen keinen Schereneffekt aufweisen und sollten nicht aus zu dünnem und damit splitternden Plastik sein.

Dufteinstreu (Parfümierte Produkte)

Im Handel werden zahlreiche Einstreuarten angeboten. Manchmal sind diese mit künstlichen Duftstoffen versehen, um den Eigengeruch der Tiere zu überdecken. Rennmäuse sind geruchsorientiert. Durch die Überdeckung der gesetzten Markierungen wird der Gruppengeruch gestört. Dies führt zu einer veränderten Wahrnehmung und dadurch möglicherweise zu Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe.
Auch kann eine solche Dufteinstreu die Atemwege reizen oder allergische Reaktionen auslösen.

Grasnester

Grundsätzlich spricht nichts gegen Heunester, allerdings ist darauf zu achten, dass sie nicht mit Draht zusammengebunden sind. Heunester mit innerem Drahtgeflecht stellen eine potentielle Gefahr dar. Sobald das Heu abgenagt ist, wird das Drahtgeflecht leicht zur Falle, da die Tiere sich mit den Krallen oder dem Kopf darin verfangen können.  Bei der Verwendung von Grasnestern empfiehlt sich eine tägliche Kontrolle. Sollten offensichtliche Schwachstellen in Form von freiliegenden Drähten erkennbar sein, empfiehlt sich eine unverzügliche Entfernung des Nestes aus der Rennmausunterkunft.

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