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Trenngittermethode

Die Vergesellschaftung mit Hilfe eines Gitters ist für alle Beteiligten die angenehmste und stressfreieste Methode, Rennmäuse miteinander zu vergesellschaften.

Trenngittermethode: erstes Beschnuppern
Erstes Beschnuppern

Mit einem Trenngitter wird das gründlich gereinigte Vergesellschaftungsaquarium/-terrarium in zwei gleich große Hälften geteilt, in die jeweils eine der zu vergesellschaftenden Rennmäusen gesetzt wird. Hierfür bietet sich maximal ein Aquarium/Terrarium mit 60 cm Länge an, da die durch die Trennung entstandenen Hälften die optimale Größe für eine erfolgreiche Vergesellschaftung bieten. Allerdings kann jedes bereits vorhandene Aquarium/Terrarium, egal welcher Größe, durch zusätzliche Verkleinerung mit einem Brett ebenfalls dazu genutzt werden.

Auf jeder Seite sollten sich außer wenig Einstreu, Wasser, Futter, Heu und Küchentücher während der beginnenden Vergesellschaftung keinerlei Einrichtungsgegenstände befinden, da diese eher störend von der Rennmaus auf der anderen Seite ablenken.

Durch Trenngitter getrennte Mäuse
Vorsorgliche Einzelhaft: Durch Trenngitter getrennte Rennmäuse vor der Vergesellschaftung


Um den erforderlichen, gemeinsamen Geruch anzugleichen, sollten mehrmals täglich die Rennmäuse auf die andere Seite des Gitters gewechselt werden. Das aufmerksame Beobachten der Rennmäuse ist für den späteren Vergesellschaftungserfolg sehr wichtig und hilft, die Vergesellschaftung richtig einschätzen zu können. Aufgeregtes Gerenne, Gitterklettern oder Beißversuche am Trenngitter sind bei beginnender Vergesellschaftung völlig normal und können ignoriert werden. Verhalten sich die Rennmäuse nach einiger Zeit am Trenngitter entspannt, hilft ein nun zur Verfügung gestelltes Sandbad, den fremden Geruch der anderen Rennmaus näher zu bringen.

Stressabbau durch Nagen
Stressabbau durch Nagen

Falls die Rennmäuse über einen längeren Zeitraum keine Aggressionen zeigen, kann wenig Futter direkt ans Gitter gestreut werden, damit sich beide Rennmäuse beim Fressen gegenüber stehen und näher kennen lernen können.

Eine generelle Zeitvorgabe am Trenngitter ist stark abhängig von den zu vergesellschaftenden Rennmäusen und kann, je nach Alter und Charakter der Tiere, zwei bis drei Tage oder in manchen Fällen auch wesentlich länger dauern.

Sollten sich die Rennmäuse nach guter Beobachtung entspannt zeigen und auch nach einem Seitenwechsel das Nest der anderen nicht zerstören, kann die Zusammenführung in einem Trenngitterabteil oder auf neutralem Boden gewagt werden.

Zusammenführung im Trenngitterabteil

Zusammenführung im Trenngitterabteil
Zusammenführung

Die dominant wirkende Rennmaus wird zur schwächeren in deren Hälfte gesetzt. Auch dieses Vergesellschaftungsstadium bedarf absoluter Aufmerksamkeit, dicke Handschuhe sollten  vorsorglich angezogen werden, um notfalls eingreifen zu können. Normale Rangordnungsklärung zeigt sich in Verfolgung, Gefiepe, Besteigen, teils heftigem Beschnuppern verschiedener Körperregionen sowie dem Herabdrücken des Kopfes des anderen. Wenn die Rennmäuse ein Beißknäuel bilden, muss sofort getrennt und ein neuer Versuch am Trenngitter gestartet werden.

Sobald sich die Rennmäuse beruhigt haben, nebeneinander sitzen und vielleicht sogar gemeinsam im Nest liegen, ist der schwierigste Schritt geschafft. Dann kann die Vergesellschaftung wie unter dem Absatz „Letzter Schritt im Trenngitterabteil“ beschrieben fortgeführt werden.

Zusammenführung auf neutralem Boden

Eine Badewanne oder großer Karton werden mit einer Tischdecke oder einem Handtuch (kein Frottee!) ausgelegt und die Rennmäuse möglichst zeitgleich in diesen neutralen Raum gesetzt. Auch hier sind Gejage, Gefiepe sowie kleinere Rangordnungsrangeleien völlig normal und sollten kein Grund zur Trennung der Rennmäuse sein.

Wie bei allen anderen Erstkontakten ist es wichtig, das Geschehen sehr aufmerksam zu beobachten und sofort eingreifen zu können, falls es zu Verbeißungen kommt, um Verletzungen zu vermeiden.

Falls die Rennmäuse sich nach einiger Zeit beruhigt haben und keine groben Angriffe mehr zu erkennen sind, sollte zur Stabilität der neuen Gruppe nun die Kleinraummethode angewandt werden. Vor dem danach folgenden Umzug in ein abgetrenntes und gereinigtes Abteil im Aquarium/Terrarium sollten mindestens sechs bis zwölf Stunden Kleinraum angeboten werden, um die Zusammengehörigkeit zu stärken.

Im Kleinraum sollte unbedingt Futter, Wasser und ein wenig Nistmaterial zur Verfügung stehen.

Letzter Schritt im Trenngitterabteil

Letzter Schritt der Rennmausvergesellschaftung
Vergrößertes Trenngitterabteil

Damit die neu gebildete Gruppe stabil wird und bleibt, sollte das bisher eingeschränkte Platzangebot beibehalten und erst nach ein paar Tagen durch das Verschieben des Trenngitters langsam vergrößert werden. Außerdem sollten zu diesem Zeitpunkt keinerlei Einrichtungsgegenstände zur Verfügung stehen. Falls die Rennmäuse nach weiterer Platzvergrößerung ernsthaft streiten, sollten sie nicht getrennt, sondern das vorher zur Verfügung gestandene Platzangebot wieder hergestellt werden. Somit kann es sein, dass den Rennmäusen erst nach mehreren Wochen sowie Platzvergrößerungen und -verkleinerungen das gesamte Aquarium/Terrarium zur Verfügung steht. Bis dahin sollten weiterhin nur Futter, Wasser, Küchenpapier, Heu und ein Sandbad im Aquarium/Terrarium vorhanden sein.

Weitere Einrichtungsgegenstände, wie ein Häuschen oder eine Etage sollten erst nach einigen Tagen und auch nur nach und nach zur Verfügung gestellt werden, um zu schnelle Veränderungen, eventuelle Revierbildung und damit verbundene Kämpfe zu vermeiden.

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