Nachfolgend eine kurze Begriffserklärung:
- Deckschicht
Als Deckschicht bezeichnet man die äußere, meist qualitativ hochwertige Schicht einer Platte.
- Formaldehyd
Formaldehyd ist ein krebserregender Stoff. Er ist meist in den Leimen der Span-, OSB- oder MDF-Platten vorhanden und tritt durch Verdunstung aus. In den aktuell handelsüblichen Platten (E1 Platten) ist der Anteil an Formaldehyd jedoch sehr gering. Daher besteht hier vermutlich keine Gesundheitsgefährdung.
- Furnier
Furniere sind dünne Holzblätter, die durch Sägen, Messern oder Schälen von einem Baumstamm oder Stammteil abgetrennt werden. Sie werden in den Stärken von 0,55 mm bis 1 mm hergestellt. Für Sperrholzplatten bis zu 3 mm.
- Limba, Abachi, Okoume, Gabun oder Pappel
Dies sind ausländische Laubhölzer.
- Wasserfest
Wasserfest heißt nicht, dass es keine Feuchtigkeit aufnimmt, sondern dass es bei Kontakt mit Feuchtigkeit nicht quillt oder sich die Verleimung löst.
Anmerkung: Bei den Empfehlungen sehr gut / gut wird vorausgesetzt, dass es sich nicht um Nadelholz handelt. Dies ist sehr harz- und ölhaltig und kann zu Schleimhautreizungen sowie Entzündungen führen.
Für den Innenausbau geeignete Holzsorten
Folgende Holzprodukte sind empfehlenswert:
Furniersperrholz (FU)
Auch "Sperrholz" genannt, das aus kreuzweise (im rechten Winkel) aufeinander geleimtem Schälfurnier besteht. Dieses Verfahren nennt man "absperren", daher die Bezeichnung Sperrholz.
Sperrholzplatten sind in Limba, Abachi, Okoume, Gabun, Buche, Kiefer, Fichte oder Pappel im Handel erhältlich. In Baumärkten werden in der Regel Pappel oder Abachi in Stärken von 4 mm bis 12 mm angeboten. Schrauben halten in der Fläche gut. Durch die geringe Dicke der Platte ist eine Verschraubung der Kante nicht zu empfehlen.
Fazit: Gut bis Sehr Gut geeignet
Multiplexplatte
Ähnlich wie die Furniersperrholzplatte, ist die Multiplexplatte aus mehreren Schichten aufgebaut und bis zu einer Stärke von 80mm erhältlich.
Meist wird Buche oder Birke (sehr hell, fast weiß) im Handel angeboten. Multiplexplatten werden in der Regel aus sehr stabilem, aber nur bedingt wasserfestem Hartholz hergestellt. Durch die Stabilität und die hohe Dichte haben sie ein sehr hohes Eigengewicht.
In der Fläche sowie der Kante wird den Schrauben ein sehr guter Halt gegeben. Durch den nötigen hohen Kraftaufwand beim Verschrauben könnten Schrauben abknicken. Dies kann durch Vorbohren (1 mm kleiner als die Dicke der Schraube) verhindert werden.
Fazit: Gut bis Sehr Gut geeignet
3-Schichtplatte
Eine 3-Schichtplatte besteht aus 3 Schichten Holz und ist in gängigen Holzarten, beispielsweise Buche, Fichte, Kiefer, Eiche, Ahorn erhältlich. Die Mittelschicht besteht aus der gleichen Holzart wie die Deckschicht, allerdings aus qualitativ schlechterem Holz (Äste, Risse, Verfärbungen). Sie sind im rechten Winkel miteinander verleimt, was die Stabilität der Platte erhöht.
In der Fläche sowie der Kante wird den Schrauben ein sehr guter Halt gegeben. Durch den nötigen hohen Kraftaufwand beim Verschrauben könnten Schrauben abknicken. Dies kann durch Vorbohren (1 mm kleiner als die Dicke der Schraube) verhindert werden.
Diese Platten sind als Material für Ebenen sehr zu empfehlen. Sie haben wenig Leimanteil, können ohne Gefahr angenagt und bei hoher Verschmutzung abgeschliffen werden und sind in Baumärkten erhältlich.
Fazit: Gut bis Sehr Gut geeignet
Leimholzplatten
Leimholzplatten bestehen aus miteinander verleimten Holzleisten (keine Schichten). Meist sind die Leisten 4-5 cm breit. Sie sind in allen gängigen Holzarten zu bekommen.
In der Fläche sowie der Kante wird den Schrauben ein sehr guter Halt gegeben. Das Vorbohren der Löcher (1 mm kleiner als die Dicke der Schraube) ist empfehlenswert.
Diese Platten sind als Material für Ebenen sehr zu empfehlen. Sie haben wenig Leimanteil, können ohne Gefahr angenagt und bei hoher Verschmutzung abgeschliffen werden und sind in Baumärkten erhältlich.
Fazit: Gut bis Sehr Gut geeignet
Für den Innenausbau ungeeignete Holzsorten
Folgende Holzprodukte sind nicht empfehlenswert:
Stäbchenplatte (STAE)
Die Mittellage besteht meist aus 8mm breiten Fichtenholzstäbchen, die miteinander verleimt werden. Beidseits wird es mit Furnier aus Abachi oder Okoume abgesperrt. Dadurch wird das natürliche Arbeiten des Holzes verhindert und eine höhere Stabilität erreicht. Sie ist in den Stärken von 13 bis 38 mm erhältlich.
Fazit: Nicht geeignet, weil Nadelholzanteil
Spanplatte (FPY)
Spanplatten werden teilweise auch unter der Bezeichnung „Flachpressplatten“ angeboten. Meist bestehen sie aus mehreren Schichten verschieden großer Späne, wobei die Deckschicht feine und die Mittellage gröbere Späne enthält. Die Späne sind aus Fichte, Kiefer, Tanne, Pappel und Erle, auch Buche und Birke wird verwendet.
Die Späne werden aus gesundem, dünnen und entrindetem Stammholz, Astholz und Abfallholz gewonnen. Aber auch harzhaltige Faserstoffe von Flachs oder Hanf werden verarbeitet.
Verleimt werden sie mit Kunstharzleimen wie Harnstoff-, Melamin- oder Phenolharzen. Die Platten enthalten zirka 10% Leim.
Im verwendeten Leim ist Formaldehyd enthalten, das mit der Zeit ausdünstet.
Die Spanplatten werden in 3 Emissionsklassen unterteilt:
- E1 = weniger als 0,01 % Formaldehyd freisetzbar
- E2 = bis 0,03 % Formaldehyd freisetzbar
- E3 = weniger als 0,06 % Formaldehyd freisetzbar
Da Formaldehyd krebserregend ist, sind meist nur noch E1-Platten zu bekommen.
Vorsicht: Mit alten Platten (15 Jahre und älter) z.B. von alten Schränken sollte, wenn überhaupt mit Spanplatte, nichts gebaut werden. Sie sind noch nicht in Emissionsklassen eingeteilt und haben daher einen höheren Formaldehydanteil.
Fazit: Nicht geeignet, weil hoher Leimanteil
Kunststoffbeschichtete Flachpressplatte (KF)
Das Trägermaterial besteht aus einer höher verdichteten und mehrschichtigen Spanplatte (siehe oben) und der dekorativen Deckschicht. Sie besteht aus drei bis sechs Lagen Phenolharz oder Melaminharz getränkten Natronkraftpapieren und einer Melaminharzdekor- und Overlayschicht. Diese Kunststoffschicht ist je nach Ausführung zwischen 0,16 und 0,35 mm dick.
Es sind sehr viele Dekore und Farben erhältlich. Aber auch die Oberfläche kann verschieden sein, z.Bsp. rau, glatt, Struktur oder Hochglanz. Die Kunststoffschicht splittert sehr leicht ab, die Splitter können sehr scharfkantig sein.
Fazit: Nicht geeignet, weil Leim und Kunststoff
OSB-Platte
OSB ist die Abkürzung für englisch: oriented strand board (Platte aus ausgerichteten Spänen).
Sie sind ähnlich wie die Spanplatte aufgebaut, die Späne sind allerdings größer und in eine Richtung liegend. Sie werden hauptsächlich im Innenausbau verwendet.
Für einen großflächigen Innenausbau sind OSB-Platten nur bedingt geeignet, da die Kleber, mit denen die Späne zu Platten verpresst werden, Formaldehyd und natürliche Terpene enthalten und abgeben können. Die Verleimung erfolgt ähnlich wie bei Spanplatten.
Hinweis:OSB-Platten sind aufgrund des hohen Leimholzanteils nur bedingt für den Innenausbau, beispielsweise Ebenen, Häuschen oder Sandbäder geeignet. Für sehr nagefreudige Tierarten ist die Wahl einer anderen Holzart empfehlenswert. Alternativ können bei der Verwendung von OSB-Platten an möglichen Nagekanten Aluprofile angebracht werden, um ein Annagen zu verhindern.
Fazit: Bedingt geeignet, weil hoher Leimanteil und Nadelholz
Mitteldichte Holzfaserplatte (MDF)
MDF-Platten bestehen aus Holzfasern, die meist aus geringwertigen Hölzern, beispielsweise Abfallholz oder dünnes Rundholz und vorwiegend Nadelholz, gewonnen werden.
Die Holzfasern werden mit Leim vermischt und wie Pappe zu einer Platte verpresst. Ihre Oberfläche und Mittelschicht ist besonders fein. Sie ist in Dicken von 8-40 mm zu bekommen. Ihr hohes Eigengewicht ist ein besonderes Merkmal (Dichte von 600-850 kg/m³).
Fazit: Nicht geeignet, weil hoher Leimanteil

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