Welche Degus kaufen und woher?

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    • Welche Degus kaufen und woher?

      Ich bin auf der Suche nach zwei weiblichen Degus in Bonn und Umgebung, weiß aber nicht genau woher ich die nehmen soll. Im Tierladen haben sie nur gleichfarbige und man weiß ja auch nicht genau woher sie dann kommen. Außerdem wären zwei Agoutis ja nicht grad das beste, dann kann man sie doch bestimmt gar nciht auseinander halten. Sollte ich sie von privaten Züchtern nehmen, aber da findet man ja nie was ;( Im Tierheim haben sie auch keine. Woher kriegt man unterschiedliche Degus?

    • Also ich hatte 4 Wildfarbene und konnte sie super auseinanderhalten.
      Nach min. 2 Wochen kennst du sie alle 8)
      Die neuen Farbschläge sind meines Wissens nach noch nicht so wirklich gentechnisch sauber (wenn man das so nennen kann)
      Ausser die sogenannten blauen Degus, würde ich nun keine anderen kaufen wollen...

      Es gibt super Seiten wie die Deguhilfe. Diese gibt es in mehreren ausführungen, z.B. Deguhilfe West e.v.
      Im Tierheim kannst du nachfragen und und und aber bitte bitte keine aus dem Tierladen.
      So viele arme Näschen warten auf einen lieben Futterspender und haben keinen ...

      Ich hab meine damals auch von einer Hilfe übernommen. hat supi geklappt.
      Die meiner Freundin aus dem Zooladen haben sich nach einem Jahr so dermassen Blutig gebissen, dass sie 4 einzelne Degus hatte.

      Zudem bekommst du beim Tierschutz auch altersgmischte Deguzusammensetzung, was Streit ungemein vorbeugt.

      Ich hoffe, das konnte dir ein bissi weiterhelfen.

      Kannst mich auch gerne so anschreiben wenn du Hilfe oder Infos brauchst.

      Glg
      :love:
    • Also vorneweg:
      Gewöhn dich bei Degus am besten an den Gedanken, daß sie gleichfarbig sind, das ist hier nämlich die Mehrzahl.
      Blaue Degus gibt es von den andersfarbigen schon vergleichsweise häufig (eigentlich ist es grau, eben die Naturfärbung ohne die gelblichen Farbanteile), und soweit ich weiß, hat die Färbung auch nicht zwingend Gendefekte.
      Schecken verbreiten sich auch, sind aber teils sehr teuer, weil halt noch relativ selten, und bei anderen Tierarten haben hohe Weißanteile im Fell auch teils automatisch Gendefekte (zB der Lethalfaktor bei Rennmausscheckungen, mögliche Augenprobleme, wenn rote Augen damit gekoppelt sind, Taubheit bei einigen weißen Katzen, ...) - keine Ahnung ob oder wenn was bei Degus mit der weißen Farbe gekoppelt ist.
      Schwarze habe ich zwar auch schon von gehört, soll extrem selten sein; und sandfarbene Degus gibt es auch, aber die sollen auf jeden Fall einen Gendefekt haben.
      In manchen Liebhaberforen sind Farbdegus auch nicht unbedingt gern gesehen, weil die Farbzucht einen schlechten Ruf hat (je nach Forum auch generell jede Zucht), unseriöse Züchter würden angeblich tolle Farben gesunden Tieren vorziehen.

      Die Unterscheidung kriegt man irgendwann hin, auch wenn ich Glitzergewitters Aussage "nach mindestens 2 Wochen (er-)kennst du sie alle" für sehr optimistisch halte.
      Klar, kann sein, daß das so schnell geht, muß aber nicht. Und gerade in manchen Situationen wie zB bei (ernsthaftem) Streit kann es auch wenn man sie eigentlich alle erkennt, echt schwierig sein, schnell zu unterscheiden. Definitiv kein Vergleich zu verschiedenen Fellfarben (hatte vorher Rennmäuse und da durch Zufall immer sehr unterschiedliche Färbungen).
      Verschiedene Ohrformen, unterschiedlicher Körperbau, Fellschattierungen, andere Charaktere bzw typische Verhaltensweisen und teils auch leichte Blessuren (Degus sind rabiater als zB Rennmäuse, so daß es bei Rangordnungskämpfen durchaus auch zu fehlenden Krallen oder Rissen in den Ohren kommen kann, ohne daß man aber die Gruppe zwingend trennen müßte) sorgen dafür, daß man Unterschiede erkennt, die aber nicht in jeder Situation und Haltung gleich gut sichtbar sind.
      Je länger du sie hast und je öfter du dich mit ihnen beschäftigst, desto besser klappt das aber :)

      Zooladen oder Notfalltiere oder Züchter ist bei manchen Haltern auch eine "Glaubensfrage", ich habe schon viele erlebt, die nur Notfalltiere gelten lassen, obwohl es aber auch da genug schwarze Schafe gibt oder man sich "Problemgruppen" holen kann, und man dort auch nicht immer sicher sein kann, daß keine Tiere nachkommen. Dagegen kann ein seriöser Züchter durchaus vorteilhaft für die Heimtierhaltung sein, wenn er das Wohl der Tiere und nicht möglichst exotische Farben oder möglichst viele Käufer in den Vordergrund stellt. Und auch wenn eine Zoohandlung natürlich am Umsatz interessiert ist (meist aber weniger durch die Tiere direkt sondern durch die Käufe, die durch die Tierhaltung und -anschaffung bedingt sind), und natürlich auch Tiere nachrücken, wenn welche verkauft wurden, so müssen Tiere von da nicht automatisch krank, schlecht sozialisiert oder mit falsch bestimmten Geschlecht sein.

      Für mich gilt daher bei jedem Tierkauf, egal woher:
      Augen auf!
      Informiere dich im Vorfeld schon sehr gut, am besten auch schon, was gern als typische Fehlberatung genannt wird (zB Sachen wie "die lassen sich nie vergesellschaften, wenn sie erwachsen sind" oder falsche Gehegegrößen), damit hast du schonmal einen Anhaltspunkt, ob die Verkäufer/TH-Mitarbeiter/Züchter wissen, was sie da tun.
      Informier dich auch selber, wie man Geschlechter bestimmt, und schau es dir auch nochmal an (zumindest, daß sie von unten alle gleich aussehen ;)), als ich mich in einem TH nach Degus erkundigt hatte, wurd mir zB angeboten: "Wir haben da einen ganz frischen Wurf bei einer, der wir gerade ein Paar vermittelt hatten, was wohl doch nicht gleichgeschlechtlich war, davon können sie gern welche haben." Tja, damit hätte ich dann genau das gehabt, weswegen man u.a. von Zoohandlungen oft abrät: eine Gruppe gleichaltriger Tiere, deren Geschlechtsbestimmung nicht gesichert ist. Denn wie schon geschrieben wurde, gestaffeltes Alter ist für eine stabile Gruppe meist besser.

      Die Deguhilfen, die Glitzergewitter nennt, sind kein schlechter Anlaufpunkt für die Vermittlung und teils auch für Fragen, genauso auch die Seite Degu-online, die im Forenbereich auch einen Abschnitt für Vermittlungen hat, und deren Forum für Degus etwas größer ist als das Deguunterforum hier in der Haustier-WG.

      Ansonsten kann ich dir nur raten, hier in diesem Unterforum nochmal etwas zu stöbern, du bist nicht der erste Degueinsteiger, der sich hier informiert, und andere Threads können sicherlich schon die eine oder andere Frage beantworten.
      Und ich würd mich auch über Rückmeldungen auf unsere Antworten freuen, bei den letzten Threads hast du ja leider noch nicht berichtet, ob dir die Antworten geholfen haben.

    • Hey,
      ich würde auch auf Farbzüchtungen verzichten.. Hatte anfangs auch den Wunsch nach verschieden farbigen Tieren. Nach ein bisschen Lesen und Informieren habe ich mich letzendlich aber doch für einfarbige entschieden.
      Würde auch die Übernahme von Privatabgaben oder Tierschutztieren vorziehen. Ich hab mich damals für eine Gruppe von drei älteren Männchen entschieden und ich muss sagen, dass ich es nicht bereue. Ich hatte noch ein tolles Jahr mit den dreien und würde jederzeit wieder eine bestehende Gruppe nehmen.
      Die Tiere sind trotz des hohen Alters total zahm geworden (waren sie vorher nicht), sie waren neben den üblichen Alterserscheinungen (grauer Starr) waren sie top fit und kern gesund. Nach einiger Zeit konnte ich sie auch super auseinander halten.

    • Sasy schrieb:

      Die Unterscheidung kriegt man irgendwann hin, auch wenn ich Glitzergewitters Aussage "nach mindestens 2 Wochen (er-)kennst du sie alle" für sehr optimistisch halte.

      Also meine Degus sahen für mich auch die ersten Tage alle gleich aus. Aber Tom zum beispiel war ein bissi Dicker .. Murphy hat ein Grinsebackengesicht wie man hier sagt .. hanniball sah immer sehr knuddelig und zerknautscht aus und ja Shiloh is halt immer der normalste gewesen.
      Natürlich kann man genauere details erst nach längerer Haltung erkennen. nach 2 Monaten konnte ich sie allein am Blick auseinanderhalten.

      Ich würde sagen mit den Agoutis und den Blauen kann man nichts falsch machen.
      von den Farbigen habe ich sonst bislang noch nichts gutes gehört.
    • Ich glaub nicht, daß jeder Halter jeder Agoutigruppe nach 2 Wochen jedes Tier (fast) immer erkennt, speziell wenn es mehr als zwei Tiere sind.
      Wie gesagt, das kann klappen, das schließ ich ja nicht aus, aber hängt ja auch immer davon ab, wie ähnlich alle sind, deswegen würd ich einem Anfänger es nicht versprechen, daß es so schnell geht.
      Meinen Gonzo konnte ich auch sofort auseinanderhalten vom Rest, der war immer etwas dicker, hat auch eine leicht andere Kopfform und war vom Verhalten am trägsten (außer wenn es Futter gab ;)) Bis ich Diego und Miro sicher auseinanderhalten konnte, hat aber gedauert, weil sich beide recht ähnlich sehen, und auch vom Verhalten ähnlicher sind. Für die beiden muß ich auch jetzt noch deutlich näher rangehen und genauer hinsehen als bei Gonzo, um sie auseinanderzuhalten.

    • Hallo!

      Es gibt bisher eben bei Degus erst sehr wenige Schecken, deswegen wird mit denen jetzt auf Teufel komm raus gezüchtet, und nicht erst abgewartet ob die alle gesund sind. Und weil man für neue Schecken eben Schecken mit Schecken kreuzen muss, sind die oft recht eng verwandt miteinander, wie gesagt, es gibt gar nicht so viele.

      Tiere mit Weißanteil sind nicht automatisch Krank (nur weil komplett rein weiße Katzen mit blauen Augen oft taub sind, haben Katzen mit einem einzigen andersfarbigen Fleck oder grünen Augen schon wieder keine Gehörprobleme mehr, bei Meerschweinchen, Ratten, Farbmäusen und Hamstern gibt es auch keine Probleme, und Meerschweinchen die rot als ganz normale Augenfarbe haben können bekommen auch nicht alle Augenprobleme, die kneifen nur ein wenig die Augen zusammen wenn sie in der prallen Sonne sitzen - das mache ich aber auch) aber eben so eine Farbzucht auf Teufel komm raus mit einem Genpool von wenigen Einzeltieren ursprünglich entartet eben oft, weil man seit Jahren mit Geschwistern, Cousins und Onkeln züchtet. Oft mehrfache verwandtschaften.

      Liebe Grüße
      Susi

    • SusanneC schrieb:

      Tiere mit Weißanteil sind nicht automatisch Krank

      Hat auch keiner behauptet - wobei zumindest bei Rennmäusen der Lethalfaktor ja aber direkt mit der Scheckung verknüpft ist, egal wie hoch der Weißanteil ist.
      Und da es ja bei anderen Tieren Probleme geben kann und es bei Degus noch wenig bekannt ist, ist find ich Vorsicht bei gescheckten Degus nicht verkehrt, bis da mehr bekannt ist.
      Wobei das eng verwandt sein ja nicht per se das Problem ist bei der Degufarbzucht (Thema Inzucht und daß die nicht automatisch böse ist, hatten wir im Forum ja schon öfter), sondern daß man nicht weiß, ob aufgrund der Seltenheit der Schecken nicht auch eigentlich zuchtungeeignete Tiere in die Scheckungszucht gehen, und daß man eben noch nicht weiß, ob mit den Genen, die für die Scheckung zuständig sind, vielleicht auch Defekte verknüpft sind.
    • Ich finde es zu weit hergeholt, wenn es zig Tiere gibt, die trotz Scheckung gesund sind, mal eben von Rennern auf Degus zu schließen.

      Dass bei der seltenen Scheckung ungeeignete Tiere in der Zucht landen ist aber garantiert so. Das hatten wir erst vor 10 Jahren bei Meerschweinchen mit dem Satin-Faktor, einem besonders tollen Fellglanz. Weil es nur wenige Tiere gab die den Faktor trugen wurde auf Teufel komm raus mit jedem Trägertier gezüchtet, bis absolut nicht mehr zu verbergen war, dass viele viele Trägertiere an Osteodystrophie erkrankt sind, einem Gendefekt der zu einem sehr jungen und sehr schmerzhaften Tod führt. Am Ende waren die meisten Satin-Linien davon betroffen, heute bekommt man kaum noch Satin-Meerschweinchen, weil die wenigen gesunden Satin-Tiere nicht ausgereicht haben, um den Genpool aufrecht zu erhalten.

      Bei Degus mit Scheckung wird jetzt auch mit allem gezüchtet, und es wird sich erst in einigen Jahren heraus stellen, ob da vielleicht gehäuft Herzkrankheiten oder Gendefekte auftreten. Das dauert seine Zeit bis man es weiß.

      Liebe Grüße
      Susi

    • Ich habe nicht von Rennern auf Degus geschlossen, sondern habe Renner als ein Beispiel genannt, wo eine Farbvariante mit einem Gendefekt gekoppelt ist. Was den Rest angeht, spekulieren wir beide gerade und nur die Zeit wird zeigen, wie es wirklich ist.
      Aber braucht es wirklich grad so viel Diskussion, wenn wir uns im Kern einig sind, daß bei neuen Variationen leider oft mit ungeeigneten Tieren gezüchtet wird, und daß man als Deguneuling nicht unbedingt gescheckte Degus braucht?