Außengehege im Sommer

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    • Außengehege im Sommer

      Huhu,
      ich habe nämlich früher (als ich noch Meerschweinchen hatte) meine - bei gutem Wetter und wenn es nicht so heiß war natürlich - immer für ein paar Stunden in den Garten rausgesetzt. Wir hatten dafür auch extra Außengehege und die Schweinchen fanden das auch immer ganz super.

      Mittlerweile hat meine Schwester in ihrer Familie auch Meerschweinchen bekommen und im Sommer dürfen die dann auch immer mal wieder in den Garten. Ihre Schweinchen sind aber so ganz anders als meine früher und meiner Meinung nach gefällt ihnen die Zeit im Garten nicht so besonders...

      Ich wollte daher mal fragen, ob hier jemand seine Meerschweinchen auch im Sommer manchmal tagsüber raus in den Garten setzt.
      Was habt ihr da für Gehege, wie groß sind diese und was habt ihr als Einrichtung / Rückzugsmöglichkeiten darin?

      Ich hab hier jetzt schon im Forum mitbekommen, dass sich die Haltung (in den letzten Jahren ?( ) ziemlich verändert hat. Vielleicht ja auch in o. g. Punkt und wollte mal nach euren Meinungen und Vorgehensweisen (z. B. Meerschweinchen im Sommer komplett draußen, Eingewöhnungsphase, usw.) fragen :)

      Liebe Grüße

    • Achja, was ich auch noch fragen wollte: Wie verhalten sich eure dann in den Gehegen draußen?
      Sind sie schreckhafter, aufgeregter oder so lässig wie immer? Interessiert an der Umgebung oder eher nur auf das leckere Gras konzentriert? :lecker:

      Habt ihr schonmal schlechte Erfahrungen mit Wildtieren oder anderen Tieren (z. B. Hunden :whistling: ) gemacht, wenn eure Schweinchen draußen waren?

    • Hallo!

      es ist normal, dass sie draußen vorsichtiger sind. Mit viel Sichtschutz, auch nach oben, und vielen Häuschen werden sie sich besser entspannen.

      Eine Sicherung gegen Raubtiere ist absolut notwendig!

      - Hunde sind gefährlich, wenn sie die Schweinchen sehen, vom Nachbargarten oder der Straße aus. Gerade wenn sie da unbeaufsichtigt sind. Auch Besucher können Hunde mitbringen. Das Problem: Hunde sind kräftig und können Gehege auch zerstören, da muss man wirklich was festes Bauen.

      - Katzen sind so ziemlich überall in den Gärten und haben große Reviere. Sie sind intelligent und können bis zu Zwei Meter überspringen. Netze halten sie nicht auf.

      - Marder sind auch überall, und entgegen landläufiger Meinung auch tagsüber unterwegs. Wo ein Hühnerei durch passt kann auch ein Marder durch, auch einfache Verschlüsse können sie öffnen. Noch dazu können sie sich in einer Minute rein graben, wenn kein ausreichender Buddelschutz vorhanden ist (Zaun 50cm tief eingraben, 50cm breite Gartenplatten rund um das Gehege legen...Nur feste Gitter als Dach schützen, Marder sind geschckte Kletterer. Einfacher Küken- oder Hasendraht wird durchgebissen, nur Punktverschwiester Draht hilft.

      - Ratten passen auch durch noch engere Löcher. Sie greifen meistens zu mehreren an, noch dazu schleppen sie gefährliche Krankheiten ein.

      - Vögel, vor allem Krähen und Elstern, kommen überall rein wo es kein Dach oder Gitter gibt.

      - Mäuse tun zwar den Meerschweinchen nichts, aber die Krankheiten die sie einschleppen schon.

      Bitte wirklich ernst nehmen, es werden jedes Jahr viele Meerschweinchen von Tieren getötet weil die Menschen meinen es würde keine Wildtiere geben, einfach strunzdumm sind, oder meinen wenn ihre eigenen Hunde den Garten nutzen würden keine Marder rein gehen.

      sonst spricht nichts gegen Außenhaltung im Sommer. Mindestens 1m² pro Schweinchen und möglichst mittelgroße Gruppen von einem Kastraten mit mehreren Weibchen sind sinnvoll, dann haben sie auch die Sicherheit einer Gruppe und sind weniger verschüchtert.

      raus können sie, sobald es für die Menschen auch Barfuß im Gras angenehm ist, und es nachts warm bleibt, also etwa ab Mai bis in den Oktober. Sonst brauchen sie ein Schattiges, Windgeschütztes Gehege, von dem wenigstens ein Teil auch überdacht sein sollte, Regen ist nicht so günstig.

      Gott sei Dank hat sich einiges in der Haltung getan. Noch vor 10 Jahren ging es ja noch eher um Käfige, in denen die Tiere eher aufbewahrt sind, und wenigstens zwei damit sie nicht ganz alleine sind - wenn man aber mal eine mittelgroße Gruppe in einem geräumigen Gehege erlebt hat versteht man, warum das so wichtig ist. Was Du damals gesehen hast war immer noch nur ein Schatten von dem, was Meerschweinchen wirklich sind. Ich hab auch mal so angefangen, und es wird ihnen wirklich nicht gerecht.

      Liebe Grüße
      Susi

    • Okay, Danke für den langen und vor allem sehr ausführlichen Beitrag!

      Das mit den vielen Häuschen anbieten, war mir früher auch schon immer klar und hab ich ihr bereits gesagt!

      Zum gemeinten Thema "Außenhaltung" habe ich mich vielleicht etwas ungünstig ausgedrückt... Ich meinte damit eigentlich, dass die Schweinchen nur für einige Stunden (nachmittags/abends, wenn es nicht mehr so heiß ist) in ein Freigehege (sorry, das Wort ist mir erst grad wieder eingefallen) kommen, das auf dem Rasen steht.
      Sie sind daher weder den kompletten Sommer, ganze Tage, Nächte oder wenn es regnet draußen. Nur wenn es "angenehm" warm ist und (hauptsächlich komplett) im Schatten. Thema Hitzschlag kam daher weder bei mir früher noch bisher bei meiner Schwester vor.
      Auch sind sie hauptsächlich unter Aufsicht im Garten, sodass wegen der "anderen Tiere" aufgepasst wird. Von Netzen halte ich auch nichts!

      Da ich wie gesagt, früher lange Meerschweinchen hatte, orientiert sie sich noch viel an mir / meiner Haltung und meinem Wissen. Deswegen frag ich auch stellvertretend hier nach, um mein Wissen zu aktualisieren ;)

      Was ich aber noch anmerken möchte:
      Ich hatte früher immer nur 2 Weibchen (wie es zu der Zeit auch meist üblich war...) und meine hatten ein vielleicht 160 x 60 cm großes Freigehege (geschätzt). Später kam dann noch ein neues mit vielleicht 1,8 x 1,8 m und sie haben es gehasst! Ich konnte soviele Häuser wie ich wollte reinstellen, aber es war ihnen einfach zu groß und sie waren teils erstarrt, ängstlich und viiiiel schreckhafter als in dem kleineren. Im Kleinen Freigehege haben sie sich sogar vor die Häuschen gelegt und geschlafen (u. U. mit Augen zu!). Sie waren total entspannt...

      Trotz, dass ich immer nur 2 hatte, waren die nie verschüchtert oder schreckhaft. Ich würde sogar das Gegenteil behaupten, dass sie zutraulich und total anhänglich waren.


      Dass das nur ein Schatten ist, merke ich, je mehr ich mich hier einlese (ich hatte immer schon vor, wieder in (ferner) Zukunft welche anzuschaffen), aber es fällt mir u. U. schon etwas schwer, manche neuen Tatsachen zu verstehen...

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    • Hallo!

      Auch wenn die Schweinchen hauptsächlich unter aufsicht draußen sind - wenn man da auch nur mal auf Klo, ans Telefon oder an die Haustür geht gehören sie in ein halbwegs gesichertes Freigehege.

      Etwa sowas hier ist für tagsüber ein paar Stunden geeignet:

      http://www.zooplus.de/shop/nager_kleintiere/freigehege/holz/outback/140546

      Ja, ein zu großes Gehege mit zu wenigen Schweinchen drin tut ihnen auch nicht gut, weil sie es dann nicht mehr so gut überblicken können. die Schweinchen damals waren zutraulich, ja. Weilman sich viel mit ihnen beschäftigt hat, aber auch weil damals die Zooladentiere noch wirklich öfter vom kleinen Züchter gekommen sind. Und du hast sie eingefangen und in den Auslauf gesetzt, ihnen Futter aus der Hand gegeben etc.

      Heute werden Zooladenmeerschweinchen wirklich industriell hergestellt, einer Legebatterie vergleichbar. Die werden vollautomatisch mit Futter und Wasser versorgt, jedes Tier einzeln mit den Jungen in einer Plastikbox, alle paar Tage werden sie von einer dreckigen in eine saubere Box mit frischer Streu umgesetzt, aber das war es dann auch schon mit Kontakt mit Menschen. dadurch lernen die Jungtiere keinen Umgang mehr mit Menschen kennen, bringen sie nicht mal mehr mit Futter in verbindung (das kommt ja nur aus einer Rohrleitung). Und die sind dann eben auch entsprechend deutlich scheuer.

      das ist eben der Unterschied zwischen den Hühnern auf dem Bauernhof, der seine 20 Hühner noch mit Namen kennt, und einem Hof mit 100.000 Hühnern. Es ist einfach nicht mehr so wie damals. und damit fehlt die Prägung auf den Menschen eben komplett, diese Tiere kennen keine Menschen mehr.

      am besten hilft es da, ein Tier das gute Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, dazu zu setzen. daran nehmen sie die scheuen dann ein beispiel.

      Liebe Grüße
      Susi

    • Ja, so einen ähnlichen (Farbe und Verhältnis Gitter-Holz ist etwas anders) haben die auch als Freigehege!

      Ihre Schweinchen sind nicht vom Zooladen, sondern von einer Bekannten von mir, die (zuviel) Nachwuchs bekommen hatte. Während sie also großgeworden sind, waren sie im Haus/ Keller (?) und hatten ziemlich viel Kontakt mit Menschen, z. B. mit den Kindern von der Bekannten.

      Es ist brigens eine Böckchengruppe, da ist es ja nicht unbedingt ratsam, neue Böckchen dazuzutun, glaube ich.

      Sie sind auch nicht wirklich scheu vorm Menschen (zumindest nicht bei meiner Schwester und ihrer Familie). Nur eben, wenn sie im Sommer im Freigehege sind oder bei fremden Menschen.
      Von fremden Menschen haben sich aber meine Schweinchen früher auch nicht streicheln lassen und sind dann immer schnell weggerannt. Da haben sie doch ganz genau unterschieden, wer jetzt zur "Familie" gehört und wer nicht.

      Wie ist das denn mit dem Verhalten / Zutrauen von den Schweinchen, wenn man sie in größeren Gruppen hält? Da werden sie doch eher unter sich bleiben und nicht so menschenbezogen sein, oder?

    • Also meine sind sehr menschenbezogen. Die Gruppe gibt ihnen Rückhalt und Sicherheit, da trauen sie sich mehr. Ich zwinge sie aber auch nicht und will auch gar keine zwangsbekuschelten Tiere haben.

      Bockgruppen bitte unbedingt kastrieren lassen, da sind sie wesentlich harmonischer, und man hat nach dem Tod des vorletzten kein großes Problem.

      Liebe Grüße
      Susi

    • Nein, das gab es bei meinen auch nie! Wenn sie nicht (z. B. kuscheln / sich streicheln lassen) wollten, mussten sie auch nicht und wurden auch nicht gezwungen. Dann war es eben so..

      Kastriert sind beide nicht und als sie nach etwa 1 Jahr das erste Mal beim TA waren, meinte diese, dass das nicht mehr nötig sei, wenn sie sich auch so gut verstehen.
      Der Vater von ihnen ist auch kurz nach der Kastration gestorben und weil sowieso keine Weibchen in der Nähe sind, wollten sie das Risiko nicht eingehen.
      Der Schwager meiner Schwester hat auch immer nur unkastrierte Böcke und bisher klappte es immer.

    • Und was machen sie, wenn einer stirbt und ein unkastrierter Bock übrig bleibt? ein Jungtier dazu ist wirklich blöd, das Jungtier will spielen, der alte seine Ruhe. Nach ein paar Monaten kommt die Pubertät und der Junge muckt auf - oft zerbricht die Gruppe daran.

      einen gleichalten Bock, der sein ganzes Leben immer nur in Bockgruppen gelebt hat findet man aber nicht, das ist so gut wie unmöglich...

      und je nachdem kann der einzelne Bock dann auch schon zu alt für eine kastration sein...

      Liebe Grüße
      Susi

    • Wie gesagt, bei dem Schwager hat es bisher immer ganz gut geklappt. Die haben soviel ich weiß immer Jungtiere dazu.
      Die männlichen Jungtiere bekommt man hier fast praktisch nachgeschmissen oder sie enden halt als Futter. Deshalb hat sie auch Männchen genommen und keine Weibchen. Aber so richtige Gedanken oder Sorgen, was passiert wenn einer stirbt, hat sie sich bisher noch nicht besonders gemacht...