Einschläfern- Wie habt ihr es erlebt?

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    • normalerweise erhält das Tier eine überdosierte Narkosespritze, danach wird das eigentliche Mittel gespritzt. Ohne diese Narkose würde es, ohne sich bewegen zu können, bei vollen Bewusstsein den Tod spüren und dass sind dann zu seinem Lebensende der schlimmste Stress, den man sich vorstellen kann. und das ist immer zu ersparen.
      SEhr geschwächte Tiere versterben manchmal schon unter dieser Narkosespritze, was ja o.k. ist, sie spüren nichts.

      Spritze Bauch direkt ins Herz geht gar nicht, und ich muss da mal nachfragen, soviel ich weiss, ist das nicht mehr erlaubt..evtl Bundesländerabhängig..meine TA hat sich da vor längerer Zeit sehr aufgeregt, weil es anscheinend diese Methoden noch gibt. bzw manche TA dass noch machen...was ich gar nicht glauben konnte X( aber dass sind die TA, die kleine >Nager eh nicht für voll nehmen, und wo man auch sonst nie hingehen sollte.

    • Hmm, bin nach dem Telefonat mit dem TA nicht wirklich weiser.

      Der TA war sanft, sachlich, und freundlich und hat sich Zeit genommen.

      Das Mittel war Narcoren, ein Narkosemittel - diese als Überdosis in einer Spritze in den Bauch "subperitoneal" gespritzt.

      Er hat kein T61 benützt, lehnt es auch ab als tierquälerei.

      So wie ich es verstanden habe, meinte Dr Lenhardt "warum sollte man das Tier unnötig weiterquälen mit einer 2. Spritze ins Herz, die schwer zu treffen ist bei Kleinnager und man muss Blut in die Spritze zuerst hochsaugen um sicher zu sein dass man das Herz erwischt hat (?)...wenn man das gleiche erzielen kann mit einer einmaligen Überdosis Narkosemittels"
      und
      "Der Effekt auf das Tier durch die Narkose ist die gleiche, nur durchwandert bei der Euthenasie das Tier eine viel tiefere Narkose die letztendlich zum Tod führt...offene Augen und "Schnapp Atmung" oder tiefe, sporadische Atmung wäre in beiden Fällen typisch".

      Als ich immer wieder sagte "aber es scheint in anderen Praxen üblich zu sein das Tier vorher zu sedieren" meinte Dr. L dass ein Tod nicht qualvoller wäre als der andere. Und er bevorzugt die direktere Methode.

      Als ich murmelte dass es anscheins gar nicht erlaubt ist ohne vorherige Sedierung ein Tier einzuschläfern, ist er das einzige mal vehement geworden und hat dies ganz klar verneint. Da glaube ich ihn schon.

      Zudem hat er gemeint dass eine Inhalationsnarkose auch grauenhaft anzusehen ist - da merkt das Tier dass es "erstickt", läuft oft panisch hin und her, schlägt vor lauter Stress Purzelbäume etz etz...da glaube ich ihn auch, und habe es mir anders vorgestellt.

      Warum manchmal die Augen rausquellen wüsste er nicht, manchmal passiert es, manchmal nicht.

      Er hat 20 Jahre Erfahrung mit Kleintieren, hat selber 5 Jahre lang Rennmäuse gezüchtet.

      Na dann, und jetzt?

      Ich fasse zusammen:

      1. T61 geht gar nicht.
      2. Beide ein-spritzen wie zwei-spritzen methode sind legal, die meissten bevorzugen vorherige Sedierung. Ob dies zum Gute des Tiers oder des zuschauenden KG ist, wer weiss.
      3. Ich persönlich werde den TA wechseln, und ab jetzt immer vorher fragen wie genau es gemacht wird, und eine vorherige Sedierung verlangen. Und immer dabei sein, damit man dazu lernt - ist zwar unschön aber wichtig.
      Das Thema des einschläferns ist hier öfters angesprochen worden. In diesem Thread Rennmäuse eingeschläfert habe ich was gefunden, das bei mir Resonanz findet:

      Selene schrieb:

      Also ich habe ein wenig gesucht.
      Was ich gefunden habe ist, dass es wohl wichtig bei diesen "ein-spritzen" Einschläferungen ist, dass diese das Herz treffen.
      Wobei dies auch ein wenig Mittelabhängig ist. Trifft man wohl das Herz, sind alle Einschläferungen mit den dafür zugelassenen Mitteln wohl friedlich.
      Trifft man nicht direkt das herz, kommt es wohl zu einem letzten Anstieg der Herzfrequenz und dann zu diesem krampfartigen Zuständen bevor sie gehen und im schlimmsten Fall zu einem langsamen Erstickungstod.

      Wie weit das richtig ist weiß ich nicht, bin ja neu Laie, scheint mir aber schon plausibel. Auf jedenfall darf der Tierarzt für Einschläferung ohne vorhergehende Narkose nur bestimmte Mittel verwenden, die spizell dafür zugelassen sind. Es bedeutet nicht zwangsweise, dass jeder Tierarzt der das mit einer Spritze tut, das aus Kostengründen oder ähnlichem macht. Wenn es tatsächlich zu kleineren Krämpfen kommt ist das unschön und wünschen würde ich das keinem Tier aber, das liegt dann nicht am billigen Mittel, sondern daran dass das Herz nicht genau getroffen wurde.
      Der "letzte Anstieg der Herzfrequenz" könnte die hervortrende Augen von Pong erklären.
      Die tiefe Schnappatmung evtl. das langsame Erstickungstod.

      Es kann sein dass das Tier es ja nicht mehr mitkriegt, es aber rabiat aussieht.

      Irgendwie schien Dr. Lenhardt nicht wirklich scharf darauf zu sein, ins Herz zu spritzen - zu faul? zu anstrengend? zu schwierig? nicht nötig?

      :?::?::?:Es wäre hier wirklich toll, wenn jemand von der Branche klare Aussagen machen könnte...kennt jemand ein TA/TÄ gut genug, um mal konkret nachzuhaken?
      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • So, wie ich es bisher verstanden habe, gibt es verschiedene Medikamente, die für verschiedene Methoden zugelassen sind. Die Aufführung hier ohne Garantie auf Richtigkeit!

      - Erst wird Narkosemittel in die Muskeln gespritzt. Wenn das Tier weg ist, Verabreichung eines tödlichen Mittels in den Bauraum. Üblich bei ängstlichen Katzen, wo kein Venenzugang möglich ist. Beispiel Narcodorm, Narcoren

      - Bei Kleintieren (Nagern, Vögel) ist (angeblich laut Internet!) die direkte Spritze (ohne vorherige Narkose) in den Bauchraum nicht schmerzhafter als eine in die Muskeln. Ich persönlich finde die Vorstellung gruselig und würde auf eine vorherige Narkosespritze bestehen. Meine Ansicht. Vorgeschrieben ist dies aber nicht. Beispiel Narcodorm, Narcoren

      - tödliches Mittel ohne Narkose ins Herz. Das machen viele Tierärzte nicht, da bei so kleinen Tieren das Herz schwer zu treffen ist und der Tod dann schmerzhaft/ langwierig usw. eintritt. Ich persönlich würde dies ablehnen. Ob gesetzlich verboten mit dem korrekten Medikament, keine Ahnung. Wenn hier T61 verwendet wird und der Arzt das Herz nicht trifft, stirbt das Tier grausam. Bei T61 ist deshalb - soweit ich informiert bin - auch eine Narkose zwingend vorgeschrieben.

      - Euthanasie mit Narkosemittel in die Vene. Das Tier schläft innerhalb von Sekunden fest, dann kommt der restliche Teil aus der Spritze in einem Wutsch voll in die Vene, was zum Tod führt wegen Überdosierung. Das geht bei Hunden, Pferden und ruhigen Katzen. Beispiel Narcodorm, Narcoren
      Wer selbst schon einmal operiert wurde, weíß (zumindest erinnere ich mich gut dran ^^ ), dass die Narkose vom "Abdrücken" der Spritze wirklich total schnell greift. Ich war in schätzungsweise 4-5 Sekunden weg.


      snapcracklepop schrieb:

      Das Mittel war Narcoren, ein Narkosemittel - diese als Überdosis in einer Spritze in den Bauch "subperitoneal" gespritzt.
      So steht's auch im Beipackzettel des Mittels. Ich persönlich würde sagen, dass dein Tierarzt korrekt gehandelt hat. Meine macht dennoch immer vorher eine Narkose, was mir persönlich auch besser liegt. Ich finde die Vorstellung einer Spritze bei Bewusstsein in den Bauchraum schlimm. Allerdings kann ich beim besten Willen (und wer kann das schon?) nicht sagen, ob das für das Tier einen Unterschied macht. Ob und wenn ja was schmerzhaft(er) ist...


      snapcracklepop schrieb:

      Es wäre hier wirklich toll, wenn jemand von der Branche klare Aussagen machen könnte...kennt jemand ein TA/TÄ gut genug, um mal konkret nachzuhaken?
      Ich werde eine befreundete Tierarzthelferin fragen. Sie sollte Up-to-date sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Myon ()

    • Myon, vielen Dank für deinen ausführlichen und detaillierten Beitrag - eine gute Zusammenfassung der Fakten aus einer realistischen Perspektive, mit der persönlichen Wahl am Ende:

      Myon schrieb:

      Meine macht dennoch immer vorher eine Narkose, was mir persönlich auch besser liegt.
      Jetzt fühle ich mich ein bischen besser mit Pong's Euthenasie, und weiss wie ich in Zukunft zu handeln habe.

      Das wäre ganz toll, Myon, wenn du noch mal deine befreundete TÄ fragen könntest.


      Im Narcoren Beipackzettel steht in Punkto Nebenwirkungen:

      "Nebenwirkungen (Häufigkeit und Schwere)



      Als Nebenwirkungen können auftreten:

      • leichte Exzitationserscheinungen bei der Narkoseeinleitung,
      • postnarkotische Exzitationen,
      • Erregungszustände nach subnarkotischen Dosen,
      • Atemdepression in tiefer Narkose. Brachycephale Hunderassen sollten intubiert werden, um mechanische Verlegungen der Atemwege während der Narkose zu vermeiden."
      Vielleicht erklären diese Nebenwirkungen auch Pong's Augen und Atmen.
      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • leider gibt es gerade bei Kleinnagern ganz grausige Berichte über Einschläferung...daher auf alle Fälle..auch wenn es schwer fällt dabei bleiben. und die humanste Methode ist eben die oben genannte. mit erst narkosemittel, und da kann man ja am Telefon nachfragen.
      Leider, ohne ins Detail zu gehen..versprechen auch manche TA dies...nehmen aber das Tier mit nach "hinten" und dann sind eben auch schon ganz andere methoden angewandt worden..was man aber als Tierhalter eben nicht mitbekommt..wenn man nicht dabei bleibt., und nachweisen kann man hinterher gar nichts. mehr.
      Bekannt ist eben hier gerade ein Fall...wo die Maus dann morgens gebracht wurde..zum enschläfern..bis Abends in einem Karton verbracht hat..weil man sie vergessen hatte..weil de rTA gerade keine Zeit hatte..Das kam nur raus, weil die TA helferin kurz danach gekündigt hatte..sonst wird eben viel verschwiegen.
      Eine korrekte Einschläferung ist wirklich human. und das beste sehr oft. aber wie es heisst. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

    • So, ich habe die Tierarzthelferin gefragt. Erstmal scheinen meine obigen Schlussfolgerungen richtig zu sein. Sie löchert aber ihren Chef nochmals genauer, vor allem auch hinsichtlich der Unterschiede zwischen den Tierarten und wie dann jeweils vorgegangen wird. Wenn ich die Rückmeldung habe, schreibe ich hier.

      daggi47 schrieb:

      auch wenn es schwer fällt dabei bleiben.
      Ich muss gestehen, dass ich bei den beiden Mäusen, die ich einschläfern lassen musste, nicht mit dabei geblieben bin. Allerdings hat die Ärztin das Vorgehen vorher erklärt und ich bin geblieben, bis die Narkose gewirkt hat. Sprich: ich bin erst raus, als die tödliche zweite Spritze gesetzt wurde. Das ist vielleicht eine Alternative, wenn man sicher gehen will, aber das Ende nicht mit ansehen kann/ möchte.


      daggi47 schrieb:

      und die humanste Methode ist eben die oben genannte. mit erst narkosemittel,
      Ja, so ist auch meine persönliche Einschätzung.
    • Ein sehr schwieriges Thema, aber ich finde es sehr gut, dass es besprochen werden kann.
      Einschläfern habe ich bisher einmal erlebt. Kurze Vorgeschichte: Jamie hatte eine Tumor-OP, dann plötzlicher Rückfall nachts. Jamie hat noch Päppelbrei genommen, aber mehr auch nicht. Nächster Tag: theoretisch hat Jamie zwar noch gelebt, aber eigentlich nicht. So merkwürdig es klingt, ihre Freundin hat mir gezeigt, dass sie eigentlich bereits tot ist.
      Sie lag auf meiner Hand und hat eine Spritze unter die Achsel bekommen. Wenige Sekunden später habe ich gemerkt, dass sie tot ist. Keine Atmung mehr, kein Herzschlag. Ich weiß nicht, was sie bekommen hat. Der Tierarzt hat zwar geredet, aber...

      Steinigt mich ruhig, weil ich auch schon nachts zu einem Notdienst hätte fahren können oder sollen. Ich hatte eine absurde Hoffnung, dass sie es doch noch schafft, da es ja diese schwere OP vorher gab.

      daggi47 schrieb:

      daher auf alle Fälle..auch wenn es schwer fällt dabei bleiben
      Für mich war es unglaublich wichtig dabei zu sein! Schwer, definitiv, aber notwendig. Es wäre mir falsch und feige vorgekommen es nicht zu sein. Urteil sprechen und weggehen? Nein. Natürlich muss das jeder für sich irgendwo wissen, aber ich könnte gar nicht weggehen.
    • Alle hier gemachten Angaben sind ohne Garantie!

      Aaalso, ich habe das ganze nochmals recherchiert, die Rückmeldung sowie mehrere sehr interessanten (tiermedizinischen) Artikel zur Euthanasie erhalten. Die aktuelle Handlungsempfehlung zur Einschläferung ist wie folgt

      1) Situation: Es kann ein Venenzugang gelegt werden, das Tier ist ruhig und wehrt sich nicht (ruhige Katzen, Hunde, Pferde usw.) Üblicherweise wird Pentobarbital verwendet, auch bekannt unter den Handelsnamen Eutha77, Euthadorm, Narcoren, Narkodorm, Esconarkon oder Release. Das Mittel wird über den Venenzugang langsam direkt gespritzt und führt innerhalb weniger Sekunden zur tiefen Bewusstlosigkeit. Sobald diese Eintritt, wird der Rest der Spritze schnell verabreicht, was zu einer Überdosis und zum Tod innerhalb von kürzester Zeit führt. Es kann vorkommen, dass Krämpfe, Muskelzuckungen usw. auftreten, aber diese nimmt das Tier nicht mehr wahr, da das Bewusstsein schon nach wenigen Sekunden komplett ausgeschaltet ist.

      2) Situation: Theoretisch kann ein Venenzugang gelegt werden, das Tier (Katzen, Hunde, Pferde usw.) wehrt sich aber, ist gestresst oder ängstlich Hier wird eine subkutane Sedierung empfohlen. Diese führt eine Bewusstlosigkeit/ sehr starke Beruhigung herbei. Zur Tötung wird auch hier üblicherweise Pentobarbital verwendet, auch bekannt unter den Handelsnamen Eutha77, Euthadorm, Narcoren, Narkodorm, Esconarkon oder Release. Das Mittel wird, nachdem das Tier ruhig ist (je nach Sedierungsmittel und Tierart kann das ein paar Minuten/ 15 Minuten dauern), in Überdosis in eine Vene gespritzt und führt innerhalb von kürzester Zeit zum Tod. Es kann vorkommen, dass Krämpfe, Muskelzuckungen usw. auftreten, aber diese nimmt das Tier nicht mehr wahr, da das Bewusstsein schon nach wenigen Sekunden komplett ausgeschaltet ist.


      3) Situation: Es kann tierartbedingt kein Venenzugang gelegt werden (Kleinnager, Reptilien, Vögel usw.) Es wird eine subkutane Sedierung empfohlen, zumindest in dem Artikel, den ich gelesen habe. Eine Sedierung/ Vornarkose ist nicht vorgeschrieben. Es wird aber ebenfalls Pentobarbital verwendet, auch bekannt unter den Handelsnamen Eutha77, Euthadorm, Narcoren, Narkodorm, Esconarkon oder Release. Das Mittel wird ins Herz, in die Lunge oder in die Bauchhöhle verabreicht. Da es bei Lunge und Bauchhöhle etwas dauert, bis sich das Mittel im Körper verbreitet, kann es mehrere Minuten bis zum Todeseintritt dauern. Auch hier können Krämpfe auftreten, die das Tier aber nicht mitbekommt, da das Mittel ein Narkosemittel ist und die betäubende Wirkung auch bei der nicht venösen Gabe "rasch" (was auch immer das genau heißt) eintritt.

      Meine persönlich Ansicht: Ich würde immer auf eine subkutane Sedierung/ Narkose vor der Gabe des Pentobarbitals bestehen. Für mich ist die Vorstellung einer Spritze in den Bauch bei Bewusstsein "nicht so schön", auch wenn in den Artikeln mancher Tierärzte steht, dass die Tiere diese als nicht schmerzhafter als eine intramuskuläre Spritze wahrnehmen.


      Sonderthema Embutramid, auch bekannt als T61:

      - die Verwendung ist aktuell grundsätzlich nicht verboten

      - es ist aber sicherlich nicht das Mittel erster Wahl, da a) der Bewusstseinverlust eher langsam eintritt b) die Gabe in die Vene deutlich schmerzhaft ist und sich die Tiere oft sehr wehren c) falsch angewendet (zu langsam gespritzt, zu wenig gespritzt, Vene nicht getroffen) die Tiere bei vollem Bewusstsein ersticken und sich dieser Prozess je nach Tierart über Stunden hinziehen kann.

      - wenn der Tierarzt T61 benutzt, dann muss er das Tier zuvor in eine tiefe Narkose versetzen (keine Sedierung, sondern wirklich eine Narkose die alles Bewusstsein und Schmerzempfinden ausschaltet), da die Tötung sonst nicht Tierschutzkonform (kein Leiden, Angst, Schmerz usw. vermeiden) ist und er sich strafbar macht. Sprich: Schläfert der Tierarzt mit T61 ohne richtige Narkose vorab ein, kann man ihn anzeigen und er kann seine Zulassung verlieren

      - weshalb gibt es dennoch Gruselgeschichten über die alleinige Verwendung des Mittels und grausame Tode? Reine Spekulation meinerseits: entweder grobe Unwissenheit der Ärzte und/oder die Tatsache, dass die Verwendung von T61 nicht penibel dokumentiert werden muss (kein lästiger Papierkram), was hingegen bei Pentobarbital gemacht werden muss.



      Die oben zusammengefassten Infos zu dem Thema habe ich aus folgenden Quellen mit Hilfe besagter Tierarzthelferin zusammengetragen:
      T61: facebook.com/tierarzt.jonigkeit/posts/798849950135238:0
      Vorgehensweise: vetmed.uni-leipzig.de/blaue-he…line/Töten-von-Tieren.pdf
      Handelsnamen Pentobarbital: de.wikipedia.org/wiki/Pentobarbital
    • Die Tierarzthelferin sagte "subkutan", also unter die Haut. Das heißt, dass es nicht in den Muskel muss, sondern nur unter die Haut, wie z.B. beim Impfen (klar, nicht bei den Mäusen, aber bei Hund und Katze) oder wie bei der Gabe einer Infusion bei den Mäusen. Oder wie wenn AB gespritzt wird usw.... Das stelle ich mir persönlich deutlich angenehmer vor als eine Spritze bis in die Bauchhöhle rein, wie es z.B. beim Punktieren von Bauchwassersucht gemacht wird.

    • Also Spritzen habe ich bei den Ratten auch oft selber gesetzt.
      Hatte einfach teilweise derart neophobe Exemplare, dass z.B. eine 2. Fahrt zum TA wegen eines gespritzten Depot-ABs den Tieren im Prinzip mehr geschadet als genutzt hätte.
      Allerdings ist das als Laie - zumindest für mich war es so - echt eine angsteinflößende Sache. Alleine die Nadel ist schon so lang, dass sie bei einer Ratte durchs halbe Tier geht. Ich hatte so Angst, dass mir da mal einer zappelt und ich mit der Nadel reinrutsche.
      Zum Glück waren meine Nasen alte Gierlumpen, die man mit einem Esslöffel Lieblingsbabybrei relativ ruhig halten konnte...

      Bei den Rennern könnte ich es mir derzeit nicht vorstellen. Zumindest Sir Tuxford und Cubbi halten eigentlich nie still und mögen den Kontakt zum Menschen auch nur wenn es darum geht zu schauen ob es (mehr) Kernchen gibt.
      Ich glaube nicht, dass die beiden für mein (kaum vorhandenes) Geschicklichkeitslevel durch mangelnde Erfahrung und Praxis lange genug ruhig halten würden.

    • "Gierlumpen" - hihi, das beschreibt einer Ratte bei einem Lieblingsspeise sehr gut :)

      Ich habe auch gestutzt, als ich die Größe der Spritze gesehen habe, und die doch recht dicke Nadel.

      Ich denke bei den quirligen Renner müsste man das Stillhalten rigoros üben. Dr. L hat den "Nackengriff" benützt. Pusteblume hat mir an Ostern einen super Griff gezeigt (den sie von ihrer TÄ gelernt hat), den beschreibe ich demnächst im Forum. Wobei dieser Pusteblumen Griff eher Bauch nach oben ist, und ans Mäulchen zu kommen für AB etz.

      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Meine Degus saßen für die Narkose auf dem "Behandlungstisch" aka Eßtisch und ich meine fast, die Spritze war subkutan. Die finale zum Herzen bzw in den Bauchraum sah deutlich fieser und irgendwie brachialer aus - nix für schwache Nerven, auch wenn zumindest meine Degus da schon 90% der RBB geschafft hatten. Bei meiner Katze wars erst subkutan - und dann? kann ich nicht mehr sagen... Allerdings habe ich da vor lauter Tränen und tagelanger vorheriger Heulerei nicht mehr allzuviel mitgekriegt...

      Snap, meinst Du den Rucksackgriff? Hand über den Rücken, Zeige- und Mittelfinger links und rechts vom Kopf, die anderen Finger liegen sanft aber doch fixierend um den Bauch? Perfekt zur oralen Medigabe.

      Beim Einschläfern durfte ich meine Katze auf dem Arm haben - meine Degus auch bei der Narkose nicht, da vom Degu deutlich weniger sichtbar ist (von einer Rennmaus mal ganz zu schweigen!) und die TÄ Angst hatte, bei einer hektischen Tierbewegung womöglich mich schlafen zu legen... Meine Tiere waren aber so krank, da war nichts mehr mit Hektik, alle kannten den TA gut und hatten trotz echt fieser Erfahrungen im Laufe der Jahre die Ruhe weg. Vielleicht ahnten sie auch, dass das Leiden ein Ende hatte - wer weiß.

      Hier nagen die Renner Hektor und Krümel
      Tschüß Sternchen, grüß Deinen Bruder Graustreif - ihr fehlt uns so sehr! Kleiner Dancer, auch Dich werden wir nie vergessen!
      Seit 01.11.2016 ganz ohne Degus - Jungs Ihr ward großartig, Danke, dass Ihr fast 7 Jahre bei uns gewohnt habt!
    • ViererWG schrieb:

      Die finale zum Herzen bzw in den Bauchraum sah deutlich fieser und irgendwie brachialer aus
      Ja, das fand ich auch. Alleine deswg. nächstes mal mit subkutaner Erstsedierung. Bei der fiesen Todesspritze hatte ich mir die Hände vor den Augen getan. Der TA hatte im Vorfeld schon gemeint, den Piekser kann schon weh tun - mögen sie nicht :(

      ViererWG schrieb:

      Snap, meinst Du den Rucksackgriff? Hand über den Rücken, Zeige- und Mittelfinger links und rechts vom Kopf, die anderen Finger liegen sanft aber doch fixierend um den Bauch? Perfekt zur oralen Medigabe.
      Ja, genau! :thumbsup:
      Ich kannte den nicht und war echt beeindruckt. Hab dem Gulli immer irgendwie aufrechts in der geschlossenen Hand gehalten, wo er natürlich irgendwan strampelte und mich zwickte.
      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Also, ich kann nur abschließend sagen, daß eine vernünftig durchgeführte Einschläferung wirklich ein Segen ist, wenn ein Tier nur noch leidet.Ich hatte in meinem Leben schon diverse Operationen und die Narkose schaltet wirklich alles aus...das geht innerhalb von Sekunden und im Gegensatz zum Schlafen, ist man wirklich komplett weg, keine Träume, keine Schmerzen...einfach nichts.

      Das Aufwachen aus einer Narkose war auch immer als ob man die ganze Zeit komplett weg war....leider fangen dann auch die ersten Schmerzen wieder an, aber dann weiß man immerhin, daß man noch lebt. ;)

    • Hallo ihr lieben, die Geschichten von euch sind mir auch eine große Unterstützung :) Wir haben unsere Tod im Käfig gefunden und es war doch ein kleiner Schock für alle, vor allem für meine Tochter ... Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das wohl ist, wenn man sein Schatz zum einschläfern tragen muss :-/