Wie läßt sich eine Wunde vor dem Aufkratzen schützen ?

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    • Wie läßt sich eine Wunde vor dem Aufkratzen schützen ?

      Hallo allerseits,
      hier sind so viele medizinisch- und pflegeerfahrene Leute im Forum. Ich hoffe, ihr könnt mir bei meinem Problem helfen.

      Meine Zwerghamsterdame Sherlock ist vergangenen Freitag ein Tumor entfernt worden. Die OP verlief leider mit Komplikationen, die Lymphknoten rechts unter der "Achsel" mußten mit raus. Sie hat es aber zum Glück (und dank meines Docs) gut geschafft. Die Wunde heilt bisher gut und ich hatte eigentlich gedacht, dass ich sie am jetzigen Wochenende aus dem Zewaland-Krankenquartier in ihr Gehege zurück setzen könnte.
      Seit Mittwoch hat sie aber zusätzlich auf dem Rücken etwas links von der Wirbelsäule in Höhe der Schulterblätter eine zweite Wunde (die OP-Wunde ist an der rechten Körperseite, nach unten zum Bauch hin). Die Tierärztin hat sich die Rückenwunde angesehen, sie ist nicht tief, aber Sherlock kratzt sie immer wieder auf - und vergrößert die Wunde dabei langsam aber sicher immer mehr. Ich habe eine Wundsalbe bekommen, die auch leicht juckreizstillend ist, aber bisher hilft das nicht.

      Ich habe nicht gesehen, wie sie an der Wunde kratzt, aber von der Position der Wunde her zu urteilen vermute ich, dass sie mit dem Hinterfüßchen dran kratzt. Mit dem Schnütchen oder den Vorderpfoten dürfte sie da eigentlich nicht hinkommen. Die Tierärztin und ich haben überlegt, ob man eine Art "Body" basteln könnte, den man ihr überzieht und der die Wunde bedeckt, aber ich weiß nicht, ob das hilft oder ob sie sich damit nicht gar stranguliert.

      Habt ihr noch eine Idee, was man machen könnte, um das immer wiederkehrende Aufkratzen zu verhindern ?

      Würde mich sehr freuen, wenn ihr einen Tipp für mich hättet.

      Danke und sonnige Grüße
      Anja

    • Könnte die Wunde mittels Hautkleber geschlossen werden? Das ist aktuell die einzige Sache, die mir einfällt. Abschreckende Cremes usw. bringen ja nur was, wenn die Maus mit dem Maul dran geht. Beim Kratzen ist es schon schwieriger. Da ich mich mit Hamstern leider nicht auskenne, kann ich dir nicht weiterhelfen, ob ein Body praktikabel oder gefährlich ist.

      Eventuell wäre auch ein schnell einziehendes Gel besser als eine Salbe oder Creme. Diese animieren eher zum Kratzen, habe ich den Eindruck. Ein Gel zieht schneller ein und hinterlässt kein komisches Hautgefühl.

      Wurde denn ein Hautgeschabsel entnommen? Ursächlich könnten Grabmilben/ Krätzemilben sein. Diese befallen gerne geschwächte Tiere, was der Hamster durch die OP ja ist. Eine meiner Rennmäuse hatte die Biester mal. Sie bekam Krusten im Nacken und hätte sicher auch dran gekratzt, wenn sie drangekommen wäre. Die gesunden Partner hatte nichts.

      Gute Besserung!

    • An Hautkleber hatte ich zuerst auch schon gedacht, aber mein TA hat zu bedenken gegeben, dass man dafür den entsprechenden Bereich erst sorgfältig rasieren müßte, weil keine Haare mit verklebt werden dürfen, und dann müßte man die Kleine vermutlich in Narkose legen dafür, weil bei so einem winzigen Tier schon die kleinste falsche Bewegung ausreicht, dass man sich selbst am Tier festklebt. Außerdem bildet der fest gewordene Hautkleber wieder eine ziemlich harte Borke, an der auch gekratzt werden könnte und wenn sie das wegreißt, wird die Wunde immer größer gerissen.
      Ein Hautgeschabsel wurde nicht gemacht. Laut meinem TA leben Demodex-Milben grundsätzlich von Geburt an schon auf jedem Hamster. Die einzige Möglichkeit wäre ein Kaiserschnitt, da sie beim Geburtsvorgang schon übertragen werden. Bei einem gesunden Hamster hält das Immunsystem sie in Schach, bei einem kranken oder geschwächten Hamster können sie Überhand nehmen. Es könnte sein, dass das Kratzen daher kommt. Leider ist die neue Wunde genau dort, wo man das Stronghold hintropfen würde.

      Der aktuelle Plan ist gerade, die Salbe wegzulassen und die Wunde mit einem Pflaster zu schützen. Damit kann sie sich nicht erwürgen, aber ich hab auch keine Ahnung, wie lange sie das wohl drauf läßt.

    • Wir hatten auch mal so ein Problem bei Frieda: sie hat sich eine Wunde am Nacken-/Schulterbereich ständig aufgekratzt. Hier mal der Thread dazu:
      Wie Wunde gegen Aufkratzen schützen?

      Nighthawk schrieb:

      Der aktuelle Plan ist gerade, die Salbe wegzulassen und die Wunde mit einem Pflaster zu schützen
      Vielleicht ist dieses "Pflaster" etwas für Euch: melktechnik-discount.de/melkhy…enverband-udderosoft.html

      Ich habe das aus einem Kaninchenforum (eigentlich für wunde Pfoten), aber es noch nicht selber bzw. an der Rennmaus getestet. Vom herkömmlichen Pflaster wurde mir damals vom TA abgeraten, da es nicht angenagt werden darf. Wobei - Dein Hamster lebt sicher alleine; da sollte die Gefahr des Anknabbers nicht so hoch sein.

      Ansonsten habe ich in einem anderen Mäuseforum gelesen, dass sie dort mit dem Kürzen der Krallen sehr gute Erfolge erzielt haben. Es ging dort zwar um Farbmäuse, aber vielleicht lässt sich das auch gut auf den Hamster übertragen.

      Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet.
    • Danke für eure Tipps.
      Zur Zeit versuche ich es mit Pflaster. Habe ein Klebevlies bekommen, was wirklich gut klebt, und eine Wundauflage zum Selbstzuschneiden - also im Prinzip ein Pflaster zum Selbstbauen. Es klebt einigermaßen gut auch auf den Haaren, trotzdem ist es nach einer Nacht ab und ich muß ein neues drauf kleben.
      Das Kürzen der Krallen habe ich auch überlegt. Da das Hamsterchen superwuselig ist und ich sie nicht dabei verletzen wollte, haben meine Tierärztin und ich das gemeinsam versucht. Der Hamster ist weiß und daher kann man die Blutgefäße in den Krallen sehr gut sehen. Mit vereinten Kräften und unter der Lupe betrachtet konnte man aber sehen, dass die Krallen so kurz sind, dass man sie wirklich nicht weiter kürzen kann. Sherlock ist zumindest bei der Maniküre / Pediküre ein sehr ordentlicher Hamster.
      So muß ich das also weiter mit dem Pflaster probieren. Freitag habe ich Termin zum Fädenziehen. Dann bin ich eh beim Tierarzt. Mal schauen, wie das sich bis dahin entwickelt. Wenn es schlimmer wird, geh ich früher.