Bissiges Tier vergesellschaften

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    • Bissiges Tier vergesellschaften

      Liebe Rennmaus-Freunde,

      ich habe leider einen ziemlich traurigen Tag hinter mir. Als ich heute von der Arbeit gekommen bin, habe ich gesehen, dass sich meine acht Monate alten Renner (beides Männchen), die ich vor ein paar Wochen erfolgreich vergesellschaftet habe, böse gebissen haben. Der eine von beiden hatte keine Blessuren; der andere war aber so schwer verletzt, dass ich mit ihm umgehend zum Notarzt gefahren bin, wo er rund eine Stunde später eingeschläfert werden musste.

      Vermutlich werde ich nie herausbekommen, was der Anlass für die Beißerei war. Warum ich aber vor allem schreibe, ist, dass ich mir einen Rat erhoffe, was ich mit dem verbliebenen Renner tun soll. Würdet Ihr dazu raten, ihn möglichst schnell wieder zu vergesellschaften? Oder sollte ich ihn erst einmal zur Ruhe kommen lassen? Aktuell tobt er ausgelassen in seinem Stall umher...

      Für jeden Ratschlag wäre ich ungeheuer dankbar.

      Viele Grüße

      Daniel

    • Ach herrje, welch trauriges Erlebnis. Aber darauf muss man leider als Rennmaushalter gefasst sein. Bitter, aber wahr.

      ShaggyMaus schrieb:

      Vermutlich werde ich nie herausbekommen, was der Anlass für die Beißerei war.
      Ich denke, das sollten wir dennoch versuchen. Beschreib doch mal dein Gehege. Bilder wären auch toll. Manchmal ist man selbst so begeistert von seinen Bauten, dass man Streitquellen gar nicht sieht. Vllt kommen wir da weiter und es wäre ja wichtig das zu ändern, bevor irgendwas anderes passiert.

      ShaggyMaus schrieb:

      Würdet Ihr dazu raten, ihn möglichst schnell wieder zu vergesellschaften? Oder sollte ich ihn erst einmal zur Ruhe kommen lassen? Aktuell tobt er ausgelassen in seinem Stall umher...
      Pause für dich und ihn. Lass ihn ruhig erstmal. Du hast Zeit. Nimm Kontakt zu guten Züchtern und auch Notfallstationen auf. Die werden dich auf jeden Fall auch gut beraten.
      Woher kommst du denn?
    • Oh je, das war ja ein trauriger Tag !

      Mit 8 Monaten sind die Rennerböckchen in ihrer absoluten Macho-Phase. Da ist es schwer eine Streitursache fest zu stellen. Leider passiert es oft, dass sie sich plötzlich nicht mehr mögen und das ranghöhere Tier versucht den anderen zu vertreiben. Im schlimmsten Fall endet es dann so wie du es erleben musstest. Das passiert , weil der andere nicht aus dem Gehege fliehen kann. Das wäre das natürliche Verhalten, bei dem auch keine tödlichen Beissereien vorkommen. Im Gehege geht das nicht und das versteht der Angreifer nicht, warum der andere nicht endlich abhaut und kämpft weiter.
      Ich schreibe dies so ausführlich um zu erklären, dass du keine besonders aggressive oder "böse" Maus hast. Er hat das getan, was in seiner Natur liegt um ein Revier für sich zu beanspruchen. ;(

      Wie Smutje schon schreibt, gönne dir und dem Renner eine Pause. Da solltest du durchaus 3 - 4 Wochen einkalkulieren.

      Du kannst dich umschauen, nach einem neuen Partner. Meist funktionieren Rennerteams besser, wenn es einen deutlichen Altersunterschied gibt und nicht beide gleichzeitig die Flegelphase durchlaufen. Ich denke da entweder an ein älteres Tier, das ihn in seine Schranken verweist oder auch ein Jungtier, dass keine Konkurrenz für ihn ist.

      Mit etwas Glück findet er auch seinen Traumpartner :)

    • auch wenn es eigentlich selbstverständlich sein sollte...bitte das Jungtier nur bei einer seriösen Zucht kaufen, die wirklich verträgliche Linien hat. kein Zooladen, kein Ebay Vermehrer, gerade wenn man ein Tier zuhause hat, dass einen anderen im Grund ja totbeisst. was eben bedeutet, die Hemmschwelle ist bei ihm sehr gering. Weiss ja nicht, wo die Tiere herstammen, aber normal ist dies nicht. dass sie sich beissen kann immer mal vorkommen, aber das der andere dann stirbt , dass ist eher selten. Eben beim nächsten Tier schauen, dass keine Sackgassen enstehen können, also keine geschlossenen Häuser, keine Sandgläser etc. Trotzdem kann keiner eine Vorhersage machen. nur für die Bedingungen ist der Mensch zuständig. ebenso woher er den neuen Partner herholt. Wenn älteres Tier..also deutlich über acht Nonate, dann nur mit Rückgabeoption.
      da man bei Züchtern in der Regel ein paar Wochen warten muss, bis ein Jungtier da ist, kann man jetzt schon mal schauen. Es ist dann auch nicht schlimm, mal sechs oder sieben Wochen zu warten. Da ist jetzt nicht die Schnelligkeit im Vordergrund, sondern das richtige Tier, und dass auch noch bei jemanden, der sich auskennt als Züchter was evtl schwierige Tiere angeht. ...so dass er Dir z. bdas am wenigsten entwickelte Jungtier vom Wurf gibt, welches sich immer unterordnen wird. Das wäre eine Option. Daher lieber etwas weiter wegfahren, um ein neues Tier zu holen. Wie gesagt, Garantien gibts keine. aber mit acht Monaten stellt sich ja nicht die Frage, ob er alleine bleiben kann..das geht nicht. und sollte es dann gar nicht klappen mit gleichgeschlechtlichen...was man so noch überhaupt nicht sagen kann..dann ist die letzte Möglichkeit später die Kastration, und dann wein junges Mädel dazu..was dann eben klappt Aber jetzt natürlich noch nicht.

    • Guten Morgen,

      zunächst einmal vielen Dank für Eure Ratschläge. Fotos vom Mäusestall kann ich heute Abend gerne posten. Sie sind vermutlich aber nicht mehr repräsentativ, weil ich den Stall gestern schon von Blutspuren gesäubert und dabei umgeräumt habe. Hier sind aber schon mal die Grundinfos: Der Stall ist 120 x 60 cm groß. Da mir ein Züchter empfohlen hat, den Platz bei frisch vergesellschafteten Tieren aufs Erste zu beschränken, hatten die zwei Streitmäuse nur eine abgetrennte Hälfte von 60 x 70 cm, die in zwei Ebenen unterteilt war. Auf der unteren Ebene war ein kleines Häuschen. Außerdem war ein Laufrad vorhanden.

      Das Problem kann wohl sein, dass es eine Sackgasse gab, wie daggi47 schon befürchtet hat, und zwar im Nest der Mäuse, das in dem kleinen Häuschen war. Dort waren auch die meisten Blutspuren, sodass ich vermute, das die Beißerei dort angefangen hat und die attackierte Maus nicht fliehen konnte.

      Mein Galois (der Beißer) kommt von einem Züchter, von dem ich schon mehrere Tiere bezogen habe - und das stets mit guten Erfahrungen.

      Wenn ich Euch richtig verstehe, ist es aber erst einmal in Ordnung, wenn mein Galois 3 bis 4 Wochen alleine ist, richtig? Er macht auf mich aktuell einen etwas rastlosen und unruhigen Eindruck...

      Nochmals Danke für alle Ratschläge.

      Viele Grüße

      Daniel

      @Smutje: Ich lebe mit meinen Mäusen in Düsseldorf.

    • Wie groß ist denn das Laufrad, mir scheint das etwas klein zu sein, weiß aber nicht ob das nur so wirkt?
      (wenn es nur 20 cm Durchmesser hat, dann bitte ein größeres kaufen...das wird kein Streitfaktor gewesen sein, aber die kleinen Laufräder ruinieren den Mäusen echt den Rücken)

      Ich würde auch ein größeres Sandbad besorgen, wenn Du schon soviel Fläche hast, um vorsorglich das als potentielle Streitquelle auszuschließen...wenn da einer drin hockt und attackiert wird, hat er wenige Fluchtmöglichkeiten.

      Und ja, bitte keine kleinen Häuser mit nur einem Ausgang...offenbar hat es indem Fall da ordentlich drin gekracht.


      Ich muß dennoch hinzufügen, daß wir hier öfter von gescheiterten VGs lesen und die erst so friedlichen Mäuse sich Tage/Wochen oder gar Monate später böse verstreiten und verbeißen.Das ist leider immer ein Restrisko bei den Vgs und den Rennmäusen. zum Glück endet es nicht so oft tödlich, aber das kommt mitunter einfach vor und kann viele Gründe haben.

    • Das Gehege hat eine schöne Größe. Es wäre besser, wenn du anstelle die Grundfläche zu verkleinern lieber die Etagen weggelassen hättest. Bei dem Verkleinern geht es hauptsächlich darum das Gehege für die Renner so übersichtlich zu gestalten, dass sie sich fast immer im Blick haben können und keiner stundenlang in irgendeinem Versteck verschwinden kann.

      Du kannst durchaus die Zusammenführung auf der gesamten Fläche machen, allerdings ohne Ebenen. Das Haus solltest du nicht weiter verwenden oder zusätzlich mindestens noch zwei weitere Ausgänge raus sägen. Eigentlich brauchen Renner keine richtigen Häuser, ein geschützter Ort unter einer Ebene, Weidenbrücke oder ein Rohr reichen vollkommen.

    • ja, ich würde mal drei Wochen auf alle Fälle kein Jungtier nehmen. auch wenn es jetzt zufälligerweise von der Züchterin eins gebe..ich hoffe, sie berät Dich da hinsichtlich genau so. Dann lieber auf einen späteren Wurf warten..und wenn es den erst in sieben Wochen gibt, egal.
      Die VG wird sicher gar kein Problem, wenn das Jungtier acht bis neun Wochen ist, und da würde ich es auch nehmen, nicht älter..aber auch nicht jünger als acht Wochen. ..denn bis es geschlechtsreif wird, müssen beide sich sehr gut aneinander gewöhnt haben. Dann wenn der Kleine so zwölf wochen sind, dann muss man natürlich sehr gut hinschauen. ob alles friedlich bleibt. Normal schon. Dass hier beide mit acht Monaten gleichalt sich so gezofft haben, ist auch in dem Sinn nachvollziehbar, da sie so mit sieben Monaten eben wirklich geistig und körperlich ausgewachsen sind. Nur bei dem anderen gabs irgendwie keinen Stop, was gut an der Enge gelegen haben kann, wie schon erwähnt. Daher würde ich auch noch nicht sagen, der eine ist ein Beisser, kann sein er ist total lieb mit dem Kleinen und ein unglücklicher Zufall führte zu der Beisserei. VG bitte im grossen Becken machen, wie geschrieben nur ohne Etagen. Aber ein Unterstand darf natürlich selbstverständlich sein, sollte sogar sein, kann man fressen und Trinkschale drauflassen. Bei Dir sind dass ja schmale Etagen also nichts schlimmes. aber die musst je auch eh rausnehmen, weil sonst kein TG reingeht

    • Hallo zusammen,

      Erstmal wieder danke für die vielen Ratschläge.

      @univers: Das Laufrad hat einen Radius von 23 cm. Gerade nochmal nachgemessen. Ich könnte aber durchaus noch ein größeres kaufen, weil das andere große Laufrad von meiner anderen Mäusegruppe in Beschlag genommen wurde.

      @daggi47: Dass ein Jungtier zwischen acht und zehn Wochen geeignet sein sollte, war mir bekannt. Ich werde nun erstmal ein bisschen Ruhe einkehren lassen und dabei vorsichtig nach einem neuen Gefährten für Galois Ausschau halten, der im Übrigen heute Abend schon wieder etwas ruhiger wirkt. Die Vergesellschaftung mit Trenngitter ist auch selbstverständlich. Ein passgenaues TG für den Mäusestall ist vorhanden.

      Ich muss wirklich sagen, dass das gestern in all den Jahren, seit ich Mäuse halte, die schlimmste Situation war, die ich je mit meinen Rennern erlebt habe. Gerade deswegen freue ich mich sehr über all Eure Ratschlägen und Komentare. Die haben mir wirklich sehr geholfen.

      Beste Grüße

      Daniel

    • Kauf wirklich ein größeres Laufrad, 23 cm Durchmesser ist zu klein und führt auf dauer zu Rückenproblemen...

      Ja, die Situation möchte einfach niemand erleben...das ist echt immer ne riesen Katastrophe, wenn es tödlich endet.(hier kannste immer nach Rat fragen, lieber einmal zuviel als zu wenig und manchmal kann man alles richtig machen und dennoch passiert es, daß es böse kracht)

    • Wie gesagt, werde ich jetzt ein paar Wochen warten, bis ich meinen Galois wieder vergesellschafte, damit er ein wenig zur Ruhe kommen kann. Morgen kaufen ich ihm schon mal ein größeres Laufrad. Das auf dem Bild ist übrigens der kleine Kerl. Er wirkt auf mich manchmal noch etwas unruhig. Damit er beschäftigt ist, spiele ich viel mit ihm. Ich hoffe, dieser Foreneintrag wird nicht so schnell geschlossen. Dann schreibe ich Euch, wie es geklappt hat, wenn es zur Vergesellschaftung kommt.

    • Hallo liebes Forum,

      ich hatte ja schon angekündigt, später noch einmal schreiben zu wollen, wie es mit meinem Galois weitergegangen ist. Jedenfalls habe ich ein Jungtier von einem Züchter bekommen und es mit meinem Galois inzwischen erfolgreich vergesellschaftet. Der Jungspund heißt D'artagnan und ist auf dem Bild zusammen mit Galois zu sehen.

      Nochmals vielen Dank für Eure Tipps und Hinweise!

      Viele Grüße

      Daniel

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