Vernachlässigte Meerschweinchen

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    • Vernachlässigte Meerschweinchen

      Hallo Meerschweinchenfreunde! Ich würde gerne euren Rat/Tipps hören. Die Kinder meiner Nachbarsfamilie hat zwei Meerschweinchen, die ich ab und an versorge, wenn die weg sind. Mir fällt oft auf, dass der Stall sehr selten geputzt wird (ca. ein Mal im Monat), die Kinder (10 und 13 jahre) spielen und beschäftigen sich kaum mit ihren Tieren. Mir blutet das Herz, wenn ich das sehe. Meine Nachbarin ist der Meinung, die Kinder wollten die Tiere, sie müssen sich darum kümmern, sie selber möchte nichts damit zu tun haben. Ich bin auch ab und an zum "babysitten" bei ihnen. Soll ich da mal was zu den Kindern sagen? Denn das ist kein schönes Leben, was deren Meerschweinchen da führen.

    • Hallo,

      Das ist wirklich ein kniffliges Thema., wie man so etwas anspricht. Das es bei deinen Nachbarn angesprochen werden sollte, steht außer Frage. Allerdings möchte man ja auch nicht die Nachbarn total verprellen ...

      Ich denke es gibt zwei Ebenen auf denen du arbeiten kannst.
      Das erste ist die Verantwortung der Eltern, die dafür sorgen müssen, dass es den Tieren im Haushalt gut geht oder anderenfalls ein besseres Zuhause bekommen. Hier kannst du anbieten dabei behilflich zu sein und Kontakt zum Tierschutz herstellen.

      Das zweite ist das Gespräch mit den Kindern. Ich habe in solchen Fällen versucht das Interesse der Kinder wieder zu wecken indem ich mich immer wieder nach den Meerschweinchen erkundigt habe, ihnen mal ein Löwenzahn oder Mohrrübe mitgebracht habe und spannende Dinge über Meeries erzählt ... wie sie in der Natur leben , usw.

      Erfahrungsgemäß haben Kinder Interesse an Dingen für die sich auch Erwachsene interessieren.
      Vielleicht schaffst du es, dass sie die Tiere nicht als irgendeine Sache , bzw.. Spielzeug begreifen.

      Hier ist in deinem Fall der Knackpunkt:
      Wenn die Mutter sich total raushält und im schlechtesten Fall nur etwas sagt wenn das Gehege stinkt, wie sollen Kinder dann denn verantwortungsvollen Umgang mit Haustieren lernen? So lernen sie doch nur, dass Tiere eine Belastung und ein Anlass für Streit sind.

      Ich finde es ganz schrecklich wenn Haustiere gehalten werden um das Erziehungsziel "Verantwortung lernen" damit zu erreichen .
      Das hat kein Tier verdient.

      Ich wünsche dir viel Diplomatie und Glück bei den weiteren Gesprächen.
      Ich finde es gut, dass du dich für die Meeries einsetzt.
      LG

    • Klingt als wollte die Mutter die Tiere nicht haben. Wenn man da was von Verantwortng verlauten lässt, fühlt sie sich womöglcih noch angegriffen und ist beleidigt. Im dümmsten Fall baden die Tiere das dann aus, indem sie in irgend einer Form "entsorgt" werden, damit sie keine Sorgen mehr bereiten. Diese Schiene wrüde ich lieber nicht fahren, wenn es sich vermeiden lässt. eher lernt die Mutter das später von ihren Kindern, wenn sie zuschaut, wie sie irgendwann gut mit den Tieren umgehen.

      Die Kinder sind bestimmt alt genug und auch vermutlich verständiger, so dass man da, wenn man diese Zeit investieren kann und will, den Job der Mutter teilweise übernehmen könnte und den Kindern etwas über tiergerechte Haltung und verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren beibringen kann. Das wird halt nicht mit ein paar guten Worten erledigt sein. Unter Umständen müssen die Kinder von der Reinigung bis zur Fütterung und Beschäftigung erst mal gezeigt bekommen wie es geht und alles von Grund auf lernen. Je, nachdem, wieviel Vorarbeit da schon von den Eltern geleistet wurde. Insofern finde ich Rho's Idee sehr gut, erst mal Interesse zeigen, sooft du sie triffst. Vielleicht beim Kinderhüten mal fragen, was die denn so brauchen, und was sie fressen und wieviel Arbeit die machen oder nicht machen.... Dann fangen sie vielleicht an, mal nachzudenken. Vielleicht kramen sie sogar ein brauchbares Ratgeber-Buch raus, in dem ihr dann gemeinsam ein wenig schauen könnt. Dann kann man auch nach und nach hinterfragen, ob die Tiere denn alles bekommen was sie brauchen. Eventuell benötigen die Kinder aber auch tatkräftige Hilfe. Ob man die als Nachbarin leisten kann, muss man dann gut mit sich selbst klären, denn in dem Moment übernimmst du ja die Verantwortung für die Tiere, da kannst du dann auch nicht in drei Monaten sagen "so, jetzt macht mal alleine weiter".

      Könnte auch rauskommen, beim Gespräch, dass die Kinder die Meeries eigentlich nicht mehr mögen, denn Interessen ändern sich so schnell bei den Kindern. Erzwingen kann man dauerhaftes Interesse am Tier leider nicht. Bestenfalls durch erklären und zureden wecken. Dann würde ich gf. auch anbieten, bei einer Vermittlung in gute Hände zu helfen, z.B. über Forum oder Tierschutz.

      Genießt den Herbst!

    • Ich sehe hier ein Problem: Die Mutter will sich nicht kümmern (ok, mit 13 J. kann man durchaus ein Tier auch selbst versorgen), wie sieht das dann vom Geld aus? Ich meine jetzt nicht, ob die Geldprobleme haben, sondern, ob die Mutter bereit ist für die optimale Versorgung Geld auszugeben.
      Würde jetzt einfach mal denken, dass es die typische Kinderzimmerhaltung ist: Kleiner Käfig, Trockenfutter, Heu.
      Aus dem keinen Käfig müsste ein größerer werden (akzeptabel für 2 wäre z.B. der 160x80 cm den man im Fressnapf kaufen kann oder ein Klappgehege z.B. aus Songmics-Regalen, billigere Variante), aus dem Trockenfutter müsste Frischfutter mit max. gesundem Trockenfutter werden.

      Ich habe derzeit 2 Pärchen bei mir (bin Pflegestelle für Meerschweine über einen Verein). Ein Pärchen hat 1 qm (100x100 cm Klappgehege, weil die Vermittlung wegen dem Mädel etwas dauern kann, ist ne Zicke - hat sie bei meinen schon Eindrucksvoll unter Beweis gestellt - und soll nicht zu anderen Mädels) und das andere Paar hat einen 120x50 cm Käfig (hier sucht nur der Kastrat, das Mädel ist Dauerpflegling und nur seine Gesellschaft).
      Deswegen ein Paar sollte für Dauerhaft schon 1 qm zur Verfügung haben. Das Paar im 1 qm Gehege hat grade so die nötige Einrichtung drin und es ist gefühlt alles voll. Die anderen beiden haben sogar nur 1 Haus und 2 Kuschelsäcke.

      Lieben Gruss von Jenny *seit 01.07.2018 Rennerlos*