„Historische“ rennmaushaltung Ende der 80er

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    • „Historische“ rennmaushaltung Ende der 80er

      Denke gerade voller Nostalgie (NOT) an meinen ersten literarischen Kontakt mit rennmäusen zurück: ich hatte Ende der 90er ein Buch, in dem verschiedene Haustiere für Kinder vorgestellt wurden. Neben Hund, Katze, Wellensittich und co hatte die Autorin (ja, es war eine für alles) auch rennmäuse. Haltung im Aquarium war da schon State of the Art, aber als Gruppengrösse empfahl sie ein pärchen mit Nachwuchs, denn: wenn der Platz „voll“ ist, stellt das Elternpaar den Nachwuchs ein und alle leben glücklich und zufrieden, bis an ihr Ende.
      Mann,Mann, hätte ich mich da mit 10 umgeguckt, wenn mir der Clan um die Ohren geflogen wäre, mit verletzten und toten Tieren.... :cursing:

    • Callisto schrieb:

      denn: wenn der Platz „voll“ ist, stellt das Elternpaar den Nachwuchs ein und alle leben glücklich und zufrieden, bis an ihr Ende.
      Das stand so auch noch in einem Rennmausbuch, das ich (bzw. mein Freund) vor 10 Jahren zu Haltungsbeginn gekauft hatte. Es war glaube ich ein GU Ratgeber? Die meisten Ratgeberbücher zu Rennmäusen sind einfach Käse, da sie entweder falsche Infos beinhalten oder die Hälfte "vergessen" zu erwähnen.

      Die Tierhaltung hat sich aber nicht nur bei den Mäusen stark gewandelt. Vor 20 Jahren hatten ich und meine Schwester als Kind auch mal einen Goldhamster im typischen winzig-Gitterkäfig mit Gitteretagen und winzig-Laufrad mitten in der Wohnung stehen. Da bekomme ich heute noch ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn ich dran denke.
    • Das geht ja vielen so, wenn man bedenkt wie wenig Infos es damals gab (Computer/Internet gabs in meiner Kindheit nicht) und die wenigen Fachbücher waren auch oft grottenschlecht und wirkliche Tierschutzvorgaben auch nicht vorhanden...

      Da kaufte man eben oft im Zooladen um die Ecke und bekam natürlich vieles sinnlosen mit dazu verkauft...wie auch zu kleine Käfige.

      Ich darf da auch nicht dran denken, da ich als Kind schonmal Rennmäuse hatte und alles doch arg beengt für die war...darf man heute keinem mehr erzählen und tuts mir auch noch ganz schön leid.

    • Wahrscheinlich ist man dann angehalten, ein Rennmauszimmer einzurichten :) . D.h. eine mindestens 2- Zimmer-Wohnung ist schonmal Grundvoraussetzung für die Haltung (selbstverständlich steht dann das Bett im Wohnzimmer). Online-Shops verkaufen nagesichere Tapeten und pipi-sichere Fußböden mit extra Grip. Wer irgendwann mal züchten möchte, kann schon in jungen Jahren anfangen für die Zweit-Wohnung zu sparen.
      Die Gehege von heute kann man ja noch Notfallgehege zur kurzfristigen Unterbringung aufbrauchen, oder als Transportgehege, wenn die kranken Renner im Kleintransporter zum Tierarzt chauffiert werden ;) .

      Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen wird, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht (V. Havel)
    • Grauwölfin schrieb:

      Wahrscheinlich ist man dann angehalten, ein Rennmauszimmer einzurichten
      Kopfkino-Spinner-mäßig habe ich mir schon hin und wieder ausgemalt, was sich in Sachen Rennmaushaltung z.B. mit einem leeren Schwimmbecken im Keller anstellen ließe. In den 90ern war das ein Trend bei Leuten, die es sich leisten konnten: Ein Schwimmbad im Keller. Heute sind die Becken wegen der Betriebskosten oft leer und abgedeckt. Nicht, dass wir so was hätten, leider. Glas-Zaun drum rum, mit buddelgeeigneter Erde füllen, Vegetation der Mongolei dort anpflanzen... :whistling::love:

      Aber ja, vermutlich werden die Standards in ein paar Jahren wieder andere sein als heute. Wer weiß, vielleicht werden "Exoten" auch irgendwann tatsächlich in der Haltung ganz verboten oder stark reglementiert.
    • Myon schrieb:


      Aber ja, vermutlich werden die Standards in ein paar Jahren wieder andere sein als heute. Wer weiß, vielleicht werden "Exoten" auch irgendwann tatsächlich in der Haltung ganz verboten oder stark reglementiert.

      Ich habe schon in den 7 Jahren die ich Rennmäuse halte gemerkt, wie sich die Standards geändert haben.
      Als ich mich hier angemeldet habe waren meine 120x40x40 eher groß und heute ist es gerade mal Mindestmaß. Und von Hanf-, Flachs etc. auf den Ebenen hat auch niemand gesprochen(ich werde den Trend aber mal testen ;) ). Also ist das Mäusezimmer als Haltungsempfehlung in 20 Jahren gar nicht so abwegig :D
    • Ich hatte vor ca 11 Jahren meine ersten Rennmäuse Schnokuss und Cocos ,natürlich aus nem Zooladen.
      Das Gehege selbst war groß ,so nen doppelstöckigeg Nagerkäfig auf Rollen ,gibt es immer noch für Ratten zb.
      Hatte leider keine tiefe Buddelfläche ,als nur 15 cm Einstreu.
      Waren aber top gesund und sind 4,5 Jahre alt geworden.

      Ich denke so kommen dann auch Aussagen ,meine buddeln nicht gerne zustande.
      Denn ,wenn nix da zum buddeln ,dann tun sie es auch nicht und da Rennmäuse ja keinen Antrag stellen,Pech gehabt.
      Ich will gar nicht ausschließen das es Exemplare gibt die tatsächlich lieber Laufradeln,aber um die Vorlieben raus zu finden,muss man halt alles mal anbieten.

      Da bin ich gleich bei meinem Lieblingsthema ,die Gehege Größe.
      Mindestmaß,schon das Wort sagt ja ,Achtung absolutes Mnimum.Wer will denn schon absolutes minimum ???

      100 mal 50 Rennmaus gerecht einrichten mit Buddelfläche und Laufrad ist nur mit Aufsatz möglich.

      Es macht soviel mehr Freude ein 120 mal 60,oder noch besser 160 usw einzurichten.
      Die Tiere leben auf ,wenn die Gehege Größe stimmt :love:
      Ich träume von einem extra Mäusezimmer,vielleicht irgend wann mal,aber solange stehen meine Gehege eben auch im Wohnzimmer und wer damit nicht leben kann oder will,tja der muss halt weg bleiben.
      Unser Hund darf zb auch auf die Couch (und Noch einiges mehr hi hi )
      Lg Orio :wink:

    • Ich habe noch ein Buch von 1988 über Heimtierhaltung. (Bis heute behalten, weil mich die Selbstverständlichkeit mit der Affen, dort neben Hund,Katz und Hamster als Haustiere vorgestellt werden immer wieder überrascht)

      Da wird für einige Springmausarten ausdrücklich die freie Wohnungshaltung empfohlen. Vllt ist das auch ein Blick in die Zukunft xD

      Die Empfehlung für Rennmäuse war wenn ich mich Recht erinnere aber eher gruselig.

      Als Untergrund nur Sand und die empfohlene Größe war winzig. Muss ich Zuhause gleich Mal schauen.

    • Ich finde es ja immer schade, dass man seine Rennmäuse nicht in der Wohnung rumlaufen lassen kann, aber zum einen sind schon die Ausläufe mit einem gewissen Streitrisiko behaftet und zum anderen ist das Unfallrisiko sehr hoch - wie oft liest man hier, dass jemand auf eine Maus getreten oder dass sie unter ein Möbelstück geraten ist... von daher wohl leider keine Perspektive :)

    • Hallo chawni
      Absolut richtig,mind.eine Ebene,finde ich ist auch ein Muss.
      Gerne auch mehr bei stabiler Gruppe und ja ich habe auch 2 Gruppen die gerne klettern,allerdings mit unterschiedlichem Erfolg,sehr lustig.
      Ich schaue dann das Fallhöhe OK ist und sie weich fallen.
      Aber buddeln,das machen meine wirklich alle und in den Becken mit über 160 Länge sind das echt beeindruckende Gänge.
      LG orio

    • So ein Schwimmbecken wäre schon was ...*träum*

      Ich habe auch noch so ein paar "historische" Bücher da. Ich finde es immer interessant, da drin zu blättern. So eine Art "Blick in die Zukunft" wie im Buch von Kopa steht bei mir in einem kombinierten Hamster- und Rennerratgeber aus den 80ern: zwar wendet sich der Autor entschieden gegen 20 x 15 cm - Käfige (kaum zu glauben, dass es sowas jemals gegeben hat) und ist traurig, dass der große 70 x 35 - Käfig nicht mehr hergestellt wird. Letzterer kommt aber schon fast als Luxus rüber. Dann beschreibt er die Haltung seines ersten Hamsters in der Kindheit: der lebte in einer 100 x 60 cm Holzkiste, aus Sicht des Autors natürlich eine mittlerweile völlig veraltete Haltung.
      Und wie sieht's heute aus: bei den empfohlenen Gehegen schüttelt jeder den Kopf während die Holzkiste - entsprechend behandelt und eingerichtet - durchaus als geeignetes Hamsterheim durchginge. Aus heutiger Sicht hat der Autor quasi einen Rückschritt gemacht.


      Myon schrieb:


      Aber ja, vermutlich werden die Standards in ein paar Jahren wieder andere sein als heute. Wer weiß, vielleicht werden "Exoten" auch irgendwann tatsächlich in der Haltung ganz verboten oder stark reglementiert.

      Ich denke auch , dass sich die Standards noch ändern, allerdings glaube ich, dass die Mindestmaße irgendwann mal "stehenbleiben". Und zwar dann, wenn immer mehr tatsächliche und potentielle Halter nicht mehr mithalten können, weil die Vorgaben von "Otto-Normaltierhalter" nicht mehr zu erfüllen sind.
      Als ich anfing hier zu lesen, war ein 80er Aqua normal, ein 100er gut, alles drüber Luxus. Jetzt gelten die 80er oft schon als VG-Becken zu klein. Ich finde es besonders spannend, wie sich auch die eigene Sicht auf die Haltung ändert: meine ersten Renner lebten in einem 60 x irgendwas Plastik- Hamsterkäfig (allerdings mit viel Auslauf). Später dann ein etwas größerer Meeri-Käfig, ein 100x irgendwas Plastik-Duna, lange eine Gruppe im 80er und eine im 100er-Aqua. Zum jeweiligen Zeitpunkt kamen mir die Gehege durchaus in Ordnung, teile sogar extra-groß vor.
      Aktuell habe ich gerade eine Jungtier VG in einem 80er durchgeführt und freue mich jetzt schon, sie in ihr endgültiges Gehege setzen zu dürfen (ist als Eck-Terra nicht wirklich teilbar, deshalb das extra VG-Becken), damit sie endlich Platz haben. Auch ich würde jetzt sagen, dass das 80er für Erwachsenen VGs mit längeren Zeiten am TG zu klein ist und überlege, mich mal nach 100er für VG-Zwecke umzusehen. Vor einigen Jahren VGs im 60er kamen mir damals dagegen völlig okay vor.

      Ein Haltungsverbot o.ä. steht natürlich immer (noch) im Raum, dann sähe die Entwicklung sicher völlig anders aus. Deshalb bin ich auch schon so gespannt auf die Ergebnisse der Exopet - Studie. Aber leider habe ich bislang nur Auswertungen für Vögel und Reptilien gefunden, die Säuger stehen wohl noch aus.

      Gruß
      Grauwölfin
      Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen wird, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht (V. Havel)
    • Hier Exopet-Studie ist die Seite der Studie. In Teil I (Befragung mittlerweile abgeschlossen) ging es auch um exotischer Kleinsäuger, also auch Renner. Die Auswertung dieses Teils ist jedoch noch nicht da bzw. ich habe noch nix dazu gefunden.

      Und hier gab's auch mal einen Thread dazu.

      Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen wird, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht (V. Havel)
    • Danke für den spannenden Link, Grauwölfin. Bin gespannt auf deren Ergebnisse.
      Ich bin auch gespannt, ob und wenn ja wann die ständige Erhöhung der Standards anhält... so sehr ich unseren Kleinen alles Gute wünsche, manche Dinge finde ich unverhältnismäßig. Ich habe es gerade nochmal nachgelesen, das gesetzliche Mindestmaß (Wohnfläche) in der "Haltung" eines Menschen beträgt 9 Quadratmeter... vielleicht sollte man sowas ja doch zuerst korrigieren.