„Historische“ rennmaushaltung Ende der 80er

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    • Also mein Wohnheim-Zimmer damals war kleiner (okay, wenn man das Bad dazunimmt vielleicht etwas größer), allerdings war es ein Doppelzimmer. Auf jeden Fall waren das auch mit Bad keine 18qm. Die FH war damals völlig überbelegt. Wo hast du den das Maß her?

      Aber es ist natürlich auch ein Unterschied, ob man da sein ganzes Leben drin verbringt (wie unsere Renner) oder nur vorübergehend und zudem ja auch rausgehen kann.

      Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen wird, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht (V. Havel)
    • Ich hab ja ab und an so meine 5 minuten.Da hab ich dann echt vorm Gehege gehockt ,mir überlegt ,solang ist die Maus ,so oft passt sie von der Länge ins Gehege.
      Dann hab ich mir das vorgestellt mit mir,also ich 170 also 170 mal 10 in der Länge und das dann als mein Lebensraum =O kann mir wer folgen ?(
      Dann hab ich angefangen mit den 2 Meter G.ehegen.
      Ich weiß,ich hab nen Knall :P
      Lg Orio :wink:

    • Interessant, mein Bundesland würde mir eigentlich sogar 10 qm gönnen :) .

      @Orio: dabei hast du noch gar nicht bedacht, dass du auf 2 Beinen läufst, die Renner aber auf 4. D.h. eigentlich dürftest du nicht deine Länge, sondern nur deinen Durchmesser Bauch/Rücken ansetzen, wenn du das vergleichen willst. D.h. dein Lebensraum schrumpft noch mehr.
      Auf der anderen Seite gibt's allerdings auch jede Menge Leute, die freiwillig (nicht krankheitsbedingt o.ä.) aus ihrem Viertel nie rauskommen. Aber das ist ein anderes Thema.

      Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen wird, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht (V. Havel)
    • Wichtiger Unterschied aber bei der Mindestwohnfläche für einen Menschen bei Mietwohnungen und der Mindestgröße bei Rennergehegen ist ja wie schon gesagt wurde, daß beim Renner sich das gesamte Leben im Gehege abspielt (von gelegentlichem Auslauf, den einige ihren Rennern geben, mal abgesehen), während der Mensch sich ja nicht rund um die Uhr sein gesamtes Leben auf dieser Wohnfläche aufhält.
      Btw, wem 9m² pro Person wenig vorkommt, ich hab mal eine Doku über Wohnraum bzw generell Enge in Tokyo gesehen, da gibt es auch Wohnungen mit weniger ... Finde ich grad nicht, aber dafür einen Artikel über Hongkong, der auch gruselig klingt: welt.de/wirtschaft/article1359…enschen-von-Hongkong.html

    • Da war meine 20m2(mit Bad und Kochplatte) Wohnung ja schon ein Luxusgehege :D

      Ich habe übrigens gerade nochmal nachgelesen.

      Stand 1988:
      Mindestmaß: 40x50cm
      Reinigung: alle 2 Wochen
      Futter: Körner, Gemüse (kein Kohl), Obst, Mehlwürmer (Insekten allgemein), Löwenzahnblätter, Wegerich und Achtung Brot und Kekse
      - keine Glasabdeckung!
      - Sand statt Späne, zusätzlich Heu und Stroh zum Nestbau und Äste zum Klettern
      - w+m oder 2w+m
      - es wird darauf hingewiesen daß sie sich munter reproduzieren
      - mit der Geschlechtsreife müssen die Jungtiere raus weil sonst Kämpfe drohen die auch tödlich enden können

      Die Empfehlungen galten btw für Mongolen und ägyptische Rennmäuse.

    • Über Obst und Kekse wären meine sicher begeistert - nur müsste ich sie dann bald rollen :)
      2 Weibchen 1 Männchen geht ja nicht mal gut, wenn man von dem Nachwuchsproblem absieht...

      Tja, aber selbst in aktuellen Büchern und Foren wird ja noch vertreten, dass man von Gehegen über einem Meter absehen soll, weil das angeblich die Streitgefahr erhöht :/ Und im aktuellen GU wird als Beschäftigungstip Heu in einer (gestrickten) Socke empfohlen. Was soll man sagen.

    • Der Fluch der ersten Ratgeber zu Rennmäusen war, dass sie so dürftig waren, dass ich ganz viel ausprobiert habe und alle Erfahrungen selbst machen musste.
      Meine ersten Gruppen hatten ein Sandbad nur während des Auslaufs, der allerdings in einem 25 qm Zimmer stattfand. Zum Glück für alle nachfolgenden Gruppen hat sich ein Renner dauerhaft dort eingerichtet und somit wurde das Sandbad im Gehege integriert.

      Die erste Etage im Käfig hielt ich noch für eine geniale Erfindung meinerseits, weil ich gemerkt habe, dass Renner gerne weit oben sitzen und Ausschau halten. Das konnten sie vorher nur auf meinem Kopf sitzend.

      Ich dachte auch eine Zeitlang, je mehr Tiere in der Gruppe desto besser und träumte von einer Fussballmannschaft.
      In der ersten Dreiergruppe starb eine nach ein paar Monaten. Da sie aus dem Tierheim waren, ging ich davon aus, dass es altersbedingt war. Heute sehe ich, dass es eindeutig Stress durch Mobbing war. Meine Fünfergruppe, auch Tierheim, krachte nach einem Jahr auseinander als der Jüngste aus der Gruppe rumflegelte und den, wie ich es heute sehe, Rangzweiten angriff. Das war ein sehr blutiges Gemetzel, dass ich nicht verstand, weil in keinem Ratgeber erwähnt. Nach der Trennung in 1 x 3er + 1 x 2er Gruppe war alles harmonisch. Mit der darauffolgenden 4er Gruppe glaubte ich durch die Quasi-Pärchenbildung es besser zu machen… Denkste! Auch hier brachte nur die Aufteilung in Gruppen wieder Ruhe rein.
      Ich hatte auch ein paar Einzelrenner aus dem Tierheim, das mich warnte, bzw. verbot diese Tiere anders zu halten als in Einzelhaltung. Daran habe ich mich auch gehalten. ;(

      Ich schäme mich für das, was ich aus Unwissenheit all meinen Rennern angetan habe. ;(
      Dennoch gab es für jede Gruppe nach und nach Verbesserungen: Die Gehege wurden größer, das Einstreu höher usw.

      Habe dann sehr viel auf englischen Webseiten gefunden, was brauchbar war und dann stolperte ich über dieses Forum … :)

      Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, das Fachwissen derjenigen die Tiere vermitteln, verkaufen oder weitergeben.
      Es soll niemand sagen können er wüsste es nicht besser !

      Natürlich bin ich auch vehement dagegen Tiere als Handelsware zum eigenen Profit zu verkaufen. Ich wünsche mir, dass irgendwann einmal in den Zooläden keine lebenden Tiere mehr verkauft werden dürfen (beim Zubehör sind die Umsätze sowieso größer) und es nur noch Bezugsquellen für Tiere gibt, die diese artgerecht halten und züchten !!!

    • rho schrieb:

      Zum Glück für alle nachfolgenden Gruppen hat sich ein Renner dauerhaft dort eingerichtet und somit wurde das Sandbad im Gehege integriert.
      Ich bin immer wieder beeindruckt von der Fähigkeit unserer Mäuse, ihren Haltern beizubringen, wie die Dinge zu sein haben :)

      Ich schäme mich für das, was ich aus Unwissenheit all meinen Rennern angetan habe.
      Es ist immer traurig, wenn man Sachen hinterher besser weiß und dann an seine Fehler zurück denkt. Mir geht es so mit der Wahl des Tierarztes, der am Ende meine kleine Chawni eingeschläfert hat - ich bin nicht sicher, ob das nicht anders gelaufen wäre, wenn....
      Aber mehr, als nach bestem Wissen und Gewissen handeln, kann man halt nicht tun, und auch deinen Mäuschen hätte es noch sehr viel schlechter gehen können, wenn sie nicht bei dir gelandet wären. Vielleicht tröstet dieser Gedanke ein bisschen :/
    • Chawni schrieb:

      Ich bin immer wieder beeindruckt von der Fähigkeit unserer Mäuse, ihren Haltern beizubringen, wie die Dinge zu sein haben
      Stimmt ! Dafür muss Mensch auch bereit sein.

      Am allermeisten habe ich von meinen Renner gelernt, indem ich sie beobachtet habe und versucht habe ihre geheimen Wünsche zu erahnen. :)
      … und ich höre damit nicht auf !!! :D
    • Meine haben so eine Art, mich mit einer bestimmten Miene anzusehen, wenn ich wieder irgendwas total Unmögliches gemacht habe... sie kommunizieren das ziemlich deutlich :)

      Lektionen, die mir spontan einfallen:

      - Heu ist nicht gleich Heu. Manches fressen wir nicht mal, wenn wir wochenlang kein anderes kriegen.
      - Häuser sind toll, auch ganz kleine, aber alle Häuser brauchen drei Ausgänge. Alles andere ist indiskutabel.
      - Wir mögen keine Bachflohkrebse.
      - Rennmäuse können nicht klettern? Pffft!!
      - Rennmäuse können nicht kopfunter am Deckengitter entlang laufen? Gib mir eins, und ich zeig es dir....
      - Menschen haben keine Ahnung von Innenarchitektur.
      - Sand muss fliegen, sonst macht es keinen Spaß.
      - Wir MÖGEN keine Bachflohkrebse...!
      - Manche Häuser müssen auf der Seite liegen. Das ändert sich auch nicht, egal, wie oft der Körnergeber versucht, sie wieder "richtig" hinzustellen.
      - Um ein Haus auf die Seite zu kippen, braucht es genau einen kräftigen Ruck an der richtigen Stelle, den man vorzugsweise dann ausführen sollte, wenn der Körnergeber noch daneben steht. Vielleicht lernt er es ja irgendwann...
      - Man kann nie genug Sandbäder haben. Eins pro Etage ist Minimum. Oder willst DU mitten in der Nacht die Treppe runter, wenn du aufs Klo musst?
      - WIR MÖGEN KEINE BACHFLOHKREBSE !!!!!

    • rho schrieb:

      Die erste Etage im Käfig hielt ich noch für eine geniale Erfindung meinerseits, weil ich gemerkt habe, dass Renner gerne weit oben sitzen und Ausschau halten.

      Das erinnert mich an das (viel zu) große Haus mit Leiter auf's Dach, das ich damals im Werkunterricht gebastelt habe und in den ansonsten kahlen ehemaligen Meeri-Käfig gesetzt habe. Für mich damals die Idee des Jahrzehntes.

      Bachflohkrebse mag hier auch niemand. Daher finde ich es auch so praktisch, dass man die bei Futterkrämerei abbestellen kann. Dass ein Haus mehrere Eingänge braucht, daran scheiden sich in Rennerkreisen aber wohl die Geister. So ein 1-Loch-Haus kann doch auch sehr entspannend und kuschelig sein.
      Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen wird, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht (V. Havel)
    • Grauwölfin schrieb:

      Daher finde ich es auch so praktisch, dass man die bei Futterkrämerei abbestellen kann
      Eigentlich müsste man die Futterkrämerei die Info zukommenlassen, dass es zwar lieb gemeint ist, aber dass Renner keine Bachflohkrebse fressen.

      Oder hat hier jemand eine psst :whistling: BACHFLOHKREBS fressende Rennmaus X/:bazinga:
      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Aber die Ratgeber wurden mit den Jahren nicht wirklich besser. In meinem 'neueren' Buch steht auch Großgruppen, es sind Bilder von Gitterkäfigen usw....

      Der Bericht von Hong Kong ist ja erschreckend...

      Und nebenbei: Meine verachten auch alle die Krebse. Bianca lässt sich wenigstens dazu herab sie mal kurz in den Mund zunehmen, gefressen wird trotzdem nicht. Die anderen schnuppern und machen kehrt.


    • Meine eine Zweiergruppe hat sie gefressen, bei den Mädels hatte ich aber anderes Futter, wo schon Eiweiß drin war, da hab ich keine mehr extra gekauft, weiß also nicht, ob die sie genommen hätten oder nicht. Bzw ich durfte es auch nicht mehr ausprobieren, weil mein Mann den Geruch nicht so toll fand ;)