Vergesellschaftung von Kira ( 1J. 3 M.) mit Isi ( 8 Wochen) - Ein Erfahrungsbericht

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    • Vergesellschaftung von Kira ( 1J. 3 M.) mit Isi ( 8 Wochen) - Ein Erfahrungsbericht

      Meine zweite Jungtiervergesellschaftung stand an.
      Das sollte doch problemlos funktionieren, dachte ich mir.
      Doch so einfach wurde es dann doch nicht.

      Die VG sollte im 1.50 m Aquarium stattfinden, da ich der bewegungsfreudigen Kira das kleine 80er Becken nicht zumuten wollte.
      Jede Seite hatte Streu, Sandbad, Pappröhren, Weidenbrücke, Nagematerial und Kira zusätzlich ein Laufrad.
      Klein-Isi zog an einem Mittwochnachmittag ein und lernte Kira am Trenngitter kennen.
      Isi war furchtlos und kam interessiert an das TG. Kira war aber gar nicht erfreut eine neue Maus kennen zu lernen.
      Für einen Moment bebte sie und schlug mit dem Schwanz. Danach verlief alles wie ich es gewohnt war. Die Mäuse machten mausige Sachen.
      Sie trafen sich am TG zum Schnüffeln, wobei Isi immer dann wegsprang, wenn Kira ihr zu nahe kam, aber das ist durchaus ein normales Verhalten für eine Jungmaus.

      Am nächsten Nachmittag drehte ich das TG und beide Mäuse erkundeten aufgeregt das leer geräumte Aquarium.
      Ich hatte zwei flach gedrückte Weidenbrücken belassen - für Klein-Isi sollte es eine Rückzugsmöglichkeit geben.
      Die Mäuse begegneten sich das erste Mal und schnüffelten Nase an Nase.
      Und dann fing Kira an die kleine Maus zu jagen!
      Isi verschwand unter einer Weidenbrücke und Kira steckte ihre Nase mit hinein. Klein-Isi stürzte heraus und Kira hinterher.
      Ich war erschrocken!
      Das hatte ich so nicht erwartet!
      Kira wirkte auf mich sehr entschlossen und ich fing sie immer ab.
      Aber ihr Verhalten änderte sich nicht.
      Jedes Mal, wenn Klein -Isi unter der Weidenbrücke saß und Kira sich ihr näherte flitze die kleine Maus heraus und Kira stürmte hinterher.
      Nach etwa 10 Minuten habe ich diesen VG-Versuch abgebrochen.

      Ich hielt Rücksprache mit der Züchterin, die mir riet die Weidenbrücken heraus zu nehmen, und einem aktiven Forumsmitglied, das meinte,
      auch Jungtiere sollten durchaus zum Kennenlernen zwei Tage am TG sitzen.

      Jetzt saßen Kira und Isi im jeweils anderen Abteil und sollten sich erst einmal beruhigen.
      Während dessen überlegte ich warum diese Jungtiervergesellschaftung schief lief und was ich hätte anders machen können.
      Meine erste VG mit einem Jungtier( VG von Puschel mit Winzling ) fand im 80 er Aquarium statt.
      Kira war sehr ängstlich und fiepte fast ununterbrochen. Isi stattdessen gab von Anfang bis zum Ende der VG keinen einzigen Laut von sich,
      was mich sehr erstaunte.
      Ich kam zu dem Schluß, daß Isi´s Abteil ( 0.75 x 0.50 cm) zu groß war und sie dadurch die Möglichkeit hatte die Nähe zum Trenngitter
      und somit den Kontakt zu Kira zu meiden. Ich hatte das Aquarium mittig geteilt wie ich es bei adulten VGs mache.
      Also verschob ich das TG und Isi´s Abteil maß nur noch 0.40 x 0.50 cm.

      Am nächsten Nachmittag vergrößerte ich Isi´s Abteil etwas und nahm alle Einrichtung heraus.
      Dann drehte ich das TG und ließ Kira hinüber laufen und verschloß das Abteil wieder. Kira verhielt sich jetzt zum Glück ganz anders als gestern.
      Sie hüpfte neugierig auf Isi zu und blieb dann sitzen, statt sie zu jagen. Isi nahm aber Reißaus und ließ keine Nähe zu. Wenn Kira in einer Ecke
      scharrte näherte sich Isi, floh aber wieder in eine sichere Entfernung, wenn Kira auf sie zu kam. Das wiederholte sich minutenlang.
      Die Zwei drehten sich sprichwörtlich im Kreis.
      So werden sie sich nie kennenlernen, dachte ich.
      Dann hatte ich eine Idee.
      Ich nahm jetzt doch wieder eine Weidenbrücke zur Hilfe und stellte sie mit einer Öffnung direkt an eine Glasseite. Etwas später entdeckte Isi die kleine Höhle und schlüpfte hinein. Kira kam dazu und steckte ihren Kopf zu Isi hinein und endlich bliebt die kleine Maus sitzen und die beiden konnten sich beschnüffeln. Als ich dachte, daß Kira lange genug auf Isi´s Pelle gerückt war stupste ich sie an und sie machte den „Höhleneingang“ wieder frei.
      Jetzt war das Eis gebrochen!
      Kira und Isi kamen jetzt immer wieder unter der Weidenbrücke zusammen und lernten sich kennen. Nach einer kurzen Zeit schob ich die Weidenbrücke etwas von der Wand weg und Isi hätte nun jederzeit nach hinten heraus vor Kira flüchten können, aber das machte sie nicht. Nun trafen sich die beiden auch im ungeschütztem Streu. Isi war zwar noch recht schreckhaft, aber sie versteckte sich nie lange unter der Weidenbrücke und suchte jetzt auch den Kontakt zu Kira.
      Nach gut 1 ½ Stunden war es dann soweit und ich sah wie Kira die kleine Isi intensiv putzte. :love:
      Diese lag lang gestreckt, mit angelegten Ohren da und rührte sich dabei nicht.

      Eine halbe Stunden später beschloß Kira ein Nickerchen unter der Weidenbrücke zu machen und Klein- Isi legte sich dazu.
      Die VG war gelungen und zudem mit zwei Stunden die kürzeste, die ich bisher durchgeführt habe!


      Fazit:

      Das war meine neunte Vergesellschaftung. Sieben sind geglückt, zwei sind gescheitert.
      Jede VG verläuft anders.
      Egal wie viele Erfahrungen man bisher schon gemacht hat, man wird immer wieder mit unerwarteten Situationen überrascht auf die man flexibel reagieren muß.

      Ich denke die Zusammenführung scheiterte im ersten Versuch, da das VG-Abteil für Klein-Isi zu groß war und dadurch das Kennenlernen mit Kira am Gitter an
      nur einem Tag nicht ausreichte.
      Außerdem war wohl die Grundfläche von 1.50 x 0.50 m beim ersten Zusammentreffen zu groß für eine Jungtiervergesellschaftung und bot Kira zu viel Platz zum Hinterherrennen.

      Man lernt nie aus!





      Grüße von Beja

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Beja ()

    • Das ist wirklich ein spannender Bericht, danke Beja!

      Ich könnte mir vorstellen, dass die Angst- und Fluchtreaktion mancher Mäuse sich selbst immer wieder verstärkt, wenn die Tiere "erfolgreich" flüchten können - denn durch das Wegrennen wird ja die Angst weniger, also machen sie es immer wieder.
      Und die andere Maus wird zum Nachlaufen veranlasst, was die flüchtende Maus weiter darin bestätigt, dass sie Grund zum Weglaufen hat.

      Auf der anderen Seite ist es kontraproduktiv, wenn eine Maus nicht nur Angst, sondern tatsächlich Panik hat - denn dann ist der Kontakt auf jeden Fall eine negative Erfahrung, auch wenn er eigentlich gut läuft. Erzwingen kann man also auch nichts.
      Vergesellschaftung bleibt wohl eine Gratwanderung zwischen diesen beiden Polen.

    • Super Beja :thumbsup: , das war ja echt spannend. :huh:

      Eins habe ich auch gelernt... es gibt keinerlei Patentrezept für VG's ^^ .

      Mein Lucky war damals z. B. eine so wahnsinnig ängstliche Maus und hat sich immer in die kleinsten Ritzen versteckt, so dass kein Kontakt zu Pünktchen stattfinden konnte. Erst als ich alle winzigen Versteckmöglichkeiten entfernt hatte und den VG-Bereich verkleinert hatte, fanden die Beiden schließlich zusammen. :love:

      Ich drücke die Daumen für dein "Dreamteam" :thumbsup::2love:

      LG von :gerbil Jerry :babyboy: + Floh :babyboy::heart: // Lines :babyboy: / Gonzales :babyboy: // Babe :babygirl: + Polly :babygirl::heart: // BeeGee :babyboy: + Mabel :babygirl::heart: (zur Zeit in Pflegestelle) // und mir => großes :babygirl: