Anleitung für einen selbstgebauten Laufteller für unter 10 Euro

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    • Anleitung für einen selbstgebauten Laufteller für unter 10 Euro

      Hallo alle zusammen,
      ich habe einen Hamster, drei Degus und seit kurzem auch zwei kleine Rennmäuse.
      Alle brauchen natürlich zur Beschäftigung Laufräder bzw. Laufteller.
      Bei Hamster und Rennmaus setze ich auf Laufräder, da der Hamster alleine läuft und die Rennmäuse bis jetzt nur wenig Interesse am Laufen zeigen.
      Bei den Degus finde ich allerdings einen Laufteller angebrachter, da sie auch gerne zu mehreren laufen und das in einem handelsüblichen Laufrad, das nicht 300 Euro kostet
      meiner Meinung nach nicht möglich ist. Vom aktuellen Angebot der Laufteller auf dem Markt bin ich aber schwer enttäuscht. Nicht nur, dass viel zu viele aus Plastik angeboten werden, was ich meinen nagefreudigen Tierchen niemals geben würde, auch, dass es kaum Produkte in angemessener Größe gibt. Nachdem ich nun einen Laufteller aus Holz hatte, der nicht mal zwei Wochen gehalten hat ohne sehr stark zu eiern und auch sehr laut zu werden, habe ich etwas tiefer in den Geldbeutel gegriffen und einen dieser Stahlteller gekauft, die ja sehr leise sein sollten und eben nicht angenagt werden. Aber auch der hat nicht lange das gehalten, was er versprochen hatte. Schon nach einer Woche war unerträgliches Quietschen bei jeder Umdrehung zu hören. Die Kleinen hatten ihren Badesand auf dem Teller verteilt und der kam ins Kugellager. Also hieß es ölen. Aber nicht nur einmal. Alle 3 Tage baut mein Freund den Teller seit Monaten komplett auseinander, reinigt ihn und ölt ihn um kurz darauf wieder enttäuscht festzustellen, dass er der Lauffreude unserer Nager nicht lange stand hält. Als wir dann auch noch den Holzteller auseinander gebaut haben, um mal zu sehen, wie das überhaupt gebaut ist und wieso sie so "teuer" sind (immerhin über 30 Euro für ein Stück Holz und ein Kugellager), haben wir mit Erschrecken festgestellt, dass noch nicht mal ein ordentliches Kugellager verbaut war. Na super! Da sind wir dann auf die Idee gekommen, einfach mal zu probieren, ob man sowas nicht selbst bauen kann, und zwar besser und billiger. Siehe da, nach zwei Tagen rumspielen war das Ding dann fertig. Für noch nicht mal 5 Euro. Da ich bisher nirgends im Internet fündig geworden bin bzgl. Anleitungen zum Selbst Bauen eines Lauftellers, dachte ich mir, ich teile das ganze mal mit euch. Der erste Versuch ist leider zu klein geworden, da die Holzplatte, die wir hatten nur einen Durchmesser von etwa 32cm zuließ. Deshalb wird jetzt noch einer gebaut. Eine super Gelegenheit alles zu dokumentieren und hier rein zu stellen. Die Anleitung folgt dann in den nächsten Stunden oder Tagen. :)

      Viele Liebe Grüße
      Mausi321

    • Mein (gekaufter) hat ein recht simples Gleitlager, aber das hat noch nie Probleme gemacht. Ich hatte immer mehr Probleme damit, daß meine Jungs den Teller kleiner nagen, aber das habe ich mit einer Aluleiste rund um den Rand gelöst.
      Keine Ahnung, ob sie keinen Sand da hinein schleppen, oder ob der einfach keine Probleme macht.

      Solange Ikea noch die großen Bambusteller hatte (45cm Durchmesser) hatten sie einen Teller aus dem drehbaren Servierteller von Ikea, einem "Keil" aus Holzresten und eben so einem Bambusteller, den ich getauscht hab, wenn er kleiner als der Servierteller wurde. Aber da es leider nur noch die 30er Bambusteller gibt, funktioniert das nicht mehr.


      Aber was die Laufräder angeht, die von der Laufradschmiede passen für deine Degugruppe nicht? Oder kennst du die noch nicht?
      laufradschmied.de/
      Da gibt es auch recht große, die Qualität soll super sein (hab selber keins, aber laut anderen hier im Forum und die Beschreibungen auf der HP klingen auch gut), und die liegen alle unter 150€.

      Was generell Bastelanleitungen angeht:
      Im Forum von Degu-Online gab es einige tolle Bastelideen, auch zu Lauftellern, Laufrädern und Nageschutz für Laufräder, aber das Forum ist irgendwann umgezogen und ich sehe seitdem in einigen der Threads keine Bilder mehr, und viele der Anleitungen basierten stark auf den Bildern.
      Aber wer mag, kann da ja trotzdem mal stöbern, ob noch was dabei ist: deguhilfe-sued.de/forum/viewtopic.php?f=64&t=2971

    • Hey,
      danke für deine Antwort.
      Da hast du echt Glück mit deinem Laufteller, wie gesagt bei mir ist das Quietschen immer unerträglich. (Ich denke mal die Degus finden solche Geräusche auch nicht ganz so gut). Die Teller eiern auch nach kurzer Zeit einfach sehr, weil sich alles um das Kugellager rum abnutzt und dann zu viel Spielraum hat.
      Das mit den Drehtellern aus Ikea hab ich auch schon gehört, aber die gibt es ja leider nicht mehr und zum Beispiel im Hornbach gibt es Reste vom Holzzuschnitt, da kostet so eine 15mm dicke 100x50cm große Platte gerade mal einen Euro, wenns mal eine gibt.

      Das mit den 300 Euro war natürlich übertrieben, wollte ich auch noch ändern, hab ich aber vergessen. :rolleyes:
      Jedenfalls meinte ich damit die aus der Laufradschmiede. Habe auch gehört, dass die super sind, aber ich kann mir sowas einfach nicht leisten als Student. ;( Da gehts um jeden Euro, den man sparen kann (wenns nicht um Futter oder Arztkosten geht, da wird natürlich nicht gespart).
      Und was man auch sagen muss, der gebaute Teller für 2,50€ dreht sich sehr viel besser als die gekauften, kann so groß gemacht werden, wie man will und jedes Teil kann jederzeit ersetzt werden. Die Degus haben schon den letzten, etwas zu klein geratenen geliebt, da bin ich mal gespannt, was sie von dem großen dann halten.
      Also bei meinem Tipp geht es eigentlich eher darum, wie man Materialkosten zum selbst bauen sparen kann und trotzdem das gleiche hat wie für 50 Euro (das kosten die großen Laufteller ja leider in etwa).

      Die Seite der Deguhilfe kenne ich auch, aber wie du schon sagst, da ist leider kaum noch was "brauchbares" an Anleitungen zu finden, weil ja leider alle Bilder fehlen.

      Ich denke ich poste einfach in nächster Zeit mal die Fotos und die Anleitung, vielleicht hilft es ja jemandem weiter. :)

    • Ich hab auch keins von der Laufradschmiede eben wegen des Preises.
      Wobei ich meinen aktuellen Teller schon hatte, bevor ich die hier im Forum entdeckt hab, und da sie den gern nutzen und er gut ins Gehege passt ...

      Ich bin gespannt auf die Anleitung!
      Bei meinem aktuellen wird das Holz langsam etwas gammelig, trotz regelmäßigem Reinigen und gelegentlichen Nachölen (hatte den mit Speiseöl versiegelt), weil meine Jungs leider immer mal wieder ihre Köttel auf dem Laufteller so platt treten, daß man sie nur mit viel Wasser und Kratzen wegbekommt, und das mag das Holz gar nicht gern.
      Irgendwann steht da also mal wieder ein neuer an.

    • So fertig ist das Teil. :)

      Fangen wir mal an mit den Materialien.

      Man braucht:
      - ein Kugellager (gibts in jedem Baumarkt oder auf ebay) ~ 80ct
      - eine Holzplatte, etwa doppelt so dick wie das Kugellager (hier 18mm dicke MDF-Platte), z.B. bei Hornbach Reste des Holzzuschnitts ~ 1€
      - eine Schraube, die durch das Loch des Kugellagers passt, etwa 6cm ~ 25ct
      - eine Mutter, die auf die Schraube passt ~ 5ct
      - evtl. ein Stück dünnes Holz
      - einige kleine Schrauben
      - Zirkel, Heißkleber, Bohrr und Stichsäge

      Materialkosten von maximal 2,50€ und ein Zeitaufwand von weniger als einer Stunde.

      1. Schritt
      Man zeichnet mit einem Zirkel (oder einem Stück Faden und einem Bleistift :D ) einen Kreis in der gewünschten Größe auf die Holzplatte, sägt das ganze mit einer Stichsäge aus und schmirgelt anschließend, falls nötig, die Kanten etwas ab.


      2. Schritt
      Man steckt die Schraube durch das Loch im Kugellager. Dann füllt man die Lücke zwischen Schraube und Kugellager mit Heißkleber, so dass die Schraube mittig sitzt und nicht mehr wackeln kann. Den überstehenden Heißkleber kann man vorsichtig wegschneiden. Dann schraubt man die Mutter auf die Schraube, so dass sie auf dem Kugellager aufsitzt. (Die Mutter sollte klein genug sein, um nicht auf dem äußeren Teil des Lagers aufzuliegen) Hinter der Mutter kommt noch einmal Heißkleber, so dass sie sich nicht mehr bewegen kann. Am Ende sollte es so aussehen, wie auf dem Bild und nicht mehr wackeln. Falls sich das Kugellager übrigens nicht so gut dreht einfach ein bisschen WD40 drauf... :D


      3. Schritt
      Man bohrt ein Loch in die Mitte der Platte in der Breite und Tiefe des Kugellagers und in dessen Mitte einen Hohlraum in der Größe des Schraubenkopfes, so dass dieser sich bewegen kann, ohne am Holz zu schleifen.


      4. Schritt
      Man baut ein Standfuß aus einer Holzplatte und einem Holzklotz. (Wir haben den unseres alten Tellers genommen) Dann bohrt man ein Loch und schraubt einmal die Schraube rein und raus, um sie später einfach reindrehen zu können.


      5. Schritt
      Man setzt das Kugellager in das Loch ein. Bei Bedarf kann außen mit Heißkleber "abgedichtet" werden, falls das Loch etwas zu groß geworden ist.

      Dann kommt ein kleines Stück dünnes Holz darüber mit einem Loch, das kleiner als das Kugellager und größer als die Schraube ist und wird fest geschraubt.


      6. Schritt
      Der Teller wird an den Standfuß gedreht. (Man kann die Schraube mit einer Zange festhalten und den Fuß drauf schrauben)
      Fertig. :)



      Er wurde direkt angenommen und die Freude war groß. :2love:
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