Brauche Rat zum Umgang mit schwieriger Kollegin

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Brauche Rat zum Umgang mit schwieriger Kollegin

      Hallo, ihr Lieben!

      Ich wollte fragen, ob vielleicht jemand einen Rat für mich hat hinsichtlich einer Kollegin (bzw. zweier davon), die mich seit Monaten schon ziemlich in den Wahnsinn treibt. Ich weiß mir keinen Rat mehr und bisher konnte mir auch niemand wirklich weiterhelfen. :(

      Zum Sachverhalt:

      Wir sind hier in der Kanzlei mit vier Angestellten. Zwei sitzen am Empfang (großer, offener Bereich), zwei den Flur runter in gesonderten Büros, aber alles in Hörweite.

      Jetzt ist es leider so, dass eine der Kolleginnen am Empfang zu diesen Menschen gehört, die nicht in Zimmerlautstärke sprechen können. Sie ist furchtbar laut. Und damit meine ich: Sie geht mit drei Meter Abstand vor mir her an einer stark befahrenen Straße, gefühlte drei Schulklassen um uns rum, ich höre laute Rockmusik über Kopfhörer und kann immer noch jedes Wort hören, was sie sagt! (Das kann also nicht an meinen Ohren liegen, oder? Oder? Kann da vielleicht ein Arzt helfen?!) 8|

      Sie ist laut bei Gesprächen mit Kollegen, bei Gesprächen mit Mandanten, bei Telefonaten etc.
      Und leider ist sie auch jemand, der den halben Tag quasselt, ob jemand zuhört oder nicht, und auch nicht merkt, wenn man nicht mit ihr reden möchte (sie ist weder sonderlich schlau, noch im Ansatz empathisch, dafür aber umso neugieriger). Man muss sie dann ignorieren und warten, bis sie irgendwann (manchmal dauert das mehrere Minuten) das Zimmer verlässt.

      Zu allem Unglück hat sie in unserer zweiten Kollegin auch ein passendes "Opfer", welches sie nicht abwürgen kann, da sie zu niemandem Nein sagen kann. Sie selbst wird während diesen Endlosgesprächen selbst immer lauter und lauter.
      Man hört die Beiden im gesamten Stockwerk reden, ganz gleich wo man steht oder wie laut es sonst im Büro ist (Drucker, Fax, Telefon etc.).
      Ich habe sie auch schon mehrfach gebeten, etwas leiser zu sein, weil es wirklich störend ist (beim Schreiben nach Diktat oder beim Telefonieren übertönen sie alles) und auch sehr nervig und auch, damit die Mandanten im Wartezimmer nicht alles mithören, was die zwei so von sich geben (wie gesagt, man hört sie im gesamten Stockwerk).
      Die Anwälte haben das ebenso schon mehrfach angesprochen, auch wenn es denen mehr darum geht, dass sie Arbeitszeit verschwenden mit dem permanenten Gequatsche oder unqualifizierten Blödsinn reden.

      Es nützt nur alles nichts! Sie halten den Mund nicht! Nach fünf Minuten geht das wieder genauso weiter wie vorher. :pinch:
      Und ich kann leider nicht den ganzen Tag meine Bürotür zulassen, da ich auch ein wenig auf den Empfang mit achten muss, falls da keiner ist. Unser männlicher Kollege schafft es irgendwie, das Geplapper völlig auszublenden, ich bin da leider nicht so gesegnet.

      Hat jemand hier Erfahrung mit solchen Menschen und einen Rat, wie ich das Problem mal dauerhaft lösen kann? Das Geplapper macht mich wirklich wahnsinnig und es stört auch die Arbeit extrem. Ich weiß langsam nicht mehr weiter und mein Geduldsfaden ist wirklich aufgebraucht. ;(

      Ich bin für jeden Vorschlag dankbar!

      Man hat viel erreicht, wenn einen sein Leben an ein volles Faß erinnert und nicht an einen leeren Eimer - Hildegunst von Mythenmetz, Die Stadt der träumenden Bücher
    • Puh, schwierige Sache.
      So etwas kann man nur im Gespräch lösen. Also immer wieder freundlich und bestimmt darauf hinweisen,
      - dass du dich nicht konzentrieren kannst und Fehler bei der Arbeit machst
      - dass eure Mandanten alle Interna hören
      - welch ein Bild es gegenüber von Mandanten gibt im Sinne von "schaffen die nix?"
      usw.

      ... und dabei sehr hartnäckig bleiben, auch wenn deine Kolleginnen nicht reagieren oder sogar pampig werden. Im schlimmsten Fall einmal oder mehrmals täglich das ansprechen.

      Parallel dazu würde ich auch mit den Chefs sprechen und ganz klar sagen dass es dir ernst ist und du so nicht weiter arbeiten möchtest, auch wenn dir die Arbeit gefällt usw.

      Wie lange bist du schon dort?
      Wie schätzt du die Chancen ein, dass die Chefs dich gerne behalten wollen und ernsthaft versuchen deine Situation zu verbessern?

      Überleg dir mal genau, wie lange du das noch mitmachen möchtest oder eventuell dir etwas anderes suchst.
      Rein vorsorglich kannst du mal schauen, wie es so aussieht mit Jobs in deinem Beruf.


      Ich kenne diese Situation sehr gut, habe auch mal mit drei Frauen in einem Büro gesessen. Ich glaube das ist wirklich sehr typisch.

      Viel Glück

    • Eine Grundfrage - hat es eine medizinische Ursache das sie laut spricht, z.b. Hörprobleme auf ihrer Seite? Ich kenne das Problem bei meinen Eltern - beide hören halt schlechter, sprechen deswegen lauter und mein Bruder, der da noch wohnt, hat sich das auch mit angewöhnt. Immer wenn wir zu Besuch sind muss ich ihm sagen das er mit mir nicht so laut sprechen muss.

      Generell kann ich sonst auch nur darauf verweisen das es ein Thema für den Arbeitgeber ist - gerade wenn es auch die Kunden mitbekommen, man es übers Telefon hört etc. Wenn es nichts bringt das du sie immer wieder darauf ansprichst dann sind die Vorgesetzten gefragt. Ich arbeite selber (als Manager) in einem Großraumbüro mit ca. 25 Leuten und klar wird da auch mal lauter gesprochen - wenn es stört sprechen sich zuerst die Kollegen untereinander an, hilft das nicht werde ich mal kurz laut. Und auch deine Kollegin am Empfang muss da mitziehen und die andere darauf hinweisen - sonst wird das nix.

    • Hallo Alea

      1. Kollegin mehrmals auf ihr Verhalten hinweisen, obwohl du das schon gemacht hast
      2. ein "Lärmprotokoll" für die Chefs anfertigen. (ein Tag sollte schon ausreichen, um das Problem aufzuzeigen)
      3. Chefs ausdrücklich um Abhilfe bitten und eine Frist setzen.

      Der Empfang und dessen Personal ist die Visitenkarte eines jeden Unternehmens.
      Deine Chefs können es sich eigentlich nicht leisten solch ein Personal dort sitzen zu haben.

      Ansonsten kann ich mir genau vorstellen wie dir zumute ist.
      Meine Nachbarin hatte jahrelang einen Nymphensittich, der immer schrie wenn sie nicht da war.
      Da unsere Wohnungstüren sehr dünn sind und genau gegenüber liegen war das Geschreie sehr sehr laut.
      Es war sowas von nervig und bei dem leisesten Piep schoß schon meine Blutdruck in die Höhe.

      4. Deshalb solltest du versuchen, auch wenn es sehr schwer fällt, das Gequatsche zu ignorieren.

      Alles Gute wünscht Beja

    • Ich bin jetzt seit 12 Jahren hier, aber das scheint nicht viel zu zählen. Die Herren sitzen ja auch in einem anderen Stockwerk und müssen sich das nicht den ganzen Tag geben.

      Nein, schwerhörig ist sie nicht, nur ein Trampeltier. Ich bin kurz davor sie zu fragen, ob sie einen Hirnschaden hat, weil sie nie bemerkt, wie es ihren Mitmenschen geht (auch wenn das mehr als offensichtlich ist), aber die Frage ist irgendwie... unhöflich?

      Wenn ich zu ihr etwas sage, ist die Antwort immer: "Ja, okay." oder vielleicht mal "Wir haben doch nur..." und im selben Moment schon wieder vergessen, was ich gesagt habe, so kommt es mir vor.
      Die Chefs wissen alle, was sie treibt, nur bleibt es da auch immer bei "Ich red mal mit der." (Was dann im Folgenden nicht passiert.)

      Aber ich will versuchen, es noch einmal in aller Ruhe mit ihr zu reden und mit allen Chefs - einzeln - zu sprechen. :/

      Man hat viel erreicht, wenn einen sein Leben an ein volles Faß erinnert und nicht an einen leeren Eimer - Hildegunst von Mythenmetz, Die Stadt der träumenden Bücher
    • ~Alea~ schrieb:

      Nein, schwerhörig ist sie nicht, nur ein Trampeltier. Ich bin kurz davor sie zu fragen, ob sie einen Hirnschaden hat, weil sie nie bemerkt, wie es ihren Mitmenschen geht (auch wenn das mehr als offensichtlich ist), aber die Frage ist irgendwie... unhöflich?
      Das ist nicht unhöflich sondern damit kannst du ggf. sogar eine Kündigung riskieren weil es eine Beleidigung ist. So schwer es ist bleib sachlich.
    • ~Alea~ schrieb:

      Ich bin kurz davor sie zu fragen, ob sie einen Hirnschaden hat, weil sie nie bemerkt, wie es ihren Mitmenschen geht (auch wenn das mehr als offensichtlich ist), aber die Frage ist irgendwie... unhöflich?
      Das würde ich lassen, sonst bist du dann noch die Böse! ;)

      edit: smurf war schneller :)


      Da deine Kollegin wohl schon sehr oft von dir ermahnt wurde bringen erneute Gespräche wohl auch nichts mehr.
      Ich würde mich gleich an die Chefs wenden.
    • smurf79 schrieb:

      Das ist nicht unhöflich sondern damit kannst du ggf. sogar eine Kündigung riskieren weil es eine Beleidigung ist. So schwer es ist bleib sachlich.
      Dem würde ich in jedem anderen Büro sicherlich zustimmen (sowas sagt man eben auch nicht), in Anbetracht des Umgangstons hier wäre das eher der Brüller des Tages :ermm: (Ja, unsere Chefs finden sowas lustig)

      Ich habe unserem Pseudo-Personalchef jetzt noch mal bescheid gegeben, da er ohnehin noch eine Unterweisung mit den beiden Damen machen muss und werde ihm auch unmittelbar vorher noch mal sagen, dass er das bitte ansprechen soll. Ich kenne den Mann ja inzwischen X/

      Hoffen wir das Beste
      Auf jeden Fall danke an euch! :)
      Man hat viel erreicht, wenn einen sein Leben an ein volles Faß erinnert und nicht an einen leeren Eimer - Hildegunst von Mythenmetz, Die Stadt der träumenden Bücher
    • Was sagen denn eure Mandanten dazu?
      Wenn von denen jemand zu dieser Kollegin und ihrer Lautstärke Bemerkungen macht, würde das etwas bringen, die an die Chefs weiterzuverweisen? So nach dem Motto, wenn die Mitarbeiter schon egal sind, diejenigen, die die Arbeit bezahlen, sind es hoffentlich nicht.

    • Beja schrieb:

      Dann ist es kein Wunder, daß die Ermahnungen nichts bewirken.
      Kann man so nicht sagen - wir arbeiten auch schon alle sehr lange zusammen und haben einen lockeren Umgangston - wenn aber ein Arbeitnehmer die Vorgesetzten darauf anspricht das ihn etwas bestimmtes daran stört dann muss das der Arbeitgeber auch ernst nehmen. Ich hatte selber dieses Jahr schon 2 solcher Fälle.
    • Sasy schrieb:

      Was sagen denn eure Mandanten dazu?
      DAS würde mich auch mal interessieren, denn man kann sie im Wartezimmer sehr eindeutig hören. Aber wenn jemand etwas gesagt hat, dann kam das bei uns noch nicht an. Es wird sich nur über den mangelhaften Telefondienst beklagt, aber die Ermahnungen prallen an ihr auch ab bzw. sie redet dann einer anderen Kollegin ein, dass sie die Ursache wäre (ja, ja...). *grrrr* X/
      Ich habe jetzt durchgesetzt, dass am Donnerstag noch mal eine QM-Einweisung erfolgt (Qualitätsmanagement) und auch ein Punkt auf der Liste sein wird, dass Leute von der APRAXA oder IT-Law Deutschland da durchaus Stichproben machen indem sie inkognito in einzelene Kanzleien gehen und denen fällt sowas auf.
      Wenn das nichts bringt, ist mein Backup-Plan der Juniorchef (der schlägt einen etwas anderen Tonfall an als der Rest).

      (Ansonsten sollen sie mir Noisecancelling-Kopfhörer bezahlen :innocent: )
      Man hat viel erreicht, wenn einen sein Leben an ein volles Faß erinnert und nicht an einen leeren Eimer - Hildegunst von Mythenmetz, Die Stadt der träumenden Bücher