Streithähne

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    • Richtig, in Foren und auf vielen häufig genutzten privaten Internetseiten findet sich viel Unsinn zur natürlichen Lebensweise der Mongolischen Rennratte. Die in dem von Dir verlinkten PDF unter „Fachartikel der Autorin in Englisch“ genannte Arbeit kann ich daher nur empfehlen. Zum einen, weil sie einen guten Überblick über das Wissen zur Art bietet, zum anderen, weil sie eine Vertiefung durch relevante Originalpublikationen vereinfacht.

    • Nur daß die Überleitung von den plötzlichen Aggressionen zum Rennernamen in dem pdf von dem Tierschutzverein leider mal wieder falsch ist.
      Meriones leitet sich vom altgriechischen Wort für Oberschenkel ab und nicht von dem Krieger der Illias. Unguiculatus von der lateinischen Verkleinerungsform für Krallen kommt dann von den dunklen Krallen der mongolischen Rennratte im Vergleich zur Mittagsrennratte.
      (Die Art wurde ja auch benannt, lange bevor ihr Verhalten detailliert studiert wurde, daher ist es auch viel plausibler, daß der Name sich auf den Gattungsnamen (viele Rennratten haben "Meriones" im Namen und einige wurden weitaus früher beschrieben als die mongolische) bezieht, als daß er für eine einzige Art innerhalb der Gattung plötzlich eine eigene ganz andere Bedeutung haben soll)

      Und das, was sie da zur plötzlichen Aggression schreiben, bezieht sich doch primär auf die Heimtierhaltung, soweit ich das grad sehe, oder? Auch das, was die Forscher in Halle dort untersucht haben, bezieht sich auf Tiere in Gefangenschaft und beschreibt alles mehr die Beobachtungen als Gründe dafür.
      Auch da sehe ich wieder etwas, was meiner Ansicht nach nicht ganz korrekt sein kann: es wird behauptet, daß Tiere, die einmal gekämpft hatten, nicht wieder zusammen gehalten werden können. Hier im Forum gibt es doch aber Fälle, wo das geklappt hat.

      Von daher: auch dieses pdf erscheint mir leider nicht frei von Unsinn oder zumindest Verallgemeinerungen.

    • @Sasy: Die PDF-Datei habe ich nur überflogen. In der dort angegebenen Arbeit gibt es eine derartige Überleitung nicht. Der Gattungsname wird dort zwar auch falsch abgeleitet, über diesen Fehler (und auch, dass es eine der wenigen Angaben ohne Beleg ist) sehe ich jedoch hinweg, da das auch in taxonomischen Werken ein häufig zu findender Fehler ist. Die Originalpublikation war anscheinend sehr lange nicht leicht zugänglich. Aber auch an diesem Beispiel zeigt sich die richtige Vorgehensweise: Per taxonomischer Fachliteratur (oder auch anderer geeigneter Literatur) die Originalpublikation identifizieren und dann einen Blick in diese werfen.

      @Chawni: Ich werde später mal sehen, ob ich etwas dazu finde. Um Feldforschung geht es da jedoch nicht, sofern ich mich nicht hinsichtlich Deiner Anfrage irre. Die angegebene Arbeit ist zwar deutlich umfangreicher als die PDF, diese enthält jedoch auch eigenständige Inhalte ohne selbst wirklich belastbar zu sein.

    • @Chawni: Ich kann die Aussage mit den 1–2 Jungtieren, die aus der Gruppe vertrieben werden, keiner Quelle zuordnen. Weder steht das so in Waiblinger (2010), noch finde ich das in der dort (S. 329) angegebenen Literatur zum Thema (Scheibler et al., 2004, 2005a, 2005b, 2006). Ich habe diese Arbeiten jedoch nicht durchgelesen sondern nur auf bestimmte Stichwörter hin durchsucht, gut möglich also, dass ich da etwas übersehen habe. Schon ohne Seitenangabe aber insbesondere ohne Angabe des Werkes aus dem eine Aussage entnommen wurde, ist eine solche Suche sehr mühsam. Die Angaben könnten genauso gut auf andere Veröffentlichungen zurückgehen oder auf einen persönlichen Austausch zwischen Scheibler und Waiblinger. Daher breche ich das ab.

      • Eva Waiblinger (2010): The laboratory gerbil. In: Robert Hubrecht, James Kirkwood (Hrsg.): The UFAW Handbook on the Care and Management of Laboratory and Other Research Animals. 8. Auflage, Wiley-Blackwell, Chichester/Ames (Iowa), ISBN 978-1-4051-7523-4, S. 327–347.
      • Elke Scheibler, René Weinandy, Rolf Gattermann (2004): Social categories in families of Mongolian gerbils. Physiology & Behavior. Bd. 81, S. 455–464.
      • Elke Scheibler, René Weinandy, Rolf Gattermann (2005a): Intra-family aggression and offspring expulsion in Mongolian gerbils (Meriones unguiculatus) under restricted environments. Mammalian Biology – Zeitschrift für Säugetierkunde. Bd. 70, S. 137–146.
      • Elke Scheibler, René Weinandy, Rolf Gattermann (2005b): Social factors affecting litters in families of Mongolian gerbils, Meriones unguiculatus. Folia Zoologica. Bd. 54, Nr. 1–2, S. 61–68.
      • Elke Scheibler, René Weinandy, Rolf Gattermann (2006): Male expulsion in cooperative Mongolian gerbils (Meriones unguiculatus). Physiology & Behavior. Bd. 87, S. 24–30.
    • Hallo an alle
      Eigentlich bin ich immer dafür, Tierheimtieren eine Chance zu geben, da ich lange selbst ehrenamtlich im Tierschutz gearbeitet habe und unser Hund auch aus dem Tierschutz kommt.
      Ich hab es mir nicht leicht gemacht mit der Entscheidung, aber im Endeffekt möchte ich die für uns Anfänger einfachste Lösung, da es für mich und meine Tochter nicht schön war, wie die zwei sich gejagt und gebissen haben.
      Daher hab ich auf einen Tipp aus dem Forum hin eine Züchterin kontaktiert und wir werden in den nächsten Wochen von ihr ein Jungtier bekommen.
      Ich hoffe, dass dann alles klappt.
      Vielen Dank an alle für ihre Ratschläge

    • Dann drücke ich euch die Daumen, dass alles klappt. Verlasst euch nicht nur auf den Tipp und schaut euch bitte die Zucht, insbesondere die Gehege und Elterntiere auch selbst an. Solltet ihr nur die Abgabetiere gezeigt bekommen zum Aussuchen und sonst nichts - egal aus welchen Gründen - dann geht bitte ohne Tier wieder heim. Ich lauft sonst von einer Katastrophe in die nächste.. :/