Wenn alles schief geht, was nur schief gehen kann

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    • Wenn alles schief geht, was nur schief gehen kann

      Vorneweg möchte ich sagen... Ich weiß, das Thema Wurmbefall ist schon in vielen Posts diskutiert. Ich habe viele davon gelesen und schon wertvolle Tips erhalten. Danke dafür an alle die so fleißig ihre Erfahrungen teilen. Trotzdem möchte ich erneut etwas dazu schreiben und auch unsere "Leidensgeschichte" bei Leuten loswerden die die kleinen genauso lieben wie ich.

      Wir haben letztes Jahr im September zwei kleine Mäuse aus dem Tierheim aufgenommen. Russel und Sylvester waren da circa 1,5 Jahre alt, gesund und munter. Die zwei waren nie so richtig dicke, sind aber klargekommen. Ich hatte im Januar über vermehrte Streits berichtet. Daraufhin wurde eine Kotprobe gemacht, die sagte alles sei gut. Die zwei haben sich nach einigen Veränderungen des Geheges dann auch wieder vertragen. Ende März ist dann auch ein zweites Rennmäuspärchen bei uns eingezogen. Das aber nur am Rande.

      Kurz danach fiel uns auf, das es Sylvester scheinbar schlechter ging. Er wurde immer kugeliger und war weniger aktiv. Ein paar Tage ließ er sich kaum blicken und als er einen Abend gar nicht auftauchte buddelten wir ihn aus und fanden ein kleines Häufchen Elend vor. Also kamen die beiden ins Notfallbecken. Natürlich war es Wochenende und ein normaler Tierarzt nicht mehr zu erreichen. Also wollten wir bis zum nächsten Tag warten. Dem kleinen war furchtbar kalt und er hat sich sofort unter die Wärmelampe gelegt. Russel hat sich rührend um ihn gekümmert und ihn warmgehalten. Irgendwann nachts könnte ich mir das Elend nicht mehr mit ansehen und wir sind in die Tierklinik gefahren. Von der Ärztin dort bin ich bis heute nicht überzeugt. Sie könnte nichts feststellen, hat ihm nur Schmerzmittel und Flüssigkeit gespritzt und uns Critical Care mitgegeben. Sie meinte entweder sein Kreislauf kommt so wieder in Schwung und er schafft es von alleine oder eben nicht.
      Am nächsten Tag war es noch schlimmer. Er konnte nicht mal mehr richtig laufen obwohl er das Critical Card förmlich verschlungen hat. Also fuhren wir zu unserer eigentlichen Tierärztin, wo er dann leider erlöst wurde.
      Herausgefunden was los war haben wir leider nie.

      So traurig es war musste ein neuer Freund für Russel her. Ich wollte aber vorher unbedingt noch eine Kotprobe machen lassen, da ich mir sicher sein wollte, das das nicht das Problem war. Diese war dann leider nicht mehr negativ. Da es aber nur vereinzelte Oxyureneier waren und er sonst fit war meinte die Züchterin von Russel neuem Partner, wir sollen sie ruhig vergesellschaften und notfalls beide behandeln. Das Problem könne sich aber auch von selbst wieder regeln.

      Also zog an Ostern der kleine Peanut ein. Die Vergesellschaftung war etwas schwierig. Der aus dem Tierheim kommende Russel ist meiner Meinung nach nicht gut sozialisiert worden (vermutlich Zooladenmaus) und drohte dem kleinen schon ziemlich deutlich, aber ohne ihn wirklich anzugreifen. Ich glaube heute das er einfach nicht damit umzugehen wusste, dass da so eine kleine Maus auf einmal da ist. Peanut hat es auch nicht besser gemacht. Er war anfangs etwas zu frech und fing dann sofort am jeglichen Gegenstand zu verteidigen, den ich reingehen wollten. Russel hat es ihm glücklicherweise immer durchgehen lassen. Also habe ich beide nochmal getrennt und Ablauf Nummer 2 lief deutlich besser. Inzwischen verstehen sich die beiden wirklich gut.

      Bevor sie aber nun endlich aus dem Vergesellschaftungsgehege ausziehen sollten, wollte ich nun unbedingt nochmal den Wurmbefall checken lassen. Und siehe da... zahlreiche Aspicululuris Tetraptera Eier. Da haben wir nun den Salat und sind in der Gegenwart angekommen. Nach kurzem Verzweifeln habe ich nun einen Plan geschmiedet. Dazu würde ich gerne eure Meinung hören und habe auch einige Fragen.

      Die beiden bekommen 5 Tage Panacur (hole ich morgen beim Tierarzt ab), dann auf Anraten des Tierarztes 14 Tage Pause, dann wieder 5 Tage Panacur.

      Ich werde eine Dampfemte kaufen womit ich alles was geht am Anfang einmal reinigen werde. Also das VG-aquarium, das Gehege aus dem Russel eigentlich kommt und wo sie später auch wieder einziehen sollen und alles was sich damit irgendwie reinigen lässt. In der Anfangsphase werden die zwei auf Zewa Leben müssen, was täglich ausgetauscht wird und das Gehene auch täglich aufgedampft wird. In den 14 Tagen Pause bekommen sie wieder ein bissl Streu. Dann die Panacurphase wie vorher auch. Dann wieder Proben einschicken und hoffen das alles gut ist.

      Nun meine Fragen:

      1. Dinge aus Holz ausbacken oder wegwerfen?

      Die Tierärztin meinte lieber wegwerfen. Bei Endoparasiten wäre sie sich nicht sicher ob ausbacken hilft.

      2. Korklaufräder kann ich vermutlich entsorgen, oder hat die jemand schonmal erfolgreich ausgebacken (Falls ausbacken doch geht)?

      3. Ich würde dann gerne Benebac als Unterstützung geben. Erst nachdem die Behandlung komplett durch ist, oder auch schon in der Panacurpause?

      Sooo.. vielen Dank für alle die sich die Mühe machen so viel zu lesen. Fühlt euch gedrückt.
      Und immer her mit den Tips und Anmerkungen , damit wir die kleinen Biester loswerden :)

    • Hallihallo,

      vorweg, ich hatte hier auch vor Kurzem einen Wurmbefall.
      Ich habe die Korklaufräder ausgebacken, haben sie überlebt. Während der Behandlung habe ich Plastiklaufräder reingestellt und jeden Tag mit der Dampfente gereinigt.
      Die Korkröhren, die in den Ofen passten habe ich ausgebacken.
      Aber die meisten Holzsachen (große Wurzeln), die ich habe passen nicht in den Ofen. Ich habe sie schlichtweg mit heißem Wasser überbrüht und dann jeden Tag nochmal mit dem Dampfreiniger behandelt. Sie standen derweil auf dem Balkon. Viele werden sagen, wegwerfen oder ausbacken aber bei mir hat es so wunderbar funktioniert. Man muss ja auch bedenken, dass die Gegenstände ein paar Wochen nicht genutzt wurden (Behandlung inkl Pause ca. 3 Wochen, dann nochmal 2 Wochen warten bis zur Kontrollkotprobe). Also selbst wenn Würmer auf den Gegenständen schlüpfen finden sie wochenlang keinen Wirt, ohne Wirt können die auch nicht ewig überleben!

      Panacur gab es bei mir immer Abends und Benebac morgens eigentlich duchgehend.
      Ich wünsch dir viel Erfolg ^^ Ist eine Sauarbeit, aber nach 2 Tagen entwickelt man Routine, dann geht es schneller....

    • Ok... das mit dem Plastiklaufrad und das täglich abdampfen ist enie gute Idee... sonst werden die beiden noch irre.
      Das Laufrad was sie momentan haben sieht sowieso schon lädiert aus und kommt eh weg. Aber das andere hätte ich schon gerne behalten. Die sind ja auch nicht gerade günstig. :/

      Und das überbrühen haben die Sachen aus Holz überlebt?

      Ich habe beim Laufrad etwas Angst das der Kleber, mit dem ja das Kork befestigt ist sich löst beim ausbacken ?(

      Und wie lange und bei wie viel Grad hast du ausgebacken?

    • Es geht ja um die Eier und die sterben bei trockener Umgebung nach ca 3 bis 6 Wochen ab(sie trocknen ein)
      Ausbacken tu ich bei 100 Grad im Umluftofen 1Std.
      Wurzeln hab ich mit kochendem Wasser überbrüht. Also keine Panik,die sind auch nicht auf den Mensch übertragbar,Gehege mit Dampfente passt.
      Ich sammel immer kleine Pappschachteln ,da kommt auch Heu rein zur Beschäftigung.
      Das werf ich täglich weg.Auch Sandbad Tägl. wechseln.
      Das die Würmer sich bei einer Vg vermehren ,ist normal,denn eine Vg bedeutet Stress.
      Viel Erfolg
      Lg Orio :wink:

    • Die Umgebung sollte auch gereinigt werden, bei Aspiculuris Tetraptera handelt es sich um Flugeier, die über die Luft überall hin gelangen können.

      Orio schrieb:

      Ausbacken tu ich bei 100 Grad im Umluftofen 1Std.

      Bei 100 Grad reichen 30 Min. aus, um die Eier zu 100 % zu töten. Ich handhabe es wie Orio, lieber 1 Std., dann habe ich für mich das Gefühl, jetzt ist auch wirklich alles tot.

      Einige für den Backofen zu großen Teile koche ich teilweise auch im Einkochautomaten.
    • Ich habe das Zimmer am Anfang gereinigt und die Renner während der ganzen Behandlung in den Flur gestellt, weil der einfacher zu reinigen ist. Da habe ich einfach jeden Tag die unmittelbare Umgebung mit abgedampft und versucht, möglichst wenig Staub zu produzieren.
      Wenn das nicht möglich ist würde ich am Anfang das Gehege ausräumen, dann saugen und das Zimmer reinigen und dann jeden Tag einfach beim Putzen drum rum mit abdampfen..
      Den produzieretn Zewa-Müll habe ich sofort in eine Tüte, gleich verschlossen und vor der Haustür geparkt bis ich alle Gehege durch hatte.