Mongolische Rennmäuse - Tumore: Erkrankungen und Bilder

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    • Mongolische Rennmäuse - Tumore: Erkrankungen und Bilder

      Ihr Lieben,

      lang ist's her dass ich vor hatte die Rennmaus Anatomie im Forum einzubinden.

      Tumore sind bei unsere liebe Mongolen leider Thema, deswg. der Gedanke hier eine Gesonderten Thread zu eröffnen.

      Hier geht es um Tumore und Bilder von Tumoren.
      Bitte mit Vorsicht "genießen", es könnten auch tote Tiere, Tumore und Obduktionen abgebildet werden.

      Wir bemühen uns:

      • Die Bilder zu spoilern.
      • Die Bilder zu beschreiben.
      Ich fange mal an mit der Notmaus Mrs. B.
      Sie wurde damals von Orio und Nussi vor dem Schlangenfutter gerettet. Weder alter noch Genetik war bekannt.

      Mrs. B. landete bei uns (Micha) und freute sich mit ihrer Schwester des Lebens. Wir haben sehr viel Freude an den zwei gehabt. Sie waren super zahm und durften regelmässig auf dem Mäusebalkon Auslauf haben.

      Im Alter von ca. 2,5 J. ? (geraten, wir wussten nicht wie alt die Notmäuschen sind, nur dass sie nicht die Beste Genetik hatten), entwickelte Mrs. B. einen kleine Hubbel am Hals. Fazit TA: ein harmlose Warze X( .

      Die so harmlose "Warze" wuchs Erbsengross an. Wir insistierten auf eine OP. Wucherung entfernt, Fäden, alles gut überstanden.


      Leider :!: explodierte der Tumor nach der OP (120 Euro) , binnen 3-4 Wochen war die Wucherung Walnussgross. Der Tumor wuchs und wuchs.

      Die ganze Zeit verhielt sich die tapfere Mrs. B. völlig normal, frass, flitzte, buddelte und nagte mit gusto.

      Erst mit der Hilfe lieber Freunde im Forum haben wir die Lage einschätzen können, der Tumor war jenseits von gut und böse.

      Als Mrs. B. eingeschläfert wurde, wog der Tumor ca. ein viertel ihre Lebendgewichtes.

      Die folgende Bilder zeigen mehr oder weniger den Verlauf des Tumors.

      Mrs. B. und ihre Schwester, Alter ca. 2 Jahre?, fit und gesund:



      Tumor ca. Haselnussgross:




      Tumor ca. Walnussgross (es klebten Samen/Futter dran, die Wucherung war aber trocken):




      So gross war der Tumor als meine Freunde mir raten, Mrs. B. einzuschläfern. Sie kam fast gar nicht mehr an den Napf, war aber nach wie vor gut drauf ;(

      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Mrs. B. war also tot.

      Hier sind finale Tumor Fotos. Da lebte sie nicht mehr.




      Ich schäme mich, dass ich so lange gewartet habe. Ich bin nach der Devise gegangen "wenn sie noch aktiv-mausig-happy? unterwegs ist und normal frisst, lasse ich sie nicht einschläfern".

      Ich habe den Tumor herausgeschnitten, um die Grösse einzuschätzen. Dieses Bild zeigt die tote Maus, neben ihr der Tumor. Der Tumor wog 8g, die Maus ohne Tumor 61g. Also nicht ein viertel des Lebendgewichtes (Fehler). Aber trotzdem sehr viel - als ob wir Menschen einen 20kg Tumor hätten ;(

      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von snapcracklepop ()

    • Wollte dir schon längst antworten,gute Idee hier mal alles zu sammeln ,auch mit Bildern.

      Du schreibst du schämst dich,das du so spät gehandelt hast.Nein ,es war der richtige Zeitpunkt , als der Tumor anfing aufzugehen,denn dann kann das Tier verbluten ,oder es schleicht sich eine Infektion ein,Blutvergiftung usw.

      Mrs B. war ja bis zum Ende aktiv und du hast sie gut gefüttert(was wichtig ist ,denn sonst wächst der Tumor (und das Tier würde abmagern)

      Zum Glück hat dein Patient den Tumor in Ruhe gelassen und nicht aufgekratzt,so konnte sie lange damit leben.
      Diese äußeren Tumore sehen gruselig aus,aber bereiten erst mal keine Schmerzen,da in dem Gewebe kaum Schmerzrezeptoren vorhanden sind.
      ab einer gewissen Größe behindern sie natürlich das Tier und wie gesagt ,sie platzen dann auf,dann ist sofortiges Handeln angesagt.(dh.sofort erlösen lassen)

      Auch wenn sie nach innen wachsen und Organe abdrücken,leider oft den Magen Darm Bereich ,das Tier verhungert dann,oder kann nicht mehr koten.Von daher muss bei so einem Patient auch immer kontrolliert werden,kann es Kot lassen und Urin.
      Das hast du alles richtig gemacht :2love: kein Grund für Vorwürfe.,
      Lg Orio :)

    • Ich schließe mich da an und mach Dir bitte keine zu großen Vowürfe...wir alle wissen doch wie sehr man an den Tiren hängt und irgendwie hofft, es geht noch.

      Und am Schluß hast Du sie erlösen lassen bevor er aufgebrochen ist und es war wirklich gut, daß klein Maus den Turmor in Ruhe gelassen hat.(ich denke, daß ich dann auch länger nichts unternommen hätte)

      Ist schon unglaublich wie groß der Tumor dann doch war und daß sie solange damit zurecht gekommen ist, vor allem daß er nicht die Luftröhre abgedrückt hat.

      Wenn ich mal groß bin, will ich eine Maus werden! :P

    • Hier ein paar Fotos von heute, nach dem TA-Besuch. Sie hat mich schon vermisst, weil ich mich 6 Wochen nicht blicken ließ. Bin diesmal mit 7 lebenden Mäusels und Teilen von 2 toten(die Bilder davon habe ich schon im Anatomie-Thread gepostet) angetreten. Patienten waren davon allerdings nur 3, die anderen 4 nur Begleitmäuse.

      #42, männlich, 9 Monate, hatte sich unterm Ohr blutig gekratzt, das hatte ich per AB auf die Haut zum Abheilen gebracht, es blieb aber ein kleiner Knubbel zurück. Status: Noch kein Tumor.


      Ein Bild, auf dem man was außer schwarze Haare sieht, habe ich trotz 4 Händen nicht geschafft.

      #37, männlich, 12 Monate, hat eine verstopfte und entzündete Talgdrüse an der DD, sieht wie ein kleiner Pickel aus (im Bild roter Kreis). War letzte Woche noch nicht da. Mal sehen, wie sich das am besten entschärfen lässt und wie sich das weiterentwickelt. Habe mir dazu ein paar Tipps geholt, die ich ausprobieren werde. Als ich das Bild für hier bearbeitet habe, fiel mir etwas anderes ins Auge – ein kleiner dunkler Punkt (weißer Kreis), der in der Vergrößerung merkwürdig aussieht.

      Vielleicht nur ein Klumpen Dreck, sehe ich morgen nochmals genauer unter der Lupe an.

      #30, weiblich, 15 Monate. Ein kleiner Tumor in der Größe von einem SBK ist seit 6 Monaten kaum gewachsen, in den letzten 2 Wochen hat er sich größenmäßig verdreifacht. Das Ding ist jetzt 3x5mm groß. Die rechte Beule ist alt, auf der linken Seite hat sich nun verdächtig rasch was dazugesellt. In der Vergrößerung sind auch winzige aufgekratzte blutige Stellen zu sehen. Mein erster DD-Tumor bei einem Weibchen. OP-Termin Freitag, 30.Mai um 09:00 Uhr. Danach gibt es Bilder der operierten DD.

      Bei dieser Gelegenheit werde ich mal vorfühlen, ob ich der nächsten OP vielleicht mit der Kamera beiwohnen darf...
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Gerbilus ()

    • Total interessant, Gerbilus.

      Besonders weil du auch Nahaufnahme Bilder hinkriegst, von der ich nur träumen könnte...zahme Mauserls? Oder mit dem Rucksackgriff lahmgelegt?
      Vermutlich, wenn wir alle unser hibbelige Gesellen so genau untersuchen würden, würden wir einige Alarmstellen finden, die noch sehr klein sind.

      Gerbilus schrieb:

      es blieb aber ein kleiner Knubbel zurück. Status: Noch kein Tumor.
      Ob diese "noch kein Tumore" immer Tumore werden, oder nicht oder manchmal? Toll dass du sie so nah beobachtest.

      Gerbilus schrieb:

      hat eine verstopfte und entzündete Talgdrüse an der DD, sieht wie ein kleiner Pickel aus
      Das haben Mongole Semmel und Shaw Toni auch, diesen Pickel an der DD. Ob man da schon "vorbeugend" operieren sollte?

      Gerbilus schrieb:

      den letzten 2 Wochen hat er sich größenmäßig verdreifacht.
      Au weia, der sieht so...prall und durchblutet aus, der Tumor. Der von Mrs. B. war zumindest mit Fell bewachsen, und nicht so aderig. Aber kann natürlich daran legen, dass der DD selber kein Fell hat.

      Was noch bei Mrs. B. war - als der TA die Wucherung im erbsengr. Stadium entfernte, explodierte der Tumor ringförmig, sah eine weile aus wie auf Donut. Dann schloss sich das ganze zu einer grossen Einheit, wobei das innere (dunkle und teils mit Samen verklebte) Teil anders aussah.
      Also offensichtlich hat der TA nicht weit genug geschnitten drumrum bei der OP.

      Mein Vater (93 J. alt) wurde neulich eine kleine Stelle am Rücken entfernt als Vorstufe zum Hautkrebs. Nach der Laboruntersuchung musste er wieder hin, tiefer ausschneiden, denn es wurde nicht alles erwischt.

      Ich schätze mal, das könnte man bei den Rennmäusen ihre Tumore auch machen, aber dass die Kosten astronomisch ansteigen - Labor + 2. OP. Dazu kommt natürlich ob der Patient auch so schnell wieder eine Narkose verkraftet.
      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Super Aufnahmen,die dunkle Stelle auf dem ersten Bild,weiß umrandet auch dem TA zeigen,ist sehr dunkel pigmentiert.

      Bei ,dem Tumor letztes Bild sieht man ,warum sie daran recht schnell verbluten können,sieht man doch deutlich wie extrem durchblutet er ist.
      Wurde schon ein Tastbefund gemacht,ob der Tumor auch nach innen geht?
      Lg Orio :wink: Alles gute für die Behandlung und gute Besserung :)

    • Operation gelungen - Patientin lebt und ist wohlauf!


      Hat alles routinemäßig wie immer geklappt. doppelte Naht, außen mit einem Stahlfaden.
      Der Tumor war rechts oben am Rande der DD, die lange Naht nach unten stammt von der entfernten DD.
      Hat seine Vorteile, wenn das Tier gut genährt war, das hat den Pelz am Bauch schon vorgedehnt und spannt jetzt nicht so. :D
      Hatte vor 2 Monaten noch 113g, heute früh 101g. Viel kann das Weggeschnittene nicht gewogen haben, denn dieses Gewicht hat sie jetzt immer noch (nach AB und Schmerzmittel subcutan + ein paar SBKs)

      Sieht eher nicht nach Rucksackgriff aus, liegt einfach locker in der Hand ohne zu zappeln.
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    • Meine Freude ist verhalten, da mir dieses plötzliche, explosionsartige Wachstum nichts Gutes verheißt - da könnten schon Metastasen im Körper angesiedelt worden sein. Das Ding ist in den 6 Tagen bis zur OP noch locker 2mm gewachsen - um 25%. Die Zukunft wird es zeigen, ob da etwas wächst, innen ist das nicht so schnell zu erkennen und kaum operabel. Mit Lebertransplantationen hats mein TA derzeit noch nicht so recht - und selbst wenn, wo nähme man einen Spender her?

      @snapcracklepop: ja, aus Stahl

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    • Mit den Instrumenten des Sezierbesteckes (natürlich sterilisiert) oder auch Nagelschere + Pinzette lassen sich die problemlos entfernen. Da man ganz vorne an der Sptze nur geringe Hebelwirkung hat, merkt man doch einen erheblichen Widerstand gegenüber Garn, wenn man die Schlinge durchtrennt.

      Aufgebissen hat sich das bis jetzt nur einer meiner Mäuseriche, allerdings erst am 10.Tag, als es schon überfällig war, hat er kurz vor dem TA-Besuch alle sauber selbst entfernt, wahrscheinlich, weil es zu jucken begann. :D

      Der Stahlfaden hat eine höhere Festigkeit, und die aus dem Knoten abstehenden Enden sind spitze Stacheln, die vielleicht die Lust am Herumbeißen bremsen. Mal sehen, wie das bei meiner heute aussieht, gestern war das Verhalten der Partermaus nach dem gemeinsamen TA-Besuch etwas angepisst, sie hat dann aber später doch die Patientin umsorgt, Möglicherwese hat sie sich auch um die Wunde gekümmert, aber heute Morgen waren die Nähte noch dran.
      Hier habe ich sie beim Schlafen gestört, aber nur kurz, die Augen waren gleich wieder zu:

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    • Die Wundpflege haben die beiden sauber hingekriegt, die Naht ist jetzt blitzsauber, und die Wundheilung ist in vollem Gange.
      Nun ist auch der Stacheldrahtverhau gut zu erkennen, und alles noch dran:



      Die Patientin war heute etwas zappelig, ich brauchte 6 Anläufe für ein scharfes Bild...

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    • Der TA hat das immer so gemacht - schon bei der ersten DD-OP an einem unserer Mäusels vor einigen Jahren.
      Muss ihn mal fragen, warum. Vielleicht hatte er in der Vergangenheit einige Entfesselungskünstler und macht es seitdem, um ihnen das :gerbil -Handwerk zu legen? 8)
      Merkwürdigerweise gab es bei den knapp 100 in den 90ern gehaltenen keinen einzigen DDT (und auch keinen TA, der das zu der Zeit gemacht hätte).

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