Alter / Isolation und Fruchtbarkeit?

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    • Alter / Isolation und Fruchtbarkeit?

      Liebe Community,
      wir sind neu hier. Halten seit vielen Jahren problemlos 2 Gruppen (Halbgeschwister, getrennt in Weibchen und Männchen) - doch letzte Woche haben sich die Ereignisse überschlagen.
      EINE Maus (weiblich) ist alleine geblieben - Tod der Partnermaus.
      Nach einer sehr gründlichen Reinigung des Käfigs, da die Todesursache unbekannt ist, hat sie sich nicht mehr "zurechtgefunden" und wirkt jetzt extrem alt. Sie schläft viel, frisst eh, aber sie wirkt halt sehr alt und gebrechlich.
      Wir waren dabei zu überlegen wie wir vorgehen wegen einer möglichen Gesellschaftung, aber da im Männchenkäfig sonderbarerweise nach langem friedvollen Zusammenleben ein Revier- oder Rangordnungsstreit ausgebrochen ist, der einen eindeutigen Aggressor hat, überlegen wir, den eigenen Halbbruder mit der alleinigen Maus zu vergesellschaften.

      sie sind ALT. Fast vier Jahre. Wer weiß, ob ein Risiko besteht hinsichtlich Inzucht? Sind Rennmäuse bis zum Tod fruchtbar oder hat sich das Thema aufgrund des Alters schon erledigt und wir können die beiden vergesellschaften?

      Bitte dringend um eure Antworten, da der Angreifer momentan in einem Notquartier ist und ich unsicher bin, ob ich die drei neu/wieder zu vergesellschaften versuchen soll oder ob ich es riskieren kann, eine neue Gruppe zu bilden, bestehend aus Halbbruder und Halbschwester.

      ???
      Liebe Grüße
      Karin

    • Hallo :wink: ,

      wenn die Mäuse fast 4 Jahre alt sind, wird zu 99,99 % kein Nachwuchs kommen. Ein minimales Restrisiko besteht natürlich immer :whistling: .

      Ich hatte selber schon ältere Weibchen ab 3 Jahre, die jeweils mit einem Männchen zusammen gelebt haben. Nachwuchs kam nicht. :thumbsup:

      Du könntest also versuchen eines der beiden Männlein, mit dem Weibchen zu vergesellschaften, aber bitte lass dir Zeit und setze sie eine Weile ans Trenngitter um zu schauen, wie sie reagieren. Bitte auf gar keinen Fall BEIDE Männlein mit dem Weibchen vergesellschaften. Das geht nicht gut.

      Zuvor würde ich aber die beiden Männchen untersuchen lassen, ob vielleicht eines krank ist und deswegen der Streit entstanden ist. :whistling:

      LG von :gerbil Jerry :babyboy: + Floh :babyboy::heart: // Lines :babyboy: + Milla :babygirl::heart: // Babe :babygirl: / Fräulein Rosa :babygirl: //und mir => großes :babygirl:
    • Also wenn gerade eine Maus aus unbekanntem Grund gestorben ist, die Partnermaus jetzt plötzlich gebrechlich / kränklich wirkt UND in der anderen Gruppe ohne erkennbaren Grund Streit ausgebrochen ist, solltest Du DRINGEND abklären, ob da eine ansteckende Krankheit oder Parasitenbefall (z.B. Milben, Würmer oder ev. Kokzidien...) vorhanden sind und bevor die Mäuse nicht alle drei tierärztlich durchgecheckt sind + eine 3-Tage-Sammelkotprobe untersucht wurde, auf keinen Fall irgendwelche VG-Experimente machen.

      Im übrigen würde ich eine sehr gebrechliche / offenbar kranke Maus generell nicht vergesellschaften, da die Chance, dass die VG klappt, erfahrungsgemäß extrem gering ist (sowohl von seiten des kranken Tieres als auch des potentiellen neuen Partners wird da eher Abwehrverhalten vorhanden sein), außerdem ist eine VG für ein nicht vollkommen gesundes/fittes Tier viel zu viel Streß und es besteht möglicherweise ein Ansteckungsrisiko für das andere Tier.

      Und davon abgesehen - es gibt bei Rennmäusen keine Menopause, auch wenn sich dieses Gerücht leider nach wie vor hartnäckig hält, Rennmäuse sind (wie übrigens die meisten Tiere - der Mensch ist hier tatsächlich eine große Ausnahme) bis zu ihrem Lebensende potentiell fruchtbar. Das Risiko, dass doch eine Trächtigkeit entsteht und sowohl Jungtiere als auch Weibchen daran sterben, weil die 4jährige dem Ganzen körperlich nicht mehr gewachsen ist, wäre mir dabei viel zu hoch. Dann such lieber - natürlich erst nach Abklärung des Gesundheitszustandes - ein neues Zuhause für sie, wenn Du selbst nicht mehr vergesellschaften willst.

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      Alle Aussagen basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und sind meine Meinung
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    • Hallo @thedark , das ist interessant, was du da schreibst :whistling: .

      Du hast doch eine Hobbyzucht. Ich habe da mal ein paar Fragen:

      - Wie machst du das, wenn die Zuchtweibchen älter werden? Setzt du die Zuchtweibchen dann immer mit jungen Töchtern zusammen und gibst sie
      in der Konstellation ab?
      - Oder hast du auch schon mal ein älteres Zuchtmännchen und Zuchtweibchen zusammen gelassen, wenn dann nichts mehr an Jungtieren kam?
      - Woher weißt du, dass die Rennmausweibchen keine Menopause bekommen? Mich würde interessieren wo das steht.
      - Hast du schonmal Weibchen gehabt, die mit mehr als 3 Jahren trächtig wurden :huh: ?

      LG von :gerbil Jerry :babyboy: + Floh :babyboy::heart: // Lines :babyboy: + Milla :babygirl::heart: // Babe :babygirl: / Fräulein Rosa :babygirl: //und mir => großes :babygirl:
    • Zuchtweibchen gehen bei mir nicht altersabhängig sondern leistungsabhängig (oder eben ergebnisabhängig) in "Rente" und ziehen dann mit Töchtern aus. Meistens ist das nach 1-2 Verpaarungen à 2-3 Würfen der Fall, dadurch sind die einfach nicht sooo ewig bei mir. In der Regel rücken dann Töchter oder neue junge Weibchen für die Zucht nach - schon allein, weil es züchterisch mehr Sinn macht, mit gutem Nachwuchs weiter zu arbeiten, als die gleichen Tiere endlos zusammen zu lassen. Dabei waren die ältesten (noch) verpaarten Weibchen bisher "nur" so gute 2. Und ich würde jetzt da auch nicht das Leben eines Weibchens riskieren, nur um herauszufinden, ob ein Weibchen über 3 noch Nachwuchs bekommen kann.

      Aber: Ich habe bei der Züchterin, von der ich damals meine ersten Zuchttiere hatte, miterlebt, dass sie Paare lebenslang zusammen gelassen hat und da haben auch 4-5 jährige Weibchen noch geworfen - zwar nicht mehr ganz so oft und nicht mehr ganz so viele Jungtiere pro Wurf, aber komplett unfruchtbar wurden sie tatsächlich erst mit ihrem Tod (oder ein paar Wochen vorher).

      Außerdem habe ich schon unfruchtbare Paare vermittelt, bei denen es definitiv am Männchen lag (ausgetestet durch mehrere Verpaarungen mit Weibchen, die mit anderen Männchen geworfen haben). Das jeweilige Weibchen wurde bis zum Lebensende (auch mit über 3 noch!) regelmässig (ca. alle 3 Wochen) gedeckt, hatte also einen ganz normalen Fruchtbarkeitszyklus - nur der Partner hat eben mit "Platzpatronen" geschossen. Und wenn ein Weibchen in die Hitze kommt, hat sie wohl auch einen Eisprung und ist damit weiterhin fruchtbar.

      Ob das mit der Menopause bei Rennmäusen nun wissenschaftlich erforscht ist, kann ich nicht sagen, ich gehe hier von meinen Erfahrungen und von dem, was ich von anderen Säugetieren kenne - z.B. bei Hunden und Pferden weiß ich sicher, dass die Fruchtbarkeit bei den Weibchen bis zum Lebensende bestehen bleibt (Hündinnen werden läufig, Stuten werden rossig bis zum Lebensende ohne dass sich der Zyklus relevant verändert - und ich kenne bei Pferden auch Beispiele, wo die Stuten in hohem Alter noch regelmäßig gesunde Fohlen zur Welt brachten) - warum sollte das ausgerechnet bei den um ein weites fruchtbareren Nagern der Fall sein? Selbst unsere nächsten Verwandten (Schimpansen siehe spektrum.de/news/keine-menopause-bei-schimpansen/914734) haben keine Menopause und bleiben bis zu ihrem Tod fruchtbar (von Unfruchtbarkeit aufgrund von Krankheit oder einer generellen schlechten körperlichen Verfassung rede ich hier nicht, sondern nur von einer rein altersbedingten Unfruchtbarkeit bei einem vollkommen gesunden Tier).

      So oder so wäre es mir einfach zu riskant - selbst bei Menschen gibt es ja keinen wirklichen "Stichtag" / kein festgelegtes pauschales Alter, ab wann definitiv keine Schwangerschaft mehr möglich ist, das ist individuell stark unterschiedlich . Da man bei Rennmäusen ja auch keine erkennbare "Meno" (abgeleitet von Menstruation) hat und sich bei den meisten auch keine klar erkennbare Hitze zeigt, kann man auch unmöglich feststellen, ab wann ein Weibchen nun definitiv nicht mehr fruchtbar ist. Selbst ein Weibchen, das schonmal erfolglos verpaart war, ist keine Garantie auf Unfruchtbarkeit, da der Erfolg einer Verpaarung immer von mehreren Faktoren abhängt - ich habe gerade so einen Fall, wo ich ein unfruchtbares Päärchen vermittelt habe und jetzt nach über 1 Jahr Nachwuchs doch noch kam.

      Also ohne Not (sprich wenn gleichgeschlechtlich halt auch nach mehreren Versuchen gar nicht funktioniert) und ohne sich zumindest des Risikos (schlimmstenfalls bedeutet eine so späte Erstlingsschwangerschaft den Tod der Mutter, weil die Jungtiere nicht mehr durch den Geburtskanal durch kommen oder sie einfach körperlich Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht nicht mehr gewachsen ist) bewusst zu sein/ dieses zu erwähnen, einfach zu sagen "ach, ab 3 kann da nichts mehr passieren" finde ich ehrlich gesagt grob fahrlässig. Sicher kann man das Risiko mal eingehen, wenn man keine andere Wahl (außer Einzelhaltung) hat und sich dessen bewusst ist - aber man sollte es doch zumindest erwähnen.

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