2. VG Versuch - gleicher Ablauf

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    • 2. VG Versuch - gleicher Ablauf

      Hallo liebe Rennmaus Community,

      ich bin sehr verzweifelt und hoffe das ich hier den ein oder anderen Rat bekommen kann. Vorab schon mal Entschuldigung für den langen Text.

      Zu der Vorgeschichte:
      Die Partnerin meiner Maus Sandy (1,5 Jahre) war verstorben. Sandy war in der alten Konstellation die unterwürfige Maus.
      Nach einer Woche holten wir eine Jungmaus (10 Wochen) von einer Züchterin, die VG sollte per Trenngitter ablaufen.
      Nach 2 Wochen am Trenngitter zeigten sich die Mäuse am Gitter friedlich und beschnüffelten sich. Also sollte der große Versuch starten. Dieser war sehr langwierig. Zu Anfang war die Jungmaus extrem verängstigt und saß starr in einer Ecke und hielt die Nase von Sandy manchmal fest. Sandy sträubte oft ihr Fell und zeigte auch eine Angriffshaltung (seitlich aufstellen), aus der man sie mit Ablenkung (Streu rascheln, Scheibe klopfen) jedoch rauslocken konnte. Sandy zeigte sich oft leicht aggressiv, sträubte oft ihr Fell, putzte die Jungmaus aber auch gelegentlich. Über 10 Stunden zeigten die Mäuse sich noch unsicher, das Verhalten wurde aber immer besser. Über Nacht setzten wir sie nochmal zur Sicherheit auseinander. Am nächsten Tag, bei der Weiterführung der VG, freuten wir uns sehr, dass Sandy die Jungmaus putzte und sie dann zusammengekuschelt im Nest lagen. Es schien wunderbar und über den ganzen Tag und die nächste Nacht war alles super harmonisch, die Mäuse entspannt und schliefen zusammen. Dann auf einmal kippte es wieder, Fell sträuben, gegenseitiges verjagen aus dem Nest,...bis schließlich ein Knäuel gebildet wurde (ohne beißen!) und wir mit Rücksprache der Züchterin die VG als gescheitert betrachteten.
      Mit einer älteren und selbstbewussteren Maus (1,5 Jahre) sollte ein zweiter Versuch stattfinden.
      Die neue Maus, Luisa, ist nun seit 3 Wochen bei uns. Am Gitter zeigten sich die beiden nach 2 Wochen ganz entspannt und beschnupperten sich neugierig. Letzten Samstag haben wir den Versuch gestartet. Zu Anfang war es wieder wie beim ersten Versuch: die neue Maus (Luisa) hatte super viel Angst und war ganz starr in einer Ecke. Sandy sträubte wieder oft ihr Fell, jagte Luisa und ging manchmal in leichte seitliche Angriffsstellung. Nach ein paar Stunden legte sich das Verhalten und Luisa wurde ausgiebig von Sandy geputzt und die beiden haben zusammengekuschelt geschlafen. Manchmal bestieg Sandy Luisa auch. Den ganzen restlichen Samstag, die Nacht auf Sonntag und der Sonntag waren so harmonisch, dass wir richtig glücklich waren. Beide waren ganz gelassen, kuschelten miteinander.
      Dann wieder, wie beim letzten Mal, eine Wende: am Sonntag Abend, nach mehr als 36 Stunden, jagten sich die beiden und vertrieben sich gegenseitig aus der Schlafecke, Sandy sträubte wieder Fell. Es schaukelte sich hoch und die beiden bildeten ein Knäuel (ohne beißen!). Wir trennten sie vorsichtshalber. Das ist nun 2 Tage her und auf Rat der Züchterin sollten wir es nun noch einmal probieren. Die Züchterin selbst sagte auch, sie hätte so etwas noch nie erlebt: Das Mäuse über 36 Stunden harmonisch in einem Nest schlafen und sich dann doch nochmal in die Haare kriegen.
      Heute habe ich die beiden wieder zusammen gesetzt. Beide (ver)jagten sich, boxten und bildeten auch einmal ein Knäul (ohne beißen). Jetzt schlafen wieder beide, wobei Sandy Luisa putzten durfte und auch immer "oben" liegt. Luisa versucht immer "nach oben" zu gelangen bzw. Sandy zu dominieren, woraufhin das komische Verhalten wieder losgeht. Dann ordnet sie sich doch unter und sie kuscheln.
      Das ganze ist sehr ambivalent.
      Ich muss dazu sagen, dass ich glaube, unsere Sandy ist die "schwierige" Mau, da sie schon immer in ihren Gefühlen sehr empfindlich war und schnell sehr gestresst reagiert. Die neue Maus, Luisa, zeigte sich bei einer anderen VG bei der Züchterin sehr entspannt und friedlich. Luisa ist auch bei der VG mit Sandy sehr liebevoll. Wenn Sandy aggressives Verhalten zeigt (Fell sträuben, leicht seitlich aufstellen), reagiert Luisa gar nicht, woraufhin Sandy wieder "runter kommt".
      Ich bin mir eigentlich sehr sicher, dass es, egal mit was für einer anderen Maus, genauso ablaufen würde wie jetzt und Luisa eigentlich schon sehr gut wäre. Sandy scheint einfach extrem schwierig zu sein.

      Es tut mir sehr leid für den langen Text, ich habe aber versucht, alles genau zu beschreiben.
      Die Frage ist jetzt, wie ich weiter vorgehen soll, da die Züchterin ebenfalls mit ihren Ideen am Ende ist und soetwas noch nicht erlebt hat. (Gerade schlafen Sandy und Luisa z.B. zusammengekuschelt - ich trau ihnen aber nicht und werde sie über Nacht wohl trennen....)
      Da ich wie gesagt nicht glaube, dass es mit einer neuen Maus anders laufen würde, ist die Frage, ab wann ich die VG mit Luisa abbreche und Sandy für nicht vergesellschaftbar erkläre. Das möchte ich auf keinen Fall, da Sandy erst 1,5 Jahre alt ist.
      Ist es möglich, die Mäuse über mehrere Tage z.B. tagsüber zusammen zu lassen und vorsichtshalber über Nacht zu trennen? Vielleicht braucht unsere Sandy einfach ganz, ganz lang....Vielleicht hat Jemand schonmal so eine verflixte Situation erlebt...
      Vielen Dank an alle, die diesen mega langen Text auf sich nehmen!
      Lieber Gruß
      Lisa

    • Hallo,

      Aus der Ferne ist es immer schwer zu beurteilen ob die Fortführung der VG noch Sinn macht.
      Ein Kriterium ist für mich, werden die Rangeleien und das Jagen heftiger oder kürzer?
      Je nachdem würde ich Trennen oder weitermachen ...
      Wenn deiner Meinung nach das Trennen über Nacht hilft kannst du es noch ein paar Tage fortführen aber nicht länger. VGs mit Rennerdamen können durchaus ein paar Tage dauern bis sie sich geeinigt haben.

      Kann es sein, dass sie hitzig sind? (Das passiert bei mir bei allen DamenVGs nach 1-2 Tagen und dann wird es etwas wilder)

      Ich habe den Eindruck, dass Sandy durchaus eine Partnerin will, aber auch gleichzeitig Angst hat. Wurde sie bei ihrer verstorbenen Partnerin extrem unterworfen oder gar gemobbt?
      Oder braucht sie eine dominante Partnerin, die von Anfang an klare Ansagen macht?
      Luisa scheint durchaus mit Sandy zurecht zu kommen. Die Frage ist nur wie lange sie es duldet.

      Was hat Sandy? Tut ihr was weh, dass sie so phasenweise so aggro wird, dass sie die Anwesenheit von Luisa nicht erträgt? Das würde ich evtl auch beim TA klären lassen. ( Untersuchung auf Parasiten und Abtasten auf Tumore etc.)

      Das sind erstmal so meine Überlegungen ... ich hoffe du kannst etwas damit anfangen.

      Ich halte erstmal keine Rennmaus für nicht vergesellschaftbar, die Frage ist nur ob Luisa die richtige ist. Auch wenn es in Menschenaugen so scheint, entscheiden tun die Mäuse und wir können nur versuchen durch Ausprobieren die richtige Partnerin zu finden.

      Du siehst, eine eindeutige Antwort kann ich dir nicht geben.
      Letztendlich kannst nur du, die es live beobachtet, die Situation beurteilen.

      :D ... und ja! es gibt echte Vergesellschaftungs-Schnecken, die die Geduld auf eine harte Probe stellen und sich erst nach einer Woche arrangiert haben.

      Wenn du den Eindruck hast, es gibt eine langsame Verbesserung, würde ich es weiter versuchen, mit viel Beschäftigung zum Schreddern und Laufrad und einer zweiten Möglichkeit ein Nest zu bauen. Wenn sie sich dann auf den Keks gehen haben beide jeweils ein Versteck. Ansonsten würde ich noch nicht mehr Einrichtung geben.

      Wenn du aber das Gefühl hast mit dieser Gruppe eine tickende Zeitbombe zu haben, der du nie vertrauen wirst, dann trenne. Dabei kommt es wirklich auf dein Gefühl an.

      :2love:

    • Vielen Dank für die Antwort! Ich würde sagen, dass die VG bisher relativ unverändert verläuft. Es wechseln sich die negativen Phasen mit den positiven Phasen gleichermaßen ab...eine Entwicklung ist in beide Richtungen nicht wirklich zu sehen.
      Wie gehst du die VG an, wenn sie bei Rennerdamen mehrere Tage dauert? Wie Verhalten sich dann deine Renner in der Zeit, was du mit hitzig beschreibst?
      Sandy war früher auf jeden Fall eine ganz "andere" Maus. Sie war immer ganz, ganz klein und dünn und seid ihre Partnerin verstorben ist zu einem richtigen Klops geworden...von daher wurde sie vermutlich schon ziemlich unterdrückt.
      Sandy ist vom Wesen her aber eigentlich suuuper ängstlich. Wir hatten auch Luisa extra geholt, da sie bei der VG mit einer anderen Maus einen liebevollen dominanten Part zeigte und das nach der Jungsmaus eben die andere Richtung sein sollte.So richtig dominant ist Luisa aber nicht..
      Ich glaube erstmal nicht das Sandy etwas weh tut, sie scheint eher ein Gefühlsproblem zu haben. Wenn Luisa testet wie weit sie gehen kann, wirkt Sandy direkt ängstlich-aggressiv.
      LG!

    • Wie sieht es bei dir aus? Gab es eine Änderung?
      Bei Hitzigkeit rennen die Damen sich abwechselnd hinterher und reiten auf, manchmal abwechselnd und bei ganz eindeutiger Dominanz einer Lady, darf nur diese die Schwächere bespringen. Das sieht manchmal wild aus und ist für die Tiere eine sehr anstrengende Zeit, aber es vergeht nach ein paar Tagen.


      Hoffentlich kapiert Sandy bald, dass Luisa ihr nichts tun will. So eine Situation, wie du sie hast kann auch sehr schnell in wilde Jagerei umschlagen, wobei ich vermuten würde, dass dann Sandy versucht Luisa zu verjagen.

      Lass es nicht zu lange in dem gleichen Zustand weiterlaufen, das ging bei mir nie gut aus, sondern würde fast immer nur aggressiver und schlimmstenfalls mit Verletzungen.
      Wenn der Zustand immer nur noch "na ja " ist brich lieber ab

    • Neu

      Mittlerweile sind ja schon 2,5 Wochen rum. Das Verhalten der Zwei wurde in der ersten Woche immer stabiler. Nach einer Woche habe ich das Gehege um 10cm vergrößert.
      Die beiden haben sich weiterhin gut verstanden, aber alle paar Tage kann man dieses hitzige Verhalten, wie du es auch beschreibst, beobachten. Dann will Sandy bei Luisa hinten aufsteigen und hat sie sogar einmal richtig markiert, sodass Luisa Tröpfchen auf dem Rücken hatte. Dann boxen sie auch mal. Das war aber immer nur ein paar Stündchen und dann sind sie wieder ganz friedlich und schlafen zusammen und bekommen sich wieder ein und sind dann die meiste Zeit entspannt.
      Eine Woche habe ich das so beobachtet und heute gedacht, dass man den nächsten Schritt mal probieren muss. Sie haben am Nachmittag ein Sandbad bekommen. Soeben habe ich gesehen, dass sie sich gestritten haben und sogar Knäul bilden wollten, was ich dann durch Klatschen auflösen konnte. Jetzt hab ich das Sandbad wieder rausgenommen. Luisa wollte jetzt bei Sandy hinten aufsteigen, was Sandy wiederum nicht will. Jetzt gehen sie sich ziemlich aus dem Weg...

      Das ist ja aber auch kein Dauerzustand.
      Mein Plan wäre, in 2-3 Tagen noch einmal zu versuchen, dass Sandbad als nächsten Schritt reinzustellen, wenn ihr Verhalten sich wieder stabilisiert hat. Wenn sich ihr Verhalten dann wieder verschlechtert, dann bringt es ja auch nichts....zumal das ja wirklich Mini-Mini-Veränderungen sind, die ich mache.
      Ich tu mich aber sooo schwer die VG abzubrechen, weil sie sich ja jetzt schon 3 Wochen die meiste Zeit ganz lieb haben und es ja auch von Sandy schon die 2. VG ist.
      :( Danke auf jeden Fall für das offene Ohr.

    • Neu

      Liseli schrieb:

      Das ist ja aber auch kein Dauerzustand.
      und wie oft möchtest du diesen (für mich persönlich) nicht tragbaren Dauerzustand für euch Alle mittragen? Für wen ist es erträglicher? für die Fellnasen oder für dich?

      Hitzigkeit ist eine Sache - Nichtmiteinanderwollen und auch - können eine andere Sache. Beide Situationen bedeuten Stress für die Fellnäschen und auch Körnergeber*in und dann meine ich persönlich, muss eine Entscheidung her - ja oder nein

      meint schnupperlie
      Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.