Erneute Behandlung mit Fogger notwendig?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Erneute Behandlung mit Fogger notwendig?

      Guten Abend,

      vor 6 Monaten hatte ich einen schlimmen Befall mit Herbstgrasmilben (die ich mir wohl durch Heu eingeschleppt habe, weswegen ich keins mehr verwende) bei meinen Rennern, den ich durch gründliches Reinigen und ausbacken alleine nicht wegbekam. Das einige was geholfen hat, war ein Fogger. Nun ist die Anwendung demnächst 6 Monate her und in der Beschreibung steht, dass der Schutz 6 Monate hält.
      Nun bin ich mir nicht sicher, ob das bedeutet, dass man 6 Monate lang davor geschützt ist, neue Milben einzuschleppen oder ob die noch irgendwo vorhandenen Eier 6 Monate lang nicht schlüpfen können und danach sich wieder weiterentwickeln können, da in der Beschreibung steht, dass der Entwicklungszyklus unterbrochen wird und nicht dass sie sterben.
      Deswegen meine Frage, ob ich den Fogger nun wieder verwenden muss.

      Vielen Dank.

    • Bevor ich hierzu ausführlich Stellung nehme, erstmal zwei Fragen:
      - wer hat festgestellt, dass es sich um die Herbst(gras)milbe handelt?
      - welche Symptome haben die Mäuse beim Befall gezeigt?
      - wie lange dauerte der Versuch, sie wegzubekommen, nachdem kein Heu mehr gegeben wurde, bis dann der Fogger zum Einsatz kam?
      - wie wurde der Fogger angewandt? Verblieben die Tiere dabei im Gehege? Gehege abgedeckt, danach gesäubert?
      - wurden die Tiere selbst auch behandelt?

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Mein Tierarzt hatte das festgestellt. Ich hatte welche auf ein Stück Tesa geklebt und er untersuchte es unter einem Mikroskop.
      Beim Befall waren meine Renner sehr unruhig und hatten sich häufig gekratzt.
      Ungefähr 2 Wochen lang hatte ich versucht, sie wegzubekommen. Sämtliche Gegenstände hatte ich schon ausgebacken und woanders gelagert und meine Renner blieben, nachdem sie beim Tierarzt mit Stronghold behandelt wurden, erst mal in einem Aquarium, welches ich mit kochendem Essigwasser ausgewaschen hatte, in einem anderen Zimmer. Dort sind auch keine neuen Milben aufgetaucht. Nur das Gehege hatte ich trotz verschiedener Sprays und Massen an Kieselgur nicht Milbenfrei bekommen, da ich dieses selbst aus Holz gebaut habe und dadurch zu viele kleine Ritzen vorhanden sind, in denen die sich verstecken konnten.
      Da der Befall unbedingt 2 Wochen vor meiner Urlaubsreise auftrat, hatte ich kurz bevor ich losfuhr, den Fogger in dem Zimmer mit dem Gehege gestartet (natürlich die Tür geschlossen und Ritzen abgeklebt), sonst war nichts von meine Tierchen da drin und einen Tag später hatte meine Mutter, welche sich um meine Tiere kümmerte, mehre Stunden lang gelüftet. Die Renner blieben in der Zeit im Aquarium. Als ich zurück kam, hatte ich das Gehege genau untersucht und keine neuen Milben entdeckt, danach hatte ich das Gehege gründlich ausgesaugt und mit einem Dampfreiniger und Essigwasser mehrmals gesäubert. Dann bekamen meine Kleinen nochmal Stronghold und konnten zurück. Seitdem sind keine neuen Milben aufgetaucht.

    • Danke für die Fallverlaufsschilderung.

      Ich denke, der Tierarzt wird sich geirrt haben. Vielleicht inspiriert durch die vielfach aufgetretenen Fälle von Herbstmilbenbefall bei seinen Hunde- und Katzenpatienten im letzten Spätsommer. Milbe ist aber nicht gleich Milbe, und nach dem geschilderten Fallverlauf wird das wohl die rote Vogelmilbe odere die tropische Rattenmilbe gewesen sein. Da reicht schon ein einziges Exemplar im Heu, und das vermehrt sich in kurzer Zeit zu Abertausenden, wenn dem nicht Einhalt geboten wird.

      In der Panik greifen dann viele Halter zu härtester Chemie, weil sich die Tierchen in die kleinsten Ritzen verkriechen. Ist der Befall schon massiv, kann neben Säuberung nur mit z.B. Stronghold in mehreren Gaben in zeitlichem Abstand der Großteil vernichtet werden. Um dem letzen Rest dann den Garaus zu machen, eigenen sich aber Raubmilben besser und nachhaltig. Die solltest Du jetzt zur Sicherheit in geringer Dosierung direkt im Gehege anwenden, wo sich die Giftschleier nach einem halben Jahr gelichtet haben.

      Für alle, die sich trotzdem für diesen etwas anderen Parasiten im Rennmausheim interessieren:

      Herbst(gras)milben

      Dieser Parasit weist gegenüber den anderen von Rennmaushaltern gefürchteten Milbenarten ein anderes Verhalten auf und durchläuft einen völlig anderen Entwicklungszyklus, die Bekämpfung ist daher auch komplett anders vorzunehmen.

      • Vogel- und Rattenmilben saugen Blut, Herbstmilben vorwiegend Lymphe und Gewebsflüssigkeit.
      • Vogel- und Rattenmilben saugen sowohl im Larvenstadium, als auch ausgewachsen dann mehrmals mit dazwischenliegenden Eiablagen, Herbstmilben nur einmal im ersten von 3 Larvenstadien, in den weiteren Stadien aber nicht.
      • Der Entwicklungszyklus wiederholt sich bei Vogel- und Rattenmilben innerhalb weniger Tage/Wochen, bei Herbstmilben dauert er ein Jahr.
      • Während sich die blutsaugenden Arten während in allen Entwicklungszyklen am oder in der Nähe des Tieres in Spalten aufhalten, benötigen Herbstmilben in allen weiteren Stadien Böden mit entsprechender mikrobiologischer Fauna zur Ernährung, Weiterentwicklung und zuletzt der Eiablage. Aus den Eiern im Boden klettern die saugenden Larven nach oben in die Vegetation und kehren nach dem Wirtsbefall wieder in den Boden in eine Tiefe um 20cm zurück.
      • Die natürlichen Wirte des saugenden Larvenstadiums der Herbstmilben sind vor allem Igel, sowie Mäuse, Maulwürfe, Ratten, Eichhörnchen, seltener auch Vögel. Hunde und Katzen werden davon befallen, wenn sie sich im Freien befinden und die Milbenlarven von ihren erhöhten Standorten in der Vegetation an den Körper gelangen.
      • Das saugende Larvenstadium der Herbstmilben tritt nur zwischen Juli und Oktober/November in allen Vegetationszonen(auch Sträuchern) auf, nicht nur auf Grasflächen. Eine besonders hohe Anzahl findet sich in den befallenen Gebieten in kultivierten Beeten, somit auch in Kräutergärten!
      Sollten die Herbstmilben also Rennmäuse befallen, so wird dies nur in überschaubarer Anzahl von wenigen Exemplaren je Heugabe erfolgen, wenn frisch gerntetes Heu angeboten wird. Auch durch die Gabe von frischen Gartenkräutern können diese eingebracht werden. Nach einer einmaligen „Mahlzeit“ am Tier ist die Sache aber schon wieder vorbei, da sie danach nicht mehr in Erscheinung treten – bis zum nächsten Spätsommer, falls sie die restlichen Entwicklungszyklen doch dort durchführen könnten. Bis dahin wurde das Gehege aber hoffentlich schon mindestens 1x gründlich gesäubert.

      Dass sich über weitere Larvenstadien überhaupt erwachsene Milben, die dann eine Größe von ca. 2mm haben, entwickeln und im Gehege Eier ablegen, ist unwahrscheinlich, wegen der nicht dazu vorhandenen Umgebungsbedingungen – außer sie werden in Freilgehegen gehalten.

      Der Befall mit Herbstmilben ist nicht mit der explosionsartigen Vermehrung anderer Milbenarten vergleichbar, wo die Tiere ohne Behandlung am Blutverlust oder Stress sterben. Die wenigen vielleicht vorhandenen Bissstellen der Herbstmilben jucken aber sehr, was heftiges und andauerndes Kratzen zur Folge hat, bis die Bissstelle abgeheilt ist.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Die verschiedenen anderen gegen diverse Pflanzenparasiten sind nicht geeignet.
      Du brauchst Raubmilben gegen die blutsaugenden Hühnerparasiten (Vogelmilben).
      In folgenden Beiträgen habe ich schon mal geschrieben

      zum Bezug
      zur Anwendung

      Bei Dir wird es ausreichen, die kleinste Menge zu bestellen und präventiv im Gehege und dessen Umgebung auszusetzen.
      Wenn sie keine Nahrung an anderen Schadmilben wie vielleicht Staubmilben mehr finden, fressen sie sich gegenseitig auf und sterben aus.
      Danach können die Vogelmilben aber immer wieder durch Heu, Stroh, Einstreu erneut eingeschleppt werden.

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Gerbilus schrieb:

      Danach können die Vogelmilben aber immer wieder durch Heu, Stroh, Einstreu erneut eingeschleppt werden.
      Nur als Ergänzung ... man kann sich das nicht nur dadurch holen. Es reicht auch ein verlassenes Vogelnest über dem Fenster, das andere Haustier mit Freigang oder der Siebenschläfer auf dem Dachboden über der Wohnung. So hat sich unser Tierarzt, der nur Fische hält, schon Vogelmilben angelacht.
    • Richtig, Vogelmilben können auch von draussen einwandern. Die Vogelnester müssen gar nicht sichtbar sein, einige Arten haben sich schon derart angepasst, dass sie Löcher in den Außenputz hacken und sich dann in geschaffenen Höhlen in den Styroporplatten gemütlich machen, z.B. unter den Fenstersimsen. Die Reichweite der Vogelmilben beträgt aber auf Nahrungssuche nur einige Meter.
      Bei Säugetieren, die sich im Keller oder Dachboden einnisten ist es eher die tropische Rattenmilbe, die hungernd bis zu 100m nach einem Wirt sucht und auch Menschen nicht verabscheut. Die beiden Milbenarten sind unter dem Mikroskop nur schwer zu unterscheiden und werden gerne verwechselt.

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Ich denke, die fressen alles, was auf den Tisch kommt und knackbar ist. Es gibt verschiedene Arten Raubmilben, die bei Geflügel und Pflanzen zum Einsatz kommen - mit mehr oder weniger Erfolg, was aber auf die vorliegenden Umweltbedingungen ankommt. Einige Arten vermehren sich im Boden, die für Pflanzen bestens geeignet sind. Bei den für Rennmausgehege geeigneten Arten ist das Problem, dass sie zum Überleben und zur Entwicklung der eigenen Nachkommen feuchte Bedingungen benötigen, was durch Matten in den Ausbringbehältern geschaffen wird, die man aber nicht austrocknen lassen darf.

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Warum sollten sie? Die saugen ja kein Blut und sind daher völlig harmlos. Wären die allerdings so groß wie ein Hund oder Pferd, dann würde ich mich vor denen in Acht nehmen, dann stände ich vielleicht auch auf dem Speisezettel... ;(
      :D

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!