Auswildern geretteter Tiere

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    • Auswildern geretteter Tiere

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      Mal kurz ot:
      Ich finde es nicht gut, dass du dir diese tiere als haustiere hältst. Es sind wildtiere und sollten es auch bleiben.
      Zum gesund pflegen in menschlicher obhut sage ich ja nichts. Aber sobald die tiere fit sind gehören sie wieder anständig ausgewildert.

      Hast du die haltung wenigstens der unteren naturschutzbehörde gemeldet? (da es wildtiere sind sollte man dies tun, wenn tiere nicht mehr auswilderungsfähig sind)
      Trulla & Talvi :gerbil Geist :gerbil

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von smurf79 ()

    • sweetangels da hast du recht, Wildtiere sollten der Natur nur für die Zeit der Genesung entnommen werden, wie das so schön im Behördensprech heißt. Allerdings muss man aufgenommene Tiere nur dann der Behörde melden, wenn sie unter Schutz stehen. So zumindest hat man es uns hier erklärt, als die Nachbarin einen durch Flügelbruch flugunfähigen Buchfinken dort melden wollte, da sie ihn nicht mehr auswildern konnte. :heart:
      Die Aufnahme von Wildtieren ist aber auch für den Aufnehmenden nicht ohne, da sie ja oft Träger vieler verschiedener Krankheiten und Parasiten sind, die sie an Heimtiere und möglicherweise auch an den Menschen weitergeben können - selbst dann, wenn sie augenscheinlich gesund sind. :heart:

    • Ich stimme @sweetangels zu, Wildtiere gehören nicht ins Haus wenn es ihnen wieder gut geht.
      Ich finde dein Engagement sehr löblich und toll, dass du sie wieder aufgepäppelt hast, aber da es ihnen wieder gut geht sollten sie zurück in die Natur.

      Habe mich schon gewundert, weil ich noch nichts von dieser Maus als Haustier gehört habe und erst durch Googeln herausgefunden, dass es ja wilde Mäuse sind :D

    • LinisRennerle schrieb:

      Ich stimme @sweetangels zu, Wildtiere gehören nicht ins Haus wenn es ihnen wieder gut geht.
      Diese Haltung finde ich schon etwas merkwürdig, gerade wenn sie von jenen kommt, die selbst Wildtiere in Käfige sperren.
      Genausogut könnte man den Rat geben, sie an Schlangen zu verfüttern, da in der Natur ähnliches passieren wird.

      Lasst die Kirche im Dorf und belasst es bei der Erinnerung, dass die Haltung der meisten Wildtierarten nicht verboten, aber aus verschiedenen Gründen meldepflichtig ist(ohne weitere Konsequenzen), damit man bei einer eventuellen Anzeige eines mieselsüchtigen Nachbarn, Bekannten o.ä. keine Probleme bekommt.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • @Gerbilus
      Ich verstehe hier nicht so ganz, warum du nur mich direkt ansprichst, obwohl zwei User vor mir das selbe gemeint haben und überhaupt das Thema angesprochen habe, dem ich nur zugestimmt habe.
      Im Endeffekt kann jeder machen was er will.

      Gerbilus schrieb:

      von jenen kommt, die selbst Wildtiere in Käfige sperren.
      Dieses Argument hinkt für mich doch schon sehr, da im Gegensatz zu den Gelbhalsmäusen unsere Renner nie in der Wildnis gelebt haben, sondern in Gefangenschaft geboren wurden. Daher mag es mir wohl erlaubt sein daran zu zweifeln, dass wenn ich meine Renner aussetzen würde, sie wirklich überleben würden.
    • @LinisRennerle: Fühl DIch gedrückt :heart: Ich hab die anderen Antworten nicht übersehen, aber die(den) Letzte(n) beißen nun mal die Hunde. :)

      Also an alle, die hier eingestimmt haben: Ich wollte da nur mal aufzeigen, wie von Anderen eure Zucht/Haltung von Rennmäusen gesehen wird. Sind ja auch Argumente, selbst wenn man diese Tiere hierzulande erwerben und halten darf. Deswegen finde ich eine Haltung von Gelbhalsmäusen ethisch nicht bedenklicher als die von Rennmäusen, nur weil wir Wälder aber keine Steppen um uns haben.

      Was das Aussetzen und Überleben betrifft: Das haben sogar die nicht-mehr-EU-ler mit ihrem grauslichen Klima schon geschafft, dort freilebende Kolonien anzusiedeln, Maus ist eben sehr anpassungsfähig, wird dann aber nicht so alt wie sie bei uns ohne Krankheiten und Fressfeinde im Käfig verschimmeln.
      Man verzeihe mir die etwas provokante Formulierung. :wink:
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gerbilus ()

    • Ich finde den Hinweis dennoch richtig, daß man Wildtiere perse wieder auswildern sollte nach Genesung. (Ausnahmen sind eben, wenn das Tier dabei keine Überlebenschance mehr hätte)

      Da die Tiere jetzt handzahm und zu sehr auf den Menschen geprägt sind, wird das schwierig werden und besser man macht es nicht mehr...sollte das aber im Hinterkopf behalten für den ev. nächsten Fall.

      Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude! :D

    • Hinweis ja, aber das sollte nicht in eine vehemente Forderung ausarten, mit der niemandem gedient ist.

      @voyager2000 hat sich hier angemeldet, um Rat zu suchen, und ich finde, er/sie sollte auch weiterhin das Gefühl haben, hier bei Problemen mit diesen Tierchen jederzeit willkommen und unserer Unterstützung sicher zu sein.

      Eigentlich hat er/sie nichts anderes getan, als Mäuse in Not aufgenommen zu haben - wie viele andere hier auch - und sie liebgewonnen.
      Es spricht daher nichts dagegen, dass er sie nun nicht mehr vor die Tür setzt, nachdem sie sich an den Komfort gewöhnt haben, den er ihnen gegenüber einem Leben in der "Wildnis" bieten kann. Um dieses Projekt zu unterstützen, wären Gedanken zur artgerechten Gehegegestaltung solch seltener Gäste weitaus zielführender.

      Was bei dieser Art zum Problem werden könnte - ihr Einzelgängertum in Bezug auf Revierstreitigkeiten sowie die herannahende Fortpflanzungssaison, was dann eine weitere Käfighaltung in Frage stellen würde.

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Nur wer wildtiere aufnimmt muss sich bewusst sein, dass sie wieder ausgewildert gehören. Alles andere ist schlicht falsch.

      Ich selber habe schon mehr als ein wildier versorgt. Von wenige tage alten mäusebabys (wald- so wie hausmaus) bis teene igeljungs.
      Und ja, alle waren/sind mega süß und toll. Doch ist es immer klar gewesen, dass die tiere sobald es geht wieder ordentlich ausgewildert werden.
      Mir kam niemals in den sinn diese tiere einfach zu behalten.
      In meinen augen ist das verhalten des te einfach unprofessionell und egoistisch.
      Wildtierpflege ist wichtig. Aber sollte richtig erfolgen.

      Trulla & Talvi :gerbil Geist :gerbil
    • Hier herrscht ein ziemliches Begriffschaos. Zum einen werden hier Heimtiere und Haustiere vermischt. Meist wird, wie das häufig der Fall ist, „Haustiere“ geschrieben, wenn Heimtiere gemeint sind. Vier Pfoten meint dagegen Haustiere und schreibt „Heimtiere“, ein eher seltener Fehler. Zum anderen gibt es hier eine Verwechslung von Wildtieren und Wildfängen.

      Die von uns gehaltenen Tiere sind Heimtiere; Rennmäuse werden aber durchaus auch zu anderen Zwecken gehalten, z.B. als Futtertiere oder als Versuchstiere.

      Den Großteil der gehaltenen Mongolen könnte man wohl auch als Haustier bezeichnen, Untersuchungen mit entsprechendem Ergebnis gibt es zu den Nachkommen der 1935er Wildfänge. Allerdings ist mir noch keine entsprechende Einstufung in der Sekundärliteratur zum Thema Haustiere begegnet; das ist aber auch nicht Kern meines Interesses. Der Standpunkt, dass die Nachkommen der 1935er Wildfänge noch Wildtiere sind, lässt sich daher meiner Ansicht nach noch vertreten. Nachkommen der 1995er Wildfänge würde die Einstufung gar nicht umfassen, die haben ohnehin noch als Wildtiere zu gelten. Das dürfte auch für alle anderen Rennmausarten gelten. Die Haltung der meisten Wildtierarten ist in Deutschland (zu anderen Ländern kann ich nichts sagen) weder verboten noch meldepflichtig.

      Die Ablehnung der Heimtierhaltung erfolgt hier jedoch nicht deshalb, weil es sich bei der Gelbhalsmaus um ein Wildtier handelt, sondern weil ein ehemals wild lebendes Individuum gehalten wird. Das entspricht einem Wildfang, auch wenn diese Bezeichnung unter den genannten Umständen eher nicht verwendet wird. Es handelt sich jedoch um eine Entnahme aus der Natur und für das Individuum macht das letztlich keinen Unterschied. Die Entnahme aus der Natur unterliegt in Deutschland deutlich strengeren Regeln als die Haltung von Wildtieren, damit kenne ich mich aber nicht aus. Ich meine, dass die Gelbhalsmaus (wie die meisten Säugetiere) zu den „besonders geschützten Arten“ gehört. Was das konkret bedeutet, weiß ich aber nicht. Wenn Du die Tiere behalten möchtest, solltest Du Dich darüber informieren.

      Bis in die 1980er Jahre taucht die Gelbhalsmaus auch in deutschsprachiger Heimtierliteratur auf. Üblich war demnach die Haltung von Wildfängen und deren Nachzuchten. Andere Bezugsquellen (z.B. Zoohandel, Zootiere, Labortiere) scheinen keine Rolle gespielt zu haben.

      Von der Mongolischen Rennratte sind mehrere kurzlebige Kolonien in England bekannt, aus dem deutschsprachigen Raum dagegen nicht. Das kann verschiedene Ursachen haben. Z.B. könnte das in England besser erfasst worden sein. Vielleicht gab es dort auch einfach mehr Gefangenschaftflüchtlinge und somit mehr Chancen für diese Kolonien. Es kann aber auch daran liegen, dass das Klima dort doch nicht so grauslich ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Torben* ()

    • sweetangels schrieb:

      In meinen augen ist das verhalten des te einfach unprofessionell und egoistisch.
      was aber in gleicher Weise auch für jede(n) gilt, der sich einen Hamster oder ein Paar Mäuse zwecks eigener Kurzweil besorgt, oder wo ist da der Unterschied?
      Mich stört vor allem die Wortwahl: Unprofessionell kann man bestenfalls MitarbeiterInnen einer Wildtierauffangstation nennen, nicht jemanden, der das als Hobby in kleinster möglichen Einheit betreibt.

      Man kann aber auch alles übertreiben - in rein egoistischer semiprofessioneller Wildtiersammelwut, wo man ein Mäuschen "rettet", damit man sich besser fühlt, um es dann später wieder auszusetzen, und dafür z.B. einen Raben um sein Nachtmahl bringt...

      Das ist Ansichtssache, und Ansichten sind nun mal verschieden, wenn man sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
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    • Torben* schrieb:

      Die Haltung der meisten Wildtierarten ist in Deutschland (zu anderen Ländern kann ich nichts sagen) weder verboten noch meldepflichtig.
      Ich bin aus Östereich, und denke, dass die im Rahmen der EU-weiten Tierschutzbestrebungen in A geschaffenen und geltenden Verordnungen auch in ähnlicher Ausprägung in anderen Mitgliedsländern umgesetzt werden

      Bei uns gibt es vier Varianten, was die private Haltung von Wirbeltieren(keine Nutztiere), im Besonderen die Säugetiere betrifft:
      - in einer Liste angeführte Arten, die jedermann ohne Einschränkung erwerben und halten darf (sog. Haus- und Heimtiere)
      - in einer Liste angeführte Arten, deren Erwerb und Besitz verboten ist (z.B. gefährdete oder gefährliche)
      - in einer Liste angeführte Arten, die bewilligungspflichtig und mit Auflagen verbunden sind
      - der ungenannte Rest meldepflichtig
      wovon die drei letztgenannten als "Wildtiere bzw. Exoten" bezeichnet werden. Die entsprechenden Verordungen sind Landessache, die sich aber großteils gleichen. Nach diesem Merkblatt gibt es keine Ausnahme von der Meldepflicht für Wildtierformen von Kleinnagern in Österreich.

      In Deutschland mahlen die Mühlen langsamer, hier geht man es gemächlicher an - nach jahrelangen in Auftrag gegebenen Studien wird nun seit Vorliegen der Berichte im Dez. 2019 an die schrittweise Umsetzung gedacht. Einzelheiten dazu kann man dem Tierschutzbericht 2019 auf den Seiten 25-27 entnehmen, von bundesweiter Bewilligung oder Meldung privater Haltung von Exoten und Wildtieren scheint man noch jahrelang entfernt zu sein. Wildtiere dürfen jedoch nicht zum Zweck der Haltung gefangen werden.

      In der Schweiz ist man da schon weiter - Die private Wildtierhaltung ist auch dort nach einer Liste an eine Bewilligung gebunden, von der jedoch u.a. Kleinnager ausgenommen sind, nachzulesen hier: Artikel 89 a der Tierschutzverordnung. Für die private Haltung einiger Tierarten mit speziellen Anforderungen ist eine Ausbildung erforderlich.

      Fazit: In D und CH keine Meldepflicht, in A anscheinend schon...

      __________
      Nachtrag: Uuups -- habe den Ordnungsruf erst nach Absenden gelesen, da die Recherche etwas längere Zeit in Anspruch nahm. Pardon!
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gerbilus ()

    • Hallo liebe Mäusegemeinde. Ich stell hier mal mein Standpunkt zum Thema Mäuse bzw. wie ich an die Nager kam.

      Ich habe mir ein Altbau gekauft und im Haus waren Mäuse. Ich stellte Mäusefallen auf...die mit der großen Feder.... und ein Tag danach waren 4 von 5 Fallen leer gefressen aber keine Maus drin. Als ich die Fallen wieder stellen wollte und gerade kniend die Fallen spannte, sind 3 kleine Hausmäuse auf mich zu gelaufen. Sie ließen sich einfach mit der Hand auflesen. Klein und jung hab ich sie einfach in den Garten gesetzt.

      Die eine hatte einen abgebissenen Schwanz, die 2. ein halbes Ohr und die 3. war abgemagert. Einige Tage später fand ich genau diese Mäuse wieder im Haus. Ich muss dazu sagen, meine Haustür stand im Sommer wegen Umbauarbeiten tagsüber immer offen. Als ich dann beim 3. mal die Mäuse total abgemagert in meinen Schuhen fand, hab ich sie behalten, kaufte ein Käfig, mehrere Unterschlupfmöglichkeiten, Spielzeug usw.

      2 Wochen später war dann noch eine Gelbmaus im Schuh‍♂️. Es hatte sich wohl herum gesprochen. Was mich wundert. Nun leben 4 Mäuse seit September 2019 bei mir. Es sind 2 verschiedene Arten und sie vertragen sich. Sie fressen zusammen aus einer Schüssel und schlafen trotz mehrere Möglichkeiten und 2 Häuschen immer zusammen.


      Sie fühlen sich sichtlich wohl.
      Übrigens gibt es ringsherum min. 8 Katzen. Ich glaube nicht, dass sie heute noch lebten, wenn...
      Sie wären verhungert oder gefressen.



    • voyager, ich persönlich kann dich absolut verstehen...sie wollten einfach zu dir ziehen.

      Kann sein dass dies nicht politically correct ist, aber ich hätte vermutlich genau so gehandelt.

      Es geht ihnen super, und das Gehege ist schön. Diese Mäuschen bleiben, dass wird die Natur schon verkraften, denke ich. Man könnte ja das nächste Mal überlegen wie man vorgeht.

      Ähnlich ging es mir als ich fröhlich einen Sommer lang im Gartengrundstück Heuschrecken einfing die die Renner leidenschaftlich gerne hinterher jagten, die Beine abmachten und sie genusslich verspeisten. War eine mortz Gaudi. Als mir das Forum die Leviten gelesen hat, hab ich es ab da gelassen.

      Fridolin ist die Gelbhalsmaus, die sich so toll putzt? Mit den beträchtlichen Sitzpolsterchen? :D

      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Dreht ja ganz schön auf im Laufrad - selbst den Überschlag kriegt er schon perfekt hin!
      Ich meine, das lässt auch das Thema "Auswildern" der Nasen verblassen, nachdem die ja offenbar schon im Haus geboren wurden und zuvor nur unentdeckte Mitbewohner waren, und nun in den rechtmäßigen Status eines Heimtieres erhoben wurden.

      univers schrieb:

      ob sich beide Arten verpaaren können, sicherlich nicht gut
      Wieso? Wenns klappen sollte, dann auch in freier Natur...
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Gelbhalsmaus vs. Mongolische Rennratte; Heimtier, Haustier, Wildtier?; Entnahme aus der Natur

      Da hier darum gebeten wurde, dass es in dem Thread nur um die Hoden der Gelbhalsmaus gehen soll, eröffne ich einen neuen Thread, der Raum für die Diskussion zur Entnahme dieser Tiere aus der Natur bieten soll. Da aus dem anderen Thread ersichtlich ist, dass wesentliche, zum Verständnis wichtige Begriffe immer noch für Verwirrung sorgen, versuche ich mich hier zunächst erneut an einer Erklärung. Diesmal etwas ausführlicher, das Thema ist allerdings komplex (daher ist die Verwirrung auch nachvollziehbar) und ich muss das stark vereinfachen. Ich gebe daher auch Literatur an, mit der sich das vertiefen lässt.

      Im Wesentlichen besteht die Verwirrung darin, dass zwei Arten von Kategorien miteinander vermischt werden, sowohl hier im Forum als auch außerhalb, auch in (meist fachfremder) Fachliteratur, auch in Gesetzestexten. Diese unterscheiden sich darin, ob die für den Begriff charakteristischen Merkmale eine erbliche Grundlage haben oder nicht. Auf einer solchen Grundlage basieren die Begriffe „Wildtier“ und „Haustier“. Individuen, die einer dieser beiden Kategorien zugeordnet werden, haben Eltern, auf die das ebenso zutrifft, und auch der eventuelle Nachwuchs ist derselben Kategorie zuzuorden. Ein Wechsel von der Kategorie „Wildtier“ zur Kategorie „Haustier“ kann zwar stattfinden, er vollzieht sich jedoch über mehrere Generationen und geht mit einer genetischen Umformung einher. Die Begriffe „Heimtier“, „Nutztier“, „Futtertier“, „Versuchstier“, „Zootier“ etc. sind auf die Haltung bezogen und richten sich nach dem Zweck oder dem Ort dieser Haltung. Es gibt eine große Menge dieser oder ähnlicher Kategorien („Wildfang“, „Gefangenschaftsflüchtling“ etc.). Wechsel zwischen diesen Kategorien sind möglich. Sogar einzelne Individuen können die Kategorie wechseln, z.B. vom Zootier zum Heimtier, oder sie können gleichzeitig mehreren Kategorien angehören.

      Vor allem die Kategorien „Haustier“ und „Heimtier“ bereiten Probleme. Im Englischen heißen diese „domestic[ated] animal“ und „pet“ und werden dort seltener vermischt. Im Deutschen gab es lange keine Unterscheidung und beide wurden als „Haustier“ bezeichnet. Heute wird die Verwendung von „Haustier“ für als Heimtier gehaltene Wildtiere durchaus auch optimistisch als „rein umgangssprachlich“ bezeichnet, diese Verwendung ist tatsächlich aber weit über den Bereich der Umgangssprache hinaus verbreitet. Mehrere Bezeichnungen standen als Entsprechung für das englische „pet“ in Konkurrenz (z.B. auch „Liebhabertier“ und „Hobbytier“), durchgesetzt hat sich „Heimtier“. Leider wird auch diese Bezeichnung längst nicht mehr nur in der Bedeutung von „pet“ verwendet. In Deutschland gibt es auch im rechtlichen Bereich mehrere derart abweichende und sogar untereinander verschiedene Verwendungen (vgl. Wiesner und Ribbeck, 2000). Laut @Gerbilus’ Ausführungen hat sich die Bezeichnung auch im österreichischen Recht teilweise von der Bedeutung von „pet“ entfernt.

      Mehrere Definitionen für die Begriffe „Haustier“ und „Wildtier“ finden sich bei Herre und Röhrs (1990) und die Thematik wird noch weiter erläutert. Ähnliche Zusammenfassungen finden sich in anderen haustierkundlichen Werken (Nachtsheim und Stengel, 1977; Benecke, 1994). In tierzüchterischen Werken (z.B. Künzi und Stranzinger, 1993; Kräußlich, 1994; William und Simianer, 2017) gibt es ebenfalls kurze Erklärungen der Begriffe oder zumindest des Begriffs „Haustier“, ebenso in biologischen Werken (z.B. Sauermost und Freudig, 2001). Meist werden Haustiere als über mehrere Generationen gehaltene Tiere bezeichnet, die sich morphologisch, physiologisch und ethologisch gegenüber ihren wildlebenden Vorfahren verändert haben. Nur ein paar Dutzend Haustierformen werden allgemein anerkannt (meist nur Wirbeltiere, also ohne Honigbiene und Seidenspinner), die Anzahl kann jedoch je nach Werk etwas schwanken. Einige Formen gelten noch als teildomestiziert, unter den Mäuseartigen sind das Farbmaus und Farbratte.

      In mehreren Arbeiten verglichen Ingo W. Stuermer und andere ab Ende der 1990er Jahre Nachkommen der 1935 gefangenen Mongolischen Rennratte mit denen der 1995 gefangenen Tiere. Sie stellten dabei typische Domestikationserscheinungen bei den Nachkommen der 1935er Wildfänge fest, insbesondere die Organgewichte betreffend (vgl. Waiblinger, 2010). Somit existieren für die Mongolische Rennratte Arbeiten, die am Wildtierstatus eines Großteils der von uns (bzw. Euch) gehaltenen Tiere zumindest rütteln. Das ist ein Unterschied zur Gelbhalsmaus. Allerdings weiß ich nicht, ob dies schon in haustierkundlicher Sekundärliteratur aufgegriffen wurde. In einigen Fällen konnten derartige Arbeiten die Autoren solcher Werke nämlich nicht überzeugen. In biomedizinischer Sekundärliteratur wurde das zwar bereits übernommen (Waiblinger, 2010), diese und auch veterinärmedizinische Werke sind jedoch schnell dabei, Tiere als „domestiziert“ (bzw. „domesticated“ im Englischen) zu bezeichnen. Sie tun das häufig sogar ganz ohne entsprechende Untersuchungen.

      Auch der Begriff „Wildtier“ wird abweichend von der üblichen Definition verwendet. Das hat besonders in den letzten Jahren zugenommen, da darüber und über eine ebenfalls fachlich nicht haltbare Kategorisierung als „Exoten“ bestimmte oder auch viele Arten von der Heimtierhaltung ausgenommen werden sollen. Das hat nicht nur zur Verwunderung bei privaten Haltern einiger der (potentiell) betroffenen Arten geführt, auch Fachleute aus dem tierzüchterischen/haustierkundlichen Bereich schütteln darüber mit dem Kopf. Da gehe ich aber nicht weiter drauf ein, weil das in den letzten Jahren zur Genüge die Runde gemacht hat.

      Zu Wildfängen bzw. zur Entnahme aus der Natur: Von der Mongolischen Rennratte wurden, wie bereits erwähnt, 1935 und 1995 Tiere gefangen. Die bei uns gehaltenen Tiere sind nachgezüchtet und gehen auf diese Wildfänge zurück. Keiner hier hält Mongolische Rennratten, die zuvor wildlebend waren. Das gilt analog bei Hamsterhaltern. Bei den Gelbhalsmäusen von voyager2000 ist das dagegen anders und das ist auch keine Ansichtssache. Deswegen ist eine Diskussion über die Haltung dieser Art ganz anders zu führen als über die der Mongolischen Rennratte, anderer Rennmäuse oder von Hamstern. Wie bereits im anderen Thread geschrieben, fehlt mir aber zu einer Beurteilung die rechtliche Grundlage. Ich habe dazu, auch für Deutschland, keine Literatur und auf Internet-Recherchen möchte ich mich als Laie ungern verlassen. Zudem ist das national und evtl. auch subnational unterschiedlich geregelt. Verallgemeinern kann man da nicht zuverlässig. @voyager2000, Du solltest mal Deinen ungefähren Wohnort angeben. Vielleicht hat hier schon jemand Erfahrung mit der Entnahme von Arten aus der Natur und kann mehr dazu sagen.

      Wie bereits erwähnt, gibt es auch (deutschsprachige) Literatur zur Heimtierhaltung der Gelbhalsmaus aus den 1980er Jahren (Schmidt, 1981; Haensel, 1983; Schmidt, 1985). Auf kleinsäuger.at findet sich ein gutes Artportrait. Ausführlicher wird die Art oder ihre Ökologie auch bei Niethammer (1978), Dieterlen (2005), Kryštufek und Vohralík (2009) sowie Jenrich et al. (2010) behandelt.

      • Benecke (1994): Der Mensch und seine Haustiere. Konrad Theiss, Stuttgart.
      • Dieterlen (2005): Ordnung Nagetiere (Rodentia). S. 143–355 in: Braun, Dieterlen (Hrsg.): Die Säugetiere Baden-Württembergs. Band 2. Eugen Ulmer, Stuttgart.
      • Haensel (1983): 100 Tips für den Kleinsäugerfreund. Urania, Leipzig.
      • Herre, Röhrs (1990): Haustiere – zoologisch gesehen. 2. Auflage, Gustav Fischer, Stuttgart/New York.
      • Jenrich, Löhr, Müller (2010): Kleinsäuger: Körper- und Schädelmerkmale, Ökologie. Michael Imhof, Fulda.
      • Kräußlich (1994): Tierzüchtungslehre. 4. Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart.
      • Kryštufek, Vohralík (2009): Mammals of Turkey and Cyprus. Rodentia II: Cricetinae, Muridae, Spalacidae, Calomyscidae, Capromyidae, Hystricidae, Castoridae. Založba Annales, Koper.
      • Künzi, Stranzinger (1993): Allgemeine Tierzucht. Eugen Ulmer, Stuttgart.
      • Nachtsheim, Stengel (1977): Vom Wildtier zum Haustier. 3. Auflage, Paul Parey, Berlin/Hamburg.
      • Niethammer (1978): Apodemus flavicollis – Gelbhalsmaus. S. 325–336 in: Niethammer, Krapp: Handbuch der Säugetiere Europas. Band 1: Nagetiere I. Akademische Verlagsgesellschaft, Wiesbaden.
      • Sauermost, Freudig (Hrsg., 2001): Lexikon der Biologie. Band 7: H bis Kapi. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg (auch online).
      • Schmidt (1981): Nagetiere. Biologische Besonderheiten, Arten, Haltung und Zucht. Albrecht Philler, Minden.
      • Schmidt (1985): Hamster, Meerschweinchen, Mäuse und andere Nagetiere. 2. Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart.
      • Waiblinger, 2010: The laboratory gerbil. S. 327–347 in: Hubrecht, Kirkwood (Hrsg.): The Care and Management of Laboratory and Other Research Animals. 8. Auflage, Wiley Blackwell, Chichester.
      • Wiesner, Ribbeck (Hrsg., 2000): Lexikon der Veterinärmedizin. 4. Auflage, Enke, Stuttgart
      • William, Simianer (2017): Tierzucht. 2. Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart.


      Dass Wirbeltiere nur einen ganz kleinen Teil der Tierarten ausmachen, erwähne ich hier nur kurz. Das lässt sich auch im Internet leicht recherchieren.

      Ich habe jetzt nochmal einen eigenen Thread erstellt, da ich mich inhaltlich nicht mit dem Thema Auswildern befasse. Ist hoffentlich in Ordnung.
    • Torben* schrieb:

      Da hier darum gebeten wurde, dass es in dem Thread nur um die Hoden der Gelbhalsmaus gehen soll, eröffne ich einen neuen Thread,
      Und da ich euch das schon abgenommen habe nach den weiteren Diskussionen, habe ich dich auch direkt hier mit angefügt.