Tipps und Tricks für Transporte? Neulinge und scheue/wilde Mäuse

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    • Tipps und Tricks für Transporte? Neulinge und scheue/wilde Mäuse

      Hallo alle miteinander,

      mein Freund und ich sind seit ein paar Tagen stolze Rennmaushalter. Laut Angestellte in der Zoohandlung handelt es sich um drei Männchen, etwa 4 Monate alt. Nun lese ich hier aber immer wieder von ungewolltem Nachwuchs, weil das Geschlecht falsch bestimmt wurde. Wir haben noch einige Umbauaktionen mit unserem Käfig geplant, außerdem sollen die Kleinen ja auch mal zum Tierarzt, das Geschlecht soll eindeutig bestimmt werden etc.
      Aber was tun, wenn sie bis dahin noch zu scheu sind und sich nicht in/auf die Hand trauen oder direkt die Flucht ergreifen? Bei dem gestrigen Umbau (hatten zuerst einen "einfachen" Käfig mit max 10cm Einstreu, das erschien uns minimal zu wenig) ist uns schon einer kurzzeitig ausgebüxt und den Stress würde ich gern beim nächsten Mal für alle vermeiden. :S

      Also wie kann ich dafür sorgen, dass sie für ein paar Sekunden stillhalten, nur um sie beispielsweise in die Transportbox zu legen?
      Würde es schon helfen, wenn die Transportbox ab und zu im Käfig liegt, damit sie sich daran gewöhnen?

      Ich würde den Kleinen jetzt erst mal eine Woche Ruhe gönnen und dann wieder erste Annäherungsversuche mit Mehlwürmern und Salatgurken starten (falls angebracht - Rückmeldung dazu wäre sehr wünschenswert!).

      Habt ihr sonst irgendwelche Tipps und Tricks? Wir sind zwei blutige Anfänger, haben uns zwar belesen, aber naja... die Realität sieht halt immer etwas anders aus als die Theorie. :pinch:

      Vielen Dank schon mal!

      Tick, Trick & Track :love:
    • Hallo und herzlich willkommen,
      ich würde einfach mal die Basisrückfragen aufführen, eventuell sind da noch einige Punkte wo ihr ansetzen könnt/solltet:

      1. 3 Tiere ist bereits eine Risikogruppe, hattet ihr das vorher schon bedacht oder wurdet ihr im Laden darauf hingewiesen? Dazu gleich alt heißt alle 3 gleichzeitig in den Flegelphasen wo es dann auch schnell mal heftiger werden kann.
      2. Habt ihr ein Trenngitter für den Käfig sowie mindestens 1 Notfallbecken falls ihr trennen müßt (das kann auch schon mal wenige Tage nach dem Kauf passieren in dem Alter), kann auch z.b. eine IKEA Samla-Box mit gelochtem Deckel sein? 3 Transportboxen?
      3. Wie sieht der Käfig aus, hast du ein Foto? Was genau habt ihr als Gehege geplant wenn ihr noch umbauen möchtet?
      4. Wurden euch die Geschlechter beim Kauf noch mal gezeigt? In dem Alter wären Weibchen schon geschlechtsreif, d.h. nicht noch eine Woche warten sondern sofort kontrollieren, auch wenn es stressig ist. Am besten die Tiere versuchen einzeln aus dem Käfig zu fischen (mit einem Geschirrtuch festhalten), von unten ein scharfes Foto und dann posten.
      Für später kann man dann die Tiere langsam an die Hand gewöhnen, mit Futter locken usw. Übungen sie z.b. mit einer größeren Papprolle oder einem durchsichtigen Behälter in die Box umzusetzen kann man auch machen.
    • 1. Ja, das wussten wir bereits vorher, aber man soll eine bereits bestehende Gruppe ja auch nicht auseinander reißen, wenn es keine Probleme gibt. Bisher verhalten sie sich auch untereinander sehr sozial, es gab keine Raufereien, kein Jagen, sie putzen sich sogar gegenseitig.

      2. Trenngitter und weitere Transportboxen in eigenem Besitz bisher noch nicht, aber ein Ausweichbecken ist vorhanden. Transportboxen sind aber innerhalb der Familie vorhanden und können im Notfall schnell abgeholt werden.

      3. Foto gerade noch nicht, haben als Buddelkasten Bretter zusammengeschraubt (100x50x40) und planen statt dem Käfigaufsatz eine Voliere mit dünnmaschigem Gitter. Es soll also mit Treppen und Leitern weiter nach oben ausgebaut werden.

      4. Geschlechter wurden gezeigt, ja, aber nach den Posts hier bin ich doch skeptisch geworden. Wenn möglich, würde ich später Fotos posten.

      Kann ich sie denn ggf. schneller an Boxen gewöhnen, wenn sie diese schon kennen, weil sie aus Neugier ab und zu mal reinklettern können?

      Tick, Trick & Track :love:
    • Transportbox reinstellen ist sicherlich hilfreich, dennoch bitte heute noch Bilder einstellen.
      Tierärzte bestimmen das Geschlecht leider auch oft falsch, daher lieber hier bestimmen lassen.
      Ihr könnt sie dafür auch in ein Glasgefäß tun und von unten fotografieren.
      Kotprobe in den nächsten paar Tagen wäre ratsam, Zooladentiere haben oft Parasiten, musst aber schauen wie das in der Corona-Krise möglich ist.
      Hast du eine Skizze für das neue Gehege?
      Bei einer Großgruppe wäre es mehr als sinnvoll Engstellen zu vermeiden, daher wäre es ratsam wenn du eine Skizze einstellst und das Ergebnis später, bevor du die Mäuse reinsetzt, dann können wir hier dir Tipps und Ratschläge geben, falls man was ändern müsste. Einfach damit man das Streitrisiko so minimal wie möglich halten kann.

      Edit: Notfallbecken, Trenngitter und Transportboxen so schnell wie möglich besorgen, nicht auf die Familie verlassen, die könnten das auch selbst gerade gebrauchen.
      Ja bestehende Gruppen sollte man nicht auseinanderreißen, vorallem nicht in dem Alter, dennoch hättet ihr auch auf andere Quellen umsteigen können. In Tierheimen warten etliche stabile Zweiergruppen auf ein neues Zuhause und Züchter wären auch eine bessere Alternative als Zooläden, merkt euch das bitte für die Zukunft. Mit Zooladentieren hat man so oft irgendwelche Probleme... :/

    • Wenn dann solltest du die Box nur unter Aufsicht reinstellen weil die sonst schnell am (offenen) Deckel angenagt wird.

      Was die anderen Punkte angeht:
      1) es gibt auch Bezugsquellen die 2er Gruppen vermitteln / das aktuell noch Ruhe ist, ist normal, trotzdem in Verhalten und Streiterkennung einlesen
      2) das ist gut, so halt das du im Notfall 1/1/1 trennen könntest
      3) ruhig vorher auch die Planung hier posten

    • Zeraphine schrieb:

      Also wie kann ich dafür sorgen, dass sie für ein paar Sekunden stillhalten, nur um sie beispielsweise in die Transportbox zu legen?
      Indem sie Vertrauen zur Hand aufbauen.

      Während ihrer Wachphase sollte die öfters auf Besuch kommen und kleine Geschenke mitbringen, aber auch die Maus ganz leicht grabschen, ohne sie hochzuheben, dann Leckerli. Deswegen sollten die ersten Wochen keine Versteckmöglichkeiten, in denen sie auf Tauchstation gehen können, angeboten werden. Sie müssen sich mit der drohenden Gefahr auseinandersetzen und dürfen keine Möglichkeit haben, sich ihr durch Flucht zu entziehen. (das klingt zwar hart, aber die Menge Stress, die sie dabei abkriegen, sparen sie dann im restlichen Leben vielfach ein)

      Nächste Übung: Fangen spielen. Die Hand tupft Maus an und zieht sich dann zurück. Wenn Maus sich wieder nähert, schnappt die Hand kurz zu und lässt wieder los. Zu Dritt Spielen sie vielleicht auch alle zusammen Kampf mit der Hand, das wird mit Kitzeln am Bauch pariert.

      Dann: Hochheben aus der Ecke mit der Schaufel - die Hand schiebt sich mit leicht gespreizten Fingern unter die Maus und hebt sie ein wenig hoch, und lässt sie gleich wieder runter, bevor sie selbst runterhüpfen will.

      Hand in der Mitte der Arena flach auf die Einstreu gelegt. Wenn Maus draufklettert, langsam anheben und wieder absetzen z.B. am Tischchen, wo der Napf steht.

      Wenn sie dann den Besuch der Hand gwohnt sind und in Fressstarre die Mitbringsel mampfen, mit dem Finger vorne am Kopf oder Bauch streicheln. Nach einiger Übung werden sie auf den Schritt zurück bei Berührung verzichten und erst nach Beendigung verwundert schauen, was da an ihnen herumgetatscht hat. Wichtig: Nicht am Rücken, der Seite oder hinter dem Kopf!

      Wenn man sie mit dem Rucksackgriff nimmt, hochhebt, nur kurz vorne am Kopf oder Bauch streichelt und gleich wieder absetzt und Leckerli gibt, bleiben sie bald auch längere Zeit in der Hand ohne zu strampeln, Dann kann man sie auch auf der anderen Hand absetzen und hinter den Ohren kraulen.

      Wichtig dabei ist: Langsame Bewegungen und dabei mit ihnen sprechen. Keine weiteren Personen im Raum, die unerwartete Geräusche machen oder sich in Sichtweite bewegen. Das löst anfangs einen Fluchtreflex aus, und kann dazu führen, dass sie unkontrolliert wegspringen und sich dabei verletzen können. Das verliert sich, sobald sie sich auf der Unterlage Mensch sicher fühlen.

      In wenigen Wochen hat man so Mäuse, die bei der Näherung des/der bekannten Menschen auf die Hand zustürmen und sie begrüßen, und sich so einfach transportieren lassen wie der Fressnapf und die Tränke. Locker Greifen, Hochheben, fertig.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Gerbilus schrieb:


      ... mit dem Finger vorne am Kopf oder Bauch streicheln. Nach einiger Übung werden sie auf den Schritt zurück bei Berührung verzichten und erst nach Beendigung verwundert schauen, was da an ihnen herumgetatscht hat. Wichtig: Nicht am Rücken, der Seite oder hinter dem Kopf!
      @Gerbilus
      1. wie streichelt man die Maus am Bauch, wenn sie auf der Hand sitzt?
      2. wo genau ist "vorne am Kopf"? Alles bis zu den Ohren?
      3. warum nicht am Rücken, der Seite oder hinter dem Kopf?
      4. hinter den Ohren kraulen gilt noch als "vorne am Kopf"?

      Vielleicht hilft mir ja die aktuelle Ausgangssperre dabei, als "Unterlage Mensch" akzeptiert zu werden... :thumbsup:
    • zu 1: Bei Fressstarre beim Leckerliverzehr steht: "Wenn sie den Besuch der Hand gewohnt sind" und nicht, dass sie dabei draufsitzen.
      am Anfang werden sie das Leckerli schnappen, auf Abstand gehen und dort verzehren, später bleiben sie knapp an den Fingern, denen sie es entrissen haben, sitzen - eine Gelegenheit, mit dem Finger ohne ihre Vorderpfoten zu berühren, an Brust/Bauch zu kommen und dort zart durchs Fell zu wuscheln.

      In einem wesentlich späteren Stadium kann man sie auf die eine Hand setzen, ihnen mit der anderen das Leckerli in die Pfötli drücken und das dann dort praktizieren.

      Ich habe auf einem anderen PC schon eine Skala des Sozialisierungsgrades von 0 bis 100 entworfen, der sich leider in die ewigen elektronischen Jagdgründe verabschiedet hat und ich noch keine Muße hatte, den zu obduzieren, um an die Dateien zu kommen.
      Das fängt bei "0 - Maus verschwindet bei Annäherung panisch im Unterschlupf" an und geht bis "100 - Maus kommt in die Hand, rollt sich ein und schläft.". Mit den obigen Übungen befinden wir uns etwa im Bereich 10-25, auf der Hand sitzend fressen liegt im Bereich von etwa 60-70, das sähe dann etwa so aus.

      zu 2: vom halben Weg zwischen Nasespitze und Augen bis knapp an die Höhe der Ohren, ohne diese zu berühren

      zu 3: warum genau habe ich nicht raus, aber alles hinter ihrem Kopf ist anscheinend immer noch im Alarmzustand und löst die Fressstarre in den frühen Sozialisierungsstadien. Das legt sich erst ab Soziaisierungsgrad 50 langsam, ab 90 kann man überall hingrabschen...

      zu 4: Wenn man sie aus dem Rucksackgriff in die andere Hand setzt, von wo sie (nicht mehr panisch) auch nicht weghüpft, wirkt Kraulen hinter den Ohren beruhigend, damit sie dort zumindest kurz sitzen bleibt. Im Normalmodus hat sie untrainiert Angst vor dem Abgrund rundum.

      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
    • Gerbilus schrieb:

      Wichtig dabei ist: Langsame Bewegungen und dabei mit ihnen sprechen.
      Was ich an dieser Stelle vergaß: Vorher immer Hände mit immer der gleichen Sorte wenig bis gar nicht parfümierten Seife waschen...
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
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      Tut mir leid, Internet fiel jetzt die Woche aus und mein Freund weigert sich, mir zu helfen, die Süßen kurz zu fotografieren.
      Allein kann ich sie leider nicht ruhig genug halten und wenn ich sie in ein Glas laufen lasse, springen sie trotzdem die ganze Zeit nur herum, sodass kein scharfes Foto zustande kommt.
      Auch von dem Vorschlag, wenigstens zum Tierarzt zu gehen und sie generell einfach noch mal durchchecken und das Geschlecht bestätigen zu lassen (wir wohnen nicht weit vom in einem anderen Thread empfohlenen Tierarzt), war mein Freund nicht begeistert, ich solle doch nicht so eine Panik machen..
      Vielen lieben Dank für eure ganzen Tipps, aber das "Problem" sind wohl nicht nur die aufgedrehten Mäuse.. :/
      ... Hätte man das mal vorher gewusst ^^'

      Tick, Trick & Track :love:
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      Verstehe ich nicht warum dein Freund sich so aufspielen muss, ich gehe mal davon aus er wollte die Mäuse genauso wie du.
      Wegen dem Bild: Du kannst ja vielleicht dein Handy irgendwie aufstellen und ein Video laufen lassen, Maus mit beiden Händen fixieren, einige Sekunden still vor die Kamera halten und später aus dem Video ein passendes Bild screenshotten. Und sonst... wo ist denn das Problem dass er dir kurz ein Bild macht?

      Ich glaube hier wurde schon geschrieben, dass TÄ oft das Geschlecht falsch bestimmen, auch finde ich eine Allgemeinuntersuchung eher sinnlos. Der Arzt wird die Maus auch nur anschauen und abtasten, das kann man auch daheim machen und spart sich so Zeit, Geld und den Mäusen den Stress. Und sonst, falls die Mäuse mal zum TA müssten, kannst du doch auch alleine gehen? Da muss doch der Freund nicht mit wenn der rummuckt.. Und wenn der wegen dem Geld jammert, zahlst du es halt eben selber :D Aber dann sollten es auch deine Mäuse sein und nicht auch seine, wenn er sich der Verantwortung nicht stellen will / kann

    • Neu

      Sein Problem ist, dass er der Meinung ist, die Kleinen müssten sich erst nur an ihren Käfig gewöhnen und wir sollten sie weitestgehend in Ruhe lassen.. dass genau das nicht passieren sollte, wurde ja schon erwähnt.
      Und wenn ich die Mäuse irgendwie allein "fixieren" soll, hab ich die Befürchtung, dass sie mir den Arm hochklettern und wieder erfolgreich ausbüxen.
      Wenn ich mir die Bilder aus den Posts anschaue und mir dann die Kleinen wenigstens kurz anschauen kann, würde ich aber auch als Laie behaupten, dass man bei wenigstens zwei von ihnen ganz deutlich Hoden erkennen kann. (In den Posts wurde sehr eindeutig festgestellt, dass es sich um Männchen handelt) Wäre zwar vermutlich sowieso schon zu spät, aber ich versuche es die Tage noch einmal.

      Klar muss er nicht mit, wenn es mal zum Tierarzt geht, aber dadurch, dass es eben auch seine Tiere sind, hat er ja auch ein gewisses Mitspracherecht.. ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, wie er sich das vorstellt und war sprachlos, als er sagte, ich solle nicht so eine Panik machen.
      Kotproben werden dann auch noch mal gesammelt.

      Ach ja und das mit der Voliere dauert mindestens noch 3-4 Monate und ist noch nicht vollständig durchgeplant. Dafür werde ich mich aber einsetzen, dass das gut geplant wird.

      Tick, Trick & Track :love: