Fragenkatalog/ Schutzvertrag was mus drin stehen?

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      Ich züchte nicht, habe aber viele derartige Verträge gelesen, die sich folgendermaßen zusammenfassen lassen:

      • Ein Schutzvertrag eines Züchters regelt eine entgeltliche Gebrauchsüberlassung eines Tieres bis zu seinem Tod.
      • Dabei geht das wirtschaftliche Risiko der Erhaltungskosten sowie der ärztlicher Behandlungskosten unter Garantie-, Haftungs- und Gewährleistungsauschluss auf den Halter über.
      • Der Halter verpflichtet sich, in festgelegten Abständen dem Züchter einen Bericht darüber zu erstatten, welcher Informationen über optischen und körperlichen Zustand, Verhalten, Erkrankungen und Tod beinhaltet,
      • Dem Züchter wird das jederzeitige Recht der persönlichen Nachschau zur Kontrolle des Zustandes des Tieres und den Haltungsbedingungen eingeräumt.
      • Ein Ortswechsel des Tieres muss dem Züchter angezeigt werden, eine Weitergabe ist verboten, eine Rückgabe wird ausgeschlossen.
      • Dem Halter werden diese und weiter Auflagen erteilt, bei deren Zuwiderhandlung eine Zahlung von Bußgeldern an den Züchter vereinbart.
      Technisch gesehen handelt es sich dabei um die zur Perfektion weiterentwickelte Form eines Abo-Knebelvertrages auf unbestimmte Zeit mit dem Zweck des Züchters, seine Zuchtziele ohne eigenes Risiko überwachen zu können, ohne dass ihm dabei der Platz für die eigene Haltung samt Kosten der Unterbringung, Erhaltung und ärztlichen Versorgung erwachsen. Welche Teile davon nicht rechtskonform oder sittenwidrig und daher ungültig sind, will ich nicht beurteilen.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gerbilus ()

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      Gerbilus schrieb:

      Welche Teile davon nicht rechtskonform oder sittenwidrig und daher ungültig sind, will ich nicht beurteilen.
      Bzw. welche Möglichkeiten man als (meist) Privatperson sowieso hat eventuelle Punkte aus dem Vertrag durchzusetzen. Man kann ja kaum Zutritt zur Wohnung verlangen um z.b. zu prüfen ob es dem Tier gut geht etc.

      sonst kannst du auch hier mal nachlesen: Schutzvertrag
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      smurf79 schrieb:

      Man kann ja kaum Zutritt zur Wohnung verlangen um z.b. zu prüfen ob es dem Tier gut geht etc.
      Vertraglich vereinbaren kann man die unmöglichsten Dinge, die gerichtliche Durchsetzbarkeit eine andere Sache. Wer Schwierigkeiten aus dem Weg gehen will, verzichtet leider oft unhinterfragt auf sein Recht. Das ist ja auch die Masche vieler Abzocker im Internet.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
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      Hi, ein umstrittenes Thema.

      Hier was Interessantes dazu, mit einem Schutzvertrag bleibt das Tier nicht im Eigentum des Abgebers (hier Tierheim):
      anwalt.de/rechtstipps/tier-sch…em-pruefstand_008867.html

      Off topic: Gerbilus, deine Abneigung gegen Züchter ließt sich immer wieder schön zwischen und manchmal auch mitten in deinen Zeilen, und irgendwann meldet sich keiner mehr von uns hier im Forum. Wenn das dein Ziel ist, hast du ja echt ne tolle Einstellung! (Achtung Ironie.) Ob Züchter und damit auch deren Abgabehandling nötig sind, wurde schon einige Male im Forum diskutiert (Ergebnis: JA!!!). Mehr gibt es von mir zu diesem Thema nicht zu sagen.

      Die meisten Züchter, die einen Schutzvertrag mitgeben, nehmen die Tiere zurück. Insofern ist das dann doch ein Überlassungsvertrag, beim Pferd kennt man das als "zur Verfügung stellen". Sobald Geld für die Maus an den Abgeber gezahlt wird, ist dieser Vertrag wohl unwirksam. Rechtlich ist das ein umstrittenes Verfahren.

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      @einfachRenner: Ich halte dich für einen vernünftigen, netten und kommunikativen Vertreter deiner Zunft, und ich bin sehr froh, dass du hier schreibst.
      Ich denke nicht, dass man alle Züchter in einen Topf werfen kann, und ich finde auch nicht, dass du dich verpflichtet fühlen musst, alle anderen pauschal zu verteidigen, obwohl du sicher nicht alles teilst, was diese tun oder sagen.

      Was mich an "den Züchtern", sofern es die gibt, hier im Forum immer wieder stört (wie gesagt, positive Ausnahmen wie dich ausgenommen), ist, dass sie sich einer Kritik ihrer Vorgehensweisen eben nicht stellen, sofort mit der Einstellung ihrer Aktivität in diesem Forum drohen, sobald jemand ihnen widerspricht und generell einen Anspruch auf Unantastbarkeit ihrer Meinungen und Ansichten erheben. Ein Forum ist eine Diskussionsplattform. Hier hat niemand einen Anspruch darauf, der alleinige Hüter der Wahrheit zu sein.

      Die Schutzverträge sehe ich extrem kritisch und halte sie tatsächlich für rechts- und auch sittenwidrig.
      Sie sind überhaupt nur durchsetzbar, weil es da eine Monopolstellung gibt, und meiner Meinung sind sie eine (nicht die einzige) unmittelbare Ursache dafür, dass so viele Leute lieber im Zoogeschäft kaufen als beim Züchter, weil sie sich dieser Art der mentalen Leibesvisitation nicht unterziehen wollen. Insofern ist das Konzept des Schutzvertrags aus meiner Sicht etwas, was dem Schutz der Tiere eher schadet als nutzt und was wirklich hauptsächlich der Wahrung der Interessen des Züchters dient.

      Als Züchter hat man sich dafür entschieden, seine geliebten und gehegten Tierchen irgendwann in fremde Hände zu geben und die Kontrolle über ihr Wohl und Wehe zu verlieren. Ich verstehe, dass das hart ist, aber der Schutzvertrag nützt an dieser Stelle überhaupt nichts. Wer skrupellos genug ist, ein Tier schlecht zu behandeln, setzt sich auch über so einen Fetzen Papier hinweg. Es wäre besser, die neuen Halter sorgsam auszusuchen und ihnen dann Vertrauen zu schenken. Wenn man das nicht kann, sollte man auch kein Tier anvertrauen.

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      einfachRenner schrieb:

      Gerbilus, deine Abneigung gegen Züchter ließt sich immer wieder schön zwischen und manchmal auch mitten in deinen Zeilen
      Ich hege keinerlei Abneigung, ich habe nur andere Vorstellungen von etwas, was sich Züchter nennen darf.
      Derartige Schutzverträge, die genau betrachtet nichts anderes sind als ich oben geschrieben habe, haben dazu beigetragen.
      Ich wertschätze alle, die diesem Hobby mit Herz und Verstand frönen und nicht bloß mit den Gencodes ihrer Farbmutationen um sich schlagen und einen derartig überzogenen Unsinn in Schutzverträge fassen, die eigentlich heutzutage gar nicht nötig sind, da die Tierschutzgesetze eine ausreichende Gestalt angenommen haben.

      Im Sinne der Tiere sollte eine Einschätzung der Verantwortungsfähigkeit der zukünftigen Besitzer reichen. Tierheime lassen ebenfalls solche überzogenen Auswüchse an Erklärungen unterschreiben, die eigentlich in dieser Form großteils nur durch das Hundehaltungsproblem entstanden sind. Dein verlinkter Rechtssprechungsfall zeigt dies deutlich. Noch unverständlicher, dies auf Mäuse oder Hamster anwenden zu wollen.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
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      Ein paar meiner Renner habe ich von Züchtern und bis auf zwei Züchter, durften alle Renner ohne Schutzvertrag bei mir einziehen.
      Dabei auch ein Renner von einfachRenner... ohne Schutzvertrag.

      Ein Schutzvertrag schützt in dem Fall niemanden. Wenn es bei Streitigkeiten darauf ankommt, wer kämpft um dein Recht? Mit einem solchen geringen Gegenstandswert wird sich kein RA oder Richter darum bemühen.

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      Abgesehen davon, dass die Wortwahl unglücklich ist - ein Tier ist kein Gegenstand oder Sache mehr - muss man eine derartige Auseinandersetzung selbst löhnen, wenn man es drauf ankommen lassen will. Siehe Tierheim.

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      Es geht ja auch eigentlich darum was könnte/sollte man in so einen Vertrag reinschreiben, wenn man denn einen machen möchte. Das bestimmte Themen wie Kontrollen oder "nicht weiter geben/vermehren" dann nicht durchsetzbar sind, ist wieder was anderes. In dem verlinkten Beitrag wurde ja auch damals schon diskutiert und festgestellt das sich mit einem sinnvollen (nicht überzogenen) Vertrag auch ggf. unseriöse Interessenten abschrecken lassen.

      In meinem Vertrag vom Tierheim standen damals die folgenden Angaben:
      - Art des Tieres
      - Geschlecht
      - Alter (das sollte beim Züchter ja genau bekannt sein)
      - Farbe (Gencodes wären da für Liebhaber eher weniger interessant)
      - kastriert j/n

      Zudem waren Mindesthaltungsvorgaben angegeben sowie der Zusatz, das mit dem Tier nicht vermehrt/gezüchtet werden darf. Zudem sollte ich, wenn ich das Tier nicht mehr möchte, dieses entweder zurück geben oder die Vermittlung muss mit dem TH abgestimmt werden. (Kam mir da entgegen, weil ich die Haltung danach aufgeben wollte).

      Sachen wie regelmäßige Kontrollen etc. waren nicht aufgeführt. Bei Abgaben vom Züchter stand noch mit dabei das er/sie sich freuen würde, wenn Themen wie Krankheiten oder Auffälligkeiten gemeldet werden damit er so auch die Linie z.b. was Tumore angeht, überwachen kann. Das ist für mich auch schlüssig weil wenige Züchter ja wirklich jahrelang die Linien erst mal bei sich behalten (können) um solche Sachen gegenzusteuern.

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      smurf79 schrieb:

      Zudem sollte ich, wenn ich das Tier nicht mehr möchte, dieses entweder zurück geben oder die Vermittlung muss mit dem TH abgestimmt werden.
      War bei der allerersten Züchterin bei mir ebenso (s.u.)


      smurf79 schrieb:

      Sachen wie regelmäßige Kontrollen etc. waren nicht aufgeführt

      Falls das dieselbe Züchterin gewesen sein sollte (Hessen), da wurde mir das damals in einem vierseitigen handschriftlichen Informationsmaterial mitgegeben und nochmals mündlich betont, möglichst vierteljährlich Kotprobenuntersuchungen.
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      moni1610 schrieb:

      Es gelten dennoch weiterhin dieselben Vorschriften wie bei Sachen
      Leider falsch, ich hasse es, den Besserwisser raushängen zu lassen, aber

      § 90a BGB in D, §285a ABGB in A, §641a Abs. 1 ZGB in CH besagt, dass Tiere keine Sachen sind und durch besondere Gesetze geschützt werden. Allerdings sind auf Tiere weiterhin dieselben Vorschriften anzuwenden, die auch für Sachen gelten, soweit im Gesetz nicht etwas anderes bestimmt ist.
      Vorsicht! Meine Meinungen und persönlichen :gerbil Erfahrungen müssen nicht mit jenen anderer Poster*innen oder gängigen Forenmythen im Einklang stehen.
      Sollte mir aus Eile mal eine nicht gendergerechte Formulierung entschlüpfen, sind natürlich alle Varietäten an Haltenden (welch Wortschöpfungsunsinn in diesem Zusammenhang) und sonstig Beteiligten gemeint!
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      hier mal zwei meiner Schutzvertäge, einmal Tierheim und einmal Auffangstation


      Man kann lange über den Sinn und Unsinn solcher Vereinbarungen diskutieren und auch über die juristische Verbindlichkeit oder man nimmt sie so wie sie gedacht sind, dass man sich als Halter klar macht, dass man die Verantwortung für etwas ganz Wertvolles übernimmt und gefälligst gut für das Tier sorgen soll
      :)

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      Gerbilus schrieb:

      Leider falsch
      OT:

      Ich kann dazu nur das widergeben, was ich selbst mitbekommen habe.

      Letzten Oktober hatte ich die Hündin meines Chefs und meiner Chefin für zwei Wochen zur Betreuung. Kurz vor der Rückkehr meiner Chefs war ich mit ihr morgens in den Weinbergen spazieren und dummerweise kam ihre Erzfeindin um die Ecke. Sie hat sich losgerissen, ist auf sie zugelaufen und die weiße Schäferhündin hat sofort zugebissen.

      Es war eine heftige Beisserei, die von mir beaufsichtigte Hündin kam fiepsend auf mich zu (hat vor Schmerzen auch noch mich gebissen) und die andere Hundehalterin hat mich mit einem schwer verletzten Hund in den Weinbergen sitzen lassen, nur kurz "Ach, da ist doch nichts" und wusch war sie weg.

      Ich die GPS Daten meinem Kollegen geschickt und er kam mit dem Auto und hat uns in die Tierklinik gefahren, offene Fraktur, Notoperation, genagelt, Fixateur und alles was sonst noch dazu gehört hat. 12 Wochen Fixateur und derzeit noch immer Physio.

      Bis jetzt Kosten von ca. 6.000,-- Euro, wegen Mithaftung der anderen Halterin ging das ganze zum RA und demnächst vor Gericht, die Halterin behauptet, das sei nicht ihr Hund gewesen, sondern ein Gasthund von Freunden aus Rumänien.

      Die Krux an der ganzen Sache, lt. RA wäre das alles nicht so ein Theater, aber leider wird das rechtlich als Sache gehandhabt.


      rho schrieb:

      dass man sich als Halter klar macht, dass man die Verantwortung für etwas ganz Wertvolles übernimmt und gefälligst gut für das Tier sorgen soll

      So ticken wir und für uns ist das selbstverständlich, aber es gibt noch genügend Leute, die sehen das etwas lockerer oder sehen das ingesamt anders. Und was ich denke, dass genügend Leute der Meinung sind, ausreichend für ihr Tier zu sorgen, so lange sie ihnen Futter und Wasser geben.
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      Meinst du mit Fragenkatalog Fragen die du an deine potentiellen Abnehmer stellen möchtest?

      Was genau hast du denn bisher dazu zusammengetragen - weil ich meine im Endeffekt musst du ja wissen, was für dich als Züchter wichtig ist, wenn du deine Tiere abgibst. Gleiches gilt natürlich auch bei einem Schutzvertrag.

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      smurf79 schrieb:

      Meinst du mit Fragenkatalog Fragen die du an deine potentiellen Abnehmer stellen möchtest?
      ja genau das meine ich zusammen getragen habe ich diesbezüglich noch nichts :saint:

      Fragen:

      - Haben Sie schon mal Rennmäuse in Obhut gehabt?
      - Wie groß ist deren Behausung
      - Was können Sie mir über Rennmäuse sagen?


      So genau würde ich den Fragebogen nicht halten eher Flexibel

      wer keine Frage stellt, bekommt auch keine Antwort :D