Sensibilität

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    • Sensibilität

      Hallo ihr Lieben,

      ich müsste auch mal etwas zum Off-Topic beisteuern.

      Und zwar würde mich eure Meinung über das Thema Sensibilität interessieren. Konkret geht es darum, dass ich sowohl draußen in meinem Realen Umfeld, als auch hier im Forum auf Themen stoße, die mich so sehr beschäftigen dass ich glaube ich kann damit gar nicht fertig werden.

      Um meine Botschaft weniger kryptisch zu gestalten hier ein Paar Beispiele:
      Eine nette Kollegin von mir (sie ist ungefähr so alt wie ich) hat mir erzählt, wie ihr Vater eine Katze vom Bauernhof gerettet hatte. Total verschnupft und noch mit blauen Augen. Er brachte die Katze zum Tierarzt und dann mit nach Hause um sie zu päppeln. Am nächsten Tag wollte er den übrigen Bruder holen , der dann aber schon tot war. Ich war so betroffen und konnte gar nicht verstehen, wieso sie sich so über die Rettung einer Katze freuen konnte, während die andere zurückgelassene da allein hat sterben müssen. Ich weiß ich hänge mich da wahrscheinlich auf. Immerhin ist es ja gut das wenigstens eine gerettet wurde..aber trotzdem kann ich mich da nicht recht freuen.
      Ebenfalls, als ich mit Tristan vor kurzem noch beim Tierarzt war, führte ich ebenfalls mit einem schon älteren, aber sehr weitsichtigen und intelligenten Katzenhalter ein Gespräch.
      Der rettet seit vielen vielen Jahren streunende Katzen auf ..war es Korsika? Ich glaube auf irgend so einer Insel eben. Jedenfalls erzählte der mir das man da Katzen vergiftet und dann ins Meer zum ertrinken wirft. Der Mann (und ich bin sicher auch viele viele andere Menschen da draußen....)hat schon so viel Elend gesehen und steckt das irgendwo hin..ich weiß nur nicht wo, und macht dann weiter.

      Im Forum lese ich auch öfter von netten Mitgliedern die Igel retten, von denen manche es eben schaffen oder nicht..oder wie es jüngst auch ein Foto von einem Meerschweinchen gab auf dem ein Pilz gewachsen ist. Es gibt wirklich so viel Elend auf der Welt, sowohl für Tier als auch für Mensch und ich frage mich wirklich wie andere Menschen damit umgehen und auch noch irgenwie glücklich sein können, oder handlungsfähig wenn sie so was sehen oder erleben?

      Ab wann ist Sensibilität vielleicht krankhaft oder schädlich? Ich kann mich erinnern, das das bei mir nicht immer so war. Aber mit den letzten Jahren ertrage ich solche Wahrheiten kaum noch. Wie geht ihr mit solchen Schicksalen um?

      Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe, dass ich den richtigen Thread gewählt habe..

    • Hallo,

      Mit solchen Geschichten kann man glaub ich gar nicht fertigwerden. Man kann nicht einfach abschließen und sagen so das Thema ist jetzt gegessen(ist es nicht wird es auch warscheinlich leider nie sein). Wenn wir es einfach runterschlucken wird sich auch nichts ändern. Trotzdem muss man sich im Klaren sein: retten kann man alle Tiere auch nicht das ist zwar eine traurige Tatsache aber die Wahrheit.

      Ich denke nicht das es Krankhaft über so etwas nachzudenken. Es ist doch nicht schädlich die Welt mit offenen Augen zu sehen. Ich glaube es wird nur dann gefährlich wenn man nicht mehr davon wegkommt und an nichts anderes mehr denken kann. das Leid der Tiere ist nicht das einzige auf dieser Welt. Über alles was schiefläuft nachzudenken geht gar nicht. Und die positiven Seiten, das was man tut (auch wenn es nochlängst nicht genug ist) um zu helfen muss man auch sehen. Sich damit zu quälen wie schlecht es den Tieren geht hilft ihnen auch nicht.

      Wie ich mit solchen Situationen umgehe, kommt auf meine Möglichkeiten an. Wenn ich irgendwie helfen kann versuche ich es natürlich. Wenn nicht muss man eben den Möglichkeiten entsprechend handeln und Wege schaffen um zu helfen.

      Ich hoffe ich konnt deine Frage irgendwie beantworten

      LG :)

      In der Idee leben heißt, das Unmögliche behandeln, als wäre es möglich.

      Johann Wolfgang von Goethe
    • Dazu fällt mir das zitat ein:

      "Gott gib mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann, den Mut Dinge zu ändern die ich ändern kann und die Weisheit das eine von dem anderen zu unterscheiden. "

      Wie andere mit Tieren umgehen kannst du in den Meisten Fällen nicht ändern.
      Zuviel Grübelei und ärgern und trauern raubt dir sie Kraft dass du etwas aktiv gegen die Missstände machen kannst.

    • nataschal1975 schrieb:

      Ich muss mich selbst schützen, weil es mir nicht gut tut.
      Habe ich festgestellt. D.h. ich setze mich dem nicht aus bzw. breche ab, sobald ich das feststelle. Geht für mich nur so.
      So handhabe ich das auch. Beispiele:
      Ich würde gerne auch älteren Tieren im Tierheim helfen. Wir haben uns aber bisher immer gegen die Adoption von älteren Tieren (dabei meine ich Tiere mit 2-5 Jahre Restlebenszeit) entschieden, da ich es einfach nicht verkraften würde, wenn alle paar Jahre eines stirbt und ein neues nachrückt. Klar, es wäre für die Tiere wundervoll (ich finde Gnadenhöge super), mich würde es aber fertigmachen. Das war auch der Grund, weshalb ich die Rennmaushaltung aufgegeben habe. 3-4 Jahre, das ist für mich einfach zu kurz zum Verkraften.

      Ebenso fällt damit die aktive Arbeit im Tierschutz raus. Das ganze Leid würde ich mit nach Hause nehmen, ich kann sowas nicht abhaken. Lieber gebe ich dann den Helfenden etwas Geld wenn es meine Finanzen erlauben. Oder ich verzichte auf tierische Lebensmittel, das ist mein Beitrag dazu die Nutztierhaltung umzugestalten.

      Obwohl die Beispiele alle "tierisch" sind, ist das bei Menschen natürlich ebenso. Flüchtlingslager, Aufrufe der DKMS oder anderer Krebsorganisationen, Berichte über anderweitig schwer Erkrankte. An guten Tagen kann ich sowas lesen/ansehen, an normalen oder schlechten lasse ich es lieber bleiben, da es mit den Tag und auch die folgenden versaut.

      Grundsätzlich kann ich nicht genau sagen, wo diese "Heulsusigkeit" herkommt. Ich bilde mir ein, dass es hormonell sein muss, denn "früher" (Jugendzeit bis 20 Jahre) habe ich es nicht in Erinnerung, dass ich von einer Geschichte, die mich emotional berührt, nicht ohne Tränen in den Augen erzählen konnte. Heute fällt es mir schwer, ohne schwimmende Augen von sowas zu reden. :huh:
      Andererseits macht natürlich auch die Lebenserfahrung/ Prägung ihren Teil aus. Mir wurde z.B. ein schlechtes Gewissen anerzogen und ich habe permanent den Drang die Probleme anderer lösen zu wollen.

      Manche Menschen schaffen es eben besser Trauriges/ Bewegendes nicht an sich ran zu lassen bzw. es mit einer neutralen Distanz zu betrachten. Anderen geht's direkt an die Haut.

      Deshalb finde ich es absolut nicht verwerflich, solche Nachrichten/ Themen zu meiden, wenn man empfindlich drauf reagiert. Es nützt weder dem Leidenden des Themas noch dir selbst, wenn du dich nachher tage- oder wochenlang schlecht fühlst. Du hast nur das eine Leben und es dir zur verderben, in dem du die Laster der Welt auf dich nimmst, ist verschwendete Lebenszeit. Ich versuche wie gesagt in kleinen Dingen zu helfen. Das entlastet das schlechte Gewissen und ich kann dennoch etwas kleines für die Welt tun. Weniger Plastik verwenden, regional Einkaufen, meine vorhandenen Tiere artgerecht halten, hin und wieder eine Spende an den Tierschutz oder z.B. an Ärzte gegen Tierversuche usw...
    • Lebensweisheiten meiner 10-Jährigen --- Kinder können so weise sein:

      - Es ist nicht verkehrt zu weinen, wenn es traurig ist.

      - Man kann leider nicht allein die ganze Welt retten - aber da, wo man ist, kann man sie besser machen

      - Menschen, die gut handeln, sind Lichter - und Licht breitet sich aus - auch ins Dunkle

      - Wenn man Gutes tut, kann das auch abfärben - aber man soll sich nicht ständig umschauen, ob das auch passiert, das kostet zu viel Kraft

      :heart:

    • MickeyMaus353 schrieb:

      Es ist doch nicht schädlich die Welt mit offenen Augen zu sehen. Ich glaube es wird nur dann gefährlich wenn man nicht mehr davon wegkommt und an nichts anderes mehr denken kann.

      Lena51 schrieb:

      Zuviel Grübelei und ärgern und trauern raubt dir sie Kraft dass du etwas aktiv gegen die Missstände machen kannst.

      Myon schrieb:

      Deshalb finde ich es absolut nicht verwerflich, solche Nachrichten/ Themen zu meiden, wenn man empfindlich drauf reagiert. Es nützt weder dem Leidenden des Themas noch dir selbst, wenn du dich nachher tage- oder wochenlang schlecht fühlst. Du hast nur das eine Leben und es dir zur verderben, in dem du die Laster der Welt auf dich nimmst, ist verschwendete Lebenszeit. Ich versuche wie gesagt in kleinen Dingen zu helfen. Das entlastet das schlechte Gewissen und ich kann dennoch etwas kleines für die Welt tun. Weniger Plastik verwenden, regional Einkaufen, meine vorhandenen Tiere artgerecht halten, hin und wieder eine Spende an den Tierschutz oder z.B. an Ärzte gegen Tierversuche usw...
      Ich habe auch in der Kindheit schon versucht alles mögliche an Tiere zu retten und konnte noch nie verstehen, wieso andere Menschen nicht so reagieren und an einem offensichtlich kranken oder schwachen Tier vorbei gehen können/konnten. Ich werde traurig und oft auch echt wütend, wenn jemand Tiere schlecht behandelt oder sogar quält. Mich macht es fix und fertig Videos von Schlachthöfen oder Versuchslaboren zu sehen und werde nie verstehen, wie man so gefühllos und respektlos mit Tieren umgehen kann. Wenn ich so etwas life sehen würde, würde ich wahrscheinlich ausrasten. Deshalb muss ich mich da auch oft einfach selber rausziehen :huh: .

      Genau wie Myon versuche ich auch im Kleinen zu helfen, wo ich kann, angefangen bei Notfallmäusen, kranken Igel/Spatzen, Spenden, Petitionen, Kauf von Bio- und regionalen Lebensmitteln etc.!

      Wenn dies jeder machen würde, denke ich wäre die Welt sehr viel besser :heart: .

      AROL schrieb:

      Man kann leider nicht allein die ganze Welt retten - aber da, wo man ist, kann man sie besser machen

      AROL schrieb:

      Menschen, die gut handeln, sind Lichter - und Licht breitet sich aus - auch ins Dunkle
      @AROL Respekt an deine Tochter :2love: . Ich denke, sie ist kein Licht, sondern bereits ein wachsendes Leuchtfeuer :love: .

      AROL schrieb:

      Wenn man Gutes tut, kann das auch abfärben - aber man soll sich nicht ständig umschauen, ob das auch passiert, das kostet zu viel Kraft
      :thumbsup:

      Man muss auf jeden Fall seine physischen und psychischen Grenzen kennen und die Bremse ziehen, wenn man merkt, es wird zu viel.

      Ich habe vor einigen Jahren bei einer Psychotherapie erzählt, dass es mir schlecht geht und ich oft weinen muss, wenn ich die Nachrichten sehe, weil da soviel schlimmes passiert. Meine Psychotherapeutin hat damals gesagt, wieso sehen sie es sich dann an. Ich habe natürlich geantwortet, dass man doch wissen muss, was in der Welt passiert. Da hat sie gesagt... muss man das? Wer sagt das? Was passiert, wenn sie die Nachrichten nicht schauen, wenn Ihnen diese nicht gut tun.
      Ich habe darüber länge nachgedacht und schaue nur noch Nachrichten, wenn ich es möchte und es mir gut genug geht. Man kann ja auch einfach mal umschalten :D .
      LG von :gerbil Lines :babyboy: + Babe :babygirl::heart: // Pepino :babyboy: + Tequila :babygirl::heart: // Frida :babygirl: // Nele :babygirl: // Georgi :babyboy: /Hanna :babygirl: // und mir => großes :babygirl:
    • Seine Kräfte zu kennen und damit zu Haushalten ist auch lernbar.
      Ich arbeite viel am alten Mensch ,durch die Fusspflege,viele begleite ich Jahre lang und Versuche mir viel Zeit zu nehmen und ein offenes Ohr zu haben,wenn die Menschen dann sterben bin ich traurig ,aber kann tief Luft holen und am nächsten Tag ist es wieder OK ,bzw ich versuche dann die Hinterbliebenen zu trösten.
      Gerne biete ich alten Tieren ein zu Hause,klar bin ich traurig ,wenn die Tiere sterben ,ich bin nach am Wasser gebaut und heulen ist Medizin für die Seele.
      Wer aber genau weiß,das ihm sowas zu sehr an die Nieren geht ,der sollte sich nicht selbst unter Druck setzen und quälen.
      Es gibt so viele Arten und Möglichkeiten gutes zu tun.
      Spendet an die Tierheime,backt Plätzchen und verschenkt die mit lieben Worten an obdachlose oder einsame Menschen in der Nachbarschaft.
      Macht anderen Menschen Komplimente,dir gefällt die Frisur der Frau neben dir im Kaffee,hey ,dann sag's ihr doch einfach .
      Ihr werdet staunen wie sehr sich Leute darüber freuen.
      Jede gute Tat ,jedes liebe Wort ist ein Licht im Dunkeln ,was für eine wundervolle Tochter du hast :2love: ,Die das schon so früh erkannt hat.
      Ich wünsche euch allen viele kleine Lichter,die den November etwas heller machen.
      LG Orio :)

    • Du empfindest mit anderen Wesen mit und legst wunderbar viel Empathie an den Tag. Das ist eine tolle Eigenschaft, wie ich finde, und eine, die nicht jede/r hat.

      Leider ist das "Mitleiden" ein großer Teil davon, den ich auch kenne. Es fällt mir ebenso schwer, abzuhaken und weiterzumachen. Ich gestatte mir die Trauer bzw. das Traurig-Sein, selbst wenn es übertrieben zu sein scheint, und ärgere mich nicht darüber - auch rechtfertige ich mich nicht (mehr). Ich bin wie ich bin. Außerdem meide ich viele Dinge ganz bewusst, ein Großteil der Nachrichten beispielsweise. Zu guter Letzt versuche ich, es hier und da etwas besser zu machen. Das können minikleine Dinge sein. ich spende gerne, grad wenn es um Tiere geht, und verwende tierversuchsfreie Kosmetik usw.

      Aber ich bin schon ganz woanders, also, noch einmal: Vielleicht hilft es Dir, Dein Mitempfinden und die Empathie, die Du an den Tag legst, als etwas Positives zu sehen. Im gewissen Sinne eine kleine Superkraft :)

    • Ich sag es nicht gern, aber die Dinge, die einem an die Nieren gehen, sind in dieser Welt nicht die Ausnahme, sondern die Realität. Wenn wir es schaffen, in einer ganz kleinen Nische zu leben, wo wir sowas nicht ständig und in Massen, sondern nur in einzelnen Dosen vor Augen geführt bekommen, dann ist das ein ganz, ganz großes Privileg.

      Mitgefühl ist meiner Meinung nach nur da gut, wo wir in irgend einer Form helfen können und das Gefühl uns dabei unterstützt, es auch zu tun.
      Überall. wo man nicht helfen kann, ist es potentiell schädlich - entweder, weil man sich selbst fertig macht, oder weil man in blinden Aktionismus ausbricht, der die Dinge häufig schlimmer macht statt besser.
      Wie Orio sagt - man kann es lernen, sein Mitgefühl zu steuern. Es geht nicht darum, Hartherzigkeit zu lernen, sondern darum, selbst handlungsfähig zu bleiben, damit man im Bedarfsfall helfen kann.
      (Trotzdem hat Shizuka recht - Empathie empfinden zu können ist eine Stärke und eine Kompetenz. Viele Menschen können es nicht.)

      Es bleibt einem im Umgang damit aber nichts anderes übrig, als Prioritäten zu setzen - man kann nicht allen Tieren, allen Menschen, in allen Situationen und bei allen globalen oder lokalen Problemen immer helfen. Jeder Mensch muss Prioritäten setzen beim Helfen, und das führt automatisch dazu, dass man an manchen Stellen auch nicht hilft. Deshalb ist jemand, der wegschaut oder vorbeigeht, nicht automatisch ein schlechter Mensch.

      Es ist auch sinnvoll, sich für Dinge zu engagieren, wo man Kompetenzen oder eine natürliche Begabung hat, und nicht für welche, die andere wahrscheinlich besser können. Wenn einem z.B. der Tierschutz näher ist als der Klimaschutz, dann wird man nicht dadurch zum schlechten oder gleichgültigen Menschen, dass man auf eine Klima-Demo nicht geht. Auch wenn wir es nicht gern hören: das gleiche gilt für Tiere. Jemand, der an einem Tier vorbei geht, hilft dafür vielleicht einem Kinderheim. Wir wissen es nicht, und wir sollten nicht darüber urteilen.

      Meiner Meinung nach ist man dann ein guter Mensch, wenn man seine Möglichkeiten zu helfen da einsetzt, wo man am meisten bewirken kann.
      Deshalb muss man sich weder von anderen ein schlechtes Gewissen einreden lassen, noch muss man sich selber eins machen.

      Nicht zuletzt: Ich glaube auch, dass Menschen, die für sich selber sorgen, am Ende ihres Lebens mehr Gutes getan haben werden, als solche, die immer ihr letztes Hemd hergeben - wer nicht für sich selbst sorgt, kann irgendwann auch nicht mehr helfen.

    • Schön so etwas von euch zu lesen. Mir hilft es auch, praktische bzw. real anfassbare Grenzen zu haben. Ich habe sieben dauerhafte Gehege, und wenn diese voll sind, kann ich eben nicht noch die drölfte Maus aufnehmen. Ansonsten ginge es den anwesenden 15-20 Mäusen nämlich wg. Zeitmangels schlechter. Auch wenn Kinderzimmerrennmaus xy auf eBay in der Nähe gelistet ist, geht es dann einfach nicht. Das akzeptieren zu können, musste und muss ich auch lernen. Helfen kann man nicht richtig, wenn die Hilfe auf eigene Kosten geht. Auch erfüllt mich so eine Aufgabe dann nicht mehr, macht eher unglücklich als glücklich.
      Allerdings hilft es mir, wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann und seinen Gefühlen Luft machen kann. Genauso, wie du uns von dem Kater erzählt hast, @Nils99.

    • Mir gibt das auch sehr viele Denkanstöße.
      So viele verschiedene Gesichtspunkte wurden hier genannt- und bei vielen musste ich auch erst zwei Mal drüber nachdenken, ehe sich mir die Wahrheit hinter den Aussagen erschlossen hat. Zum Beispiel ist die Selbstliebe und eine gesunde Form des Egoismus etwas , das mir vollkommen entglitten ist. Darüber habe ich nie so genau nachgedacht. Bei mir war es immer so, das mein Partner eher der ist "der ohne Haut" zur Welt gekommen ist. Er kann keine Nachrichten sehen oder Zeitung lesen ohne Depressionen zu bekommen. Er ist sehr Welt-und gesellschaftskritisch - und ich war immer eher der ruhige , ausgleichende Part und konnte immer eher mit Kriesen gut umgehen. Seitdem ich so krank geworden bin, wurde ich aber auch immer..ja, verletzlicher-glaube ich. Tristans Tot habe ich noch immer nicht gut verkraftet, aber ich habe hier noch 3 weitere Mäuse ..(und bald eine vierte..) die auch meine Hilfe brauchen. Manchmal kotzt es mich einfach an, dass die Zeit nie stehen bleibt und man das Gefühl bekommt nicht ruhen und reflektieren zu können. Dabei ist nicht die Zeit mein Gegner, der mir diesen Wunsch verwehrt. Eigentlich bin ich das nur seber :/

    • Ihr Lieben, was für weise Worte und Gedanken. Was bin ich froh dass ich dieses Forum habe ;(^^ .

      Immer wieder muss ich Leuten erklären: Es geht nicht nur um Rennmäuse.

      Nils, sei ganz arg gedrückt. Du gibst dein Bestes, und das ist genug. Behalte genug Kraft zurück dass du zurechtkommst :love:

      Alle andere auch :2love: .

      "It's a strange and beautiful world" :rolleyes:
    • Nils99 schrieb:

      Manchmal kotzt es mich einfach an, dass die Zeit nie stehen bleibt und man das Gefühl bekommt nicht ruhen und reflektieren zu können.
      Versuch, dir was für dich selbst zu schaffen - einen Ort, einen Zeitpunkt, und wenn es nur eine Viertelstunde ist, wo du bei dir sein kannst und für niemanden da sein musst. Wenn du dich völlig fertig machst, kannst du gar niemandem mehr helfen.