Angepinnt Vergesellschaftung mit Duftstoffen

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  • Vergesellschaftung mit Duftstoffen

    Da es in letzter Zeit immer Häufiger dazu kommt, dass nach Anisöl oder anderen Duftstoffen (ja sogar Deos!) bezüglich einer Vergesellschaftung gefragt wird, haben wir uns entschlossen hiermit eine grundlegende Informationsquelle für all diese Fragen anzufertigen. ;)



    Was passiert bei einer Vergesellschaftung eigentlich?

    Rennmäuse sind sehr geruchsorientierte Tiere, die sich gegenseitig vor allem am Geruch erkennen. Sie müssen sich also "riechen können".
    Alle Rennmäuse einer Gruppe nehmen den selben Sippengeruch an, der den Gruppenmitgliedern signalisiert: "Ich gehöre dazu, ich bin kein Fremder!".
    Wer anders riecht, ist automatisch der Feind!
    Deshalb sind Vergesellschaftungen sehr wichtig – ja eigentlich „überlebenswichtig“!

    Bei einer Vergesellschaftung versucht man die Tiere aneinander zu gewöhnen und sie näher zu bringen, sodass sie den gleichen Sippengeruch annehmen. Hierbei kann man je nach Situation zwischen der Trenngittermethode und der Kleinraummethode wählen.

    >> Weitere Infos zu den verschiedenen Vergesellschaftungsmethoden findest du hier!




    Warum Duftstoffe nicht geeignet sind..

    Immer wieder kommen aus diversen Quellen Gerüchte dazu auf, man könne sich den Akt der Vergesellschaftung erheblich erleichtern, indem man Duftstoffe einsetzt.

    -> Im Forum konnte man schon von Ideen lesen, Anisöl, Teebaumöl, Natron oder sogar Deo, Deosticks und Parfüm zu verwenden! ?(


    Diese ganzen Duftstoffe sind gefährlich, da die Renner sie viel zu schnell in die Augen bekommen können – und das kann man bei den zappelnden und sich häufig putzenden Nagern alles andere als verhindern..

    Bei einigen dieser Stoffe müssen die Rennmäuse sogar ein Bad darin nehmen!
    Nicht nur, dass es extrem stressig und unangenehm ist, die Tiere müssen dabei auch noch für die Rennmausnase viel zu starke und ätzende Gerüche einatmen!

    Außerdem helfen sie nicht wirklich bei einer Vergesellschaftung. Zwar überdeckt man damit eine gewisse Zeit lang den Eigengeruch und es geht vielleicht erstmal gut.. aber bestimmt nicht auf Dauer. :]

    Deswegen wird auch immer wieder vom Erfolg der Duftmittelmethode berichtet. Öle, Deos, etc. überdecken den Eigengeruch der Rennmäuse und verhindern so ein Erkennen ihrer Zugehörigkeit beim Gegenüber. Die Tiere sind verwirrt und akzeptieren die fremde Rennmaus meistens erst einmal als Gruppenmitglied. Das Problem: Sobald der Geruch verfliegt, hat man plötzlich zwei sich gänzlich fremde Rennmäuse, die sich nicht erkennen.

    Im schlimmsten Fall bist du vielleicht gar nicht Zuhause, wenn der Streit ausbricht und die Rennmäuse verletzen oder töten sich gegenseitig! ?(



    Der Kern einer Vergesellschaftung ist es, ein Zusammengehörigkeitsgefühl und somit den Sippengeruch zu entwickeln. Deshalb führt man die Renner langsam aneinander heran und lässt sie z.B. bei der Trenngittermethode mehrmals täglich die Seiten wechseln, so dass sie den Geruch der anderen Maus mit ihrem eigenen vermischen und akzeptieren. Bei der schnellen und unsinnigen Duftmittelmethode ist das nicht gegeben.



    Also lasst die Finger von den Duftstoffen! :)


    viele Grüße,


    Rockerduck & Kathy-chan


    P.S.: Änderungen und Anregungen sind jederzeit willkommen, um den Inhalt sinnvoll zu ergänzen! ;)



    Edit by Kathy-chan 12. Juni 2006 - 21:58:

    hier ein wirklich trauriger Beispielfall: Warnung vor Duftspray


    Original von Nefertari
    Hallo ihr Lieben,

    ich wollte meine Notfalleinzelmaus mit einem Baby (9 Wochen alt) vergesellschaften und fuhr mit meiner großen Maus zu einem Züchter, der auch einen Zooladen hat und die Zuchten dort verkauft.

    Da ich absolut keine Ahnung von Vergesellschaftung habe, war ich mir sicher, dass ein Züchter weiß, was er tut. Von wegen!!!!! X( Er hat also große Maus in eine Transportbox aus Pappe gesetzt, das Baby gleich hinterher und hat beide mit einem Duftspray eingesprüht. Es roch richtig nach Kaugummi und ist für die Tiere völlig ungiftig.

    Nachdem die beiden eine Weile in der dunklen Kiste gesessen hatten, wurden sie in meine mitgebrachte TB gesetzt. Sie saßen eng beieinander und die eine leckte die andere ab. Wir verbrachten knapp 3 Stunden in dem Laden, der Züchter selbst ist keinen Augenblick von unserer Seite gewichen. Klasse, dachte ich, nun weißt du in Zukunft, wo du hingehen kannst.

    Nach 3 Stunden fuhren wir nach Hause, der Duft war nur noch sehr schwach zu riechen. Nach den Anweisungen des Züchters haben wir sie 4 Stunden in der TB gelassen und dann hat er uns geraten, sie in ein 60er Aqua zu tun. Zu diesem Zweck habe ich ein neues Aqua, Streu, Heu, Häuschen, frische Küchenrolle und neue Trinkbehältnisse gekauft, alles sollte nicht nach anderen Mäusen riechen. Ich bin sogar so weit gegangen, dass ich das Equipment nicht in dem gleichen Laden gekauft habe, sondern in einem Baumarkt, die keine Mäuse verkaufen.

    Gut, nach insgesamt 7 Stunden gegenseitigem Schnupperns, Ableckens und Kuscheln in einer Ecke haben wir sie zusammen in das Aqua gesetzt. Der Duft war noch wahrnehmbar, doch nicht mehr sehr stark. Alles schien gut zu gehen, bis der Duft ganz weg war.

    Fazit dieser "Vergesellschaftung": unser Baby ist so schwer verletzt, dass sie vermutlich für den Rest des Lebens nur auf 3 Beinen laufen kann. Sie war eine einzige blutige Wunde. Die TÄin war entsetzt, als ich mit meinem Minimäuschen kam. Auch sie riet von dieser "Wundervergesellschaft" ab und ich kann ihr nur im vollem Umfang beipflichten.

    Der Züchter selbst meinte, dass in 9 von 10 Fällen alles gut geht. Ich kann jetzt nur vermuten und spekulieren, dass er gleichaltrige Rennis so zusammen bekommt, das Baby hatte gegen die ausgewachsene Maus überhaupt keine Chance.
    Vielleicht lag es auch daran, dass meine Maus schon lange alleine war und das vorherige normale Vergesellschaftungen mit Beißereien geendet haben.

    Keine Ahnung, wieso das alles passiert ist, ich möchte euch nur von dieser Hauruckaktion warnen. Die meisten, die hier Themen erstellen sind auch blutige Anfänger wie ich und werden leichtgläubig auf das Raten der Züchter hinein fallen. Lieber die schön langsame Methode oder was immer die erfahrenen Rennmausbesitzer raten, doch nehmt um Gottes willen nicht dieses Spray!