Kastration in Bockgruppen

Kastration in Bockgruppen

Kastration in Bockgruppen

Bild: rennmaus.de 

Eine Kastration kann wichtig f√ľr das harmonische Zusammenleben einer reinen Bockgruppe sein. Auch ist ein bereits kastrierter Bock leichter in eine neue Gruppe zu vergesellschaften, beispielsweise nach dem Tod des Partners.

Kastration ist sehr empfehlenswert - gerade Böcke aus schlechter Haltung können auch in höherem Alter noch ihre Rappelphase nach holen, vor allem bei schlechter Ernährung und sich daher dauerhaft zerstreiten.

Eine rechtzeitige Kastration mildert die Auswirkungen. Viele Böcke sind hormonell recht hoch gepeitscht, leiden darunter, ihren Trieb nicht ausleben zu können und lassen ihre Frustration an anderen Gruppenmitgliedern aus.

Als ‚ÄěRappelphase‚Äú wird der Zeitraum bezeichnet, in dem die B√∂ckchen durch ihre Entwicklung den √§lteren B√∂cken innerhalb der Gruppe den Rang streitig machen. Sie sind frech, sie √§rgern, sie provozieren. Diese Phase durchlaufen junge Meerschweinchen meist um die zw√∂lfte Lebenswoche bis zirka 15 Monate, bei manchen Tieren sehr ausgepr√§gt, bei anderen eher ruhiger. Oft verlaufen solche Phasen schubweise, mal sind einige Wochen Ruhe, dann geht es scheinbar aus heiterem Himmel richtig rund. Insbesondere mehrere B√∂cke in der Rappelphase die zusammen leben sind eine sehr explosive Mischung, daher sind Br√ľder nicht so geeignet wie oft angenommen wird.

Auch durch eine oft mangelhafte Sozialisation durch eine zu fr√ľhe Trennung von allen erwachsenen Meerschweinchen ist das Zusammenleben von B√∂cken schwierig. Die f√ľr ein gutes Zusammenleben wichtigen Verhaltensweisen lernen junge Meerschweinchen zwischen ihrer sechsten und neunten Lebenswoche: Beschwichtigung, Vermeidung von Bei√üereien und das friedliche Austragen eines Streits geh√∂ren dazu. Meist sind junge Meerschweinchen in diesem Alter l√§ngst verkauft. Durch die vorher eingetretene Geschlechtsreife k√∂nnen sie h√§ufig auch nicht mehr bei ihrer Mutter leben. Tierheime haben nicht immer die M√∂glichkeit, Jungb√∂cke von erwachsenen B√∂cken erziehen zu lassen, um ihnen diese F√§higkeiten mitzugeben.

Insbesondere wenn in den Rappelphasen Probleme zwischen den B√∂cken beobachtet werden, kann eine Kastration helfen, dass sie sich erheblich besser verstehen. Sind bereits starke Bei√üereien beobachtet worden, wird eine Kastration vermutlich nicht zu einer gew√ľnschten Gruppenharmonie f√ľhren. Bei Komplikationen innerhalb einer reinen Bockgruppe ist es nach Kastration und nicht erfolgter Verhaltens√§nderung ratsam, die sich streitenden Tiere zu trennen, indem der entsprechende Bock aus der Gruppe entfernt wird und in eine Weibchengruppe integriert wird. Es kann allerdings bis zur drei Monate dauern, bis das Verhalten sich √§ndert. Je fr√ľher kastriert wird, desto sp√ľrbarer ist die Verhaltens√§nderung. Sind zwei B√∂cke aber schon so weit, dass sie sich wirklich hassen, kann auch die Kastration nichts mehr √§ndern.

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