Vergesellschaftung

Vergesellschaftung

Vergesellschaftung

Bild: rennmaus.de 

Alleinstehende B√∂cke m√ľssen vergesellschaftet werden.

Vergesellschaftungen von Böcken, die sich nicht kennen sind oft langwieriger und mit kleinen Raufereien verbunden.

Wird es dennoch versucht, zwei erwachsene B√∂cke aneinander zu gew√∂hnen, sollten beide Tiere jahrelange Erfahrungen in Bockgruppen haben, ruhige Charaktere sein mit wenig Machoall√ľren. Vom erfahrenen Halter wird viel Geduld gefordert.

Eine gerade Anzahl an B√∂cken in einer Gruppe hat sich bew√§hrt. Zwei verstehen sich in aller Regel recht gut, neigen allerdings zu Langeweile. Drei B√∂cke geht in den allermeisten F√§llen schief, da sich zwei anfreunden und dann oft den dritten massiv mobben. Vier, sechs oder mehr B√∂cke sind eher etwas f√ľr langj√§hrig erfahrene Halter mit viel Platz. Oft ist es notwendig, sich streitende Meerschweinchenb√∂cke zu trennen oder Gruppen so lange umzustellen, bis es wirklich klappt oder einzelne Tiere sogar abzugeben.

Junge B√∂cke in den Rappelphasen sollten nach M√∂glichkeit nicht vergesellschaftet werden. Bei kastrierten Tieren laufen Vergesellschaftungen oft sehr viel friedlicher ab. 

Am besten klappt die Vergesellschaftung mit einem Jungbock unter acht Wochen. Sobald dieser aber √§lter wird, einen Bockgeruch annimmt und sich dar√ľber hinaus wie ein Bock zu verhalten beginnt, kann es zu neuen Schwierigkeiten und Konflikten kommen. Oft versucht dann der Jungbock die ranghohe Position einzunehmen und den alten Bock zu verdr√§ngen - was dieser sich oft nicht gefallen l√§sst. Rechtzeitig kastriert f√§llt dieses Problem erheblich leichter aus, es sind keine ernsthaften K√§mpfe zu erwarten, die Kontrahenten sind kastriert einfacher abzulenken.

Wenn B√∂cke Streit haben und sie getrennt werden, ist diese Trennung meist f√ľr immer. Eine Widervergesellschaftung von zwei B√∂cken, die schon Gelegenheit hatten, sich wirklich zu hassen, ist so gut wie aussichtslos. Deswegen sollten B√∂cke nicht bei jeder Streitigkeit getrennt werden sondern nur dann, wenn es gar keine andere L√∂sung mehr gibt. Nat√ľrlich muss jederzeit die M√∂glichkeit bestehen, zwei getrennte Gruppen gut unterbringen zu k√∂nnen.

F√ľtterung vor einem Direktkontakt

Schon vor dem Zusammentreffen sollten alle beteiligten B√∂cke gef√ľttert werden, im Vergesellschaftungsauslauf muss dann noch mal ein breites Angebot an Futter bereit stehen. Ein voller Bauch streitet einfach weniger gern. Auch w√§hrend der ersten Tage empfiehlt es sich, so oft wie m√∂glich zu f√ľttern.

Zusammenf√ľhrung

Besonders unsichere Böcke oder denjenigen, der noch vom Transport gestresst ist, setzt man zuerst in den Auslauf, damit er kurz die Gegend erkunden kann, zehn Minuten später folgen die restlichen Tiere.

Erster Direktkontakt

B√∂cke sollten sich immer auf neutralem Boden kennen lernen. Weder das Gehege noch der gewohnte Auslauf ist geeignet. Andere R√§ume, beispielsweise Bad, K√ľche oder Flur k√∂nnen entsprechend umgestaltet werden. Platz ist dabei ganz wesentlich, absolutes Minimum ist ein Quadratmeter pro Tier. Als Verstecke und Unterschl√ľpfe bietet es sich an, neue Unterst√§nde zu bauen oder sich f√ľrs Erste mit Kartons zu behelfen, in die mehrere L√∂cher als Ausg√§nge geschnitten werden. Glatte Fu√üb√∂den k√∂nnen mit Decken oder Bettlaken belegt werden.

Verhalten w√§hrend einer Zusammenf√ľhrung

Normalerweise werden sie sich etwas jagen, brommseln und Z√§hne klappern, sich sonst aber nichts tun. Eingegriffen werden sollte nur, wenn wirklich Blut flie√üt. Kleine Verletzungen, beispielsweise eine blutige Lippe oder ein Kratzer im Ohr sind kein Grund f√ľr eine Trennung. Je weniger die B√∂cke gest√∂rt werden, desto besser kommen sie zurecht.

Umzug in ein großes Gehege

Nach einigen Stunden im Auslauf k√∂nnen die B√∂cke dann wieder in ein ausreichend gro√ües Gehege ziehen. Auch die bekannten H√§user und Unterst√§nde d√ľrfen wieder verwendet werden, sofern es keine Sackgassen oder Verstecke mit nur einem Eingang gibt. Im Gehege wird es oft noch einige Stunden unruhig, das legt sich aber schnell. 

Im Laufe der folgenden Wochen stellt sich dann heraus, ob eine funktionierende Gruppe zusammenw√§chst oder nicht. Regelm√§√üiges Wiegen und das Untersuchen auf Verletzungen, insbesondere im Po- und R√ľckenbereich, helfen zu erkennen, ob es Streit gibt. Auch sollten die B√∂cke so oft es geht beobachtet werden.

Auffälligkeiten und Komplikationen bei Vergesellschaftungen

Gewichtsverlust, häufige Drohgebärden und Verletzungen sollten ernst genommen werden. Ist auch noch nach Wochen keine Ruhe eingekehrt sollte nicht gezögert werden, die Gruppe zu trennen. Dauerstress tut den Meerschweinchen nicht gut. Auch der Halter hat an einer unruhigen Gruppe deutlich weniger Spaß.

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