Einrichtung

Einrichtung

Einrichtung

Bild: rennmaus.de 

Gehege, H√§uschen, Streu und Futternapf, was brauchen Meerschweinchen dar√ľber hinaus? Hier geht es rund um die Einrichtung eines Meerschweinchengeheges.

Meerschweinchen sind Fluchttiere. Da sie eine typische Beute von Raubtieren darstellen, was in ihren Instinkten immer noch tief verwurzelt ist, ist es wichtig, ihnen viele Versteckmöglichkeiten zu bieten.

Ideal sind gro√üe Unterst√§nde, unter denen mehrere Meerschweinchen bequem Platz finden und trotzdem den √úberblick √ľber ihr Gehege haben.

Einfache Unterst√§nde k√∂nnen selbst gebaut werden: Als schnelle, kosteng√ľnstige und einfache Variante empfiehlt sich ein Brett, das √ľber aufgeschichtete Backsteine gelegt wird. F√ľr den Heimwerkerk√∂nig darf es gerne auch eine Etage mit angeschraubten Beinen sein.

Beliebt sind auch H√§user, die an verschiedenen Seiten mehrere Eing√§nge haben sollten. Bei H√§usern mit nur einem Eingang wird es oft eng, wenn schon ein Meerschweinchen drinnen ist und ein weiteres hinein m√∂chte. Bei Streitereien werden H√§user mit nur einem Eingang schnell zur Falle. Das √ľberlegene Tier jagt ein anderes hinein, das darin fest sitzt und sich nicht wehren kann, wenn es ins Hinterteil gebissen wird. Gerade bei B√∂cken ist dies keine Seltenheit und kann zu Wunden f√ľhren, die zwar oberfl√§chlich klein aussehen, aber oft b√∂se Abszesse bilden.

Weidenbr√ľcken und Korkr√∂hren

Weidenbr√ľcken und Korkr√∂hren sind aufgrund ihrer naturnahen Optik beliebt. Bei der Anschaffung sollte darauf geachtet werden, dass m√∂glichst die gr√∂√üte Gr√∂√üe gew√§hlt wird, damit kein Meerschweinchen stecken bleiben kann. Naturmaterial wird von Meerschweinchen gerne angenagt. 

Sollten H√§user oder andere Einrichtungsgegenst√§nde Fenster haben, m√ľssen diese unbedingt abgesichert werden. Jungtiere springen gerne durch √Ėffnungen, sind aber aufgrund ihres Wachstums eines Tages zu gro√ü und bleiben stecken. Fenster k√∂nnen ausges√§gt werden um zu einem Eingang umfunktioniert zu werden. Alternativ werden Eisstiele kreuzweise mit ungiftigem Holzleim hineingeklebt, um den Durchgang zu versperren. 

Etagen sind eine sehr beliebte und sinnvolle Einrichtung zur Gehegestrukturierung‚Äď sie bieten sowohl offene Verstecke mit sehr guter Aussicht, als auch eine weitere Nutzung durch mehr Fl√§che. Wirklich zur Grundfl√§che dazu z√§hlen kann man Etagen allerdings erst ab einem Quadratmeter Fl√§che, die auch eingestreut und eingerichtet sind. Eine H√∂he von 15-20 cm hat sich im Alltag bew√§hrt ‚Äď hoch genug, damit die Meerschweinchen auch bei gro√üer Einstreuh√∂he bequem drunter stehen k√∂nnen, aber niedrig genug, um ohne Rampe hinauf zu springen, wobei bei √§lteren oder √§ngstlichen Tieren eine Rampe oder Weidenbr√ľcke n√ľtzlich ist.

Tränken

Wichtig ist auch eine Trinkgelegenheit. Ob es sich um eine Trinkflasche oder einen Napf handelt, ist dabei vor allem Geschmackssache der Meerschweinchen. Sollte die bisherige Trinkquelle der neuen Meerschweinchen nicht bekannt sein, sollte f√ľr den Anfang sowohl ein Napf als auch eine Trinkflasche angeboten werden. Die Tiere werden sich vermutlich f√ľr eine Trinkquelle entscheiden. 

Futternäpfe

Futtern√§pfe sind nicht notwendig, vielmehr gibt es an N√§pfen oft Streit um die besten Bissen. In aller Regel klappt es besser, Futter direkt in der Einstreu zu verteilen, das st√∂rt die Meerschweinchen nicht, sondern erm√∂glicht ihnen eine ann√§hernd naturgetreue Futtersuche. Falls dennoch N√§pfe verwendet werden sollen, beispielsweise bei Krankheit, um die Futteraufnahme exakt bestimmen zu k√∂nnen, sollte darauf geachtet werden, dass entweder ein flacher Teller f√ľr zwei bis drei Tiere oder ein Napf pro Nase zur Verf√ľgung steht. Das Geschirr sollte nach der F√ľtterung m√∂glichst z√ľgig wieder entfernt werden, da es  nur unn√∂tig Platz wegnimmt.

Heuraufen sind nicht zwingend erforderlich und je nach Material und Ausf√ľhrung sogar gef√§hrlich. Geeignet sind Heuraufen aus Holz oder gro√üe Geschirrabtropfgestelle aus ebenfalls nagesicherem oder ungiftigem Material. Bei gro√üen Heuraufen sollte die Gefahrenvermeidung an erster Stelle stehen: Meerschweinchen, die in eine Heuraufe springen, d√ľrfen keinesfalls h√§ngen bleiben, wenn sie wieder raus springen wollen. Um Unf√§lle und Verletzungen zu vermeiden, bietet sich auch ein Deckel auf einer Heuraufe an, die den Tieren zus√§tzliche Aussichtpunkte verschafft. 

Soll auf eine Heuraufe verzichtet werden, ist ein Berg Heu im Gehege ideal und macht Spa√ü beim Durchw√ľhlen, Reinlegen und Fressen. Es sollte immer reichlich vorhanden sein, verschmutzte Reste werden grunds√§tzlich entfernt und gegen neues ausgetauscht.

Kuschelsachen, Kuschelr√∂hren und H√§ngematten sind sehr beliebt, allerdings machen sie dem Halter viel Arbeit beim Waschen. Meerschweinchen nutzen diese gerne zum Urinieren. Auch sollte bei Einrichtungsgegenst√§nden aus Stoff besonders darauf geachtet werden, dass sie nicht angenagt werden. Wird etwas √ľberm√§√üig angenagt, sollte es aus der Unterkunft herausgenommen werden.

Zum Klettern brauchen Meerschweinchen nichts, daher sollte darauf verzichtet werden. √úberm√§√üiges Klettern ist f√ľr die Knie der Tiere nicht optimal, daher ist es besser, alle Einrichtungsgegenst√§nde auf einer Ebene lassen oder Ebenen mit Br√ľcken zu versehen. √Ąste und Zweige sind eher ein kleiner Snack, sollten aber nach dem Genuss wieder entfernt werden, weil Meerschweinchen nur schlecht sehen und schmale Gegenst√§nde leicht ‚Äěins Auge gehen‚Äú.

Sackgassen und Engstellen im Gehege sollten zur Vermeidung einer Streitentwicklung vermieden werden. Häuser werden am besten mit etwas Abstand zur Wand aufgestellt, um einen Durchgang zu bieten. Häuser mit nur einem Eingang werden mit Hilfe einer Stichsäge einen weiteren Eingang erhalten. Überlebenswichtige Angebote wie Heu, Wasser und Futter sollte es immer an mehreren Stellen geben.

Auch sollten genug Versteckm√∂glichkeiten f√ľr alle Meerschweinchen vorhanden sein: Lieber mindestens ein Versteck pro Meerschweinchen als eines zu wenig. Wenigstens ein Teil der Verstecke sollte genug Platz f√ľr mehrere Tiere bieten, andere eher f√ľr eines gedacht sein. 
Die Einrichtung darf gerne bei jedem Misten verändert werden, sogar erblindete Meerschweinchen finden sich in aller Regel schnell wieder zurecht. Bitte beachten: Erst seit kurzer Zeit erblindete Meerschweinchen können Ebenen oder Abgänge eventuell nicht rechtzeitig erkennen, wenn sie sich an die neue Situation noch nicht gewöhnt haben. Bei der Umstrukturierung eines Geheges sollten besonders blinde Tiere eine Zeit lang beobachtet werden, ob und wie sie sich orientieren können.

Es ist sinnvoll, zwischen den einzelnen Verstecken einen Abstand von 30 bis 50 cm einzuhalten, damit die Meerschweinchen problemlos drum herum laufen können und auch eine Rennstrecke haben. Freiflächen sollten nicht wesentlich größer sein, um ihnen durch die Möglichkeit, bei vermeintlicher Gefahr schnell einen Unterschlupf zu erreichen, Sicherheit zu bieten.

Zum Seitenanfang