Hochheben und tragen

Hochheben und tragen

Hochheben und tragen

 

Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere und mögen Körperkontakt zu anderen Lebewesen inklusive des Menschen nicht besonders. Dennoch ist es manchmal unumgänglich, dass ein Meerschweinchen hochgenommen werden muss. Wie das Tier an Kontakt mit der menschlichen Hand und an das Hochnehmen und tragen gewöhnt werden kann, beschreibt der folgende Artikel.

Meerschweinchen sind Fluchttiere. Ber√ľhrungen von oben, beispielsweise auf dem R√ľcken des Tieres, gleichen einem Raubtierangriff und das Meerschweinchen wird ver√§ngstigt fl√ľchten. Meerschweinchen werden nicht gerne und vor allem nicht freiwillig hochgenommen. 

Dennoch gibt es manchmal Situationen, die das Hochnehmen und Tragen eines Meerschweinchens n√∂tig machen, beispielsweise f√ľr den Transport zum Tierarzt oder in den Auslauf. F√ľr diesen Ernstfall sollte mit den Tieren vorab ge√ľbt werden, damit es bei Konfrontation nicht in Panik ausbricht und zwanghaft festgehalten werden muss.

Nachstehend wird erkl√§rt, wie ein Meerschweinchen in kleinen Schritten an Ber√ľhrungen der menschlichen Hand gew√∂hnt werden kann. Geduld seitens des Halters, gerade wenn Kinder involviert sind, ist dringend erforderlich.

Meerschweinchen brauchen Sicherheit, um Vertrauen aufbauen zu k√∂nnen. 

Dem K√§fig sollte man sich nur langsam n√§hern, bitte nicht rennen, l√§rmen oder erschrecken. Gerade Kinder ‚Äěgreifen‚Äú gerne lauthals an. Dies erschreckt die Meerschweinchen nur und l√§sst s√§mtliche vorherige Erfolge zunichte machen. Eine ruhige, freundliche, normal laute Stimme l√§sst auch bei Meerschweinchen Ruhe einkehren.

Mit einem St√ľckchen Frischfutter k√∂nnen Meerschweinchen in die N√§he des Menschen gelockt werden. Wenn sie der Aufforderung nachkommen, die vermutlich bei ihnen reine Neugierde und Appetit sein wird, kann langsam versucht werden, das Tier seitlich zu ber√ľhren.

L√§sst das Tier sich ber√ľhren, kann weiter versucht werden, es auch von oben zu ber√ľhren. Bitte nicht fest zugreifen und niemals wie bei Kaninchen am Nackenfell packen oder die Augen des Tieres verdecken. L√§sst das Tier Ber√ľhrungen ohne weitere Reaktionen zu, kann es mit beiden H√§nden umfasst werden. Dabei ist darauf zu achten, dass eine Hand den Brustbereich und die andere Hand den Pobereich st√ľtzt.

L√§sst das Tier auch vollst√§ndige Umfassungen wie in Schritt 3 beschrieben zu, kann es in dieser Lage kurz angehoben werden. Als weitere √úbung empfiehlt es sich, jeden Tag ein St√ľck weiter zu gehen, sofern das Tier mitmacht. Wenn es noch nicht soweit ist, ist der letzte Schritt so oft zu wiederholen, bis sich ein Erfolg einstellt. Nicht aufgeben! Manche Tiere ben√∂tigen mehr Zeit als andere.

Ist das Tier auch nach mehrmaligen Versuchen ruhig während es umfasst wird, kann es langsam aus dem Käfig herausgenommen und auf den menschlichen Schoß gesetzt werden. Auch hier sind Frischfutterleckereien sicherlich angebracht.

Dies sollte grunds√§tzlich nur auf Bodenh√∂he passieren. Bitte niemals ein Meerschweinchen auf den Beinen halten, wenn der Mensch auf beispielsweise einem Stuhl sitzt. Meerschweinchen sind sehr flink und k√∂nnen unverhofft pl√∂tzlich losrennen. Ein Sturz h√§tte vermutlich schlimme Knochenbr√ľche zur Folge.

Meerschweinchen sind auch untereinander keine Kuscheltiere. Sie suchen zwar den Kontakt zu Artgenossen, w√ľrden aber niemals au√üer bei extremem Platzmangel oder der Aufzucht von Jungtieren eine Kuschelstunde einlegen.

Wurde schon einmal beobachtet, dass das Meerschweinchen sich ganz ruhig verh√§lt, wenn es fest am menschlichen K√∂rper gehalten wird, sei es in aufrechter Stellung wie bei Kindern √ľblich, oder aber gest√ľtzt durch einen Arm? Eine solche Ruhe ist nicht mit Entspannung des Tieres gleichzusetzen, eher das Gegenteil: Meerschweinchen fallen bei zu hohem Stressaufkommen (Hochnehmen ist purer Stress!) in eine Art Angststarre und lassen in diesem Moment alles √ľber sich ergehen, bis sie endlich wieder ‚Äěfreigelassen‚Äú werden. Im schlimmsten Fall erleiden Meerschweinchen aus Angst und damit verbundenem Stress einen Herzstillstand.

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