Arabische Rennmaus

Arabische Rennmaus

Arabische Rennmaus

Bild: rennmaus.de 

Auch wenn sie den Libyschen Rennm√§usen zum Verwechseln √§hneln, unterscheiden sich Arabische Rennm√§use in einigen Punkten von ihren geringf√ľgig kleineren Vettern.

Die Arabische Rennmaus ist in der Heimtierhaltung kaum bekannt. Informationen √ľber die Arabische Rennmaus sind nur sp√§rlich zu bekommen, daher stellen wir sie hier n√§her vor.

  • Ordnung: Rodentia (Nagetiere)
  • Familie: Muridae (M√§useartige)
  • Unterfamilie: Gerbillinae (Rennm√§use)
  • Wissenschaftliche Bezeichnung: Meriones arimalius
  • Deutsche Bezeichnung: Arabische Rennmaus
  • Englische Bezeichnung: Arabian Jird

Eigenschaften

Bild: araberrenner

Arabische Rennmäuse

  • Stammherkunft: Arabien
  • Lebenserwartung: Zirka vier bis sechs Jahre, genaue Angaben sind hier zum heutigen Zeitpunkt (Februar 2011) aufgrund der noch geringen Erfahrung mit dieser Rennmausart nicht m√∂glich.
  • Fellfarbe: Wildfarbe hellbraun mit wei√üem Bauch
  • K√∂rperl√§nge: 17 bis 20 cm
  • Schwanzl√§nge: 18 bis 20 cm inklusive schwarzer Schwanzquaste
  • Gewicht der M√§nnchen: 150 bis 220 g
  • Gewicht der Weibchen: 140 bis 190 g

Ihr schlanker K√∂rperbau erlaubt es ihnen, deutlich schneller als beispielsweise Mongolische Rennm√§use zu laufen. Bei vermeintlicher Gefahr wird oft nur ein Rumpeln vernommen und weg ist die Maus. 

Leicht zu unterscheiden von Libyschen und Mongolischen Rennmäusen sind die Arabischen Rennmäuse auch anhand ihrer deutlich größeren Ohren und ihrem spitzen Gesicht. Ihr langer Schwanz ist behaart, allerdings nicht so dicht wie bei Mongolischen Rennmäusen.

Haltung

Bild: Viviane

Arabische Rennmaus

Eine Grundfl√§che von einem halben Quadratmeter (beispielsweise 100 x 50 cm) wird als das absolute Mindestma√ü f√ľr zwei Tiere angesehen. Im Gegensatz zu der Haltung Mongolischer Rennm√§use gilt hier aufgrund eines anderen Sozialverhaltens der Grundsatz ‚ÄěJe mehr, desto besser.‚Äú 

Da Arabische Rennm√§use wesentlich sicherer und begeisterter klettern als Mongolische Rennm√§use, sollte ihr Gehege eine H√∂he von 80cm nicht unterschreiten. So k√∂nnen zum ausgiebigen Austoben der Tiere  ausreichend Kletterm√∂glichkeiten gew√§hrleistet werden. Denn f√ľr die geschickten Tiere ist es auch kein Problem, eine senkrechte Gitterwand hinaufzuklettern oder auf einem geflochtenen Sisalseil stehend Kolbenhirse zu fressen. 

Die √ľberaus talentierten Baumeister ben√∂tigen zum Graben ihrer G√§nge auch eine Menge Einstreu. Da die Tiere mitunter zwei- bis dreist√∂ckige G√§nge anlegen, f√ľhlen sie sich mit einer Einstreuh√∂he ab 25cm am wohlsten. Bei der Wahl der Einstreuh√∂he sollte bedacht werden, dass Arabische Rennm√§use wesentlich gr√∂√üer als Mongolische sind und somit gr√∂√üere G√§nge graben, die wiederum eine h√∂here  Einstreu voraussetzen.

Einrichtung

Ein Sandbad ist f√ľr die urspr√ľnglichen W√ľstenbewohner unverzichtbar. Das Fell fettet extrem schnell nach, weshalb das h√§ufig als Toilette missbrauchte Sandbad t√§glich gewechselt werden muss. Da Araber nicht nur kletter-, sondern auch lauffreudig sind, ist ein ausreichend gro√ües Laufrad mit einem Durchmesser von 40 cm unbedingt empfehlenswert. Ebenso freuen sie sich √ľber gesicherten und abenteuerlichen Auslauf.

Arabische Rennm√§use weisen ein deutlich ausgepr√§gteres Sozialverhalten als Mongolische Rennm√§use auf. Normalerweise k√∂nnen sie auch in gr√∂√üeren Gruppen gehalten werden. Allerdings kann ein schw√§cheres Tier mit weniger Durchsetzungsverm√∂gen unterdr√ľckt werden. Da einem  unter Umst√§nden unterdr√ľckten Tier nur eingeschr√§nkt Zugang zu Futterquellen gew√§hrt wird, ist die genauste √úberpr√ľfung aller Tiere t√§glich notwendig. Zu t√∂dlichen Bei√üereien und K√§mpfen kommt es jedoch nicht. Weibchen sind erfahrungsgem√§√ü deutlich zickiger als B√∂cke. 

Eine allgemeing√ľltige Aussage √ľber den Charakter der Tiere zu treffen, ist schwierig. Alle Arabischen Rennm√§use sind jedoch schreckhaft und reagieren stark auf Ger√§usche und schnelle, pl√∂tzliche Bewegungen. 

Z√§hmungsversuche sind nicht immer erfolgreich, die Spanne reicht von scheu bis sehr verschmust. Die Zur√ľckhaltung und Vorbehalte Menschen gegen√ľber haben sie von ihren Vorfahren zur√ľckbehalten, denn Arabische Rennm√§use werden erst seit wenigen Generationen in Gefangenschaft gez√ľchtet. Um Inzucht zu vermeiden, werden h√§ufig scheue Wildf√§nge eingekreuzt.

Zähmung

Bild: rennmaus.de

Mutig: Diese Arabische Rennmaus sitzt auf einer Hand!

Es gibt immer wieder Tiere, die anh√§nglich werden und deutlich zahmer als Mongolische Rennm√§use sein k√∂nnen. Wie allerdings bei allen Tieren kann der Zahmheitsgrad nicht vorhergesagt werden. Da sie wie fast alle Nager in erster Linie Beobachtungstiere sind, sollte eine m√∂glicherweise nie erfolgreiche Z√§hmung der Tiere akzeptiert werden. Allerdings k√∂nnen die wenigsten Arabischen Rennm√§use ihre anscheinend naturgegebene Neugierde unterdr√ľcken: Neue Einrichtungsgegenst√§nde werden sp√§testens nach Verschwinden der menschlichen Hand auf Herz und Nieren gepr√ľft. Auch was das Futter betrifft, geht Probieren √ľber Studieren. 

Nachwuchs

Bild: araberrenner

Ein Araber Baby.

Das Muttertier bringt durchschnittlich zwei bis f√ľnf Jungtiere zu Welt. Bei Gruppenhaltung mit mehreren weiblichen und m√§nnlichen Tieren deckt nur der rangh√∂chste Bock das rangh√∂chste weibliche Tier. Die ersten Tage k√ľmmert sich die Mutter alleine um ihre Jungen, nach zirka vier Tagen darf auch der Vater wieder mit ins Nest und bei der Aufzucht helfen. Zu Beginn sind die Jungtiere sandbraun gef√§rbt. Nach ein paar Wochen erhalten sie jedoch die f√ľr Araber typische F√§rbung mit grauen beziehungsweise schwarzen Stichelhaaren.

Aufgrund ihrer K√∂rpergr√∂√üe ben√∂tigen Araber neben mehr Hauptfutter auch eine gr√∂√üere Menge an Eiwei√üfutter als andere Rennmausarten. Eine Eiwei√ügabe in Form von Mehlw√ľrmern & Co. oder Katzentrockenfutter mindestens jeden zweiten Tag hat sich bew√§hrt. Ein Hauptfutter bestehend aus Saaten, wie f√ľr Mongolen √ľblich, ist bei den Tieren sehr beliebt, ebenso eine Mischung aus Hamsterfutter, Kanariensaat, Hirse und Wildsaaten. Frisches Gr√ľnfutter steht bei den kleinen Feinschmeckern nat√ľrlich ebenso hoch im Kurs. Die Futterliste f√ľr Mongolische Rennm√§use gilt auch f√ľr die Arabischen Rennm√§use.

Bild: Viviane
Bild: araberrenner
Bild: Viviane
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