Diabetes

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Diabetes

Bild: kathrin87maus 

Kann die Rennmaus auch Husten und die Grippe bekommen? Und wenn ja, was ist dann zu tun? Die Krankheiten, die eine Rennmaus bekommen kann, werden hier genauer erlÀutert. Ein Gang zum Tierarzt kann jedoch nicht ersetzt werden.

Wie auch Menschen können RennmĂ€use an Diabetes mellitus erkranken. Ebenso gilt fĂŒr RennmĂ€use die Unterscheidung des Typ 1 („juveniler Diabetes“) und des Typ 2 („Altersdiabetes“). 

Alle anderen Typen sind sehr selten. Da eine Behandlung bei RennmĂ€usen nicht typspezifisch erfolgen kann, verzichten wir auf weitere AusfĂŒhrungen.

Am Typ I erkrankte RennmĂ€use sind bereits als junge Tiere betroffen, hier liegt eine Autoimmunerkrankung vor, d.h. die Immunabwehr greift irrtĂŒmlicherweise die Insulin produzierenden Zellen an und tötet diese ab. Die Folge ist ein absoluter Insulinmangel. Absoluter Insulinmangel fĂŒhrt zu einem immens hohen Blutzuckerspiegel und durch hier nicht nĂ€her erlĂ€uterte Körperreaktionen einem recht schnellen FlĂŒssigkeitsverlust und dem vermutlich schnellen Tod.

Typ II wird, wie beim Menschen auch, meist durch Übergewicht und Bewegungsmangel verursacht, was wiederum die Wirksamkeit des Insulins im Körper herabsetzt. Hier kann die BauchspeicheldrĂŒse die nötige Menge Insulin nicht mehr produzieren, es liegt ein relativer Insulinmangel vor. An Typ II erkrankte RennmĂ€use kann durch ErnĂ€hrungsumstellung und Bewegungsangebot ein weitgehend normales Leben ermöglicht werden. Ziel ist, den Blutzuckerspiegel, der nicht gemessen werden kann, so niedrig zu halten, dass das Tier trotz seiner Erkrankung ein hohes Alter erreichen kann.
 
Die Symptomatik der beiden Krankheitsbilder Ă€hnelt sich, allerdings verlĂ€uft Diabetes Typ II "milder", da die BauchspeicheldrĂŒse im Anfangsstadium noch eingeschrĂ€nkt Insulin produziert. Ein bereits weit fortgeschrittener Typ II ohne vorherige Therapie und Nahrungsanpassung fĂŒhrt ebenfalls wie ein Typ I aufgrund von absolutem Insulinmangel zum schnellen Tod.

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass es nicht möglich ist, RennmĂ€usen Insulin zu verabreichen und somit einen eventuellen Mangel dieses Hormons auszugleichen. Auch kann der vorliegende Diabetes-Typ nur vermutet und nicht wie beim Menschen nachgewiesen werden. Daher ist es eher unwichtig, an welchem Diabetes-Typ eine Rennmaus erkrankt, wichtig ist bei beiden Typen eine gleichermaßen angepasste ErnĂ€hrung.

Die ersten Symptome sind anfangs schwer zu erkennen. Meist kann zuerst vermehrte  und auffĂ€llig hohe FlĂŒssigkeitsaufnahme und entsprechend hĂ€ufiges Urinlassen beobachtet werden. Auch eine sehr rasche Abmagerung ist bei Typ I möglich. Zudem kann im fortgeschrittenen Stadium ein Katarakt, die EintrĂŒbung der Linse des Auges, beobachtet werden. 
Allein ĂŒber die reine Symptomatik Diabetes zu diagnostizieren, ist nicht möglich. Besteht ein Verdacht auf Diabetes, sollte ein Tierarzt konsultiert werden.
 
In besonders warmen Jahreszeiten ist ein AktivitĂ€tsmangel oder eine vermehrte FlĂŒssigkeitsaufnahme kein Anzeichen fĂŒr Diabetes!
Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit möglicherweise behandelbaren Nierenerkrankungen sollte anhand eines Zuckernachweises im Urin oder Blut des Tieres eindeutig Diabetes nachgewiesen werden. FĂŒr ein geschultes Auge ist es möglich, ausgeschiedene Kristalle unter dem Mikroskop zu untersuchen und eine Unterscheidung zwischen Salz- und Zuckerkristallen vorzunehmen. Zuckerkristalle  im Urin begrĂŒnden die Diagnose Diabetes mellitus eindeutig. Allerdings kann auch ein fachkundiger Tierarzt nach sicherer Diagnose das Tier kaum therapieren.

Eine Therapie durch Insulinverabreichung wie vom Menschen bekannt ist schlichtweg nicht möglich. Daher sollte auf SpĂ€tfolgen, die durch Diabetes verursacht wurden, geachtet werden, um unnötiges Leiden des Tieres zu vermeiden. Durch den erhöhten Blutzuckergehalt werden die BlutgefĂ€ĂŸe des Körpers beschĂ€digt, wodurch Durchblutungsstörungen begĂŒnstigt werden, was sich auf verschiedene Organe unterschiedlich auswirkt. So können SchĂ€den an der Netzhaut der Augen auftreten, die ein Erblinden zur Folge haben. Weitere FolgeschĂ€den können eine Störung der Nierenfunktion, sowie schlecht heilende Wunden sein.

Diabetes kann bei RennmĂ€usen nicht behandelt werden. Es ist aber durchaus möglich, das erkrankte Tier durch kohlehydratarme Nahrung vor einer massiven Erhöhung des Blutzuckerspiegels zu schĂŒtzen, indem eine Einstellung oder Änderung  der Obst- und GemĂŒsefĂŒtterung erfolgt.

Eine RadikaldiĂ€t sollte nicht vorgenommen werden, da dies zu Lasten des gesunden Artgenossen geht. GrundsĂ€tzlich muss Obst und sehr zuckerhaltiges GemĂŒse vom Speiseplan der gesamten Gruppe gestrichen werden, um die Krankheit nicht zu verschlimmern. Oft erreichen an Diabetes Typ II leidende Tiere bei entsprechender ErnĂ€hrung trotz ihrer Erkrankung ein hohes Alter.

GemĂŒsesorten mit hohem Kohlehydratgehalt

Die folgenden GemĂŒsesorten eignen sich nicht fĂŒr die VerfĂŒtterung an RennmĂ€usen mit oder mit Verdacht auf Diabetes:

GemĂŒsesorte

Kohlehydratgehalt auf 200g GemĂŒse

Erbsen

21g

Mais

31g

Karotte

10g

Paprika, rot

12g

Pastinake

24g

GemĂŒsesorten mit akzeptablem Kohlehydratgehalt

Die folgenden GemĂŒsesorten sind fĂŒr die VerfĂŒtterung an RennmĂ€use mit oder mit Verdacht auf Diabetes und deren Gruppenmitgleider geeignet:

GemĂŒsesorte

Kohlehydratgehalt auf 200g GemĂŒse

Brokkoli

5g

Brennessel, 100g

1g

Chinakohl

2g

Feldsalat

2g

Fenchel

8g

Gurke

5g

Kohlrabi

8g

KrÀuter

0g

Paprika, grĂŒn

6g

Rucola

1g

Tomate

6g

Zucchini

4g

Diabetes ist nicht ansteckend. Es handelt sich je nach Typ der Erkrankung um entweder eine Autoimmunerkrankung (Typ I) oder die Folge von Übergewicht und Bewegungsmangel (Typ II).

Andere Gruppenmitglieder sind somit aufgrund einer diagnostizierten Diabetesrennnmaus nicht gefĂ€hrdet. Dennoch werden auch gesunde Gruppenmitglieder ebenfalls eine ErnĂ€hrungsumstellung mitmachen mĂŒssen, da es nicht möglich ist, dem erkrankten Tier innerhalb einer Gruppe bestimmte Futtersorten vorzuenthalten. Allerdings können auch gesunde RennmĂ€use ohne eine Mangelversorgung befĂŒrchten zu mĂŒssen, ebenfalls kohlehydratarme GemĂŒsesorten und sehr zuckerarme andere Futtersorten zu sich nehmen (keine Knabberstangen, keine Drops etc.). Eine ausreichende Versorgung mit allen nötigen Inhaltsstoffen wird durch eine ausgewogene ErnĂ€hrung, fĂŒr die der Diabetes kein Hindernis darstellt, gewĂ€hrleistet. 
Eine ErnĂ€hrung die auf einen Diabetes abgestimmt ist, ist aufgrund des geringen Kohlehydratgehalts (auch Zucker sind Kohlehydrate!) die denkbar gesĂŒndeste ErnĂ€hrung fĂŒr alle RennmĂ€use, ob gesund oder erkrankt ist nicht von Bedeutung. Das gilt sowohl fĂŒr RennmĂ€use als auch den Menschen. Leider können RennmĂ€use nicht mit Insulininjektionen behandelt werden, so dass Tiere mit Typ I vermutlich kurz nach der Diagnose an ÜbersĂ€uerung des Blutes und damit verbundener Austrocknung versterben werden.

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