Tumorerkrankungen

Tumorerkrankungen

Tumorerkrankungen

Bild: kathrin87maus 

Kann die Rennmaus auch Husten und die Grippe bekommen? Und wenn ja, was ist dann zu tun? Die Krankheiten, die eine Rennmaus bekommen kann, werden hier genauer erläutert. Ein Gang zum Tierarzt kann jedoch nicht ersetzt werden.

Tumore treten bei Mongolischen Rennmäusen leider recht häufig auf, dabei sind sie meist bei älteren Tieren zu finden. Es gibt bei Rennmäusen verschiedene Arten von Tumoren, die es zu unterschieden gilt.

So gibt es außen liegende Tumore, die nach außen wachsen, nicht immer von Haut bedeckt und in der Regel gut zu sehen sind. Solche Tumore sind meist relativ leicht zu entfernen. Daneben gibt es die innen liegenden Tumore, die im Idealfall durch Beulen auf sich aufmerksam machen sowie solche, die je nach Lage möglicherweise gar nicht zu sehen sind. Diese Tumorart ist nur mit Komplikationen zu entfernen, da der Zugang zum Tumor erschwert ist und die Rennmaus bei einer Operation mehr Blut verliert.

  • f√ľhlbare Verdickung unter der Haut
  • sichtbare Ausbeulung unter der Haut
  • je nach Art und Lage des Tumors direkt sichtbar ver√§ndertes Gewebe
  • eventuell aufgebl√§hter Bauch
  • allgemeine Krankheitsanzeichen wie Abmagerung, Tr√§gheit
  • in seltenen F√§llen Anzeichen anderer Erkrankungen, die von einem verborgenen Tumor ausgel√∂st werden k√∂nnen

Eine h√§ufig auftretende Art von Tumoren bei der Mongolischen Rennmaus ist der Duftdr√ľsentumor, den man sowohl direkt an der Duftdr√ľse sehen als auch beispielsweise als Beule unter dem Fell erf√ľhlen kann. 

√Ąu√üerlich nicht sichtbare Tumore, die innere Organe befallen und dadurch keine Auff√§lligkeiten in Form von Beulen oder √§hnliches hervorrufen, werden meist recht sp√§t bemerkt. Die Rennmaus weist oft schon durch den Tumor verursachte Beschwerden auf. Ein Tumor kann demnach auch f√ľr sogenannte Sekund√§rerkrankungen verantwortlich sein, beispielsweise k√∂nnen Gleichgewichtsst√∂rungen in seltenen F√§llen von einem Tumor im Innenohr oder Gehirn ausgel√∂st werden. Auch epileptische Anf√§lle oder Verhaltensst√∂rungen k√∂nnen ein Hinweis auf einen Gehirntumor sein.

Die Ursachen f√ľr Tumore bei Rennm√§usen k√∂nnen meist nicht festgestellt werden. Eine gewisse Anf√§lligkeit f√ľr Tumore wird vererbt und ist daher genetisch bedingt. Auch Umwelteinfl√ľsse k√∂nnen zu den Ursachen z√§hlen, aufgrund der kurzen Lebenserwartung der Tiere allerdings nicht in einem solchen Ausma√ü wie beim Menschen.

Der h√§ufigste Tumor bei der Mongolischen Rennmaus ist der Duftdr√ľsentumor. Er kann aus einer Entz√ľndung der Duftdr√ľse hervorgehen, aber auch ohne vorherige Erkrankung auftreten. Da es sich in den meisten F√§llen um au√üenliegende Tumore handelt und sich der Blutverlust der Rennmaus dabei in Grenzen h√§lt, ist ein Duftdr√ľsentumor operativ gut zu enfernen. In der Regel wird der Tierarzt die Entfernung der kompletten Duftdr√ľse als sinnvoll ansehen, da sonst das erneute Auftreten eines weiteren Tumors zu erwarten ist.

Da die Rennmaus einen solchen Tumor ab einer gewissen Gr√∂√üe auch meist als sehr st√∂rend empfindet, wird sie versuchen, ihn durch Bei√üen zu entfernen. 

Ver√§nderungen an oder im angrenzenden Gewebe der Duftdr√ľse m√ľssen nicht immer b√∂sartig sein. Es ist m√∂glich, eine Gewebever√§nderung nach deren Entfernung durch einen Tierarzt an ein patholigisches Institut zu senden, um herauszufinden, worum es sich handelt. Das Ergebnis ist dann auch grundlegend f√ľr die weitere Beurteilung, sofern diese Gewebever√§nderung erneut auftritt.

Wir haben auf einer separaten Informationsseite einen Bericht √ľber die Entwicklung und Behandlung eines vermuteten, aber nicht als b√∂sartig best√§tigten Duftdr√ľsentumor bereitgestellt.

Falls der Verdacht auf einen Tumor besteht, sollte die Rennmaus schnellstm√∂glich einem Tierarzt vorgestellt werden. Er wird die Art des Tumors feststellen und √ľber m√∂gliche Heilungschancen aufkl√§ren, die stark abh√§ngig sind von Art und Lage des Tumors sowie vom Alter der Rennmaus. So werden beispielsweise Gehirntumore bei Kleinnagern aufgrund der zu erwartenden Komplikationen w√§hrend einer Operation und der schlechten Heilungschancen eher nicht durchgef√ľhrt. Ein Duftdr√ľsentumor kann allerdings meist gut operiert werden.

Wird bei einer Rennmaus ein Tumor operativ entfernt, tr√§gt auch die Narkoseart ma√ügeblich zum Erfolg der Operation bei, da eine Narkose f√ľr Kleinnager ein Risiko darstellt. Besonders zu empfehlen ist dabei die Inhalationsnarkose, da diese eine gute Dosierung erm√∂glicht. Die √ľbliche Injektionsnarkose birgt ein gro√ües Risiko, da diese bei √úberdosierung zum Tod der Rennmaus f√ľhren kann. Bei der Wahl des Tierarztes ist darauf zu achten, welche Narkose verwendet wird. 

Die Kosten f√ľr eine Operation sind sehr unterschiedlich, von daher empfiehlt es sich, gegebenenfalls verschiedene Tier√§rzte anzufragen. Bei einem Informationsgespr√§ch kann der Halter auch √ľber die Art der Narkose aufgekl√§rt werden.

Laserbehandlung

Eine Alternative zur Operation bei Tumoren bietet eine Laserbehandlung, die jedoch nicht immer möglich ist und nur vereinzelt angeboten wird.

Laser werden in nahezu allen Naturwissenschaften bereits erfolgreich eingesetzt und erreichen vor allem in der Medizin auch ohne eine aufw√§ndige Operation erstaunliche Erfolge. Laserlicht hat sich besonders bei Behandlungen von Tumoren, die sich an Duftdr√ľse oder Ohr befinden, bew√§hrt. 
Meist wird das Soft-Lasersystem verwendet, das im Bereich niedriger Leistungsdichten arbeitet. So entstehen photochemische Prozesse durch die Aufnahme (Absorption) des Laserlichts in den Gewebeschichten. Dieser Lasertyp wirkt äußerst stimulierend auf Zellen und Gewebe. Man nennt ihn deshalb auch Biostimulationslaser. Diese Laser werden äußerlich zur Beschleunigung/Verbesserung des Heilungsprozesses eingesetzt. Sie sind nicht zu verwechseln mit chirurgischen Lasern, mit denen Gewebe geschnitten oder geschweißt wird und bei Operationen verwendet wird.
Am Beispiel der Laserakupunktur, bei der Laser niedriger Intensit√§t verwendet werden, liegt der gr√∂√üte Vorteil in der kurzen Behandlungsdauer. Vor allem zappelige Patienten wie Rennm√§use k√∂nnen so erfolgreich behandelt werden. Wichtig ist aber, dass, obwohl die Haut hier nicht durchstochen oder gebrannt wird, die Therapie nicht gef√ľhls√§rmer ist als die Nadelung, denn nicht der Stich, sondern die Wirkung auf den Akupunkturpunkt ruft das Gef√ľhl hervor.

Hat die Rennmaus eine Operation √ľberstanden, ist eine ausreichende W√§rmeversorgung wichtig, da der Kreislauf durch die Narkose sehr geschw√§cht ist.

Eine Trennung von der gewohnten Gruppe bedeutet zus√§tzlichen Stress f√ľr das kranke Tier. Meist k√ľmmern sich die anderen Gruppenmitglieder auch um die kranke Rennmaus, w√§rmen sie und spenden ihr durch Anwesenheit Trost. 

Bei einer anstehenden Operation stellt sich auch die Frage, ob man die ganze Gruppe mit zur Operation nimmt oder nicht. Dies sollte individuell mit dem Tierarzt vereinbart werden, denn eine pauschale L√∂sung gibt es hierf√ľr nicht. Jede Maus ist anders und da der Halter seine M√§use am besten kennt, kann nur dieser in etwa einsch√§tzen, wie die eigenen Rennm√§use auf eine Operation eines Gef√§hrten oder eine eventuelle Trennung f√ľr den Zeitraum reagieren. F√ľr die kranke Rennmaus selbst ist es angenehmer, in vertrauter Gesellschaft zu bleiben und dies erspart ihr auch den Stress einer anschlie√üenden Vergesellschaftung. Andererseits ist das Tier nach einer Operation erst einmal geschw√§cht und riecht nach Medikamenten, was Gruppenmitglieder irritieren oder sie gar dazu verleiten kann, die kranke Rennmaus anzugreifen.

Wie in dieser speziellen Situation auch entschieden wird, werden die Rennm√§use l√§ngere Zeit voneinander getrennt (es reichen unter Umst√§nden schon wenige Stunden), ist meist eine Vergesellschaftung n√∂tig, wenn die Gruppe wieder zusammengef√ľhrt werden soll. 

Um das Infektionsrisiko an der Operationswunde so gering wie m√∂glich zu halten, empfiehlt es sich, die betroffene Gruppe ein paar Tage auf K√ľchenpapier zu halten, damit keine Streu in die Wunde gelangen kann. Auch auf ein Sandbad sollte zun√§chst verzichtet werden, bis die Wunden weitestgehend verheilt sind.

Vorbeugen im eigentlichen Sinn kann man gegen Tumore nicht. Jedoch kann bereits beim Gesundheitscheck zu Hause auf Tumore hin gepr√ľft werden, um diese m√∂glichst fr√ľhzeitig zu erkennen. Eine artgerechte Haltung, wenig Stress und ein guter Allgemeinzustand der Rennmaus k√∂nnen das Risiko f√ľr Tumore jedoch senken.

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