Milben und Co

Milben und Co

Milben und Co

Bild: K√∂rnergeber 

Wenn es im Rennmausfell kreucht und fleucht kann es sein, dass sich Milben & Co. im Fell tummeln. Wie erkennt man diese und was kann dagegen getan werden?

Milben geh√∂ren zur Gattung der Spinnentiere. Sie k√∂nnen an den unterschiedlichsten Orten vorkommen und haben die unterschiedlichsten Lebensr√§ume: Vom Boden √ľber Pflanzen bis hin zu Innereien, unter der Haut oder an Haaren. Da Milben aufgrund ihrer geringen Gr√∂√üe (je nach Art zwischen 0,1 mm und knapp 3 cm) recht langsam in der Fortbewegung sind, nutzen Sie andere Arten oft als Transportmittel auf denen sie reiten, bis ein geeigneter Wirt in die N√§he kommt.

Manche Milbenarten k√∂nnen sich auch auf dem Menschen niederlassen. Sollte ein Tierhalter rote, juckende Punkte/Quaddeln bevorzugt an Unterarmen, Waden und Bauch an sich feststellen und eine M√ľckeninvasion oder gar eine allergische Reaktion auf M√ľckenstiche vermuten, ist es sinnvoll, nach Milben zu suchen - auch bei seinen Tieren. Auch unerkl√§rliche Hautver√§nderungen, die M√ľckenstichen √§hneln, k√∂nnen durch Milben verursacht sein. 

Milben k√∂nnen auf einem befallenen Tier als kleine schwarze, rote oder wei√üe (krabbelnde) Punkte erkannt werden. Auch bei extrem h√§ufigen Kratzen der Rennmaus kann ein Befall vermutet werden. Am sichersten kann jedoch ein Milbenbefall von einem Tierarzt diagnostiziert werden, da diese aufgrund ihrer Gr√∂√üe meist nur unter einem Mikroskop zu erkennen sind.

Milben sind sehr kleine, zu den Spinnentieren zählende Räuber, die sich vom Blut der Rennmäuse ernähren. Sie können durch fremde Tiere, Futter oder Streu eingeschleppt werden.

Die Gefahr bei einem Milbenbefall besteht haupts√§chlich darin, dass die Tiere den ‚ÄěWirten‚Äú eine erhebliche Menge an Blut aussaugen, sollte man den Befall nicht rechtzeitig bemerken.

Wenn der Blutverlust zu hoch ist, kann der Milbenbefall zum Tod des Tieres f√ľhren. Schnelles Handeln ist daher ratsam.

Eine Verhinderung von Milbenbefall ist nicht m√∂glich. Das h√§ufig empfohlene Einfrieren von Heu oder Stroh wird Milben nicht zuverl√§ssig abt√∂ten k√∂nnen. K√§lte kann beispielsweise Hausstaubmilben vernichten, die allerdings in den Rennmausunterk√ľnften kein Problem darstellen. Die rund 50.000 Milbenarten w√§ren l√§ngst ausgestorben, wenn ihnen K√§lte schaden w√ľrde, denn im Winter finden diese Tiere kaum Schutz vor Minusgraden.

Dagegen ist Hitze f√ľr Milben t√∂dlich. Heu und Stroh k√∂nnen allerdings nicht so hoch erhitzt werden, dass Parasiten zuverl√§ssig abget√∂tet werden. Die Gefahr, Parasiten √ľber Heu oder Stroh einzuschleppen, wird oft √ľbersch√§tzt. Eine Infektion kann √ľber Wochen und Monate unentdeckt bleiben, da sich die Parasiten nicht unbedingt sofort massenhaft vermehren und anf√§nglich keine oder kaum Beschwerden verursachen. Treten Beschwerden auf, liegt die Infektion oft schon so lange zur√ľck, dass der Infektionsweg nicht mehr nachvollziehbar ist.

Alle Tiere werden aus dem Aquarium genommen und in Transportboxen auf K√ľchenrolle oder Klopapier gesetzt, idealerweise in einem anderen Raum. Die Gruppe sollte zur Bestimmung der Milbenart einem Tierarzt vorgestellt werden. Sollte dies nicht m√∂glich sein, da die befallenen Rennm√§use beispielsweise gerade Junge hat, k√∂nnen einige Milben mit einem St√ľck Tesafilm vom Fell des Tieres gel√∂st und vorsichtig auf ein St√ľck Papier geklebt werden. Anschlie√üend werden die Tiere mit dem vom Tierarzt verabreichten Mittel behandeln.

Wichtig: Die Dosierung des Mittels ist genau zu beachten. Bei den meisten Insektiziden handelt es sich um gesundheitsschädliche Mittel, sollten sie in einer erhöhten Dosierung verwendet werden. Durch das gegenseitige Putzen könnten sich die Tiere mit dem Insektizid vergiften.

Wenn die Milben vernichtet sind, empfiehlt es sich, die Rennm√§use regelm√§√üig auf m√∂glichen Befall zu untersuchen. Dazu wird das Tier in die Hand genommen. Durch leichtes Streichen des Felles gegen den Strich oder durch Pusten ins Fell werden Milben sichtbar. Milben halten sich geh√§uft im Genitalbereich, nahe den Ohren und an den Beinen auf.

Die Behandlung sollte mit dem vom Tierarzt verschriebenen Mittel ein bis zwei Mal im Abstand von sieben bis neun Tagen wiederholen werden, damit auch die neu aus den Nissen schl√ľpfenden Milben get√∂tet werden.

Sprays, auch wenn sie f√ľr das Fell gedacht sind, d√ľrfen nie direkt auf das Tier gespr√ľht werden, sondern sollten erst auf die Hand aufgetragen und dann vorsichtig ins Fell des Tieres gerieben werden. So kommt nichts in die Augen, auf Schleimh√§ute oder wird eingeatmet.

Das Aquarium/Terrarium sollte gr√ľndlich ausger√§umt und mit hei√üem Wasser auswaschen werden. Anschlie√üend wird es mit einem von einem Tierarzt ausgeh√§ndigten Umgebungsspray eingespr√ľht.

Die Entsorgung sämtlicher Einrichtungsgegenstände ist neben der Behandlung der Tiere sowie der äußerst sorgsamen Reinigung der ausgeräumten Unterkunft die sicherste Methode, möglichst alle Milben und deren Eier zu vernichten.

Alle Keramik- und Holzsachen k√∂nnen auch f√ľr zwei Stunden ausgekocht oder bei 150¬į C f√ľr zwei Stunden ausgebacken werden (Achtung! Bitte w√§hrend des Backens beobachten, um Verbrennungen zu vermeiden! Jede Holzsorte reagiert anders!). Das Ausbacken ist gegen√ľber der Entsorgung keine sichere Methode, alle Milben und deren Eier zu vernichten.

Da einige Milbenarten auch auf Menschen √ľbertragbar sind, sollte die Kleidung, die der Halter w√§hrend des Kontaktes zu den befallenen Tieren oder der Unterkunft getragen hat, ebenfalls f√ľr 48 Stunden in den Gefrierschrank legen und anschlie√üend waschen.

Auf die am häufigsten auftretenden Milbenarten wird in einem gesonderten Artikel näher eingegangen.

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