Ungeeignete Einrichtung

Ungeeignete Einrichtung

Ungeeignete Einrichtung

Bild: cheppo6 

EinrichtungsgegenstĂ€nde aus buntem Plastik, so genannte JoggingbĂ€lle oder angeblich praktische Futterkugeln: diese und einige andere Ausstattung wird immer noch im Zoofachhandel angeboten, obwohl sie fĂŒr Kleinnager zur gefĂ€hrlichen Falle werden können. Dieser Artikel bietet eine erste Information ĂŒber ungeeignete EinrichtungsgegenstĂ€nde.

Im Zoofachhandel wird eine Vielzahl an EinrichtungsgegenstĂ€nden fĂŒr Kleinnager angeboten. Neben einer breiten Auswahl an geeigneter Ausstattung ist hĂ€ufig auch besonders bunte oder fĂŒr Halter witzige und optisch ansprechende Einrichtung zu finden. Meist sind diese auffĂ€lligen und ausgefallenen GegenstĂ€nde nicht geeignet oder sogar gefĂ€hrlich.

Plastikröhren und -hĂ€user sind nicht geeignet, da RennmĂ€use ausgiebig an allem nagen, was sich anknabbern lĂ€sst. EinrichtungsgegenstĂ€nde aus Plastik könnten durch Annagen splittern, was möglicherweise zu Verletzungen fĂŒhrt.

Zudem ist die Luftzirkulation meist sehr schlecht, was bei hohen Außentemperaturen zu Hitzestau fĂŒhren kann. Viele PlastikhĂ€user sind zur besseren Beobachtung meist durchsichtig und bieten den RennmĂ€usen daher keine RĂŒckzugsmöglichkeit.

EinrichtungsgegenstÀnde aus Metall

Bild: Miamaus

Holzetagen sind sicherer

Gitteretagen

Gitteretagen sollten in keiner Rennmausunterkunft vorhanden sein, da diese fĂŒr die Tiere eine nicht zu unterschĂ€tzende Gefahr darstellen. Die RennmĂ€use können leicht mit ihren kleinen Pfoten abrutschen und sich diese zwischen den Gittern einklemmen. Verstauchungen oder schlimmstenfalls ein Bruch des betroffenen Fußes sind möglich. Vorhandene Gitteretagen können mit Pappe, passenden Holzplatten oder Fliesen abgedeckt werden.

Futterkugeln und -raufen

Bei Futterkugeln und –raufen nimmt der Gitterabstand von oben nach unten ab. Dies bewirkt, dass die Rennmaus weiter oben noch mit dem Kopf durch das Gitter passt, dann nach unten abrutscht und feststeckt. Das Tier kann sich aus der Lage meist nicht befreien, da es dazu den Kopf heben mĂŒsste. Eine gute Alternative fĂŒr die Frischfuttergabe sind Futterspieße aus Metall.

Grasnester

GrundsĂ€tzlich spricht nichts gegen Heunester, allerdings ist darauf zu achten, dass sie nicht mit Draht zusammengebunden sind. Heunester mit innerem Drahtgeflecht stellen eine potentielle Gefahr dar. Sobald das Heu abgenagt ist, wird das Drahtgeflecht leicht zur Falle, da die Tiere sich mit den Krallen oder dem Kopf darin verfangen können.  Bei der Verwendung von Grasnestern empfiehlt sich eine tĂ€gliche Kontrolle. Sollten offensichtliche Schwachstellen in Form von freiliegenden DrĂ€hten erkennbar sein, empfiehlt sich eine unverzĂŒgliche Entfernung des Nestes aus der Rennmausunterkunft.

In vielen ZoofachgeschĂ€ften werden so genannte JoggingbĂ€lle angeboten: bunte PlastikbĂ€lle, in denen ein Kleintier frei im Raum lĂ€uft, ohne entwischen zu können.  Solche BĂ€lle dĂŒrfen nicht verwendet werden, da sie den Tieren auf unterschiedliche Weise Schaden zufĂŒgen können: 

Sie schrĂ€nken das Sehvermögen der RennmĂ€use ein, da durch die Konstruktion und das meist ungeeignete Material, aus dem die BĂ€lle bestehen, keine ausreichende Sicht gewĂ€hrleistet ist. 

Viele Halter interpretieren den Bewegungsdrang ihrer Tiere in den BĂ€llen falsch. Das Tier lĂ€uft nicht, weil es dies gerne macht, sondern weil es möglichst schnell in ungewohnter Umgebung Schutz suchen will und dem Ball zu entfliehen versucht. 

Bild: Grauwölfin

Lieber eine hÀngende Kokosnuss als ein Joggingball!

Des weiteren sind die Tiere gezwungen, so lange in dem Ball zu verbleiben, bis der Halter sie wieder „befreit“. Sie können daher nicht selbst bestimmen, wann sie den Ball wieder verlassen möchten. Dies stellt die Tiere unter unnötigen Stress.

Beim Laufen im Joggingball stoßen sie immer wieder an Möbel. Auch sind sie der Gefahr ausgesetzt, dass andere Tiere, beispielsweise Hunde oder Katzen, durch den Ball zum Jagen aufgefordert werden. Die Tiere leiden unter enormem Stress und großer Angst. Dies kann im schlimmsten Fall einen Herztod hervorrufen. 

Auch der zu kleine Durchmesser der BĂ€lle kann RennmĂ€use gesundheitlich schĂ€digen, da die WirbelsĂ€ule dadurch stark verkrĂŒmmt wird.

Ebenso können sie sich nicht auf ihr Gehör verlassen, da GerĂ€usche von außen nur eingeschrĂ€nkt und verĂ€ndert zu den RennmĂ€usen durchdringen.
Desweiteren haben die BĂ€lle nur wenig BelĂŒftungsschlitze, wodurch ihnen die Möglichkeit genommen wird ihre Umgebung durch den fĂŒr sie sehr wichtigen Geruchssinn zu erfassen.

JoggingbĂ€lle sind keine Alternative zum richtigen Auslauf. Sollte ein gesicherter Auslauf nicht möglich sein, ist es fĂŒr die Tiere sicher gesĂŒnder und auch angenehmer, auf Auslauf zu verzichten. Stattdessen kann beispielsweise ein rennmausgeeignetes Laufrad angeboten werden. 

Aus den oben genannten GrĂŒnden sind JoggingbĂ€lle von der TierĂ€rztlichen Vereinigung fĂŒr Tierschutz als tierschutzwidrig und gesundheitsschĂ€dlich eingestuft worden.

Im Zoofachhandel werden oft HĂ€ngematten aus Stoff als Einrichtungsgegenstand fĂŒr Nagerheime oder Hamsterwatte als Nistmaterial angeboten. Diese sind jedoch fĂŒr RennmĂ€use und andere Kleinnager ungeeignet, da sich FĂ€den lösen können und die Gefahr der AbschnĂŒrung einzelner Gliedmaßen besteht. Im schlimmsten Fall kann sich das Tier strangulieren.  Heu, Stroh, Toiletten- und KĂŒchenpapier eignen sich besser als Nistmaterial.

Dufteinstreu (ParfĂŒmierte Produkte)

Bild: GummibÀr

Im Handel werden zahlreiche Einstreuarten angeboten. Manchmal sind diese mit kĂŒnstlichen Duftstoffen versehen, um den Eigengeruch der Tiere zu ĂŒberdecken. RennmĂ€use sind geruchsorientiert. Durch die Überdeckung der gesetzten Markierungen wird der Gruppengeruch gestört. Dies fĂŒhrt zu einer verĂ€nderten Wahrnehmung und dadurch möglicherweise zu Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe.

Auch kann eine solche Dufteinstreu die Atemwege reizen oder allergische Reaktionen auslösen. 

LaufrĂ€der sind unter bestimmten Voraussetzungen fĂŒr RennmĂ€use geeignet: Der Durchmesser muss groß genug sein, sie dĂŒrfen keinen Schereneffekt aufweisen und sollten nicht aus zu dĂŒnnem und damit splitternden Plastik sein.

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