Trenngittermethode

Trenngittermethode

Trenngittermethode

Bild: rennmaus.de 

Ein Trenngitter wird zur Vergesellschaftung von Mongolischen Rennm√§usen vermutlich h√§ufiger eingesetzt als jede andere bekannte Methode. Mit gutem Grund: Die Trenngittermethode ist f√ľr den Halter und die zu vergesellschaftenden Tiere, je nach deren Alter, relativ einfach und sicher!

Die Vergesellschaftung mit Hilfe eines Gitters ist f√ľr alle Beteiligten die angenehmste und stressfreieste Methode, Rennm√§use miteinander zu vergesellschaften.

Schritt 1: Erstes Beschnuppern

Bild: rennmaus.de

Mit einem Trenngitter wird das gr√ľndlich gereinigte Vergesellschaftungsaquarium /-terrarium in zwei gleich gro√üe H√§lften abgeteilt, in die jeweils eine der zu vergesellschaftenden Rennm√§use gesetzt wird. Hierf√ľr bietet sich ein Aquarium / Terrarium mit mindestens 80 cm L√§nge bis h√∂chstens 100 cm an, da die durch die Trennung entstandenen H√§lften eine geeignete Gr√∂√üe f√ľr eine Vergesellschaftung bieten. So kann der Gruppengeruch gebildet werden und die Kontaktaufnahme der Rennm√§use stattfinden. Allerdings kann jedes bereits vorhandene Aquarium/Terrarium, egal welcher Gr√∂√üe, durch zus√§tzliche Verkleinerung ebenfalls dazu genutzt werden indem mit Hilfe eines Brettes die gew√ľnschte Breite abgetrennt wird. Der Bereich f√ľr die Vergesellschaftung wird dann wie bei kleineren Aquarien / Terrarien mit einem Trenngitter geteilt.

Auf jeder Seite sollten sich au√üer etwa f√ľnf Zentimeter Einstreu, Wasser, Sandbad, Futter und K√ľchenkreppt√ľcher w√§hrend der beginnenden Vergesellschaftung keinerlei Einrichtungsgegenst√§nde befinden, da diese eher st√∂ren und von der Rennmaus auf der anderen Seite ablenken.

Nun werden die beiden Renner in ihr jeweiliges abgetrenntes Abteil gesetzt. Bei handzahmen Mäusen kann dies per Hand oder mit Hilfe eines Gefäßes geschehen, bei scheuen Rennern sollte lieber wenn möglich die Transportbox ins Abteil gestellt und gewartet werden, bis die Maus von alleine heraus klettert.

Das aufmerksame Beobachten der Rennm√§use ist f√ľr den sp√§teren Vergesellschaftungserfolg sehr wichtig und hilft, die Fortschritte w√§hrend der Vergesellschaftung richtig einsch√§tzen zu k√∂nnen. Aufgeregtes Gerenne, Gitterklettern oder Bei√üversuche am Trenngitter sind bei beginnender Vergesellschaftung v√∂llig normal und k√∂nnen ignoriert werden.

Schritt 2: Gruppengeruch aufbauen

Bild: rennmaus.de

F√ľr die Angleichung des erforderlichen gemeinsamen Geruchs sollten zwei mal t√§glich die Rennm√§use auf die jeweils andere Seite des Gitters gewechselt werden. Um dabei den Stress m√∂glichst gering zu halten, wird die Maus in ein mit Futter best√ľcktes Gef√§√ü, wie zum Beispiel eine gro√üe Tasse oder ein Bonbonglas, gelockt. Das Gef√§√ü wird dann mit der Hand verschlossen und die Maus kann umgesetzt werden. K√∂nnen die M√§use nicht oder nur sehr schwierig getauscht werden, sollten wenigstens die beiden Sandb√§der untereinander getauscht werden, damit der Geruch angeglichen wird. Aufgeschnittene Toilettenpapierrollen zum Nagen tragen zum Stressabbau bei. Sie sollten aufgeschnitten sein, damit sich keine Maus darin verkriechen und verstecken kann. Au√üerdem kann das geschredderte Material zum Nestbau benutzt werden.

Das Futter sollte direkt ans Gitter gestreut werden, damit sich beide Rennm√§use beim Fressen gegen√ľber stehen und n√§her kennen lernen k√∂nnen.

Eine generelle Zeitvorgabe am Trenngitter ist stark abh√§ngig von den zu vergesellschaftenden Rennm√§usen und kann, je nach Alter und Charakter der Tiere, unterschiedlich lange dauern. Jungtiere, also noch nicht geschlechtsreife M√§use, sollten maximal zwei Tage am Trenngitter sitzen, damit die Kleinen weiter sozialisiert werden k√∂nnen. Bei der Vergesellschaftung von zwei adulten Tieren sind sieben Tage ein guter Richtwert. Diese Zeit kann sich allerdings auch um ein bis zwei Tage verk√ľrzen oder auch verl√§ngern.

In einzelnen F√§llen kommt es vor, dass eine H√§lfte des Aquariums nicht ausreichend Platz f√ľr die Rennm√§use bietet und es aufgrund dessen zu Streitigkeiten kommt. Dann gibt es zwei Alternativen: Zum einen die Zusammenf√ľhrung auf der gesamten Fl√§che des Aquariums. Das hei√üt, das Trenngitter wird komplett entfernt. Die andere Methode ist, die Rennm√§use auf neutralem Boden zusammen zu f√ľhren. Die erste Methode stellen wir im hier genauer vor.

Achtung: Die Zusammenf√ľhrung auf neutralem Boden bedeutet oft zus√§tzlichen Stress f√ľr die Rennm√§use. Zudem kann es passieren, dass sich die Rennm√§use in der fremden Umgebung sehr harmonisch verhalten. Beim Einsetzen in die Transportbox, oder auch sp√§ter im endg√ľltigen zu Hause, kann es aber dann trotzdem zu K√§mpfen kommen. Deshalb ist es bei dieser Methode notwendig, die Tiere l√§ngere Zeit sehr gut zu beobachten, um im Streitfall eingreifen zu k√∂nnen.

Bild: rennmaus.de

Auch dieses Vergesellschaftungsstadium bedarf absoluter Aufmerksamkeit, bissfeste Handschuhe sollten vorsorglich angezogen werden, um notfalls eingreifen zu k√∂nnen. F√ľr den Notfall sollte eine ge√∂ffnete Transportbox bereit gestellt werden, um bei blutigen Verletzungen oder einem Bei√ükn√§uel die M√§use sofort trennen zu k√∂nnen. Um bei eventuellen Verletzungen Entz√ľndungen zu vermeiden wird die Transportbox vorsorglich mit K√ľchenkreppt√ľchern ausgelegt.

Normale Rangordnungskl√§rung zeigt sich in Verfolgung, Gefiepe, Besteigen, teils heftigem Beschnuppern verschiedener K√∂rperregionen, kurzem Kn√§ulen, sowie dem Herabdr√ľcken des Kopfes des anderen Renners. Wenn die Rennm√§use sich allerdings richtig bei√üen und verletzen muss sofort getrennt werden, und eventuell kann sp√§ter ein neuer Versuch am Trenngitter gestartet werden.

Das Trenngitter wird seitlich gedreht oder angehoben. Dann wird abgewartet wie die Mäuse reagieren. Manche Renner benötigen Platz um sich auszurennen, und verziehen sich dann relativ schnell in eine Ecke. Andere gehen eher zögerlich aufeinander zu und beschnuppern sich erst einmal ausgiebig. Wenn sich die Renner gemeinsam auf einer der beiden Seiten befinden, kann das Gitter wieder vorsichtig eingesetzt und das Gehege somit wieder verkleinert werden.

Sobald sich die Rennm√§use beruhigt haben, nebeneinander sitzen und vielleicht sogar gemeinsam im Nest liegen, ist der schwierigste Schritt geschafft. Dann kann die Vergesellschaftung wie unter dem Absatz ‚ÄěLetzter Schritt im Trenngitterabteil‚Äú beschrieben fortgef√ľhrt werden.

Tipp: Bei kleinen Gehegen muss nach der erfolgreichen Zusammenf√ľhrung nicht wieder genau in der Mitte getrennt werden, es kann den Tieren auch gerne ein wenig mehr Platz gelassen werden.

Letzter Schritt im Trenngitterabteil

Bild: rennmaus.de

Damit die neu gebildete Gruppe stabil wird und bleibt, sollte das bisher eingeschr√§nkte Platzangebot beibehalten und erst nach ein paar Tagen durch das Verschieben des Trenngitters langsam vergr√∂√üert werden. Au√üerdem sollten zu diesem Zeitpunkt wie ganz am Anfang keinerlei Einrichtungsgegenst√§nde zur Verf√ľgung stehen. Falls die Rennm√§use nach weiterer Platzvergr√∂√üerung sehr streiten, sollten sie nicht getrennt, sondern das vorher zur Verf√ľgung gestandene Platzangebot wieder hergestellt werden. Somit kann es sein, dass den Rennm√§usen erst nach mehreren Wochen sowie Platzvergr√∂√üerungen und -verkleinerungen das gesamte Aquarium/Terrarium zur Verf√ľgung steht. Bis dahin sollten weiterhin nur Futter, Wasser, K√ľchenpapier, Heu und ein Sandbad im Aquarium/Terrarium vorhanden sein.

Weitere Einrichtungsgegenst√§nde, wie ein H√§uschen oder eine Etage sollten erst nach einigen Tagen und auch nur nach und nach zur Verf√ľgung gestellt werden, um zu schnelle Ver√§nderungen, eventuelle Revierbildung und damit verbundene K√§mpfe zu vermeiden.

Achtung: Bei ernsthaften Streitereien mit heftigem Bei√üen und Verletzungen wird zum Wohl der Tiere immer getrennt und nicht erst verkleinert. Nur so k√∂nnen die Rennm√§use ad√§quat versorgt und vor weiteren Verletzungen gesch√ľtzt werden.

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