Terrarienbau

Terrarienbau

Terrarienbau

Bild: rennmaus.de 

Durch den Bau eines Terrariums kann in wenigen Schritten eine optimal ausgestattete und auf die rÀumlichen Möglichkeiten des Halters zugeschnittene Rennmausunterkunft verwirklicht werden.

Der Eigenbau von RennmausunterkĂŒnften ist durch die individuelle Gestaltungsmöglichkeit  eine gute Alternative zu handelsĂŒblichen Aquarien oder Terrarien. Unsere Anleitung zum Terrarienbau zeigt die einzelnen Schritte auf dem Weg zur selbstgebauten Rennmausbehausung.

Die im Folgenden aufgelisteten Materialien wurden fĂŒr einen 121cm x 104cm x 63cm (Breite x Höhe x Tiefe) großen Eigenbau kalkuliert, der die nötige StabilitĂ€t aufweist, ein zweites Terrarium gleicher Bauart zu tragen.

Die Einhaltung aller genannten Maße ist ratsam. Aus GrĂŒnden der Passgenauigkeit ist darauf zu achten, dass die StĂ€rke der Platten nicht abweichend gewĂ€hlt wird. Alle Maße sind in Metern angegeben, da sie so den BaumĂ€rkten zum Zuschnitt am hilfreichsten sind.

OSB-Platten

Hinweis: OSB-Platten sind aufgrund des hohen Leimholzanteils nur bedingt fĂŒr den Innenausbau, beispielsweise Ebenen, HĂ€uschen oder SandbĂ€der geeignet. FĂŒr sehr nagefreudige Tierarten ist die Wahl einer anderen Holzart empfehlenswert. Alternativ können bei der Verwendung von OSB-Platten an möglichen Nagekanten Aluprofile angebracht werden, um ein Annagen zu verhindern. 

18 mm stark in folgenden GrĂ¶ĂŸen:

Korpus

  • 1 Platte Ă  1,21 m x 0,618 m (Deckenplatte)
  • 1 Platte Ă  1,21 m x 0,636 m (Bodenplatte)
  • 1 Platte Ă  1,174 m x 1,00 m (RĂŒckwand)
  • 2 Platten Ă  1,00 m x 0,60 m (SeitenwĂ€nde)

Front

  • 1 Platte Ă  1,21 m x 0,22 m (Buddelkiste)
  • 1 Platte Ă  0,80 m x 0,20 m (StĂŒtze fĂŒr große Glasscheibe)
  • 1 Platte Ă  0,35 m x 0,20 m (StĂŒtze fĂŒr kleine Glasscheibe)

TĂŒren

  • 4 Platten Ă  0,604 m x 0,06 m (Querstreben)
  • 4 Platten Ă  0,40 m x 0,06 m (senkrechte Streben)

Ebenen

  • 1 Platte Ă  1,17 m x 0,40 m (große Ebene)
  • 1 Platte Ă  0,573 x 0,37 m (kleine Ebene)
  • 1 Platte Ă  0,58 x 0,50 m (StĂŒtze fĂŒr kleine Ebene)

Sonstiges

  • eine Glasscheibe 80cm x 40cm
  • eine Glasscheibe 35cm x 40cm
    (Glasscheiben in diesen Maßen erhĂ€lt man beim Auseinandernehmen eines 80er Standard Aquarienbeckens; die Bodenplatte wird nicht benötigt)
  • zirka 120 bis 150 Schrauben mit einem Durchmesser von 3,5 oder 4mm und zirka 40mm LĂ€nge
  • 32 kleine Schrauben fĂŒr die Winkel der TĂŒrrahmen mit einem Durchmesser von 3,5mm und zirka 20mm LĂ€nge
  • 9 große, stabile Eisenwinkel fĂŒr die Ebenen (zum Beispiel 15 x 15cm groß; Tragkraft 15 bis 25 kg pro Winkel)
  • 8 kleine Stuhlwinkel (Eisenwinkel) fĂŒr die Leisten der TĂŒren; LĂ€nge der Schenkel je 3 bis 4cm
  • 4 Aufschraubscharniere fĂŒr die TĂŒren
  • 2 StĂŒcke Drahtgitter zu je ca. 50 x 50 cm
  • Aluminiumleiste (L-Profil), beide Schenkel je 15mm lang; 2m LĂ€nge
  • ungiftiger Holzleim
  • 2 TĂŒrgriffe
  • MagnetverschlĂŒsse oder Torriegel zum Verschließen der TĂŒren

Montage

Bild: rennmaus.de

Korpus

ZunĂ€chst werden alle Platten fĂŒr den Korpus, bestehend aus RĂŒckwand, SeitenwĂ€nde, Boden- und Deckenplatte, zurechtgelegt. Die RĂŒckwand wird auf die Bodenplatte gestellt und verschraubt. Um eine ausreichende StabilitĂ€t zu gewĂ€hrleisten wird empfohlen, zirka alle acht bis zehn Zentimeter eine Schraube zu platzieren. 
Danach werden die SeitenwĂ€nde verschraubt und schließlich die Deckenplatte oben aufgesetzt. Die Verschraubung ist optimal, wenn die Löcher zunĂ€chst mit einem dĂŒnneren Bohrer als die Schrauben dick sind, vorgebohrt werden. Die Schraubenlöcher sollten an der OberflĂ€che vergrĂ¶ĂŸert werden, damit die Schrauben spĂ€ter versenkt werden können. Nun wird die Platte fĂŒr die Buddelkiste im unteren Teil der Vorderseite angebracht. Sie kann auf die ĂŒberstehende Bodenplatte aufgesetzt und von unten sowie den Seiten verschraubt werden, damit sie spĂ€ter fest montiert ist und sich nicht biegen kann.

Bild: rennmaus.de

Ebenen

Die StĂŒtzen fĂŒr die Glasscheiben werden innen angeklebt. Hierzu wird Holzleim auf eine FlĂ€che der kleinen StĂŒtze aufgebracht. Diese wird von innen links an die Buddelkistenplatte angelegt. Das gleiche wird auf der rechten Seite wiederholt. Beide StĂŒtzen mĂŒssen nach außen hin ausgerichtet werden, so dass zwischen ihnen ein zirka zwei Zentimeter großer Spalt entsteht. 

Bild: rennmaus.de

Mit einem Lochbohrer werden in die StĂŒtze fĂŒr die Ebene mehrere Aussparungen in verschiedenen Höhen gebohrt. Die entstandenen Löcher dienen der Rennmaus als Durchgang zur Buddelkiste. Die StĂŒtze wird nun eingesetzt und mit Holzleim am Boden fixiert. Alternativ können auch grĂ¶ĂŸere Löcher gebohrt oder gesĂ€gt und dann eine passende Tonröhre hindurchgesteckt werden. Dadurch entsteht ein integriertes Tunnelsystem.

Auf die StĂŒtze wird die kleine Ebene angebracht. Sie wird an der linken Seite an der Wand mithilfe von Eisenwinkeln verschraubt und auf die StĂŒtze selbst nur mit Holzleim aufgeklebt. Dadurch hĂ€lt sie der spĂ€teren Belastung gut stand.
Es empfiehlt sich, diese Ebenenplatte vorher im hinteren Bereich ein StĂŒck weit auszusĂ€gen, damit eine ausreichende BelĂŒftung gewĂ€hrleistet wird. FĂŒr die RennmĂ€use entsteht somit eine weitere Zugangsmöglichkeit zur kleineren Buddelkiste.

Bild: rennmaus.de

Nun wird eine passende Höhe fĂŒr die große Ebene ausgewĂ€hlt. Idealerweise hat sie einen Abstand von zirka 30 bis 35 cm zur Deckenplatte. Dadurch können auf ihr ein Laufrad und ein großes Sandbad sowie HolzhĂ€user aufgestellt werden. Die RennmĂ€use können die große Ebene leicht ĂŒber die kleine Ebenenplatte erreichen.

Bild: rennmaus.de

Die letzte Ebene, die gleichzeitig als StĂŒtze fĂŒr die große Glasscheibe dient, wird zuletzt zwischen der rechten Seitenwand und der EbenenstĂŒtze links mithilfe von Eisenwinkeln angeschraubt. Hier muss jedoch beachtet werden, dass fĂŒr die Glasscheibe, die spĂ€ter eingesetzt wird, ausreichend Platz gelassen wird. Am besten wird dieses zuvor mit der Scheibe getestet, sodass die kleine Ebene passgenau eingesetzt werden kann.

Bild: rennmaus.de

Glasscheiben

Damit die Scheiben von oben eingeschoben werden können, werden nun die Aluleisten an den Seiten und in der Mitte angebracht. Eine Bestreichung mit Holzleim und das AndrĂŒcken der OSB-Platte ist ausreichend. Das Verschrauben ist nicht unbedingt nötig, wenn Holzleim verwendet wird, der eine hohe Verleimungsfestigkeit hat.

Die Glasscheiben können nach dem Trocknen eingesetzt werden. Zum Reinigen des Terrariums können sie nach oben herausgezogen und somit jede Stelle im Terrarium gut erreicht werden. Die Aufteilung der Buddelkiste in einen kleineren und einen grĂ¶ĂŸeren Teil hat den Vorteil, dass die Anschaffungskosten fĂŒr entsprechende Glasscheiben gering sind. Es könnte beispielsweise ein ausgedientes Standard-80er-Aquarium auseinander genommen werden. Außerdem können die Glasscheiben einzeln entfernt werden und sind leichter zu handhaben.

Bild: rennmaus.de

Die kleinere Buddelkiste kann als Sandbad Verwendung finden. Durch das einfache Entfernen der kleinen Scheibe wird der Zugang zur Reinigung gewÀhrleistet.

Bild: rennmaus.de

TĂŒren

Die vier Leisten einer TĂŒr werden aneinandergeleimt und zur besseren StabilitĂ€t nach dem Trocknen mit den kleinen Stuhlwinkeln verschraubt.
Auf der RĂŒckseite werden Aufschraubscharniere sowie das passgenau geschnittene Drahtgitter mithilfe eines Handtackers angebracht. Aus SicherheitsgrĂŒnden sollte darauf geachtet werden, dass keine spitzen Drahtenden hervorstehen.

Bild: rennmaus.de

Es empfiehlt sich, das Gitter nah am inneren und Ă€ußeren Rand festzuheften, um ein mögliches Verbiegen durch die RennmĂ€use zu vermeiden.

Nun werden von außen die TĂŒrgriffe angeklebt oder -geschraubt. Zuletzt sollten je nach Belieben entweder Magnetschließer oder TĂŒrscharniere angebracht werden , damit die RennmĂ€use die TĂŒren nicht öffnen können.

Inneneinrichtung

Bild: rennmaus.de

Nach der Fertigstellung des Terrariums kann mit der abwechslungsreichen und artgerechten Einrichtung begonnen werden. 

Es bieten sich viele Möglichkeiten, aus geeigneten Materialien wie Holz, Keramik oder Glas, EinrichtungsgegenstĂ€nde aus anderen Bereichen des Haushaltes umzufunktionieren oder selbst zu basteln.

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